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Die Oscars wurden verliehen und ich habe zumindest versucht einige nominierte Werke nachzuholen. Von Dokumentar-Preisträger „Citizenfour“ über „Inherent Vice“ bis hin zu „American Sniper“. Daneben gab es auch Box-Office-Phänomene (positiv wie negativ) wie „Fifty Shades of Grey“ und „Jupiter Ascending“ zu sehen. Daneben war es wieder einmal Zeit, sich die die drei Brenner-Filme mit Josef Hader zu Gemüte zu führen.

Neuzugänge
Die Enthüllungen durch den einstigen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden werden in „Citizenfour“ (2014) von Laura Poitras nicht aus der Distanz mehrere Jahre aufgearbeitet, sondern wurden direkt vor Ort aufgezeichnet. Poitras und der Journalist Glenn Greenwald waren mit Snowden in Hong Kong im Hotelzimmer und ließen sich von ihm in die Geheimnisse der US-amerikanischen Geheimdienstarbeit einführen. Poitras wurde von Snowden mehr oder weniger eigens für die Aufzeichnung der Geschehnisse ausgewählt und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Poitras keine kritische Aufarbeitung der Enthüllungen und der Person Edward Snowden liefert, sondern eine packende Chronik. Es überrascht, wie spannend es sein kann, drei Personen (später vier, wenn Greenwald einen Kollegen vom Guardian hinzuzieht) bei der Diskussion von Abhörmethoden und der deutlich einsetzenden Paranoia zuzusehen.
Auf den ersten Blick, ist „Force Majeure“ (2014) – der an einer Nominierung vorbei schrammende schwedische Oscar-Kandidat von Ruben Östlund – ein simples Beziehungsdrama. Eine Familie beim Skiurlaub, der Mann der sich von seinem Handy kaum lösen kann und die Tochter, die zu Gunsten des jüngeren Sohnes etwas links liegen gelassen wird…und dann kommt die Lawine. Der Moment, in dem die Männlichkeit des Ernährers in Frage gestellt wird, ist der Beginn einer langsamen Talfahrt für die Männer in dieser Erzählung. Östlund lässt fragile Egos auseinander brechen und verwehrt den Charakteren eine erlösende Katharsis. Fantastische Landschaftsaufnahmen, gute Schauspieler, aber auch ein etwas zu breit ausgewalztes Zentralmotiv, welches nach etwa der Hälfte des Films bereits geklärt wirkt.
Der Kern von „Leviafan“ (2014), dem für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominierte Beitrag aus Russland, ist der vom Leben gebeutelte Kolya (Aleksey Serebryakov). Von der Obrigkeit betrogen und/oder ausgenutzt und auch vom Schicksal geradezu um das Lebensglück betrogen, ist seine Odyssee durch das Leben im heutigen Russland, eine tragische Farce. Regisseur Andrey Zvyagintsev findet hierfür viele eindringliche Bilder, doch oft mäandert das Geschehen recht ziellos vor sich hin, so wie eben auch die Charaktere in dieser Wodka-getränkten Erzählung. Ein stilistisch famoser Film, dessen Analyse zur russischen Gesellschaft (ähnlich wie „A Touch of Sin“ seine Analyse zur chinesischen Gesellschaft) nicht ganz bei mir landen kann.
Der Hype um die Buch-Trilogie war bereits kaum zu ertragen und jener um den ersten Film ebensowenig. Doch nach Ansicht von „Fifty Shades of Grey“ unter der Regie von Sam Taylor-Johnson (auch wenn Hintergrundberichte sehr deutlich darauf hinweisen, dass Autorin E.L. James mehr als nur hin und wieder in die Inszenierung eingriff) lässt sich sagen: Viel Lärm um Nichts. Die oberflächliche Collage der Begegnugnen zwischen Studentin Anastasia (furchtbar und erst in der letzten Szene glaubwürdig: Dakota Johnson) und Jung-Milliardär Christian Grey (jegliche Tiefgründigkeit und das Charisma aus „The Fall“ vermissend: Jamie Dornan) hat wenig mehr zu bieten als ein Hin und Her von kaum wirklich dargestellten sexuellen Praktiken und Vertragsverhandlungen rund um die Dom-Sub-Beziehung der beden Jungeverliebten. Im schlimmsten Sinne bleibt der Film dem Buch treu und so muss man Dialoge hart an der Schmerzgrenze (oder darüber) ertragen. Am Rande zum Cameo angelehnte Auftritte von Marcia Gay Harden und Callum Keith Rennie sind zwar nette Auflockerungen, doch können den viel zu langen Film nicht retten. Der grauenvolle Soundtrack und Schnitt erledigen dieses ohnehin mit einer schweren Hypothek (Hype + lächerliches Ausgangsmaterial) gestartetes „Erotik“drama endgültig.
Seit Jahren gilt Nuri Bilge Ceylan als wichtigster Filmemacher der Türkei und auch als einer der profiliertesten Filmemacher Europas. Als Stammgast bei den Filmfestspielen von Cannes, war die Ehrung mit der Goldenen Palme nur eine Frage der Zeit und für sein über drei Stunden langes, theaterhaftes und teilweise fast klaustrophobisch anmutendes Kammerspiel „Kis uykusu“ (2014) bekam er diese endlich. In der Hauptrolle brilliert Haluk Bilginer als einstiger Schauspieler Aydin, der in der Provinz ein Hotel führt und sich mit Artikeln und einer anvisierten Chronik zur Geschichte des türkischen Theaters die Zeit vertreibt. Seine junge Frau Nihal (Melisa Sözen) und seine von einer Scheidung noch gezeichnete Schwester (Demet Akbag) komplettieren das Personal, welches Ceylan durch die anatolische Landschaft schickt und vor allem gegenseitig an Hals. Langeweile und geistige Enge während rund um sie herum die landschaftliche Weite dominiert, führen zu gegenseitiger Zerfleischung und Vorwürfen. Es ist grandioses Schauspielkino, mit ruhiger und konzentrierter Hand inszeniert und trotz so manch fordernder Passage, ein sehr lohnender Film.
Die Verfilmung der wahren tragischen Geschichte rund um das Wrestlingteam „Foxcatcher“, und die Beziehung des selbstgefälligen Millionärs John duPont (Steve Carrell) und die Wrestling-Brüder Mark und Dave Schultz (Channing Tatum und Mark Ruffalo) wird von Bennett Miller in einer äußerst kühlen und analytischen Arbeit (2014) zu einem psychologischen Thriller der Klassengegensätze. John duPont mag ein wenig zu sehr wie eine Karikatur des Geldadels wirken (Steve Carrell macht sich die Rolle wunderbar zu eigen), doch sein selbst erkorener Mentorenstatus reflektiert hervorragend in der naiven Gutgläubigkeit einerseits (Channing Tatum fasziniert als Mark, der zuerst seinem Bruder und dann John regelrecht aus der Hand frisst) und der Skepsis andererseits (wie üblich ein fantastischer Mark Ruffalo). Mehr eine dramatische Verdichtung der wahren Ereignisse, die in jeder Sekunde klar darlegt, dass der Traum nach Ruhm und Ehre mit großen Opfern verbunden ist. Das tragische Ende kommt dabei jedoch überraschend und Miller überlässt es dem Zuseher seine Schlüsse zu ziehen. Wir haben uns in einem Dialog dazu noch ein paar Gedanken gemacht.
