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Lag es an der Fußball-Weltmeisterschaft, oder war das Kinoprogramm im Juni wirklich so dünn mit guten Filmen besetzt? Richard Linklater rettete mit seinem Meisterwerk „Boyhood“ wohl nicht nur den Juni, sondern auch gleich das ganze Kinojahr. So blieb die Konzentration auf das Heim-Kino, Fußball-Dokumentarfilme und die weitere Arbeit am Gesamtwerk von Akira Kurosawa.

Neuzugänge
Dass ich ein Bewunderer der Filme von Richard Linklater bin, kam hier im Blog schon einige Male zum Ausdruck. In einem Dialog mit YP, gehen wir seinem Gesamtwerk ein wenig auf den Grund. Anlass dafür war der fantastische 12-Jahres-Film „Boyhood“, der Linklater auf einem bisherigen Höhepunkt seines Schaffens zeigt. Ein ruhiges, intelligentes Portrait eines Kindes (Ellar Coltrane) und der Prozess des Heranwachsens. Während der Fokus zwar auf dem von Coltrane dargestellten Mason liegt (und vor allem Ethan Hawke als sein Vater viele imposante Szenen mit ihm teilt), ist es die Darstellung von Patricia Arquette als vom Leben gezeichneter Mutter, die genauso viel Aufmerksamkeit verlangt und von Linklater auch erhält. Zwar bleibt Linklater ein wenig zu sehr Optimist, aber das ist bei einem derart herzlichen und von den stillen Momenten getragenen Projekt, auch nicht weiter verwunderlich oder gar verwerflich. Zu „Boyhood“ haben wir uns auch im Rahmen eines Dialogs ausgetauscht.

