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Es gab in diesem Monat zwar nur zwei Kinobesuche, aber diese lohnten sich. Mit dem Oscar-Gewinner „Spotlight“ und dem nicht minder fantastischen „Room“, waren zwei Filme zu sehen, die definitiv in einer Jahresbestenliste landen werden. Heimkino- und Fernseh-Entdeckungen wie Sibel Kekillis großartige Darstellung in „Die Fremde“ oder der Avantgarde-Film „The Forbidden Room“, stachen ebenfalls heraus. An der Serienfront waren es vor allem die ersten beiden Staffeln von „Blackadder“ mir Rowan Atkinson, die zu unterhalten wussten.

Neuzugänge
Der diesjährige Oscar-Gewinner in der Kategorie Bester Film, ist das packende und hervorragend inszenierte Journalisten-Drama „Spotlight“ (2015). Tom McCarthy setzte bei der Dramatisierung der Vorgänge rund um die detektivische Kleinarbeit des Bostoner „Spotlight“-Teams, selbst auf Detektiv-Arbeit und sammelte in mühseliger Arbeit die Fakten rund um die Geschichte. Heraus kam ein großartig ausbalanciertes Ensemblestück, in dem kein einzelnes Mitglied hervor gehoben werden kann. Die Inszenierung verschwindet hinter der Geschichte, stellt sich in dessen Dienst. Ein sehr gutes Beispiel für einen Film mit wichtiger Botschaft, der auch abseits davon funktioniert. Zum Oscar-Gewinner haben wir einen Dialog verfasst.
Der Roman „Room“ (2015) von Emma Donoghue wurde zum Teil durch den Josef Fritzl-Fall inspiriert, und die Adaption durch Lenny Abrahamson zeigt in der ersten Filmhälfte im Titelgebenden Raum auch unter welchem psychischen Druck die entführte und eingesperrte Joy (fantastisch und zurecht Oscar-gekrönt: Brie Larson) ihre ganze Kraft darauf verwendet, um ihrem in Gefangenschaft geborenen Sohn Jack (beeindruckend: Jacob Tramblay) eine dennoch schöne Kindheit zu sichern. Es ist dann auch durch die Augen Jacks, dass der Zuseher den Raum sowie auch die Flucht erlebt. Erst einmal in Freiheit, ist aber auch das Wunder der neuen Entdeckungen (des Himmels, des Gartens und des Hauses ihrer Großmutter (Joan Allen)) im Zentrum, während seine Mutter damit zu kämpfen hat, die verlorenen Jahre zu vergessen und mit der Freiheit und den Ansprüchen die an sie gestellt werden zurecht zu kommen. Auch wenn Abrahamson in manchen Momenten die Emotionsschraube zu fest anzieht, ist „Room“ ein beeindruckender Film. Ebenso voller Schrecken wie auch Wunder.
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Angelina Jolie Pitt (erstmals so in den Credits genannt) führt in ihrer dritten Regiearbeit einen regelrechten Kreuzzug, um einen subtilen und atmosphärisch dichten Autorenfilm im Stil des 1970er-Kinos á la Antonioni zu erstellen. Doch darüber hinaus, vergisst sie schlicht eine interessante Geschichte zu erzählen, und wenn diese einsetzt, ist es zu spät. „By the Sea“ (2015) zeigt das Ehepaar Jolie Pitt als unglückliches Paar, welches in einem schönen Hotel urlaubt. Brad Pitt ist als gescheiterter Autor überraschend gut, doch bekommt er viel zu wenig zu tun, und Angelina Jolie Pitt starrt meist nur ins Leere. Eine vertane Chance, mit schönen Kameraaufnahmen von Christian Berger.