Als Paul Thomas Anderson die Verfilmung von „Inherent Vice“ (2014) ankündigte, war ich milde gespannt. Dann las ich den Roman von Thomas Pynchon und während Anderson seine Hippie-Komödie fertig stellte, verschlang ich das Gesamtoeuvre von Pynchon, von dem ich zuvor nur „Die Versteigerung von No. 49“ kannte und als sehr fordernd empfand. Womöglich war der verspielte Tonfall von „Inherent Vice“ genau die richtige Einstiegsdroge in seinen literarischen Kosmos und Anderson sorgt in seiner sehr nah am Roman arbeitenden Verfilmung, stark daran, dass die Sprache Pynchons ihre Würdigung erhält. Wer einen kohärenten und logisch fortlaufenden Krimi erwartet, wird enttäuscht. „Inherent Vice“ handelt von Stimmungen, Eindrücken und dem Spiel von Realität und Illusion. Joaquin Phoenix brilliert als ständig zugedröhnter Hippie-Detektiv „Doc“ Sportello während rund um ihn herum ein fein ausgewähltes Ensemble an Charakteren die Szenerie betritt und wieder verlässt. Speziell Martin Short als Zahnarzt Rudy Blatnoyd fasziniert in seinem Kurzauftritt. Für Nicht-Pynchon-Fans dürfte diese Verfilmung etwas mehr Arbeit darstellen, denn für die Eingeweihten. Gerade deshalb kann ich Andersons Adaption nicht hoch genug einschätzen.
Steven Sondheim hat bei mir aufgrund seines Stücks „Sweeney Todd“ einen Stein im Brett. Die Filmversion von Tim Burton ist ein Meisterwerk, welches zu den Arbeiten gehört, die aus Gründen die mir nicht ganz klar sind, sowohl bei den Preisauszeichnungen als auch beim Publikum nur ungenügend bedacht wurde. „Into the Woods“ (2014) ist allerdings eine Folge des seit „Moulin Rouge!“ und „Chicago“ wieder modernen Filmmusical-Trends. Sondheims Stück um einige Märchen, die einerseits parodiert und andererseits nach dem Happy End einfach weiter gedacht werden, zeigt vor allem die Oscar-nominierte Meryl Streep als Hexe und James Corden und Emily Blunt als Bäcker und dessen Frau auf der Jagd nach einem Weg den Fluch der Kinderlosigkeit aufzuheben in großer Form. Johnny Depp hat als böser Wolf einen kleinen aber sehr effektiven Auftritt, auch wenn er im Grunde nur das tut, was er in den letzten Jahren in Mainstreamfilmen immer getan hat: ein wenig schräg sein. Rob Marshalls Inszenierung ist hübsch anzuschauen, aber weder konnten mich die Handlung noch die Songs fesseln. So werden zwar 90% des Filmes gesungen, doch konnte kein einziges Lied sich bei mir festsetzen.
Was für ein Spektakel. Was für ein Debakel. „Jupiter Ascending“ ist der jüngste Sci-Fi-Trip der Wachowskis und es dauert sehr lange, bis man ungefähr eine Ahnung hat, was denn hier passiert. Ein wenig „Dune“, ein wenig „The Matrix“, ein wenig „Men in Black“ und ganz viel bizarre Außerirdische, verworrene Komplotte und merkwürdige Liebesgeschichten, die innerhalb eines Satzes stattfinden. Selbst die in 3D gestalteten Actionszenen sind eher verwirrend denn grandios und die hineingeworfenen Aliens sind teilweise unfreiwillig komisch. Der gesamte Hintergrund zur Entstehung der Menschheit wird so nebenbei in die Dialoge eingebaut, dass man kaum umhin kommt, die stoische Ruhe mit der Jupiter (Mila Kunis) dies alles aufnimmt, einfach hinzunehmen. Grauenvoll sind vor allem die Bösewicht-Geschwister der Familie Abrasax, allen voran Balem (Eddie Redmayne). Zumindest Channing Tatum als Caine Wise hat die richtige Herangehensweise an seinen knurrigen Helden. Wie schon beim letzten „Matrix“-Teil oder „Speed Racer“, scheine ich einfach keine Chance zu haben, die Ideen der Wachowskis nachvollziehen zu können. Meine Hoffnung bleibt, dass sie eher wieder Filme wie „Cloud Atlas“ versuchen.
Bradley Cooper hat sich für das Porträt des NAVY Seal-Scharfschützen Chris Kyle viel Muskelmasse antrainiert und liefert in „American Sniper“ (2014) auch eine richtig gute Darbietung. Dennoch ist der vor allem in den USA überraschend erfolgreiche Kriegsfilm nicht ganz so komplex oder tiefgründig, wie er sein möchte. Eastwood konzentriert sich, auf beinahe schon klaustrophobische Weise, rein auf die Sichtweise von Kyle und belässt somit auch die Sicht des durch und durch patriotischen und völlig unreflektierten Soldaten bei, der jeden Menschen im Kriegsgebiet als Feind oder „Wilden“ einstuft. Eastwood ist in diesem Sinne in höchstem Maße unpolitisch, denn was man sieht, ist alles die Sicht von Chris Kyle und dieser ist in seinen Idealen unerschütterlich. Auch werden die Folgeschäden an Körper und Psyche der Veteranen durchaus ins Licht gerückt, doch bleibt alles zu oberflächlich. Das liegt vor allem an der Thriller-haften Struktur, in der die Kriegseinsätze gezeigt werden. Wenn am Ende die Archivaufnahmen zu patriotischer Musik eingespielt werden, gerät Eastwood allerdings doch zu sehr ins republikanische Fahrwasser. So ist „American Sniper“ ein zwiespältiger Film. Technisch fein ausgearbeitet, und mitreißend. Die besser Version von „The Kingdom“. Doch in seinen psychologischen Ausarbeitungen, fällt Eastwood gegenüber dem ähnlich gelagerten „The Hurt Locker“ doch ab. In der langen Karriere von Regisseur Clint Eastwood sicher ein sehr wichtiger Film, aber unter meinen Favoriten landet er hiermit nicht. Den kontrovers diskutierten Überraschungs-Hit (in den USA schon ein kulturelles Phänomen) haben wir natürlich auch zum Thema bei „Film im Dialog“ gemacht.

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Die über YouTube öffentlich zugänglich gemachte Dokumentation „The Internet’s Own Boy: The Story of Aaron Swartz“ (2014) erzählt die faszinierende Geschichte des viel zu kurzen und idealistisch geführten Lebens des Internet-Aktivisten und Reddit-Co-Gründers Aaron Swartz. Doch in der Nacherzählung seines Lebens, der Darstellung seiner Sensibilität und seiner Intelligenz, wirkt der Film manchmal zu Oberlehrerhaft. Der Kampf für „public access“ erscheint ohne Zweifel nicht nur lobenswert sondern auch grundsätzlich richtig, doch in den über-emotionalisierenden Mitteln, die eingesetzt werden, verliert man schnell das Interesse und fühlt sich manipuliert.
In seinen Mitteln noch viel Oberlehrerhafter ist „Dark Side of the Internet“ (2013) von Mat Williams. Auch wenn fairerweise dazu gesagt werden muss, dass es sich um ein DVD-Extra handelt und der Kurzfilm als Lehrmaterial gedacht ist, so enttäuscht diese Zusammenstellung von Interview-Clips. Viele Produzenten von Internet-Videos für die Seite thatguywiththeglasses.com besprechen die Auswüchse und Effekte von Internet-Trolling. Ein lobenswerter aber überraschend oberflächlicher Beitrag, bedenkt man auch, dass sich hier Menschen zu Wort melden, die genau mit diesen Problemen, die der Film anzusprechen versucht, konfrontiert waren und sind.