Boyhood / http://www.showbiz411.com/wp-content/uploads/2014/06/boyhood.jpg

Im Vormonat lernte ich Edgar G. Ulmer ein wenig besser kennen. Der Reiz seiner billig produzierten Filme ist vorhanden, allerdings muss man schon sehr genau hinsehen. So hat „Beyond theTime Barrier“ (1960) eine hervorragende Ausgangsbasis, einige interessante Szenen, aber im Großen und Ganzen ist es doch enttäuschend, wie der Zeitreise-Film sich immer mehr in schlechtem Schauspiel und offensichtlich fehlendem Budget verliert.
Nach dem erneuten Genuss von „Rush“, war es an der Zeit die hoch gelobte Dokumentation „Senna“ (2010) von Asif Kapadia zu sichten. Stilsicher, schön montiert, aber im Grunde erzählt diese Dokumentation nichts Neues.
Ebenfalls wenig Neues hat das TV-Biopic „James Dean“ (2001) von Mark Rydell zu berichten. James Franco ist perfekt besetzt und eignet sich den Charakter Deans hervorragend an, doch daneben sind es die typischen Schlüsselloch-Enthüllungen, die man bereits in einschlägigen Berichten über das „geheime Leben“ James Deans‘ zu hören und lesen bekam. Darüberhinaus noch Spekulationen, die dem Team sinnvoll und unterhaltsam erschienen. Dank Franco schön anzusehen.
In dem mir selbst erlegten Auftrag, die Filme von Akira Kurosawa zu sichten, ist nun bereits die Zeit angebrochen, in der die Meisterwerke nur so aus ihm heraus zu sprudeln schienen. Die Dostojewski-Adaption von „Der Idiot“ zeigt einen Filmemacher mit dem nötigen Selbstvertrauen und den kreativen Mitteln, um ein Stück Weltliteratur auf die Leinwand zu bringen. Was „Hakuchi“ (1951) jedoch bei aller Meisterschaft und formeller Grandiosität fehlt, ist die emotionale Komponente, die andere Werke von ihm ausmacht. Zu sehr sieht man „Hakuchi“ den Willen an, großes Kino auf Basis großer Literatur zu erschaffen.
Aufgrund des Sight & Sound-Schwerpunkts zum Pre-Hayes-Code-Kino, kam der Thriller „Baby Face“ (1933) in meinen Aufmerksamkeitsbereich. Der überraschend schmutzige Film von Alfred E. Green zeigt Barbara Stanwyck in Hochform und inmitten einer betont unmoralischen Geschichte. Dabei zeigt sich, dass gerade Filme aus der Pre-Code-Zeit, wohl die stärksten Frauenrollen zu bieten hatten.
Eher zufällig stolperte ich auf die Kurzfilme von Rian Johnson. Während „Evil Demon Golfball from Hell!!!“ (1996) ein in jeder Hinsicht verspielter Studenten-Horrorfilm ist (wenngleich mit offensichtlichen Schwächen, die auch dem inexistenten Budget zugeschrieben werden müssen), ist „The Psychology of Dream Analysis“ (2002) bereits etwas ausgereifter. Doch braucht Letzterer ein wenig Zeit um in die Gänge zu kommen und sein Potential, mit viel Stilwillen, auszuspielen.
Als Jean-Jaques Annaud sein Stalingrad-Drama „Enemy at the Gates“ (2001) bei der Berlinale vorstellte, wurde sein Film von der versammelten Weltpresse verrissen. Annaud war beleidigt und wollte nie wieder einen Film bei der Berlinale vorstellen. Dabei kann man Kritiker verstehen, die eine sehr simple und übertrieben melodramatische Inszenierung kritisierten. Jude Law und Ed Harris spielen Scharfschützen auf Seiten der UdSSR bzw. Nazi-Deutschlands. Während dieses „Duell“ über lange Zeit fasziniert (um zu einem unglaublich stumpfsinnigen Ende zu gelangen), sind weder das Liebes-Dreieck (mit Joseph Fiennes und Rachel Weisz) sowie die Gespräche rund um den Propagandawert der Geschichte, mit allzu großem Interesse dargestellt.
Ein Film der von seinen Fans geradezu verehrt wird, bei mir aber hauptsächlich Langeweile hervor rief, war Shane Meadows „Dead Man’s Shoes“ (2004). Ähnlich den Werken des immens talentierten Ben Wheatley, erschließt sich mir der Reiz dieser lokal gefärbten Rachegeschichte nicht. Abgesehen von einigen einprägsamen Bildern ist hier wenig von Reiz.