Die Adaption des in Großbritannien offenbar sehr bekannten Weltkriegs-Bestsellers „The Railway Man“ (2013) hätte ein Oscar-Kandidat werden sollen. Colin Firth ist als von seinen Erlebnissen in der japanischen Gefangenschaft traumarisierter Veteran auch hervorragend, doch das Erzähltempo (vor allem die Rückblicke) ist derart schlecht ausbalanciert, dass man niemals ein Gefühl für die vergangene Zeit erhält. Nicole Kidman, die als neue Frau an seiner Seite, seine Geheimnisse entdecken und ihm helfen will, tut ihr Bestes, aber hat im Endeffekt auch zu wenig zu tun.
Die Dokumentation „The True Cost“ (2015) von Andrew Morgan hat eine gute und noble Botschaft: Kauft bewusst Kleidung! Das trägt die 90 Minuten auch bis ans Ende, indem Morgan viele Stationen der Textilproduktionskette besucht (Baumwollfarm in Texas, Textilarbeiter in Bangladesch, eine Fair Trade Firma in England). Doch da sich die großen Firmen wie H&M oder Zara weigerten, mit Morgan zu sprechen, bleibt am Ende nur ein wohlmeinender und technisch kompetent gemachter Film, dem aber die notwendige Auseinandersetzung mit dem angegriffenen Objekt fehlt.
Asif Kapadia konnte mich mit „Senna“ gut unterhalten, aber da er im Grunde nur bereits bekanntes Material neu montierte, war ich nicht übermäßig begeistert. Bei „Amy“ (2015), für den Kapadia den Oscar als Bester Dokumentarfilm erhielt, erhielt er Zugang zu einem unglaublich reichhaltigen Fundus an Archivmaterial (private Filmaufnahmen, Telefongespräche, Briefe, Konzertaufnahmen), um das viel zu kurze Leben von Amy Winehouse zu porträtieren. Dies gelingt ihm sehr gut. Man leidet mit ihr mit, und berauscht sich zugleich an ihrer Musik. Ein paar Fragen bleiben zwar offen (etwa weshalb Pete Doherty so gut wie gar nicht im Film vorkommt), aber die schiere Menge an Material, die er zu einem spannenden zweistündigen Film zusammenschnitt, macht aus „Amy“ einen würdigen Oscar-Gewinner.
Im Laufe einer Costa-Gavras-Reihe, zeigte arte drei Filme des griechischen Filmemachers. Während „Z“ unbestritten ein Meisterwerk ist, kennt kaum jemand „Hanna K.“ (1983). Das hat einen guten Grund: Der Film ist furchtbar langweilig. Die jüdische US-Amerikanerin Hanna Kaufman (Jill Clayburgh) arbeitet als Anwältin in Israel.  Costa-Gavras zeigt einerseits ihre Tätigkeit als Pflichtverteidigerin für einen aufgegriffenen palästinensischen Terroristen, aber auch ihre Suche nach einem Platz im Leben, da sie zwischen zwei Männern und ihrer bevorstehenden Mutterschaft pendelt. Was spannend klingt, bleibt aber in den Grundzügen stecken. Nach etwa 20 Minuten sind alle wichtigen Figuren etabliert und alle Konflikte liegen offen da, und von da weg, gibt es kaum noch eine spannende Entwicklung.
Nach „Hanna K.“ stand mit „L’aveu“ (1970) ein ungleich stärkeres Werk von Costa-Gavras am Plan. Yves Montaud gibt den Minister in einem nicht näher benannten osteuropäischen Land unter kommunistischer Herrschaft, als er plötzlich festgenommen wird. Sein Martyrium reibt ihn auf und beraubt ihn seiner Illusionen bezüglich des kommunistisch-politischen Systems. Doch Costa-Gavras lässt den unter fadenscheinigen Gründen festgenommenen und unter Folter geständigen Minister nicht seinen Idealismus verlieren. Eine starke Parabel auf Diktaturen, die auch ohne den UdSSR-Überbau funktioniert.