In seinen Mitteln unglaublich simpel, aber in seinem tiefer darunter liegenden politischen und philosophischen Implikationen ungleich komplexer, ist Jafar Panahis „In film nist“ (2011). Der während der Dreharbeiten an dieser Doku (die Co-Regie und Kamera hatte Mojtaba Mirtahmasb über) mit einer 6-jährigen Gefängnisstrafe und einem 20 Jahre währenden Berufsverbot konfrontierte Panahi, zeigt, wie bereits das Führen einer Kamera zu einem revolutionären Akt werden kann. Panahi diskutiert sein nicht zugleassens Drehbuch, bespricht einzelne Szenen aus seinen alten Filmen und verstrickt sich mit Mirtahmasb in einen kurzen aber umso intensiveren Dialog, ob das, was sie hier tun, bereits ein Film ist. Kein leicht verdauliches Werk, technisch simpel ausgeführt und auch nicht in jedem Moment fesselnd, aber in seiner Nachwirkung von beeindruckender Kraft.
Als Peter Torwarths „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“ (1999) in die Kinos kam, war schnell von einem deutschen Kultfilm die Rede. Noch heute hat die Gaunerkomödie seine geradezu fanatischen Fans und es ist auch sehr schnell sehr offensichtlich warum. Torwarth lässt in der Stadt Unna kriminelle Firmenbesitzer, Kleinganoven und ziellose Kiffer aufeinander prallen und schafft einen Film, der wie eine deutsche Version von Guy Ritchie wirkt. Dass der Schnitt und die Inszenierung um ein Vielfaches gemächlicher sind, liegt auch an den Charakteren, die trotz ihrer komisch-kriminellen Intentionen recht träge und unkoordiniert voran gehen. Störend empfand ich jedoch den nicht immer zielsicheren Humor, oder auch die unpassende Musik. Kein Kultfilm, aber eine unterhaltsame Komödie.
Netflix hat, soweit ich mich entsinne, nun seine erste Oscar-Nominierung eingeheimst. Die Dokumentation „Virunga“ (2014) hat sich dies auch verdient, zeigt Regisseur Orlando von Einsiedel doch in eindrücklichen und zum Teil schockierenden Bildern, wie im Kongo der Kampf um Ressourcen nicht nur ein ganzes Land destabilisiert, sondern auch die Bewahrung eines Nationalparks vor der Erdölförderung, zu einem Lebensbedrohlichen Unterfangen werden lässt. Anhand vier Personen, wird der Aussichtslos scheinende Kampf um den Virunga National Park gezeigt. Dass dabei das moralisch hehre Anliegen oft über die filmischen Mittel siegt, kann oft verschmerzt werden. Auch wenn zu oft auf die Tränendrüse gedrückt wird, so bleibt „Virunga“ eine beeindruckende Dokumentation, zu einem wichtigen Thema.
Der Grazer Autodidakt Stefan Müller hat sich zu einer gewichtigen Stimme der Independent-Szene in Österreich entwickelt. Ausgehend von Graz und mit seiner Gruppe LOOM entstanden bislang Filme wie „Jenseits“ und „Tartarus“. Auch wenn meine Begeisterung für die Filme von Müller bislang Endenwollend war, so sah man doch einen eigenen Stil und immer besser werdende Filme. Mit „Biest“ (2014) gelingt Müller die Verbindung von ruhigem Beziehungsdrama und Creature Feature, auch wenn der Übergang zwischen diesen beiden Strängen ein wenig zu flott vonstatten geht. Auch muss man über Budgetbedingte Kleinigkeiten wie eine nicht sehr überzeugende CGI-Explosion hinwegsehen. Die immer weiter steigende Qualität der Filme aus der LOOM-Werkstatt, lässt aber die Neugierde auf die nächsten Projekte steigen.
Der Kitzbühehler Tourismusverband (TVB) schreibt einen Wettbewerb aus, der Siegerfilm ist der von vier Studenten erschaffene „Hybris“ (2015) und alle sind zufrieden. Natürlich nicht. Denn der Siegerfilm wurde plötzlich vom TVB wegen „Gewaltverherrlichung“ von der Website und dem YouTube-Channel gestrichen. Gerade diese Farce machte mich erst auf „Hybris“ aufmerksam. Zwei Skifahrer auf eigenen Pfaden, ein Jäger der einen der beiden tötet und den zweiten als Frischfleisch verkaufen will und am Ende sterben alle zusammen. Die erste Hälfte eignet sich noch als Werbematerial für die Alpen, doch danach dominiert der gallige Humor.
Azazel Jacobs „Momma’s Man“ (2008) ist ein geradezu prototypischer US-Indie des beginnenden 21. Jahrhunderts. Die Geschichte des vom Leben offenbar überforderten Mikey zeigt Jacobs im Loft seiner eigenen Eltern, die auch noch dazu die Eltern von Mikey spielen. Jacobs ist es hoch anzurechnen, dass er die Geschichte von Mikey ohne falsche Höhepunkte erzählt, doch das führt auch zu einer teilweise recht drögen Angelegenheit. Mikey lässt seine Frau und Kind zurück, bunkert sich im Loft der Eltern ein und zieht sich vom Leben zurück. Das ist interessant anzusehen, doch weder entwickeln sich die Charaktere weiter, noch gibt es Erlebnisse, die ein wenig Abwechslung bringen würden.
Was wurde aus den Darstellern von „Home Improvement“? Diese Google-Frage ließ mich schließlich auf Zachery Ty Bryan und seine Darstellung von Thor in dem Sci-Fi-Channel-Fernsehfilm „Hammer of the Gods“ (2009) stoßen. Ich hätte mir die 90 Minuten auch sparen können. Billige Kulissen, billige Requisiten und platte Darsteller die sich beim Versuch, die Legende Thors (zumindest versucht man hier die richtige Legende zu erzählen) ein ums andere Mal nicht klar zu sein scheinen, wie sehr sie tatsächlich interessiert sein sollen. Einer dieser Filme, die nur als kompletter Totalausfall gewertet werden können.
Das Stück „Coriolanus“ von William Shakespeare, gehört zu den weniger bekannten aus seinem Oeuvre. In den letzten Jahren scheint es aber eine Wiederentdeckung durchzumachen, so gab Tom Hiddlestone in einer National Theatre Live-Aufführung den römischen General und so hat Ralph Fiennes in seinem Regiedebüt (2011) das Stück modernisiert. In einem Land, welches das römische Reich sein könnte, aber eher wie Belgrad oder Bagdad aussieht, kämpft Caius Martus gegen die Rebellenarmee unter der Führung von Tullus Aufidius (Gerard Butler). Nach seinem Sieg, fällt der mit dem Beinamen Coriolanus geschmückte General politischen Intrigen und öffentlichen Aufruhr zum Opfer und wird verbannt. In der Verbannung verbündet er sich mit Aufidus und stürmt Rom, nur um seiner Mutter (Vanessa Redgrave) und seiner Frau (Jessica Chastain entgegenzutreten, die um ihr Rom flehen. Fiennes‘ Shakespeare ist ein Actionreicher und blutiger Kriegsfilm in dem Shakespeares Sprache nicht deplatziert, sondern umso poetischer wirkt. Dennoch hat der Film mit den Längen des Stückes zu kämpfen und auch damit, dass die Charaktere zwar (wie üblich) schöne Dialoge in den Mund gelegt bekommen, aber doch überraschend blass bleiben.
