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Oscar-Kandidaten und solche die es gerne wären, waren im Jänner die meist im Kino anzutreffenden Werke. Die heimischen Kinofilme standen dank des Österreichischen Filmpreises im Fokus, was auch dazu führte, dass einige schon länger im Blickpunkt stehende Werke gesichtet werden konnten. Geprägt wurde der Jahresbeginn jedoch von zwei überraschenden Todesfällen. David Bowie und Alan Rickman starben beide im Alter von 69 Jahren.

Neuzugänge
Leonardo DiCaprio zeigt in „The Revenant“ (2015) den größtmöglich körperlichen Einsatz, um auch endlich seinen Oscar zu erhalten. Dies dominiert auch den Überlebens-Western von Alejandro González Inárritu, dessen imposante Kameraarbeit und düsterer Tonfall zwar dafür sorgen, dass man immer wieder beeindruckt auf die Leinwand blickt, doch sind die poetischen Einschübe eher Möchtegern-Malick-artig und selbst das viel gerühmte Spiel DiCaprios geht über die einfache Rache-Motivation und den körperlichen Einsatz nicht hinaus. Das liegt zwar vor allem an Inárritus Konzept, aber es schmälert doch den Gesamteindruck. Da macht der herzhaft böse Fitzgerald (fantastisch: Tom Hardy), der den von DiCaprio gespielten Hugh Glass lebendig begräbt, ein wenig mehr Spaß. Wir besprechen den Oscar-Kandidaten noch ein wenig genauer.
Wer hätte je gedacht, dass der Regisseur von „Anchorman“ und „Step Brothers“ einmal zu einem Oscar-nominierten Filmemacher aufsteigen würde? Mit der herrlich unterhaltsamen und vor allem intelligent inszenierten Finanzkomödie „The Big Short“ (2015) erschafft Adam McKay aber genau jene exemplarische Abhandlung über die Finanz- und Immobilienkrise, auf welche die Filmwelt gewartet hat. Im Gegensatz zu großartigen aber im Endeffekt ein wenig vor den Zusammenhängen zurückschreckenden Filmen wie „Margin Call“, „Too Big to Fail“ oder auch „The Wolf of Wall Street“, taucht „The Big Short“ in die pseudo-komplexe Sprache der Wall Street ein. Das Ensemble (Christian Bale, Steve Carrell, Brad Pitt, Ryan Gosling und mehr) agiert auf höchstem Niveau und bietet keine reinen Karikaturen von Finanzmenschen, sondern vielschichtige Menschen mit unterschiedlichsten moralischen Wertvorstellungen. Gerade das Fehlen eines moralischen Zentrums und dass das Publikum dennoch interessiert zusieht, prägt „The Big Short“.
In England sind die Gangster-Zwillingsbrüder Ron und Reggie Kray regelrecht legendär. Umso passender, dass Brian Helgeland sein Gangsterepos „Legend“ (2015) betitelt. Leider kann er dem Titel keinen entsprechend legendären Film entgegensetzen. Seine Inszenierung ist filmisches Malen nach Zahlen, in dem beinahe jede Szene bereits wenige Sekunden später bereits klar darlegt, wie sie zu Ende gehen wird. Zudem hat der begnadete Drehbuchautor Helgeland eine furchtbar uninspirierte Voice Over über den Film gelegt, die dem Film den letzten kreativen Nerv zieht. Der einzige Grund sich die Saga der Kray-Zwillinge anzusehen, ist das Oscarreife Spiel von Tom Hardy in der Doppelrolle. Er weiß es die beiden Charaktere so zu spielen, dass man teilweise glauben könnte, es handle sich um zwei verschiedene Schauspieler. Große Schauspielkunst von Hardy.
Der siebte Teil in einer Filmreihe ist selten eine gute Sache, doch was bei „Star Wars“ funktionierte, funktioniert auch bei „Rocky“. Mit „Creed“ (2015) injiziert Ryan Coogler der Saga neuen Schwung und macht aus dem Sohn von Rockys Konkurrenten/Freund Apollo Creed, die Hauptfigur. Adonis (der immens talentierte Michael B. Jordan) möchte als Boxer nicht nur in die Fußstapfen seines Vaters treten, sondern seinen eigenen Namen machen. Mit der Hilfe von Rocky Balboa (würdevoll auf der Nostalgiewelle reitend: Sylvester Stallone) trainiert er für eine Profi-Karriere. Coogler inszeniert mit sicherem Gespür für die Genre-Regeln und holt aus seinem Ensemble (darunter auch Tessa Thompson) gute Leistungen heraus. Dennoch bleibt „Creed“ lediglich ein solider und unterhaltsamer Boxfilm. In unserem Dialog sprechen wir noch darüber und über die Oscar-Diskussion, die auch „Creed“ erfasste.
Saoirse Ronan ist der große Star des Immigranten-Melodrams „Brooklyn“ (2015). Ganz einfach hätte aus der Geschichte eines einfachen irischen Mädchens, welches alleine in New York versucht ein neues Leben aufzubauen, ein rührseliger Film werden können. Doch eine großartig ausbalancierte Dreiecks-Geschichte (Emory Cohen und Domhnall Gleeson brillieren in ihren Rollen als potentielle Liebhaber auf verschiedenen Seiten des Ozeans), kluges Set-Design und die fantastische Ronan (und gut aufspielende Routiniers wie Julie Walters und Jim Broadbent) machen daraus ein überraschend herzliches Rührstück. In unserem Dialog behandeln wir das Melodram noch einmal ausführlicher.