James Spader ist einer meiner Helden. Ein Schauspieler der in obskuren Filmen auftaucht und dabei immer als das Highlight hervor sticht. So auch in der Sexklamotte „Speaking of Sex“ (2001) von John McNaughton, der mit dem verstörendem Thriller „Henry – Portrait of a Serial Killer“ bekannt wurde und der für mich der letzte Regisseur für einen Sexschwank gewesen wäre. Er macht seine Sache gar nicht so schlecht. Zu dumm dass die Geschichte um ein Ehepaar mit Libidoproblemen und anzüglichen Gerichtsverfahren, rein auf den Schultern der Darsteller (neben Spader auch ein Bill „Wohin steuert meine Karriere?“ Murray oder Melora Walters) ruht. Das Drehbuch ist Mumpitz, doch die routinierte Regie von McNaughton und die Darsteller machen daraus einen halbwegs erträglichen Film.
Was soll man bei einem Film wie „Avalanche Sharks“ (2013) schon schreiben? Skiressort, Spring Break und Haie. Das Problem. Zu wenig sinnlose Nacktszenen und vor allem viel zu wenig Hai-Action. Da war mehr drin.
Auch nicht gerade eine Offenbarung war der erste Auftritt von Donald Duck. Anlässlich seines 80. Geburtstags sah ich mir „The Wise Little Hen“ (1934) an. Ein harmloser Zeichentrickfilm, mit viel Musik und einer klaren Moral. Disney wie man es sich erwartet.
…und somit ab in den Fußball-Block.
Die Weltmeisterschaft in Brasilien ist in vollem Gange und ich sah mir ein paar Beiträge zu dem Thema an. Den Beginn machte James Erskine mit „One Night in Turin“ (2010). Einer etwas merkwürdig geschnittenen Dokumentation über Englands WM 1990 in Italien, einer Mannschaft der niemand etwas zutraute und die über sich hinaus wuchs. Erskine verbindet dies mit dem Hooligan-Problem der Engländer und ein wenig mit dem Thatcherismus, doch genau genommen sind die Spielszenen furchtbar geschnitten und der politisch-soziale Zusammenhang, entsteht nur, wenn man selbst noch ein wenig über den Hintergrund recherchiert.
Intellektuell anspruchsvoller war da schon „Zidane, un portrait du 21e siècle“ (2006) von Douglas Gordon und Philippe Parreno. Im besten Sinne an eine Museumsinstallation erinnernd, weicht man Zinedine Zidane keine Sekunde von der Seite. Dies lässt den Zuseher in einen geradezu medidativen Zustand hinein stürzen…aus welchem einen die Musik immer wieder heraus reisst. Ein, trotz seiner Schwächen, beeindruckender Film.
Weniger beeindruckt war ich von Emir Kusturicas Fanfilm „Maradona by Kusturica“ (2008), der es tatsächlich schafft, mich gegen den Regisseur aufzubringen. Kusturica verknüpft den Fußballer Maradona mit politisch merkwürdigen und geradezu stumpfsinnigen Parolen und stellt sich im Endeffekt selbst zu sehr ins Zentrum der Inszenierung. Beide Dokumentarfilme, waren Teil unseres ersten Dialogs im Rahmen der Fußball-WM.
Doch das ist kein Vergleich zu dem inidisch-britischem Fußballfilm „Dhan Dhana Dhan…Goal“ (2007) von Vivek Agnihotri. Ein Werk, welches sich mit dem Thema Integration und Fußball beschäftigt und dabei nicht nur offenbar keine Ahnung von Fußball zu haben scheint, sondern auch noch einseitig bösartig mit seinem Integrationsthema umgeht. Ein einziges Ärgernis. In diesem Dialog haben wir uns etwas näher mit dem Film auseinander gesetzt.
Da war es wieder an der Zeit sich einen Film von Akira Kurosawa zu Gemüte zu führen. In seinem Paranoia-Stück „Ikimono no kiroku“ (1955) zeigt der Großmeister einen unterschätzten Beitrag zu seiner Werkliste. Die Angst vor einem Atomschlag und die damit verbundene Paranoia, zeigt Kurosawa in sich langsam eskalierenden Bildern. Obwohl sehr früh klar ist, dass Kiichi Nakajima (Toshiro Mifune) mit seiner Familie nach Brasilien flüchten und dort sich in Sicherheit bringen möchte, vor einem drohenden Atomschlag, lässt Kurosawa die Familienmitglieder sich nur langsam in Stellung bringen. Je länger man über diesen Film nachdenkt, desto intensiver scheint er sich ins Unterbewusstsein einzubrennen.