Blass ist Jean-Luc Godards Version des „King Lear“ (1987) auf keinen Fall. Die vom Klang der Seemöwen geradezu infizierte Vision eines Nachfahren Shakespeares (Theaterregisseur Peter Sellars in einer herrlich komischen Darbietung), der in den Ruinen von Tschernobyl das Stück neu inszenieren will, ist geradezu Vintage-Godard. Der Bild- und Tonschwall von Godard verfängt hier jedoch weniger als etwa bei seinem jüngsten Werk „Adieu au langage“, womöglich auch, weil hier viele bekannte Gesichter auftreten (Burgess Meredith, Woody Allen) und ein wenig ablenken. Viele Shakespeare-Zitate, noch mehr Godard-typische Montagen, aber mehr ein interessanter denn ein guter Film.
Genau dasselbe Fazit könnte man über „Shadow Dancer“ (2012) von James Marsh ziehen. Die Geschichte von Collette (gut gespielt von Andrea Riseborough), die nach einem misslungenen Bombenattentat in London, für den britischen Geheimdienst – und unter der Anleitung ihres Kontaktmannes Mac (Clive Owen) – die Terrorzelle in Belfast ausspionieren soll, ist voller interessanter Ansätze. Es ist ein ruhiges Charakter- und Familiendrama, mit politischen Implikationen, am Rande der zu Ende gehenden Friedensverhandlungen rund um den Nordirlandkonflikt. Doch leider bleibt Marsh etwas zu oberflächlich und da helfen auch die guten Schlusswendungen nicht. Es ist ein interessanter aber nicht unbedingt guter Film, in dem Gillian Anderson so wirkt, als hätte sie bereits eine Generalprobe für ihre Rolle in „The Fall“ abgelegt.
Im Vorjahr konnte Gillian Anderson sich einen Jugendtraum erfüllen und die Rolle der Blanche DuBois in einer Aufführung des Young Vic von „A Streetcar Named Desire“ spielen. Das überschwängliche Lob der Kritiker und des Publikusm schaden natürlich auch nicht. Am Set des Theaters inszenierte Anderson nun den Kurzfilm „The Departure“ (2015), der die Vorgeschichte zu Blanches Besuch (oder auch Flucht) bei ihrer Schwester und deren Ehemann erzählt. Es ist ein sehr simpel aber atmosphärisch äußerst dichter Beitrag zum Stück von Tennessee Williams, in dem Gillian Anderson erneut ihre Traumrolle spielen und darin brillieren darf. Zudem ist der nur nur knapp 15-minütig lange Streifen mit einer nachvollziehbaren und glaubwürdigen Handlung versehen, die nicht zu viel aber auch nicht zu wenig über das Leben von Blanche in den Wochen vor ihrer Ankunft in New Orleans berichtet. Als Regisseurin zeigt Gillian Anderson ein sicheres Händchen für die Ausleuchtung des Sets, auch wenn sie sich zu keinen großen Experimenten hinreißen lässt.
Guillaume Canet verfilmte mit „Blood Ties“ (2013) das Remake zum französischen Krimis „Les liens du sang“ (2008), in dem er die Rolle des jüngeren Bruders, der bei der Polizei arbeitet, inne hatte. Im US-Remake ist Billy Crudrup dieser Charakter (Frank), der damit zurecht kommen muss, dass sein großer Bruder Chris (Clive Owen) nach 12 Jahren aus dem Gefängnis kommt. In Freiheit, kann sich Chris aber nicht so recht wieder in das bürgerliche Leben einfügen. Canet versammelte alles, was man für einen großartigen Film braucht. Ein tolles Ensemble (James Caan, Lili Taylor, Mila Kunis, Marion Cotillard, Noah Emmerich und Matthias Schoenaerts) inmitten einer schön ausgestatteten 1970er-Kulisse und tolle Musik. Das Problem: Exakt dieselbe Geschichte hat man so oft gesehen, dass es keinen Raum für Überraschungen oder Spannung gibt. Gut gespielt, kompetent inszeniert aber geradezu schmerzhaft vorhersehbar.
Die unabhängig produzierte Komödie „Sturmfrei“ (2009) unter der Regie von Hans Selikovsky (vor allem für seine hervorragende Kameraarbeit an Filmen wie „Die Wand“ bekannt) und dessen Sohn Nikolai, ist einerseits der Beweis dafür, dass man mit ein wenig Einsatz und passenden Verbindungen einen professionell aussehnden Kinofilm hinbekommen kann. Dies garantiert aber noch nicht, dass er auch gut wird. Im Vergleich etwa zu „Biest“, wirkt „Sturmfrei“ wie ein kaum durchdachter Spaß, der an einem Wochenende im heimischen Haus entstand. Niko (Nikolai Selikovsky) hat das Elternhaus für sich und träumt davon seine Unschuld zu verlieren. Es finden sich verschiedene Freunde und Bekannte ein und bald steigt eine große Party. Furchtbare Dialoge, schlechtes Schauspiel und ein unsympathischer Held machen die knapp 90 Minuten zu einer einzigen Quälerei.
Der Kurzfilm „Pirates of 1920“ (1911) ist nur als Fragment erhalten geblieben, doch dank des BFI kann man diesen in herausragender Qualität sichten. Per Zeppelin (oder einem zumindest Zeppelin-ähnlichem Fluggerät) terrorisiert eine Bande Luftpiraten das Land. Auf einem ihrer Raubzüge versenken sie ein Schiff und ein ander Mal nehmen sie eine Frau als Geisel. Der Film endet mit ihrer Flucht und Wiedergefangennahme durch die Piraten. Laut dem erhaltenen Script kommen aber die Polizisten gerade noch rechtzeitig zur Rettung. Ein Touch Jules Verne und ansprechende Spezialeffekte entschädigen für etwas zu sehr in die Länge gezogene Szenen.
Ein Problem von „A Message from Mars“ (1913) sind ebenfalls ein wenig zu sehr in die Länge gezogene Szenen. Die recht eigenwillige Geschichte um einen Marsmenschen, der auf die Erde geschickt wird, um dort einen egoistischen Menschen zu mehr Selbstlosigkeit zu bringen, könnte man ohne Probleme als frühe Sci-Fi-Version von Charles Dickens‘ „A Christmas Carol“ sehen. Als erster Sci-Fi-Langfilm der britischen Filmgeschichte nimmt „A Message from Mars“ allerdings schon mal eine Sonderstellung ein und dank ansehnlicher Effekte dies auch zurecht.
Der knapp einstündige britische Billigkrimi „The Villiers Diamond“ (1938) ist kaum in der Lage Interesse zu generieren und dieses kaum vorhandene Interesse an der Handlung, in der es um einen gestohlenen Diamanten geht, der in den Händen eines Mannes landet, der von diesem Diebstahl nichts wusste und nun in Schwierigkeiten zu geraten droht, verliert sich schließlich. Ein paar typisch britische Scherze aber ansonsten kaum nennenswerte Aspekte.