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Rowan Atkinson hat vor allem durch seine Rolle des Mr. Bean für Furore gesorgt. Doch der Brite kann noch mehr, und als tapsiger Pfarrer in „Keeping Mum“ (2005) darf er auch ein wenig von seinen komödiantischen Fähigkeiten zeigen. Die Show gehört aber der wunderbaren Maggie Smith, die einst wegen Mordes in die Psychatire kam, und unversehens als Haushälterin bei den Goodfellows. Während der Pfarrer sich auf eine Predigt vorbereitet, hat seine Frau (Kristin Scott Thomas) eine Affäre mit ihrem Golflehrer (Patrick Swayze). Die Wendungen sind sehr offensichtlich und der böse Humor eher zahm, doch es unterhält auf wenig fordernde Weise.
In „Saving Mr. Banks“ spielte Tom Hanks den großen Walt Disney als liebenswürdigen Onkel vom Dienst. Eine innerhalb des filmischen Konzepts großartige Leistung, aber dann doch nicht unbedingt sonderlich tiefschürfend. Sarah Colts Dokumentation „Walt Disney“ (2015) versucht Leben und Werk nachzuzeichnen und kommt zu einem Porträt, das mit mehr Grautönen versehen ist. Nicht alle Aspekte werden jedoch gleich stark beleuchet, und manches auch falsch dargestellt (die Produktion von „Fantasia“ etwa). Interessant und aufgrund der Fülle an Material und des zeitweise doch auch kritischen Zugangs, gelungen.
Drei Staffeln lang hat die BBC-Neuauflage von Sherlock Holmes hinter sich und nun legt man mit „Sherlock: The Abominable Bride“ (2016) zumindest ein Feiertagsspecial vor, welches als Brücke zwischen dem Finale von Staffel 3 und dem wohl erst in einem Jahr zu sehenden Beginn von Staffel 4 dient. Zurückversetzt ins 19. Jahrhundert, arbeiten Sherlock Holmes und Dr. Watson (erneut ein toll eingespieltes Team: Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) an einem verwirrenden Fall, in dem eine bereits tote Braut, scheinbar als Geist weiter mordet. Was als amüsanter Retro-Fall beginnt, erhält durch Einschübe einen Bezug zum aktuellen Geschehen. Dies stört ein wenig beim Genuss des ursprünglichen Falls, der auch für sich stehend hätte verweilen können. So verbinden die Serienschöpfer die Handlungsfäden zum Teil wieder ein wenig zu aufgeregt (wie schon im Finale von Staffel 3) miteinander.
Liv Ullmann kennt man vor allem als Darstellerin aus großartigen Werken von Ingmar Bergman. Doch auch sie selbst führt immer wieder mal bei Kinofilmen Regie. So auch bei der Adaption des Strindberg-Stücks „Miss Julie“ (2014), in welchem Jessica Chastain die Titelfigur spielt und sich in ein Spiel der Verführung mit ihrem Untergebenen John (Colin Farrell) verwickelt, während Hausmagd Kathleen (Samantha Morton) geradezu hilflos zusehen muss. Chastain und Farrell liefern großartige Darbietungen, doch die Inszenierung wirkt wie ein abgefilmtes Theaterstück.
Wie schon zu Weihnachten, zeigte auch zum Jahreswechsel arte einen Block von Kurzfilmen von und mit Charlie Chaplin. Aus den Werken „By the Sea“, „The Bank“, „A Jitney Elopement“ und „In the Park“ (alle 1915) stach einzig „The Bank“ positiver hervor. Chaplin ist dabei als Putzkraft in einer Bank angestellt, und gerät nicht nur mit dem eigentlichen Hausmeister, Angestellten und Kunden in Konflikte, sondern hat auch schlicht wunderhübsche Einfälle, wie das im Tresor verstaute Putzmaterial.
Viel wurde geschrieben über die Trash-Komödie „Turbo Kid“ (2015). Der kanadisch-neuseeländische Film dreier Jungregisseure, bietet den 1980er-Touch, in dem eine verwüstete zukünftige Welt im Jahr 1997 gezeigt wird. Einzig der junge Turbo Kid und seine Roboterfreundin lehnen sich gegen den bösen Overlord (Michael Ironside) auf. Splattereffekte und ein paar amüsante Einfälle, sorgen für Kurzweil. Der Hype bleibt aber ein wenig unverständlich. Die Ansicht des Kurzfilms „T is for Turbo“ (2011), der dem Spielfilm zuvor ging, zeigt das Geschehen auf wenige Minuten komprimiert und überraschenderweise genauso unterhaltsam.
Merkwürdige Parallelen zwischen „The Revenant“ und dem kanadischen „Maina“ (2014) zeigten sich, während der Ansicht. Die Geschichte des Innu-Mädchens Maina (Roseanna Supernault), welches nach einem Zusammenstoß mit einem Innuit-Stamm, in den hohen Norden verschleppt wird, wirkt wie eine ruhigere Variante des Rachethrillers von Inárritu. Maina ist jedoch nicht auf Rache aus, sondern lernt langsam die Gemeinschaft jenes Stammes kennen, in den sie hinein gezogen wurde. Technisch weniger ausgereift, aber nicht minder interessant.