1979 war Atomkraft genau der richtige Stoff für das so genannte Paranoia-Kino. James Bridges‘ „The China Syndrome“ bewegt sich inhaltlich auf ausgetretenen Pfaden, doch die Darstellung eines Beinahe-Unglücks in einem Atomkraftwerk, welches zufällig von einem anwesenden Kamerateam (Jane Fonda und Michael Douglas) aufgezeichnet wird, löst heute Beklemmung aus. Bridges hat sich inszenatorisch an klare Genre-Vorbilder gehalten, doch nicht nur die realen Unglücke, sondern auch die engagierte Darbietung von Jack Lemmon, heben „The China Syndrome“ aus dem Paranoia-Thriller-Subgenre hervor.
„Misconduct“ (2016), das Regie-Debüt von Shintaro Shimosawa zeigt Josh Duhamel als jungen Anwalt, der zwischen seiner Frau (Alice Eve) und einer reizvollen Blondien (Malin Akerman) hin und her gerissen ist, was direkte Auswirkungen auf seine Ermittlungen gegen den Vorsitzenden eines Pharmakonzerns (Anthony Hopkins) hat. Al Pacino ist als Vorgesetzter von Duhamel zu sehen und es sind die beiden Altstars, weshalb man einen Blick auf diesen schablonenhaften Thriller wirft. Weshalb sich Pacino und Hopkins aber überhaupt dafür hergaben, bleibt deren Geheimnis.
Der Stummfilm „Die Somme – Das Grab der Millionen“ (1930) gilt als einer der letzten Stummfilme Deutschlands. Heinz Paul ist dabei das Verdienst zuzuschreiben, dass er in geradezu dokumentarischen Bildern den Schrecken des 1. Weltkrieges porträtierte. Die in fünf Akte unterteilte Handlung vom Geschehen an der Front und den Männern, die dort hin gezogen werden, verblasst, doch die eindrucksvollen Bilder von den Frontkämpfen, graben sich regelrecht ins Gedächtnis.
Guy Maddin und Evan Johnson präsentieren mit „The Forbidden Room“ (2015) einen aufregenden Bildersturm, dessen Geschichte ein wenig unklar und schwammig bleibt – wenngleich das Auftauchen eines Mannes auf einem U-Boot für Heiterkeit sorgt. Die Anleihen an die Stummfilmzeit und die wunderschöne Ästhetik lassen über inhaltliche Schwächen jedoch hinweg sehen.
Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Gillian Flynn, versucht „Dark Places“ (2015) den Erfolg von „Gone Girl“ zu wiederholen. Doch die Inszenierung von Gilles Paquet-Brenner schafft es nicht, aus der unterhaltsamen Handlung, einen packenden Film zu kreieren. Charlize Theron ist als Überlebende eines Familienmassakers noch Jahrzehnte danach traumatisiert und die Versuche eines Hobby-Detektiv-Fetischclubs (perfekt als ihre Verbindung dorthin: Nicholas Hoult) sorgen dafür, dass sie sich mit der Mordnacht erneut beschäftigt. Wie schon „Gone Girl“ ist die Handlung von „Dark Places“ grundlegend auf dem Niveau der so genannten Airport Literature, doch Flynn schafft es in ihren Büchern in den besten Momenten daraus tiefere Wahrheiten heraus zu ziehen. So wie auch Fincher bei der „Gone Girl“-Adaption. „Dark Places“ bleibt ein B-Movie. Weit unter seinen Möglichkeiten.
Craig Zobels Adaption des Sci-Fi-Romans „Z for Zachariah“ (2015) bietet Margot Robbie, Chiwetel Ejiofor und Chris Pine als überlebendes Trio einer ungenannten Katastrophe. Vor allem Eijofor und Pine holen aus ihren Rollen viel heraus, doch weder konnte mich Margot Robbie überzeugen, noch schafft es Zobel in seiner Inszenierung, Spannung oder Interesse zu erzeugen. Es bleibt vor allem die Weite und Leere der schönen Landschaft.