Der Verbindung der Ost- und der Westküste von Nordamerika, ist eine faszinierende Geschichte und John Ford zeigt in „The Iron Horse“ (1924) all die Epik und Grandiosität die man mit diesem Unterfangen verbindet. Schlachten mit Indianern, miteinander konkurrierende Unternehmen und natürlich Abraham Lincoln, finden sich in diesem geradezu prototypisch amerikanischen Film, in dem Ford anhand der Lebensgeschichte des Jungen Dave Brandon (George O’Brien) und der niemals erfüllten Liebe zu Miriam Marsh (Madge Bellamy), den Bau der Eisenbahnlinie darstellt, folgen großartige Aufnahmen des Cattle Trail aber auch Passagen in denen das Interesse immer wieder ein wenig erlahmt, da Ford dem Leben entlang der Eisenbahn ebenso viel Aufmerksamkeit schenkt, was aber aufgrund der nicht immer sonderlich geglückt geschriebenen Charaktere manchmal seine Wirkung verfehlt. Ein epischer Stummfilm, der einen höheren Bekanntheitsgrad verdient.
Als erste bekannte Verfilmung von „Frankenstein“ (1910) hat der vor einigen Jahren wieder entdeckte Stummfilm der Edison Studios Bekanntheit erlangt. Technisch ist die sehr flott voran schreitende Adaption durchaus beeindruckend, doch werden Schwerpunkte in den zehn Minuten gelegt, die der Handlung zuwider laufen. Die Erschaffung der Kreatur ist beeindruckend, doch dass diese seinen Schöpfer nach Hause verfolgt und dann wie von Zauberhand verschwindet, erinnert eher an „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ und weniger an „Frankenstein.
Dwain Esper machte sich in den 1930er-Jahren einen Namen als Spezialist für Exploitationfilme, und sein als Werk über psychische Störungen markierter „Maniac“ (1934) ist eine Collage voller unmotivierter Texttafeleinschübe, outrierender Darsteller (Hauptdarsteller William Woods überzeichnet den Wahnsinn seines Figur so sehr, dass man aus dem Staunen kaum heraus kommt) und unnötiger „Erotik“szenen (Damen oben ohne, oder in locker sitzender Unterwäsche). Unfreiwillig komisch und auf gewisse Weise so unterhaltsam wie ein Ed Wood-Film. Ehrlich gesagt macht dieser Film auch neugierig auf all die anderen Exploitationfilme von Esper. Das kann nicht jeder Film von sich behaupten.
Im Gegensatz dazu ist „Sex Madness“ (1938) eine überraschend langweilige Angelegenheit. Die hysterisch dargestellte Sorge um Syphilis liefert zwar einige unfreiwillig komische Momente, doch im Gegensatz zu „Maniac“, fehlt dem Sexaufklärungsfilm jeglicher Sinn für die große Geste. Die Darsteller sind zwar gezeichnet von der Krankheit – die auch noch mit Anschauungsmaterial dargestellt wird – aber bleiben den Rest des Filmes damit beschäftigt, die Textzeilen ohne große Auffälligkeiten herunter zu beten.
Bei einer Länge von 13 Minuten, bleibt „How to Undress in Front of Your Husband“ (1937) nur wenig Zeit um die beiden Seiten zu zeigen, wie man sich im Schlafzimmer auszieht und wie nicht. Elaine Barrie Barrymore wird als Beispiel für Eleganz und Grazie dargestellt, während Trixie Friganza unter Anfeuerung etlicher Dicken-Witze das Gegenteil bietet. Die Frage, an wen sich dieser Film überhaupt richtet, bleibt auch nach den 13 Minuten unbeantwortet. Männer die einen Blick auf eine nackte Frau erhaschen wollen oder Frauen die tatsächlich eine Anleitung zum Entkleiden vor dem Ehemann suchen?
Die Filme von Ken Loach habe ich allesamt registriert, aber dennoch habe ich es so gut wie nie ins Kino geschafft. Die leicht verdaulich wirkenden Komödien „The Angel’s Share“ und „Looking for Eric“ bildeten bislang die Ausnahme. Loachs Cannes-Gewinner „The Wind That Shakes the Barley“ (2006) hätte das Zeug gehabt, um auch bei den Oscars zu triumphieren. Getragen von einer hervorragenden Leistung von Hautpdarsteller Cillian Murphy, beschreibt Loach den irischen Freiheitskampf in den 1920ern durch die Augen der IRA. Dass sich am Ende die beiden Brüder Damian (Murphy) und Teddy (Padraic Delaney) schließlich im irischen Bürgerkrieg gegenüberstehen, mag manchen zu gewollt wirken, aber es passt in den didaktischen Anspruch und Loach lässt auch gar keinen Zweifel daran aufkommen, dass seine Thriller/Melodram auch auf die Gegenwart und aktuelle Konflikte angewandt werden kann. Die politischen Grundsatzdiskussionen mögen manchmal nicht leicht zu verdauen sein, aber sie sind ein integraler und lohnenswerter Bestandteil. Dass Loach dennoch bei den Oscars keine Chance hatte, ja noch nicht einmal (noch nie!) nominiert wurde? Verleihpolitik.
Das bringt mich sogleich zu „My Name is Joe“ (1998). Die bittersüße Komödie um den Alkoholiker Joe (herausragend und mit dem Darstellerpreis in Cannes ausgezeichnet: Peter Mullan) ist in den ersten 40 Minuten ein sensibles und humorvolles Porträt eines nach einem Platz in der Gemeinschaft und nach Liebe suchenden Mannes. Dass schließlich Drogengeschäfte und Gangrivalitäten mit ins Spiel kommen, mindern ein wenig die bis dahin geradlinig aber doch Facettenreiche Geschichte.
Kevin Spacey als Richard III. in einer Aufführung unter der Regie von Sam Mendes. Eine ausgesprochen anziehende Vorstellung. Zu sehen bekommt man in der Dokumentation „NOW: In the Wings on a World Stage“ (2014) wie das Projekt entstand, die Darsteller sich untereinander verstanden und das Stück die Welt bereiste. Es ist ein gut gelauntes Werbevideo, welches nur selten tatsächlich etwas über die Arbeit an dem Stück mitteilt und stattdessen sich damit beschäftigt, alle Beteiligten als eine große Familie darzustellen.
Der Schweizer Filmemacher Claudio Fäh hat seinen ersten großen Film „Coronado“ unabhängig finanziert und pendelt seitdem zwischen Europa und den USA hin und her. Die Drehbuchautoren Bastian Zach und Matthias Bauer haben in Österreich mit selbstständig produzierten Filmen in der Indie-Szene für Aufsehen gesorgt. Seit einiger Zeit scheint sich ihr Fokus aber auf die Schweiz zu verlagern. So kam es dazu, dass das Autorenduo den Auftrag erhielt, einen Wikingerfilm zu verfassen. Heraus gekommen ist das passabel inszenierte „Northmen: A Viking Saga“ (2014), der mit Ryan Kwanten sogar einen recht populären Darsteller vorweisen kann. Das niedrigere Budget im Hinterkopf behaltend, sind die Kampfszenen gelungen und Südafrika, welches für Irland als Ersatz herhalten musste, gibt eine schöne Kulisse ab. Die Handlung selbst leidet an Vorhersehbarkeit und einigen etwas zu simplen Konfliktlösungen oder auch dem überzeichneten Bösewicht.
Der Film mit dem Andrew Stanton (der so erfolgreiche Regisseur von Animationshits wie „Wall-E“ oder „Finding Nemo“) seine künftige Spielfilm-Karriere wohl verspielte: „John Carter“ (2012). Basierend auf den Roman von Edgar Rice Burroughs war dies der Versuch eine neue Franchise zu etablieren, doch auch wenn Stanton seine ganze Energie in die Erschaffung einer glaubwürdigen Mars-Dynastie setzt, so zieht sich das Geschehen einfach viel zu lange dahin. Taylor Kitsch ist als John Carter noch dazu ein recht blasser Held, der ständig von seinen Co-Stars überschattet wird. Die ansehnlichen Effekte können leider nicht über die viel zu lang hinaus gezogene Handlung hinweg täuschen.