Apropos technisch ausgereift. Der von vielen Seiten gelobte und regelrecht gehypte deutsche Thriller „Victoria“ (2015), ist Sebastian Schippers Versuch, einen Film in einem einzigen Take herzustellen. Dies ist für sich genommen bereits ein unglaubliches Unterfangen, und Schipper kann über die beinahe 140 Minuten auch die Intensität hoch genug halten, doch das Problem liegt woanders. Victoria (Laia Costa), eine Spanierin in Berlin, lernt nach einem Clubabend, eine Gruppe wenig vertrauenswürdig aussehender junger Männer (darunter Frederick Lau als ihr potentielles Love-Interest) kennen. Weshalb sie sich überhaupt auf die Männer einlässt, ist das Grundproblem von Schippers Film, der über diese Frage niemals hinaus kommt und darauf baut, dass das Publikum von seiner Inszenierung derart gefesselt wird, dass es sich in den immer klassischeren Thrillerplot hinjein ziehen lässt.
Der niederländische Thriller „Borgman“ (2013) ist eine finstere Parabel auf das Böse, das in jedem Menschen inne wohnt. Dabei ist die Verkörperung des von außen eindringenden Bösen durch Jan Bijvoet interessant genug, um sich einfach in die etwas verwirrende Welt von „Borgman“ einzulassen. Das gut situierte Ehepaar mit drei Kindern und Nanny wird langsam immer mehr auseinander gerissen und deren Leben auf den Kopf gestellt. Weshalb Borgman und seine Gefährtinnen dies alles machen, bleibt der Interpretation des Zusehers überlassen, was auch dazu führt, dass man viele Handlungsweisen sehr individuell interpretiert.
Michael Caine als alternder Dirigent und Komponist, Harvey Keitel als gealterter Hollywood-Regisseur, Paul Dano als junger eitler Schauspieler und Jane Fonda als alternde Diva. Das Personal von Paolo Sorrentinos „Zauberberg“-Variante „Youth“ (2015) ist edel ausgewählt und liefert eine großartige Darbietung neben der anderen. Vor allem Caine weiß seinem Charakter eine Facette nach der anderen abzuringen. Leider ist die Handlung um verletzte Eitelkeiten und zerstörte Träume zu sehr in die Länge gezogen und Sorrentino verlässt sich auf seine visuellen Stärken, wodurch das Geschehen starr bleibt.
Die Entstehungsgeschichte von „Steve Jobs“ (2015) ist beinahe spannender, denn der fertige Film. Doch der von Danny Boyle inszenierte Drei-Akter á 40 Minuten, baut auf einem der interessantesten Drehbücher der letzten Jahre auf. Drei Produktpräsentationen dienen als Hintergrund für private und berufliche Konflikte in und um Jobs (fantastisch: Michael Fassbender). An seiner Seite wechseln sich die starke Kate Winslet als Marketing-Chefin Joanna Hoffman, die immer verlässlichen Michael Stuhlbarg und Jeff Daniels sowie ein außerhalb seines eigentlichen Metiers glänzender Seth Rogen als Steve Wozniak ab. Die starken Dialoge und das großartige Konzept des Drehbuchs von Aaron Sorkin, täuschen aber nicht darüber hinweg, dass man trotz aller Anstrengung, zu wenig über die Hauptfigur erfährt.
Überraschend verstarb im Alter von 69 Jahren David Bowie. Der große Künstler war nicht nur ein begnadeter Sänger, sondern war auch als Schauspieler tätig. In Martin Scorseses „The Last Temptation of Christ“ (1988) ist Bowie als Pontius Pilatus zu sehen, und agiert in dieser Rolle sehr effektiv und würdevoll. Willem Dafoe ist als menschlichster aller jemals auf Film gebannter Jesus-Figuren, eine mutige und auch sehr kluge Wahl. Doch Scorseses Traumprojekt hat das Problem, dass es trotz aller intelligenter und spannender theologischer Fragen, vor allem als Nacherzählung wichtiger Ereignisse aus dem Neuen Testament funktioniert. In diesem Sinne muss man schon sehr interessiert an der Thematik sein.
Eine spannendere Rolle durfte Bowie in Nagisa Oshimas Kriegsgefangenendrama „Senjo no Merry Christmas“ (1983) spielen. Der auf den Culture Clash ausgelegte Film über ein japanisches Lager in dem britische Soldaten während des Zweiten Weltkrieges gefangen gehalten werden, ist auch eine schöne Studie zu den verschiedenen Schauspielstilen westlicher und östlicher Schule. Oshima blickt tief in die Motivationen der einzelnen Männer. Auch wenn Oshima das Genre nicht neu erfindet, so variiert er es und holt aus seinem Ensemble (insbesondere Bowie) tolle Darstellungen heraus.
Nur wenige Tage nach David Bowie, schockte die Nachricht zum Tod des britischen Darstellers Alan Rickman die Filmwelt. Ebenfalls im Alter von 69 Jahren und ebenfalls an den Folgen einer Krebserkrankung schied Rickman viel zu früh aus dem Leben. Auch als Regisseur war er tätig, wenngleich nur bei zwei Filmen. Seine zweite und letzte Arbeit, war die leise Komödie „A Little Chaos“ (2014) mit Kate Winslet als revolutionärer Gärtnerin und Matthias Schoenaerts als in Diensten des Königs stehenden Gärtners, der die Überarbeitung der höfischen Grünanlagen beaufsichtigt. Rickman selbst schlüpfte in die Rolle des Sonnenkönigs und gönnt sich einige ruhige und ansehnliche Momente. Der Regisseur Rickman legt das Augenmerk auf den Star Kate Winslet, doch die Geschichte plätschert ein wenig vor sich hin und weiß nicht wirklich zu überzeugen. In unserem Dialog besprechen wir ein wenig seine Karriere.