Eines der interessantesten Filmprojekte der vergangenen Jahre ist Ari Folmans Adaption von Stanislaw Lems „The Congress“ (2013). Robin Wright als sie selbst, oder zumindest eine Version davon, in einem futuristischem Setting, in dem Schauspieler digitalisiert werden, um sie dann für kommende Filme (alterslos vor allem) immer wieder neu verwenden zu können. Die Animationsebene wird zur Realität, die Realität zum digitalen Abbild. Ein interessanter Film, der aber unter seinen nicht immer ganz ausgearbeiteten Ideen stets zusammen zu brechen droht.
Nur 63 Minuten lang dauert der Pre-Code-Film „Three on a Match“ (1932) von Mervy LeRoy. Die kurze Laufzeit, gepaart mit einer großartigen Darstellerriege, die erst später Stars werden sollen (Ann Dvorak, Bette Davis, Humphrey Bogart) sorgen für einen kurzweiligen Film, in dem LeRoy flott inszeniert und die Darsteller (vor allem die großartige Ann Dvorak) tolle Leistungen innerhalb der gesteckten Grenzen abliefern.
Trotz der Fußball-WM, wird die Werkliste von Akira Kurosawa weiter abgearbeitet. Zunächst war seine MacBeth-Version „Kumonosu-jo“ (1957) an der Reihe. Stilistisch fantastisch, mit tollen Darstellern versehen und der ganzen Gravitas, die dem Shakespeare-Stück entlehnt wurde. Ein Meisterwerk in der langen Reihe an großen Arbeiten, von Kurosawa.
Umso erstaunlicher war dann, wie kalt mich seine Gorki-Bearbeitung „Donzoko“ (1957) zurück ließ. In Echtzeit ist eine Reihe an eigenwilligen Charakteren zu sehen, die in vier Tableaus aufgereiht dargestellt werden. Ihr Alltag, ihre Dialoggefechte und die Spannungen die während der Handlung entstehen, werden passabel eingefangen. Doch Interesse konnte Kurosawa damit bei mir nicht erzeugen.
…und wenn sich der Japaner dann wieder mit Shakespeare auseinander setzte, dann wurde es wieder interessant. Seine an „Hamlet“ angelehnte Version, versetzte er in die japanische Businesswelt und zeigte diese als korrupten und unmoralischen Moloch, in dem vor Mord nicht zurückgeschreckt wird. „Warui yatsu hodo yoku nemuru“ (1960) konnte mich aufgrund seiner etwas zu gewundenen Inszenierung und manch eigenwillig gesetztem humoristischem Tonfall nicht komplett für sich gewinnen, dennoch ist dies ein mit viel Sozialkritik versehenes Gesellschaftsporträt, dass man unbedingt gesehen haben soll.
Es ist ein eigenartiger Beginn, den Kurosawa für sein hoch gelobtes Thrillerstück „Tengoku to Jigoku“ (1963) wählte. Die Gespräche zwischen den Geschäftsführenden eines Konzerns, der sein Geld mit Schuhen macht. An der Spitze ist ein großartige Toshiro Mifune als Kingo Gondo. Als im Zuge einer Verwechslung statt seines Sohnes, der des Chauffeurs entführt wird, entspinnt sich auf unerwartete Weise, ein stilistisch eindrucksvolles (die Aspect Ratio irritiert zunächst, trägt dann aber zum Charme und Gelingen bei) Werk, in welchem Kurosawa ohne große Mühe zwischen klassischem Polizeithriller und sozialem Kommentar hin und her wechselt. Vor allem die Sequenzen, in denen die Polizeiarbeit dargestellt werden, erweisen sich als Vorläufer, zu den hoch gelobten realistischen Darstellungen von Polizeiarbeit, wie sie in „New Hollywood“-Thrillern wie „French Connection“ gezeigt werden sollten. Der langsame Erzählrhythmus und das Setting zu Beginn (es tut mir leid, aber dramatisch inszenierte Gespräche in denen Männer vor aufgestapelten Schuhen sitzen, wirken auf mich einfach nicht wirklich dramatisch) fügen dem intelligent gemachten Thriller, ein paar kleine Dellen zu.
Die letzte Zusammenarbeit von Toshiro Mifune und Akira Kurosawa erscheint wie in Wiedergänger von „Ikiru“. „Akahige“ (1965) ist nur oberflächlich die Geschichte des Arztes Koyojo Niide. Der Fokus liegt viel mehr auf dem jungen, aufstrebenden Arzt Noboru Yasumoto (Yuzo Kayama). Der langsam erzählte Film, zeigt einen idealistischen Arzt, der von Tag zu Tag aufs Neue die gesellschaftlichen Regeln neu ausloten muss. Dabei sticht vor allem eine, der Atmosphäre zuwiderlaufende Szene heraus, in der Dr. Niide mit seinem anatomischen Wissen die Schläger eines Bordells zusammen schlägt und dann darauf hinweist, dass diese Art der Gewalt keine Problemlösung darstellt. Ein eindringlicher, geradezu klassisch „Kurosawa“-artiger Film.