Wenn man „Upside Down“ (2012) etwas vorwerfen kann, dann das das großartig aussehende Doppelwelt-Konzept schlicht und ergreifend keinerlei Sinn macht. Das wäre kein Problem wenn die Liebesgeschichte zwischen den von zwei Welten stammenden Liebenden (Kirsten Dunst und Jim Sturgees) eine prickelnde Angelegenheit wäre. Doch nach einem Unfall in Jugendtagen, benötigt der Film beinahe den Rest der Laufzeit, um die beiden wieder zueinander zu führen. Timothy Spall hat einen feinen Auftritt in einer Nebenrolle, doch neben den großartigen Effekten verblasst selbst er.
Der Star Wars-Fanfilm „Darth Maul: Apprentice“ (2016) von Shawn Bu ist ein tolles Beispiel dafür, was mit einfachen Mitteln möglich ist. Der 17-minütige Kurzfilm zeigt die Lehrzeit von Darth Maul und wie er eine Handvoll junger Jedi nieder metzelt. Für diese sehr dünne Geschichte dauert der Fanfilm auch eine Spur zu lang, denn bei der Viertelstunde verliert sich die Freude über die tollen Effekte relativ rasch. Dennoch ein technisch beeindruckender Kurzfilm.
Philippe Garrel hat mich einst mit „Les amants reguliers“ begeistert, umso erfreuter war ich, dass sein nur 70 Minuten langer „La jalousie“ (2013) erneut mit seinem Sohn Philippe Garrel in der Hauptrolle aufwarten konnte. Dem Titel entsprechend hält sich Garrel gar nicht erst mit einem größeren Aufbau auf, sondern zeigt Eifersucht in all ihren Facetten. Zwischen Ex-Partnern, zwischen einem Liebespaar und auch zwischen Vater und Tochter sowie Tochter und neuer Partnerin des Vaters. Diese thematische Einsilbigkeit erschwert jedoch, sich den Figuren mehr zu nähern, denn diese definieren sich rein durch ihre Eifersucht.
Valeria Bruno Tedeschis „Un chateau en Italie“ (2013) wirkt wie eine frankophone Version eines schwachen Woody Allen-Films. Bruno Tedeschi spielt eine Schauspielerin, die schon länger nicht mehr gearbeitet hat, und von einem jungen Möchtegern-Schauspieler (Philippe Garrel, wieder als Schauspieler) umworben wird. Dabei dreht sich alles um die Notwendigkeit der Familie, Geld für die Behandlung des Aids-kranken Bruders aufzutreiben, was schließlich zu einem stummen Cameo-Auftritt von Omar Sharif führt. Eine recht zusammenhanglose Farce, die viele Themen anschneidet, und damit erst recht zeigt, wie wenig sie zu erzählen hat.
Es ist beeindruckend, wie Bryan Cranston sich vom Seriendarsteller und Sitcom-Vater zu einer Größe des amerikanischen Charakterkinos entwickelte. In dem etwas zu glatt gebügeltem Biopic „Trumbo“ (2015) ist es Cranstons beeindruckend nuanciertes Spiel, welches dam engagierten aber auch zuweilen etwas zu flamboyanten und arroganten Drehbuchautor Dalton Trumbo – der wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei, gemeinsam mit anderen Kreativen auf der Schwarzen Liste in Hollywood landete – Leben verleiht. Jay Roach inszeniert mit dem Wissen um die Gewichtigkeit des Themas, und lässt deshalb viele historisch wichtige Punkte in den Film einfließen, doch obgleich die Thematik sehr interessant ist, bleibt vor allem die Persönlichkeit Trumbos im Gedächtnis.
Quentin Dupieux faszinierte die Filmwelt mit seinem Reifenserienkillerfilm „Rubber“, weshalb er offenbar der Meinung war, seinem Stil treu bleiben zu müssen. Die absurde Komödie „Wrong“ (2012), um einen Mann, dessen Hund eines Morgens verschwunden ist, bietet eine Vielzahl an extrem komischen und auch einfach albernen Momenten. Eine zusammenhängende Handlung lässt sich zwar konstruieren, scheint aber gar nicht das Hauptanliegen Dupieuxs gewesen zu sein.