Mein erster Film von Jacques Demy ist eine hoch gehandelte Geschichte um Spielsucht und Verführung. „La Baie des angers“ (1963) zeigt zunächst Jean Fournier (Claude Mann) und wie er langsam in die Welt des Glücksspiels hinein rutscht, stets in dem Bewusstsein, immer wieder aufhören zu können. Doch das Glück bleibt ihm hold und als er die Spielerin Jackie (Jeanne Moreau) kennenlernt, verliebt er sich nicht nur in sie, sondern sie beginnen auch gemeinsam zu spielen. Der Weg ist, wie soll es anders sein, vorgezeichnet. Das Paar stürzt ins Elend und am Ende steht vor allem das Geständnis von Jackie, dass es ihr vor allem um den Kick geht, und Jean für sie nur ein Mittel zu Zweck sei. Die Handlung ist interessant und die von Demy aufgeworfenen Konflikte sind einer näheren Betrachtung würdig, doch für mich funktionierte das Spielerdrama nicht wirklich.
Gaspar Noé ist kein einfacher Filmemacher. Seine Arbeiten provozieren und genau das will er ja auch. Seine jüngste Arbeit ‚Love‘ (2015) ist im Vergleich jedoch auch der zahmste Film von Noé. Auf den Spuren eines Möchtegern-Filmemachers, zeigt der Franzose viele echte Sexszenen und furchtbar gespielte Beziehungsprobleme. Die Langeweile und ins Parodistische abgleitende Inszenierung sorgen dafür, dass man nur noch passiv dem Wechsel von Hardcore-Sex (inkl. Cumshot auf die Kamera – denn der Film wurde in 3D präsentiert) und schwachem Liebesdrama beiwohnt.
Alan Rickman verfolgt im sieben Minuten langen Kurzfilm „Dust“ (2013) eine junge Mutter und ihr Kind. Es ist nicht ganz klar, welche Rolle er im Leben dieser Familie spielt, doch vor allem das Ende, in dem er als mit schwarzen Flügeln ausgestatteter Engel davon schwebt – nachdem er sich eine Line Koks reingezogen hat – lässt genügend Spielraum für Interpretationen offen. Rickman ist in der Dialogfreien Rolle traumhaft und das Regie-Duo Ockrent/Russell weiß die sieben Minuten zu nutzen. In unserem Dialog besprechen wir ein wenig seine Karriere.
Für viel Aufregung sorgte, dass bei der Oscar-Verleihung die 20 Nominierten in den Schauspiel-Kategorien allesamt weiß waren. Auch unter den besten Filmen, fanden sich keine Werke schwarzer Filmemacher. Als Beispiel für einen Preiswürdigen Film wurde das NWA-Biopic „Straight Outta Compton“ (2015) genannt. Der von F. Gary Gray schwungvoll und solide inszenierte Film über den Aufstieg der Rap-Szene rund um einflussreiche Künstler wie Ice Cube, Dr. Dre und Eazy-E, wird getragen von mitreißender Musik und tollen Jungdarstellern, von denen vor allem Jason Mitchell als Eazy-E heraus ragt und sich eine Nominierung verdient hätte. Darüber hinaus, wirkt das mit viel Rassenproblematik aufgeladenes Werk, nicht viel überraschender oder innovativer, denn andere Musiker-Biopics.
Patrick Vollraths Kurzfilm „Alles wird gut“ (2015) tritt in der Kategorie Bester Kurzfilm bei den Oscars 2016 an. Die Nominierung ist schwer verdient, denn die Geschichte um einen Vater (Simon Schwarz), der seine Tochter für einen Ausflug abholt und mit ihr dann aus dem Land flüchten will, packt den Zuseher, sobald klar ist, welche Richtung eingeschlagen wird. Ein sehr konzentrierter und intensiver Film, der auf ein großes Talent schließen lässt.
Dank ORF III kam ich endlich auch mal in den Genuss der von „Helmut Qualtinger liest Mein Kampf“ (1985). Die am Burgtheater durchgeführte Lesung des Buches von Adolf Hitler, zeigt Qualtinger in Hochform, der es versteht, dem Werk seine ekelhaften Töne heraus zu arbeiten und doch lächerlich zu machen. Rein filmisch ist dies aber nicht mehr, denn eine starre Aufzeichnung.
Der Gewinner des Österreichischen Filmpreises 2013 in den Kategorien Bester Film und Beste Regie, ist ein sensibler, aber nicht sonderlich mutiger Streifen. „Deine Schönheit ist nichts wert …“ (2012) von Hüseyin Tabak zeigt aus der Sicht des zwölfjährigen Veysel, wie eine kurdische Flüchtlingsfamilie zerrissen und aufgerieben wird, von all den Entwicklungen rund um sie. Tabak lässt den Blick ganz auf Veysel gerichtet und kann so auch mit Traumsequenzen arbeiten, doch dieser träumerische Aspekt steht ihm auch ein wenig im Weg. So bleibt ein guter und gut gemeinter Film, mit dem Herz am rechten Fleck.
„Grenzgänger“ (2012), Florian Flickers letzter Film, ist eine interessante Dreiecksgeschichte, im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet, als die EU-Außengrenze noch bei Österreich lag. Hans (Andreas Lust) und Jana (Andrea Wenzl) führen einen schlecht laufende Gastwirtschaft und fetten sich ihr Einkommen durch illegale Grenzübergänge auf. Der Soldat Ronnie (Stefan Pohl) soll im Auftrag seines Vorgesetzten, sich an Jana ranmachen und Informationen sammeln. Daraus entwickelt sich eine intensive Eifersuchtsgeschichte, in dem die Machtverhältnisse nie ganz klar dargelegt werden. Das Problem liegt vor allem in den Andeutungen. Flicker belässt sehr viel im Graubereich, weshalb es schwer fällt, sich für das Schicksal der drei Charaktere zu interessieren.