The Departure / http://i.guim.co.uk/static/w-620/h--/q-95/sys-images/Guardian/Pix/pictures/2014/10/1/1412168879322/540b1112-3c3d-494b-8b83-38ea2bd31561-620x372.jpeg

The 1001 Project
Eine Zeit, als Filmmusicals noch Sänger und Tänzer wie Fred Astaire oder Gene Kelly anzogen. Eine Zeit, in der man auch ungeniert seiner Naivität Ausdruck verleihen durfte. Aus dieser Zeit stammt „An American in Paris“ (1951) von Vincente Minnelli. Ausgezeichnet mit sechs Oscars (darunter jener für Best Picture), zeigt sich an diesem charmanten aber inhaltlich sehr dürren Film über zwei Amerikaner (Gene Kelly und Pianist Oscar Levant) und ihrem Freund Henri (Georges Guetary) auf der Suche nach Arbeit im Paris der Nachkriegszeit. Herzliche Scherze über den gewonnen Krieg und ein sehr optimistisches Bild von der Suche nach Arbeit. Gene Kelly brilliert vor allem in seinen Tanz- und Gesangsszenen, aber kann aufgrund seines Charismas auch glaubhaft darstellen, weshalb er als mittelloser Maler Jerry in seiner Umgebung so beliebt ist. Der von Oscar Levant dargestellte Freund Adam wirkt jedoch weniger überzeugend, was auch daran liegt, dass Levant kein Schauspieler sondern Pianist war. Dies merkt man ihm hin und wieder an. Die Liebesgeschichte rund um die aparte Lise (Leslie Caron) ist kaum der Rede wert und es erscheint geradezu grotesk dass das technisch imposante aber oberflächliche Musical den Oscar gegen „A Streetcar Named Desire“ gewann. Noch kurioser mutet die Entscheidung der Academy an, im Jahr darauf das Meisterwerk von Stanley Donen und Gene Kelly namens „Singin‘ in the Rain“ mehr oder weniger komplett zu übergehen. Oscar-Logik.
Nun, da ich langsam die Filmografie von Ken Loach abarbeite, und mich dabei auf seine bekanntesten Filme konzentriere, komme ich auch dahinter, was ihn zu so einem wichtigen Filmemacher macht. Sein zweiter Film „Kes“ (1969) ist womöglich bereits die Zusammenfassung von allem, was er in all seinen Filmen anstrebt. Die MIschung aus Amateuren und unbekannten Darstellern, die Darstellung der Arbeiterklasse und vor allem der auf äußersten Realismus ausgerichtete Blick auf die Menschen. Das Yorkshire-Englisch der Charaktere ist ohne Untertitel kaum zu verstehen, aber es gibt den Menschen ihre Authentizität. Der von Mitschülern und seinem Bruder sowie den meisten Lehrern geradezu geplagte Billy (David Bradley) entdeckt seine Liebe zur Falknerei und trainiert seinen jungen Falken Kes. Während der Schulalltag wie eine Tortur wirkt, und dabei vor allem das misanthropische Lehrpersonal nicht gut wegkommen, berühren die Szenen in denen Billy sich seinem Falken widmet, ungemein. Ein bewegender Film.

Kes / http://3.bp.blogspot.com/-CgPNk7IKzOs/URFUedU3_TI/AAAAAAAAFTk/KBHeDpIrpGM/s1600/Kes+1969+00.png

Die Oscar-Liste
Da ich bei „An American in Paris“ von Oscar-Logik sprach, muss dies auf das technisch aufwändige aber ansonsten relativ missglückte Musical „OIiver!“ (1968) noch mehr angewandt werden. Carol Reed lässt alles an Choreografie aufbieten, und war damit ganz auf einer Linie mit anderen großen Musicals wie „Gigi“ oder „My Fair Lady“. Bei „Oliver!“, basierend auf dem Roman „Oliver Twist“ von Charles Dickens, irritiert vor allem der flapsige Ton, der dem Grundton der Geschichte zuwider läuft. So ist es zwar großartig Ron Wood als Fagin und Jack Wild als Doger zuzusehen, doch wirken ihre Szenen gleichzeitig deplatziert in dieser Geschichte. Oliver Reed ein sehr guter Bill Sikes, und ist auch der einzige Charakter, der dem Ton der Geschichte um den Waisenjungen Oliver entspricht. Im historischen Rückblick erscheinen die vielen Oscars ein wenig grotesk, vor allem wen man bedenkt, dass im selben Jahr ein kleiner Film namens „2001: A Space Odyssey“ ebenfalls eine Möglichkeit gewesen wäre. Letzter wurde allerdings nicht einmal für die Kategorie Best Picture nominiert.

Re-Visited
Bei meiner ersten Sichtung, erschien mir der Börsen-Thriller „Margin Call“ (2011) von J.C. Chandor ein wenig dröge und blutleer. Bei der erneuten Sichtung war ich aber überrascht, wie viel bitterer Witz und Dramatik sich im exzellent besetzten Debüt von Chandor verstecken. Jeremy Irons ist fantastisch als Vorstandsvorsitzender, für den die Börse und der Finanzmarkt nur Spielzeuge sind. Um ihn herum agieren Kevin Spacey, Paul Bettany, Demi Moore und Zachery Quinto in Hochform. Im Vergleich zum energischen und oft geradezu hysterischen „The Wolf of Wall Street“, wirkt „Margin Call“ wie ein ruhigerer, nüchterner Bruder, der auch in der Lage ist, das Geschehen am Finanzmarkt deutlicher darzustellen. Auch wenn so mancher Dialog ein wenig zu predigend wirkt.
Spike Lee erschuf mit „25th Hour“ (2002) einen meiner Lieblingsfilme. Edward Norton als Drogendealer Monty, der seinen letzten Tag in Freiheit begeht und diesen mit seinem Vater (Brian Cox), seinen Freunden (Barry Pepper, Philip Seymour Hoffman) und seiner Freundin (Rosario Dawson) verbringt, ist eine emotional wie intellektuell nahegehende Beobachtung über die eigene Verantwortung. Zum Teil ein „Was wäre wenn“-Spiel, aber auch ein Rückblick in die eigene Vergangenheit und an welchem Punkt diverse Entscheidungen das Leben von Monty in die nun eingeschlagene Bahn lenkten. Der Inszenierungsstil von Lee ist unverkennbar und doch ist er völlig frei von aufgesetzten Manierismen (einzig die Schlägerei am Ende ist ein wenig unglücklich geschnitten) und verbunden mit großartigen Darstellern (Edward Norton und Barry Pepper waren nie besser und auch Philip Seymour Hoffman ist fantastisch) sowie dem tollen Score ergibt sich ein fesselndes Seherlebnis, welches auch über ein Jahrzehnt später, nichts von seiner Wucht eingebüßt hat.