Tom Hooper ist seit seinem Oscar-Abräumer „The King’s Speech“ der Filmemacher, zu dem Schauspieler gehen, die eine anspruchsvolle Rolle in einem Prestigefilm haben wollen. So scheint es auch zu „The Danish Girl“ (2015) gekommen zu sein. Eddie Redmayne spielt den dänischen Maler Einar Wegener, der sich während einer Modellsitzung für ein Gemälde das seine Frau (Oscar-gekrönt: Alicia Vikander) malt, in Strümpfe zwängt, langsam bemerkt, wie schön er dies findet. Aus dem Fetisch, den seine Frau zu Beginn unterstützt, wird schließlich ein Kampf um eine Geschlechtsumwandlung zu erreichen. Die Geschichte ist spannend, doch Hooper erzählt sie mit derart viel Schicksalsschwere, dass man aufgrund der vielen mächtigen Momente beinahe darunter erstickt.
Sibel Kekilli hat seit ihrem beeindruckenden Auftritt in „Gegen die Wand“ leider kaum ansprechende Rollen erhalten. Neben ihrer Arbeit im „Tatort“, ist sie meist in Komödien zu sehen. Umso erfreulicher, sie in einem anspruchsvollen Drama wie „Die Fremde“ (2010) von Feo Aladag zu sehen. Als junge Mutter, die ihren Mann verlässt, um auf eigenen Beinen zu stehen, ist Kekilli großartig. Die „Schande“ die sie ihrer Familie bereitet, ihre eigene Zerrissenheit zwischen Pflichtgefühl und Selbstbestimmung, und auch die Ängste, die sich rund um ihr neues Leben – etwa, dass ihr der Sohn genommen wird – auftürmen, zeigt sie in einer wunderbaren Performance. Das Drehbuch und die Regie von Aladag sind ein wenig zu melodramatisch und auch manipulativ zu geraten.
Das Horror-Doppel „Anatomie“ (2000) und „Anatomie 2“ (2003) ist der etwas zu durchsichtige Versuch der deutschen Filmlandschaft, den Teenie-Slasher in heimische Gefilde zu transportieren. Teil 1 ist mit seinem Geheimbund und den illegalen Versuchen noch sehr unterhaltsam geraten, und Franka Potente bietet eine gelungene Projektionsfläche für die Ängste des Publikums, doch dauert der Film etwa 20 Minuten zu lang, und während bereits alle Rätsel gelöst sind, türmt das Drehbuch immer mehr und mehr Wendungen auf, um ein angehängtes Slasher-Finale zu bieten. Teil 2 hat eine nur noch absurde Handlung, mit höherem Blutzoll und einem Cameo von Potente als BKA-Ermittlerin. Die Schnitte und die Inszenierung verursachen entweder Kopfschmerzen oder unfreiwilliges Gelächter. Dass beide Filme von Stefan Ruzowitzky inszeniert wurden, bemerkt man kaum.
Charlie Brown, Snoopy, Linus, Lucy, Schroeder…man kennt und liebt die Charaktere aus Charles M. Schultz‘ „The Peanuts“. Doch selbst bei den heiß geliebten Kurzfilmen, die an Feiertagen immer wieder gespielt werden, war Schultz nicht davon überzeugt, dass sie geeignet für eine Filmadaption wären. Nach Ansicht des glatt polierten, aber zugleich auch liebevoll nostalgischem „The Peanuts Movie“ (2015) von Steve Martino, neigt man Schultz‘ Einschätzung zuzustimmen. So herzlich, humorvoll und alle bekannten Peanuts-Momente abarbeitend dieser Film auch ist, so sehr ist man als Liebhaber der Comics, auch schnell dabei, nur noch darauf zu warten, dass der nächste bekannte Moment vorbei zieht. Für Kinder ein schöner Einstieg, für Nostalgiker ein ansehnlicher Zeitvertreib.