Der große Trumpf der Romanverfilmung „Chucks“ (2015) – von Sabine Hiebler und Gerhard Ertl – ist Hauptdarstellerin Anna Pohl, die als Ausreißerin Mae zu begeistern weiß. Ihre Geschichte jedoch – sie lebt bei Punks und Hausbesetzern, muss unter Bewährungsauflagen in der AIDS-Hilfe mitarbeiten, wo sie den Erkrankten Paul (Markus Subramaniam) kennen und schließlich lieben lernt – ist nicht sonderlich überraschend und verschwendet eine tolle Ausgangslage. Es ist allerdings immer interessant genug, als dass man über die Vorhersehbarkeiten und unkreativen Regie-Entscheidungen (die Musik!!) hinweg sieht.
Es gibt großartige Agenten-Komödien, doch „Die Mamba“ (2014) ist keine davon. Sie ist noch nicht einmal auf der Höhe des amüsanten „OSS 117“ mit Jean Dujardin, sondern nähert sich dem miserablen „Spy Hard“ mit Leslie Nielsen an. Nielsen war jedoch immer in der Lage, auch aus dem schlechtesten Material etwas zu machen. Michael Niavarani versucht aus seiner Doppelrolle als Profikiller und persischer Sound Designer, der versehentlich für die Mamba gehalten wird, alles zu machen, aber scheitert. Der Film selbst, ergeht sich in 1990er-Klischees.
Spike Lee wird von der Oscar-Jury leider viel zu häufig übersehen. So darf es auch nicht wundern, dass seine fantastische „Lysistrata“-Version „Chi-Raq“ (2015) bei den Preisverleihungen gänzlich übergangen wurde. In Rap-Versen wird die „Lysistrata“-Handlung nach Chicago verlegt, wo Nick Cannon als Rapper Chi-Raq (was auch der Name für einen Stadtteil in Chicagos Süden ist) in Gang-Kriege verwickelt ist. Die von Teyonah Parris fantastisch dargebotene Lysistrata nimmt einen neuerlichen Todesfall zum Anlass und fordert Frieden, und bis dahin ein Sexverbot für alle Männer. Das großartige Ensemble wird von einem mitreißend inszenierenden Lee durch die Verse und die Handlung getrieben. Das ist nicht immer stilistisch einwandfrei und auch nicht jede Textzeile sitzt, doch die pure Energie faszinieren an „Chi-Raq“.
Die Dokumentation „Streif: One Hell of a Ride“ (2014) wäre besser, wenn sie auf 30 Minuten herunter gekürzt und als Fernsehbeitrag vor dem Kitzbühel-Rennen gezeigt worden wäre. So bleibt ein aufreizend pathetischer Werbefilm für Kitzbühel und Red Bull.
Viel besser baut Gabe Polsky in „Red Army“ (2014) sein Portrait der legendär starken Eishockeymannschaft der Sowjetunion auf. Doch bei ihm ist es kein einseitiges Heldenbild, sondern eine Arbeit über Stärken und Schwächen des Teams, der einzelnen Spieler und des Zusammenhangs mit den politischen Umständen. Auch wenn am Ende die Nostalgie dominiert und der aktuelle Status des russischen Eishockeys (vor allem der nationalen Liga) unzureichend beleuchtet wird, dominiert bis dahin ein konzentrierter Blick auf eine bewegte Historie.
Marie Kreutzer zeigte mit ihrem Debüt „Die Vaterlosen“ großes Potential. Ihre Inszenierung des Erfolgsromans „Gruber geht“ (2015) ist daher auch wenig überraschend äußerst selbstbewusst geraten, doch verliert die Mischung aus romantischer Komödie, Krebsdrama und Selbstfindungs-Saulus-zu-Paulus-Geschichte immer wieder ihren Fokus. Manuel Rubey ist gut als sogmanischer Werbefachmann John Gruber, doch seine Wandlung durch eine Krebserkrankung, ist viel zu vorhersehbar geraten.
Das Zentrum von „Superwelt“ (2015) ist die fantastische Ulrike Beimbold, die als Supermarktkassiererin Gabi ein ruhiges Leben voller Routine führt. Als sie beginnt Stimmen zu hören – die sie später als die Stimme Gottes identifiziert – gerät ihr Leben in Unruhe. Der Nachfolgefilm von Karl Markovics, nach seinem beachtlichen Debüt „Atmen“, ist eine komplexe Mischung aus Ehe-Drama und Komödie. Ein imposanter Film über den Ehealltag.
Pixar-Filme sorgen gemeinhin für Begeisterung. Das überschwängliche Lob für „Inside Out“ (2015) war aber selbst für Pixar-Verhältnisse beachtlich. Die 11 Jahre alte Riley zieht mit ihrer Familie von Minnesota nach San Francisco und das bringt ihr Leben gehörig durcheinander. Pete Docker und Ronaldo Del Carmen zeigen das Innenleben und wie Emotionen und Erinnerungen unser Leben bestimmen. Ein fantastisches Konzept, visuell natürlich hervorragend umgesetzt, aber doch ein wenig zu mutlos und vorhersehbar. Ein toller Familienfilm, der ein wenig besser hätte sein können.