Henri-Georges Clouzot hat mit „Les Diaboliques“ (1955) einst angeblich Alfred Hitchcock dazu animiert, sich selbst zu übertrumpfen. Auch wenn das nur eine hübsche Anekdote ist, die Klasse und Intensität von Clouzots komplexen (aber, wenn man den Plan mal durchdenkt, etwas wirren) Thriller sind auch noch 60 Jahre später zu spüren. Darstellerisch haftet dem Film der Stil seiner Zeit an (vor allem bei Véra Clouzots Herzinfarkt-Szene), aber ansonsten wirkt dies auch heute noch erstaunlich frisch und mitreißend. Zurecht ein immer wieder gern gesehener Klassiker. In einem Dialog, haben wir noch ein paar Gedanken dazu formuliert.
Immer wieder gern gesehen, ist auch „Jail Bait“ (1954). Zumindest von mir. Der hanebüchene Plot, die schlechten Darsteller, aber dafür ein sich ins Gedächtnis einbrennender Soundtrack, prägen Woods Versuch eines Film Noir. Für seine Verhältnisse recht unspekatkulär, doch gerade im Vergleich mit Clouzot, zeigt sich, wie man recht unwahrscheinliche Plots spannend inszeniert. Bei Wood ist es natürlich wie immer die unfreiwillige Komik, die dominiert.
Anfang März kommt die neueste Verfilmung eines Brenner-Romans in die Kinos. Bis dahin möchte ich die vorhandenen drei Werke sichten, beginnend mit „Komm, süßer Tod“ (2000). Im Rückblick hat dieser Film sehr schnell einen Platz in meinem Herzen erobert und dafür gesorgt, dass ich Josef Hader weniger als Kabarettist und mehr als Schauspieler sah. Wolfgang Murnberger adaptiert den Roman von Wolf Haas in aufregendem Tempo, hält die Balance zwischen tiefschwarzem Humor und Krimi. Ein für die österreichische Kinolandschaft äußerst wichtiger Beitrag, der immer noch zu Lachsalven anregt.
Der zweite Teil der Brenner-Reihe, „Silentium“ (2004), schlägt einen dunkleren und gemeineren Ton an. In Salzburg stolpert Brenner eher versehentlich in die Ermittlungen rund um die Hintergründe des so genannten Selbstmordes von Gottlieb Dornhelm, dem Schwiegersohn des Präsidenten der Salzburger Festspiele. Brenner gerät in einen Strudel aus Kulturintrigen, Nazi-Devotionalien und Verbindungen zur Katholischen Kirche (herrlich als Priester: Joachim Król). Die Handlung hat viele interessante Themen, aber bleibt dennoch etwas zu oberflächlich und bietet somit im Grunde nur bereits bekannte Kritik aber auch Komik mit ebenso bekannten Seitenhieben auf die Hochkultur (ein feiner, selbstironischer Cameo von Christoph Schlingensief) und die Kirche, sowie die Polizei.
Etwas stringenter und mit der Handlung weg von den großen Gesellschaftspolitischen Themen, geht die Reihe mit „Der Knochenmann“ (2009). Brenner (die Rolle nun völlig mit seiner Person verbindend: Josef Hader) findet sich bei der Suche nach einem Schuldner namens Horvath in der steirischen Einöde und dem Gasthaus Löchenkohl wieder. Dort wird ihm vom Sohn des Inhabers (fanastisch: Josef Bierbichler) der Auftrag angeboten, das langsame Verschwinden des Firmenvermögens zu untersuchen. Wie üblich gerät Brenner eher widerwillig und diesmal aufgrund der Reize von Kellnerin Birgit (Birgit Minichmayr) in die Geschichte und wie üblich findet er zwar die Hintergründe heraus, doch muss er am Ende von einer anderen Person aus den Fängen des Bösewichts errettet werden. Murnberger bietet einige feine visuelle Gags, wobei er auf die missglückten Computergrafik-Spielereien aus „Silentium“ verzichtet, aber auch weniger Action als in meinem persönlichen Favoriten „Komm, süßer Tod“ bietet. Vor allem die geradlinig fortlaufende Handlung, erfreut den Krimizuseher und die wieder tiefschwarzen Gags sorgen für den Brenner-Touch, den man mittlerweile bereits liebgewonnen hat.
Da ich Jean-Luc Godards verwirrend-faszinierendes „Adieu au langage“ (2014) sehr spät im Kino zu Gesicht bekam, ist der Abstand zur erneuten Sichtung nun dafür um ein Vielfaches kürzer ausgefallen. Am heimischen Schirm fällt der so interessante 3D-Effekt zwar weg, doch zeigen sich dafür andere Qualitäten. Man kann lang und breit die Einflüsse und Anspielungen diskutieren, sich an den Bild- und Textkombinationen berauschen und daran, wie Godard mit Sprache spielt. Ein reizvoller Film, der mit der erneuten Sichtung nur stärker wird. Auch wenn ich den Fäkal- und Furzhumor von Godard noch immer nicht lustig finde.
Bei den österreichischen Filmpreisen, räumte „Das finstere Tal“ (2014) von Andreas Prochaska ab und auch an den Kinokassen war der Alpen-Western mit knapp 150.000 Besuchern erfolgreich. Bei der erneuten Ansicht verstärkten sich aber meine Kritikpunkte, die ich schon im Kino feststellte. Der Score ist gänzlich unpassend (am ehesten noch ein missglückter Versuch die Stimmung der 1970er-Italo-Western nachzustellen) und vor allem der Showdown mit den Söhnen des finsteren Brenner, fällt in seiner betont modernen Machart, unangenehm aus dem Rahmen. Dabei spricht viel für „Das finstere Tal“. Die tollen Produktionswerte, die gute Kameraarbeit und die gut aufspielenden Darsteller, sorgen dafür, dass man die etwas vorhersehbare Handlung und manch Unebenheit in der Inszenierung wieder vergisst. In einem Dialog besprechen YP und ich den österreichischen Publikums- und Kritikerhit.
Ein Kultfilm, ohne Zweifel. Der Anti-Drogen-Propagandastreifen „Reefer Madness“ (1936) ist mittlerweile derart bekannt, dass man kaum noch etwas dazu sagen muss. Die etwas mehr als 60 Minuten vergehen wie im Flug und man hat stellenweise enorm viel Spaß dabei, den völlig desinformierten Film auseinander zu nehmen.
Wie auch „Reefer Madness“, ist über „Boa vs. Python“ (2004) im Grunde schon alles gesagt. Ein wunderbarer Trashfilm, der mir am Herzen liegt und den ich immer wieder gerne sichte. Schlechte Effekte, platte Dialoge und unfreiwillig komische Actionszenen. Herrlich!

Komm, süßer Tod / http://www.filminstitut.at/files/images/48f5cd3d7e6ed_b.jpg

Serien-Überblick
Die britische Mini-Serie „The Hollow Crown“ (2012) besteht aus vier Einzelfilmen, basierend auf der „Henriad“. Jene Stücke von William Shakespeare, die sich mit dem Aufstieg und Fall von „Richard II“, „Henry IV“ (in zwei Teilen) und „Henry V“ beschäftigen. Die Stücke selbst kenne ich leider nicht so gut, dafür einige Adaptionen („Henry IV“ wurde von Orson Welles zur Bühne für seine Falstaff-Feier „Chimes at Midnight“ und „Henry V“ wurde von Kenneth Branagh beeindruckend inszeniert) und so wurden auch einige Vergleiche gezogen. Dass diese oft zu Ungunsten von „The Hollow Crown“ ausfielen, sagt eher mehr über die beeindruckenden Werke, mit denen ich sie verglich, denn die Mini-Serie hat ein großartiges Ensemble, hohe Produktionsstandards und verfügt in allen vier Filmen mit Richard Eyre, Rupert Goold und Thea Sharrock über kompetente RegisseurInnen. Am ehesten blieb dennoch „Richard II“ hängen, was vor allem an Ben Whishaws beeindruckender Darstellung des in eigenen Sphären schwebenden Monarchen lag. Sein Gegenspieler Bolingbroke (ein guter Rory Kinnear, der sich größere Rollen verdient) ist dagegen ein am Boden der Tatsachen werkender Mann, der nach seiner Verbannung schließlich zu Henry IV werden soll. In den weiteren Filmen wird diese Rolle mit der Würde eines alten Herrschers hervorragend von Jeremy Irons eingefangen, während Tom Hiddlestone als Henry V zu glänzen weiß. Beeindrucken konnte auch Simon Russel Beale als Falstaff, auch wenn ich ständig den etwas verspielteren und etwas vulgäreren und auch einfach etwas beeindruckenderen Orson Welles vor Augen hatte. Das spricht aber wieder mehr für Welles und nicht gegen Beale oder „The Hollow Crown“, welches ein Fest für Shakespeare-Fans darstellt.