Kumonosu-jo / https://www.trigon-film.org/de/movies/Throne_of_blood/photos/large/throne_01.jpg

The 1001 Project
Mit „Ikiru“ (1952) hat sich Akira Kurosawa als Humanist gezeigt. Die letzten Monate im Leben des an Krebs erkrankten Beamten Kanji Watanabe (grandios: Takashi Shimura) sind voller Leben, Menschlichkeit und vor allem auch bitterer Erkenntnisse und Entscheidungen. Kurosawa entscheidet sich dabei auch für Seitenpfade in der Inszenierung, die ein wenig unerwartet geraten (so wird nach etwas mehr als der Hälfte, die Lebensgeschichte aus Sicht der Trauergäste auf der Beerdigung dargestellt) und dem warmherzigen Film, immer wieder ein Überraschungselement verleihen.
Mit Lebenswille, Wärme und Herzlichkeit hat Robert Aldrichs „Kiss Me Deadly“ (1955) gar nichts am Hut. Ralph Meeker spielt mit sichtlicher Freude am Sadismus den hinterfotzigen Privatdetektiv Mike Hammer, der die Hintergründe der Ermordung einer jungen Frau ermittelt, die er eines Nachts auf der Straße aufgelesen hat. Es ist der prototypische Film Noir, in der Kleidung des reißerischsten B-Pictures, das man sich denken kann. Überraschend gewalttätige Szenen, Charaktere wie man sie nur in Schundromanen kennen lernt und eine Handlung, der man kaum folgen kann. Zurecht ein Klassiker.

Kiss Me Deadly / http://filmsnoir.net/wp-content/uploads/2007/07/kiss-me-deadly-1.jpg

Re-Visited
Bereits in die Klassikerriege aufgestiegen ist Ron Howards „Rush“ (2013). Die Rivalität zwischen James Hunt (Chris Hemsworth) und Niki Lauda (ein fantastischer Daniel Brühl) wird im tollen Drehbuch von Peter Morgan, zu einer Geschichte über die Dualität einer Person. Wie sich dieselbe Person in zwei Richtungen hätte entwickeln können, und welche Lebensphilosophien (alles im Rahmen des Formel 1-Wettbewerbs) sich daraus ergeben.
Anlässlich des Fußball-Blocks, war es wieder mal an der Zeit „Bend It Like Beckham“ (2002) zu sichten. Die Themen sind ähnlich, dem missratenem „Dhan Dhana Dhan…Goal“, doch der von Gurinder Chadha inszenierte Frauenpower-Film, ist mit viel mehr Witz, Herz und liebevoller Naivität ausgestattet. Keira Knightley, Paminder Nagra und Jonathan Rhys-Meyers liefern gute Leistungen und tragen zum Gelingen des sehr klischeehaltigen Films bei. Gemeinsam mit „Dhan Dhana Dhan…Goal“ Teil unseres Dialogs.