Basierend auf der gleichnamigen Dokumentation, zeigt David Gordon Green in „Our Brand Is Crisis“ (2015) Sandra Bullock als erfahrene und vom Geschäft geschundene Wahlkampfleiterin. In Bolivien soll sie dem einstigen Amtsinhaber Castillo erneut zur Präsidentschaft verhelfen, auch wenn er scheinbar aussichtslos zurück liegt. Bullock spielt die Rolle der Managerin mit manischen Ausbrüchen hervorragend und ihre Dialogwechsel mit Konkurrent Billy Bob Thornton sind sehr gelungen. Doch leider gelingt es Green nicht, aus dem bolivianischen Wahlkampf eine gute Polit-Satire zu gestalten. Vorhersehbare Entwicklungen werden aufbereitet und ein Märchen-Ende hinzugefügt, in dem die Heldin plötzlich ihr Gewissen entdeck. Im Kern bemüht, aber völlig austauschbar.
Superwelt / http://www.filmstills.at/superwelt_seiten/SUPERWELT%20-%20ein%20Film%20von%20Karl%20Markovics%20mit%20Ulrike%20Beimpold%20und%20Rainer%20Woess/album/slides/superwelt_140717_0333_korr1.jpg

The 1001 Project
John Sturges gelangen mit dem Kriegsfilm „The Great Escape“ (1963) unzählige viel zitierte und unvergessliche Szenen. Etwa der an Klaustrophobie leidende Tunnelbauer (Charles Bronson) und wie das Licht rund um ihn herum ausgeht, oder natürlich Steve McQueen, der in seiner Zelle einen Baseball gegen die Wand wirft. Untermalt von der verspielten Musik von Elmer Bernstein, entsteht ein leicht verdaulicher Abenteuerfilm, der einen Ausbruch britischer und amerikanischer Soldaten aus einem deutschen Gefangenenlager zum Thema hat. Die Nazis sind natürlich allesamt inkompetent oder Gefühllos, während die englischsprachigen Gefangenen voller Witz und Überlenswillen stecken. Das famose Ensemble (McQueen, Bronson, Richard Attenborough, etc.) und der unterhaltsame Tonfall, bei einem seriösen Thema, sorgen dafür, dass die drei Stunden wie im Flug vergehen.
Der damals 24 Jahre alte John Singleton wurde dank seines autobiographisch gefärbten Gangsterfilms „Boyz ’n the Hood“ (1991) zum ersten afro-amerikanischen Filmemacher, der in der Kategorie Bester Regisseur nominiert wurde, und auch noch zum jüngsten. Trotz der aus heutiger Sicht oftmals etwas moralinsauren Inszenierung, stechen der authentische Tonfall und die an die Dringlichkeit eines Spike Lee-Films gemahnenden Dialoge heraus. Laurence Fishburne ist hervorragend, als Tres aufrechter und nach Gerechtigkeit strebender Vater, während Cuba Gooding Jr. als Tre ein frühes Beispiel seines (heute leider verschwendeten) Talents gibt. Die Überraschung hier ist allerdings Ice Cube, in seinem Schauspieldebüt als kleiner Drogendealer Doughboy. Vor allem der finale Akt ist wie ein Schlag in die Magengrube. Ohne den satirischen Witz eines Lee, aber ebenso emotional und aufwühlend.

Re-Visited
Wie jedes Neujahr, war auch zu Beginn des Jahres 2016 ein Film von Ed Wood nötig. Diesmal traf es wieder „Plan 9 from Outer Space“ (1959), der unsterbliche Sci-Fi-Trashklassiker um die Erweckung von Toten durch Außerirdische. Ein Plan der auch beim x-ten Mal nicht wirklich sinnvoller erscheint. Ein echter Klassiker!
Nachdem Todd Haynes mit „Carol“ aktuell einen Kritikerhit präsentiert, konnte er mit der fünfteiligen Mini-Serie „Mildred Pierce“ (2011) sein bisher wohl größtes Publikum erreichen. Kate Winslet brilliert in der glatt polierten Inszenierung Haynes‘ als Hausfrau Mildred, die, nachdem ihr Eheman sie verlassen hat, als Kellnerin arbeiten muss. Ein Umstand der ihre hochnäsige Tochter Veda beschämt, und vor allem Mildreds sozialen Status und den Status von Frauen in den 1930ern in den USA zeigt. Haynes zeigt den Aufstieg Mildreds zur Restaurantbesitzerin als mitreißendes Melodram der großen Gefühle und schockierenden Wendungen, inklusive fantastischer Momente mit Guy Pearce und James LeGros als wechselnde Liebhaber und Evan Rachel Wood als erwachsene Veda. Womöglich ein wenig zu sehr dem HBO-Publikum zurechtgeschnitten, aber dennoch in seinem Stilwillen ein echter Haynes.
Im Charlie Chaplin-Block auf arte lief auch der bereits einmal gesehene „A Night Out“ (1915). Nicht unbedingt Chaplins feinste Arbeit, aber sehr humorvoll. Vor allem wie sich ein berauschter Tramp im feinen Hotel daneben benimmt und es dennoch zunächst andere Männer trifft, ist immer wieder komisch. Dasselbe Szenario hat Chaplin aber besser zustande gebracht.
„Rocky“ (1976), der Ursprung der Karriere von Sylvester Stallone und auch der Grund für sein plötzliches Comeback am Awards Circuit aufgrund des 7. Teils „Creed“. Der erste Teil der Saga ist auch nach vielen Jahren weiterhin ein sympathischer, naiver und zuweilen auch sehr komischer Film über einen jungen Mann, der aus seinen bescheidenen Verhältnissen raus will. In unserem Dialog besprechen wir den Klassiker unter der Regie von John G. Avildsen genauer.