Das interessanteste Merkmal an der sechsteiligen Mini-Serie „Schuld“ (2015) mit Moritz Bleibtreu als Anwalt Kronberg ist die Vewertungsstrategie. Noch vor der Erstausstrahlung im Fernsehen, stellte das ZDF die gesamte Serie kostenlos in seine Mediathek und erzielte damit nicht nur hohe Nutzerzahlen, sondern natürlich auch sehr viel Aufmerksamkeit. In den sechs Episoden – nach dem Buch von Ferdinand von Schirach – ist Bleibtreu die alles zusammenhaltende Klammer, während die Inszenierung mit irrtierend schlechten visuellen Spielereien versucht, ein Serien-Gefühl aufkommen zu lassen. Für sich betrachtet ist „Schuld“ eine unterhaltsame Anwaltsserie, die nicht immer den einfachen Weg geht und auch Fragen über die Moral im Strafrecht aufwirft. Doch interessanter bleibt der Versuch, des ZDF auch Online junge Seher zu binden und weniger das Endprodukt.
Die 2. Staffel (2010) von „Archer“ vertieft ein wenig die Charaktere und lässt die Agentenwelt immer mehr zu einem großen Universum werden, in welchem man sich ohne Probleme zurecht findet. Die Gags sind weiterhin auf sehr hohem Niveau und es macht nicht nur Sinn, sondern auch Spaß, immer mehr über Archer, Lana, Woodhouse und Cheryl zu erfahren. Manche Parodie will nicht so ganz aufgehen (Barry als „The Six Million Dollar Man“ ist im ersten Moment komisch und dann doch eher unpassend), aber es bleibt die Hoffnung, dass in der 3. Staffel die Themen weiter vertieft werden.
Maggie Gyllenhaal gehört zu den interessantesten Darstellerinnen im Englischsprachigen Raum. Deshalb ist es ein wenig schade, dass sie, um eine komplexe Rolle zu bekommen, sich einer BBC-MIniserie zuwenden „muss“. „The Honourable Woman“ (2014) von Hugo Blick ist ein in acht Teilen sehr dicht gestricktes Komplott rund um die israelisch-britische Familie Stein. Nessa (Gyllenhaal) und ihr Bruder Ephra (Andrew Buchan) mussten die Ermordung ihres Vaters ansehen, nun steht Nessa der Familienstiftung vor, die diverse Projekte vorantreibt um eine Aussöhnung zwischen Israel und Palästina zu erreichen. Dies ist natürlich Grund genug für Terroristen beider Seiten, sie ins Visier zu nehmen. Auch wenn mancher Vergleich mit „Homeland“ unausweichlich ist, und die Handlung oft ein wenig zu träge voran schreitet, ist es Hugo Blick und seinem Team sehr gut gelungen, ein Gefühl der Ausweglosigkeit einzufangen. Zudem ist Maggie Gyllenhaal fantastisch in der Rolle als von Geheimnissen und den politischen Konflikten zerriebene Baronin Nessa Stein. Darüber hinaus sind Janet McTeer, Lubna Azabal, Katherine Parkinson, Eve Best, Igal Naor und ein sehr lässig auftretender Stephen Rea Garant dafür, dass auch die etwas zäheren Passagen sehenswert bleiben.
Es hat ein wenig gedauert, doch nun bin ich auch endlich einmal bei „Enterprise“ gelandet. Die von Rick Berman und Brannon Braga ersonnene Prequel-Serie zum klassischen „Star Trek“ rund um Captain Kirk, zeigt in der ersten Staffel (2001), weshalb sie dem an Sci-Fi interessierten Zuseher wohl gut gefallen, dem Hardcore-Trekkie aber missfallen hat. Scott Bakula führt als Captain Jonathan Archer die Enterprise als erstes Raumschiff der Menschheitsgeschichte auf eine Mission in den unbekannten Raum. Die Crew ist, wie für alle Produktionen aus dem „Star Trek“-Universum üblich, schön aufeinander abgestimmt und bietet immer wieder schöne zwischenmenschliche Momente. Einzig das Kostüm von T’Pol (Jolene Blalock) scheint nach den Kriterien, so viel wie möglich im Familienfreundlichen Sinn vom Körper der Frau zu zeigen, gewählt worden zu sein. Der die Serie offenbar überspannende Handlungsbogen mit dem „Temporal Cold War“ hat das Potential ein wenig auf die Nerven zu gehen, da die Handhabung der weitreichenden Ereignisse nicht immer mit der lockersten Hand vonstatten geht, doch nach ein wenig Anlaufzeit (die Pilotfolge ist nicht unbedingt ein gelungener Einstieg in die ansonsten sehr unterhaltsame Serie) schließt man die Crew der „Enterprise“ ins Herz.
Die 4. Staffel (2015) der überaus erfolgreichen britischen Krimikomödie „Death in Paradise“ zeigt Kris Marshall in Topform. Wie schon zuvor Ben Miller, ist auch Marshall in seiner zweiten Staffel äußerst sicher und kann den Charakter auch weiter ausformen. Dies führt jedoch zum etwas nervtötenden Hin und Her, ob er seiner Mitarbeiterin Camille (Sara Martins) seine Liebe gestehen soll oder nicht. Sara Martins wiederum, verlässt überraschend inmitten der Staffel die Serie und folgt damit Gary Carr, der bis zum Ende der 3. Staffel Fidel spielte. Ben Miller ließ sich ja auf noch radikalerem Wege aus der Serie schreiben, während bei Martins und Carr eine Rückkehr immerhin möglich erscheint. Der Ersatz ist aber auch recht schnell integriert, und so können Tobi Bakare als junger und motivierter P.J. sowie Joséphine Jobert als Florence sich flott etablieren. Zwar ist vom Originalteam nur mehr Danny John-Jules als Dwayne übrig, doch die Serienmacher haben mit guten Dialogen dafür gesorgt, dass die Neuzugänge schnell so wirken, als seien sie schon seit Beginn dabei. Schwachpunkt der 4. Staffel waren so manche Fälle, die zu große Ähnlichkeiten mit bereits zuvor gezeigten Fällen aufwiesen (etwa Episode 5 rund um die Ermordung des Leadsängers einer einst erfolgreichen Band).

Archer / http://imageserver.moviepilot.com/600px-archers3_0301_ppk_01-eggsy-vs-bond-vs-archer-how-the-kingsman-stacks-up.jpeg?&

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

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