Serien-Überblick
Es ist schon wieder eine Weile her, seitdem ich die 1. Staffel von „American Horror Story“ gesehen habe. Zu meiner Überraschung, ist jede Staffel als eine in sich geschlossene Handlung gedacht. So startete Staffel 2 unter dem Titel „Asylum“ (2012) also ganz von vorne und traf mich etwas unvorbereitet. Da half es auch nicht, dass Ryan Murphy und Brad Falchuk sich in ihrer Serienmörder-Irrenanstalts-Geschichte auch noch mit der Entführung durch Außerirdische auseinander setzten. Jessica Lange und Sarah Paulson spielen großartig, James Cromwell ist ein routinierter böser Doktor und Zachary Quinto überzeugt ebenfalls, aber es dauert bis die Staffel in die Gänge kommt und am Ende muss man sich doch wieder mit dem völlig unnötigem Alien-Beiwerk abmühen.
Es ist vollbracht. Die 4. Staffel von „Game of Thrones“ (2014) ist beendet und natürlich bleibt man mit etlichen Cliffhangern zurück. Die stärker werdende Kritik an Vergewaltigungsszenen und der Gewalt an Frauen mag für manche das Seherlebnis getrübt haben, doch im Grunde führten David Benioff und D.B. Weiss nur fort, was bereits in den drei Staffeln zuvor zu sehen war. Dass manche Charaktere geradezu auf der Stelle stehen bleiben (Danaerys) ist einer der Kritikpunkte. Doch irgendwie muss ja die Zeit bis zum Finale von Staffel 8 (so ist es zumindest geplant, auch wenn die Bücher bis dahin mit Sicherheit noch nicht fertig geschrieben wurden) gefüllt werden. Zumindest Peter Dinklage darf wie üblich glänzen.
Sehr viel schneller als gedacht, wurde die dritte Staffel von „American Horror Story“ (2013) unter dem Titel „Coven“ gesichtet. Diesmal dreht sich alles um Hexen und ihre Entwicklung, vor allem aber um den Konkurrenzkampf mit einer Voodoo-Hexe (Angela Bassett) und die internen Streitigkeiten um die Krönung der neuen Supreme. Besser ausgearbeitet und mit mehr Humor denn „Asylum“, brillieren vor allem Jessica Lange und Sarah Paulson als Mutter-Tochter-Gespann. Angela Bassett kann, wie auch Frances Conroy und die fantastische Kathy Bates (als unsterbliche, rassistische Südstaaten-Dame), darstellerische Glanzpunkte setzen. Eine geradezu feministische Horrorversion, die stärker ausfällt als Staffel 2.
Ganz viel Skepsis schwang beim Start von „Fargo“ (2014) mit. Die Serienversion des wundervollen Films der Coen-Brüder, ist zwar inhaltlich lose mit dem Ursprungsfilm verbunden, doch es ist mehr die Atmosphäre, der Humor und die Art und Weise, wie sich die einzelnen Charaktere in diesem Umfeld bewegen. Auch wenn man viele Verbindungen und Zitate erkennt (die Schlussmoral etwa), erfreut man sich im Laufe der Staffel immer mehr an den Darstellern (Martin Freeman, Allison Tolmann, Colin Hanks und Billy Bob Thornton sind großartig) und ihren Lebenswegen.
Am Ende mündete alles in einen Endkampf, der sich über vier Episoden und 90 Minuten hinzog. Der Avatar gegen den Firelord. Ein Blockbuster-Finale, wie man es sich auch in einem Hollywood-Blockbuster gut vorstellen könnte. In der 3. Staffel (2007) wurden immer mehr, die Klischees und unumgänglichen Konfliktlösungen (sprich: Haudrauf-Kämpfe) in den Vordergrund gerückt. Zum Glück gab es aber immer noch Zeit, um sich auch den humorvollen Seiten zuzuwenden und Spaß zu verbreiten. Das Finale war ohnehin düster genug…und als es zu Ende war, war es dennoch wieder mit Humor versehen. Im großen Ganzen, zeigte sich „Avatar: The Last Airbender“ als eine fantastische Animationsserie, die sich keineswegs als „Kinderunterhaltung“ abqualifizieren lassen muss.
Eine der größeren Überraschungen der letzten Monate. Die 1. Staffel von „The Americans“ (2013) mit Keri Russell und Matthew Rhys als KGB-Agenten, die sich in den USA als glückliches Vorstadtehepaar ausgeben, und währenddessen ihre Aufträge durchführen, ist unterhaltsam, gut gespielt, spannend inszeniert und auch gut geschrieben. Joe Weisberg gelingt es zwar nicht, die Rückblenden authentisch wirken zu lassen, doch seine Darstellung des Achtzigerjahre-Amerikas, ist durchaus gelungen. Mit Noah Emmerich als FBI-Agent gibt es zudem einen viel zu selten besetzten Darsteller, in einer Traumrolle zu beachten.
So langsam macht sich ein wenig die Routine und auch etwas Langeweile bei „Modern Family“ breit. In Staffel 4 beginnen die Autoren bereits, die Charaktere in Konfliktsituationen zu schicken, die man schon in einer Episode der zuvor gesehenen Staffel begutachten konnte. Das Ensemble ist allerdings derart gut aufeinander eingespielt, dass dennoch ein hoher Unterhaltungswert aufrecht bleibt. Vor allem Ed O’Neill und Ty Burrell glänzen und können ihren Charakteren, ein paar neue Facetten heraus locken.

American Horror Story: Asylum / http://television.mxdwn.com/wp-content/uploads/2013/07/american-horror-story-asylum-cast-teaser.jpg

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

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