Die Bücher von Thomas Pynchon müssen erlebt werden. Eine genaue Inhaltsangabe ist so gut wie unmöglich und vor allem unnötig. Paul Thomas Anderson verstand das und tauchte nicht nur in die Prosa Pynchons, sondern vor allem in seine Stimmung ein. Die Detektivkomödie „Inherent Vice“ (2014) ist noch der zugänglichste aller Pynchon-Romane und dennoch ein herrlich verworrenes Narrenstück. Angeführt von einem perfekt besetzten Joaquin Phoenix als dauerbekifften Detektiv Doc Sportello, lernt der Zuseher großartige Figuren kennen wie den Polizisten Bigfoot (Oscarreif: Josh Brolin), Dr. Rudy Blatnoyd (in Topform: Martin Short) oder Docs Exfreundin Shasta (Katherine Waterston). Ein perfekter Pynchon-Film und ebenso ein perfekter PTA-Film. Eine Kombination wie für mich gemacht.
In memoriam Alan Rickman, sahen sich viele „Die Hard“ oder „Robin Hood“ an, doch mich zog es zu einer etwas obskureren Rolle. In „Galaxy Quest“ (1999) gibt er eine herrliche Parodie auf den Shakespeare-geeichten Sci-Fi-Mimen, der über sein Schicksal hadert. In Sci-Fi-Fankreisen ist „Galaxy Quest“ ein Kulthit und 1999 war dies auch in den USA ein Kassenerfolg. Was den Film auch heute noch so sehenswert macht, ist die liebevolle Hommage und gleichzeitige Parodie über/zu „Star Trek“. Selbst als alleinstehender Sci-Fi-Streifen funktioniert „Galaxy Quest“ hervorragend. Ein wunderbares Kleinod mit einer tollen Ensembleleistung (Tim Allen, Sigourney Weaver, Tony Shaloub, Sam Rockwell und natürlich Alan Rickman) und ganz viel liebevollem Nerd-Humor. In unserem Dialog besprechen wir ein wenig seine Karriere.
Auf dem Höhepunkt seines weltweiten Ruhms, drehte Pedro Almodóvar mit „Volver“ (2006) eine Ode an die Frau. Männer tauchen hier entweder als Vergewaltiger oder Taugenichtse auf, während die Frauen sich darum kümmern, dass die Welt nicht still steht. Penélope Cruz, die ihren toten Mann entsorgen muss und für das Einkommen zu sorgen hat ist fantastisch, doch auch Lola Duenas als ihre Schwester Sole begeistert. Die Handlung um die vermeintlich tote Mutter, die plötzlich wieder in ihrem Leben steht, nimmt Almodóvar zum Anlass, für viele Familiengeheimnisse, die gelüftet werden. Ein herrlich herzlicher Film.
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Serien-Überblick
Wer hätte gedacht, dass aus „The Evil Dead“ mal eine unterhaltsame Horror-Sitcom werden könnte? Doch genau das geschah mit der 1. Staffel von „Ash vs. Evil Dead“ (2015). Bruce Campbell ist zurück als Ash und liest im Suff aus dem Necronomicon. Das über die Welt herein brechende Böse versucht er nun mit Hilfe seiner beiden Kollegen Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana DeLorenzo) zu besiegen. Eine Splatterkomödie mit etwas zu heftigem CGI-Einsatz, aber immer genügend absurd-komischen Momenten, die jegliche Kritik rasch verstummen lassen. Bei 30 Minuten pro Episode (bei 10 Episoden) überdehnt „Ash vs. Evil Dead“ auch nicht sein Potential, sondern unterhält hervorragend.
Schon bei der 1. Staffel war ich sehr skeptisch, doch sie funktionierte hervorragend und konnte trotz aller Querverbindungen für sich alleine stehen. Sollte sich dies bei einer 2. Staffel (2015), die erneut für sich alleine stehen soll, wieder gelingen? „Fargo“ hat eine wundersame Wandlung durchlebt. Von Oscar-gekröntem Thrillerhit zur heiß geliebten Serien-Anthologie. In der 2. Staffel werden die Verbindungen zum Film kaum erkenntlich versteckt und erst durch die Verweise auf die 1. Staffel deutlich. Die Geschichte um einen Gangsterkrieg zwischen der Familie Gerhardt und einem Syndikat aus Kansas City, welches dazu führt, dass ein unscheinbares Ehepaar Blumquist (Kirsten Dunst und Jesse Plemons) zu Mördern und Flüchtigen werden, ist große Fernsehkunst. Dunst brilliert in einer ihrer besten Darbietungen als Friseuse, die nach einem höheren Sinn im Leben strebt, während ihr einfach gestrickter Ehemann nur die Metzgerei übernehmen will. Die von der örtlichen Polizei (Patrick Wilson und Ted Danson) durchgeführten Ermittlungen werden immer wieder durch Korruption und Zuständigkeitsstreitigkeiten zunichte gemacht. Und zudem spielen Watergate, Überwachungsfantasien und ein immer wieder auftauchendes UFO eine wichtige Rolle. Die 2. Staffel braucht im Vergleich zur 1. Staffel ein wenig länger, um in die Gänge zu kommen, doch mit dem Finale, ist man vollauf zufrieden und erwartet schon gespannt Staffel 3.
Nachdem mit „The Abominable Bride“ endlich ein neues Abenteuer der „Sherlock“-Reihe zu sehen war, begutachtete ich erneut die 1. Staffel (2010). Es ist sehr leicht zu sehen, weshalb die Welt rasch dem Charme der modernen Version verfiel. Das Duo Benedict Cumberbatch-Martin Freeman funktionierte vom ersten Moment an, und so konnte man auch die ersten beiden, noch nicht ganz vollständig ausgereift scheinen. Erst das Auftauchen von Moriarty in Gestalt von Andrew Scott gibt der Serie den nötigen Kick.
Ein Jahr ist also schon wieder seit der letzten Staffel von „Der Tatortreiniger“ vergangen. In Staffel 5 (2015) die zu den Weihnachtsfeiertagen ihre Premiere feierte, wandert Heiko Schotte (Bjarne Mädel) wieder von Tatort zu Tatort, und lernt dabei vor allem viel über sich selbst zu verstehen. Die 5. Staffel ist geprägt von Verlust- und Todesängsten, aber auch von den Beziehungsproblemen Schottes. Ob die niemals lang anhaltenden Beziehungen zu Frauen, jene zu seinem Vater oder die Wiederbegegnung mit einem alten Freund. „Der Tatortreiniger“ ist überraschend melancholisch in der 5. Staffel und offeriert am Ende, mit der Wiedervereinigung einer alten Clique einen hoffnungsvollen Schluss. Während Episoden, wie jene zu einem weiblichen Roboter, wie eine schwache Variante von „Ex Machina“ wirkt, bleibt ein starker Gesamteindruck der neuesten Staffel.
Es hat lange gedauert, doch mittlerweile habe ich wieder zu „Enterprise“ gefunden. Die 2. Staffel (2002) hat den großen Handlungsbogen um den Temporalen Kalten Krieg immer wieder im Hintergrund, doch die meisten Episoden funktionieren für sich alleinstehend. Das Ensemble ist gut aufeinander abgestimmt und liefert beste Sci-Fi-Unterhaltung, auch wenn in Sachen Kontinuität (in Bezug auf die Vorgängerserien, die zeitlich alle nach „Enterprise“ spielen) dann doch so manche Fragen auftauchen.
Mit viel Lob und noch mehr Werbung startete die 1. Staffel (2015) von „Jessica Jones“ auf Netflix. Die Marvel-Heldin ist nicht nur ein Verbindungselement im Marvel-Universum, sondern vor allem im auf Netflix aufgebauten Serien-Komplex rund um „Daredevil“ und der bald anlaufenden Serie „Luke Cage“. Krysten Ritter bietet in der Titelrolle eine tadellose Vorstellung als Heldin wider Willen, die sich als Privatdetektivin durchs Leben schlägt. Doch erst der Aufbau ihres großen Widersachers Kilgrave (fantastisch: David Tennant) macht aus „Jessica Jones“ eine unterhaltsame Serie. Bis dahin vergehen aber sehr viele Episoden, in denen Beziehungen aufgebaut und Figuren eingeführt werden, die im Großen und Ganzen nur dazu dienen, um in eigenen Serien zu glänzen. „Daredevil“ hatte da mehr an eigenständiger Handlung zu bieten.
Die Hacker-Serie „Mr. Robot“ war eine kleine Sensation. Die 1. Staffel (2015) wurde mit Preisen überschüttet und führte nicht nur zur Entdeckung von Jungschauspieler Rami Malek, der als junger Techie Elliot Alderson für die Firma Allsafe arbeitet, sondern auch zu einer Art Comeback für Christian Slater als mysteriöser Hacker Mr. Robot. Die Ereignisse überschlagen sich ein klein wenig zu sehr im Laufe der zehn Episoden, doch schafft es diese Serie Hacker nicht nur als Symbole zu benutzen, für eine andere Geschichte. Malek ist als Sozialphobiker herrlich, während Slater den wunderbar geerdeten Mr. Robot gibt. Die Enthüllungen rund um die Beziehungen zwischen Charakteren in den einzelnen Firmen (die vielsagende Evil Corp steht im Zentrum allen Bösen) macht einen großen Reiz der Serie aus. Wie nach dem scheinbaren Zusammenbruch aller Ordnung am Ende von Staffel 1 (die viele Anleihen bei „Fight Club“, „Matrix“ und auch „Pi“ nimmt) weiter gehen soll, sorgt bereits für Spannung.
In den USA gab es kein Vorbeikommen an der 1. Staffel der True-Crime-Dokumentarserie „Making a Murderer“ (2015). Im Verlauf von zehn Jahren dokumentierten die Filmemacherinnen Moira Demos und Laura Ricciardi den Fall Steven Avery. Avery saß 18 Jahre unschuldig im Gefängnis und wurde nach einer, damals nicht verfügbaren, DNA-Analyse entlastet und enthaftet. Doch dann geschieht ein Mord und die Spur führt zu Avery, zumindest glaubt dies die Polizei. In „Making a Murderer“ geht es denn auch weniger um die Schuldfrage (obwohl diese natürlich thematisiert wird), sondern darum, wie ein offensichtlich korrupter Justizapparat alles in seiner Macht stehende durchführt, um den gewünschten Mann des Mordes überführen zu können. Dies führt zu einer gewissen Einseitigkeit in der Dokumentation (wer im Internet ein wenig stöbert, stößt auf Beweise für die Schuld Averys, die in der Serie nicht präsentiert wurden). In der Darstellung der amerikanischen Justiz (vor allem auf lokaler Ebene) funktioniert „Making a Murderer“ jedoch sehr gut.
Fargo - Season 2 / http://az801229.vo.msecnd.net/wetpaint/2015/07/071615-fargo-season-2-kirsten-dunst-jesse-plemons.jpg

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

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