Will Smith galt für seine Darstellung als Dr. Omalu in dem NFL-Medizin-Drama „Concussion“ (2015) von Peter Landesman, als Oscar-Kandidat. Dass er nicht nominiert wurde, liegt zum Teil sicher auch daran, dass Landesmans Werk schlicht wie ein Fernsehfilm aussieht. Die Dramaturgie bewegt sich in allzu bekannten Bahnen. Smith spielt in gut aufgelegter Form, aber auch er wird von der uninspirierten Inszenierung mit hinunter gezogen. Schade, denn die Thematik ist spannend und wäre eines packenden „The Insider“-artigen Thrillers würdig.
Über Filmblogs und Seiten stößt man immer wieder auf Fundstücke aus den Frühphasen großer Regisseure. „Transfer“ (1966) ist so ein frühes Werk. Der Kurzfilm um einen Arzt der sich in der Wildnis vor seinen Patienten versteckt, ist eine Fingerübung von David Cronenberg. Der Stil mag manche an seine späteren Arbeiten erinnern, doch im Grunde ist es schlicht ein erster Gehversuch eines talentierten Filmemachers.
Der Klassik-Star David Garrett war mir bis zur aufgedrehten Werbekampagne für „Der Teufelsgeiger“ (2013) nicht bekannt. Sein musikalisches Talent, im Gegensatz zu seinen Fähigkeiten als Schauspieler, ist einer der Reize dieser Paganini-Biografie von Bernard Rose. Rose zeigt das Leben des so genannten Teufelsgeigers als faustisches Schicksal. Dass Jared Harris als Urbani nicht nur einen mephistophelischen Spitzbart trägt, sondern auch noch oft genug Dialogzeilen von sich gibt, in denen gar nicht groß seine teuflische Gestalt verdeckt wird, ist einfach nur schlampig. Christian McKay darf als Organisator eines Violinkonzerts Paganinis glänzen. Das eher billig wirkende Set-Design und die Handlung sind aber auf niedrigem Niveau. Kinskis Paganini mag ein inszenatorisches Missgeschick gewesen sein, doch zumindest wagte Kinski in seiner Arbeit neue Wege zu beschreiten. Rose langweilt nur.
Woody Allen arbeitet auch im hohen Alter noch immer mit der Energie eines Jungspundes. Das führt jedoch auch dazu, dass seine jährlich zu sehenden Filme, nicht immer das höchste Niveau erreichen. So verhält es sich auch mit „Irrational Man“ (2015), in dem ein depressiver Philosophie-Professor (Joaquin Phoenix) erst wieder zu geistigen Höchstleistungen und Lebensfreude fähig ist, als er sich dazu entschließt, einen willkürlichen Mord zu begehen. Allen bietet gut aufgelegte Darsteller und einen locker dahin fließenden Film, aber das College-Szenario (inklusive den Professor umschwirrender Frauen, hier: Emma Stone und Parker Posey) wirkt klischeehaft und die Handlung hat Allen bereits anders besser umgesetzt. Unterhaltsam, solide, aber kein neues Meisterwerk.
Immer wieder tauchen bei Arte interessante Dokumentationen auf. So auch die von Peter Moers inszenierte „Der Rote Baron – Manfred von Richthofen“ (2016) über den legendären Kampfpilot im 1. Weltkrieg. Mit vielen Historikern gespickt und etlichen nachgestellten Szenen, ist das eine solide gemachte Fernsehdoku, die zur Thematik auch noch einiges zu sagen hat.
Ebenfalls dem Fernsehsender Arte ist es zu verdanken, dass immer wieder Kurzfilme über den Schirm laufen. Eine ganze Reihe davon habe ich in diesem Monat gesehen. Angefangen mit einem Charlie Chaplin-Schwerpunkt, in dem Filme aus dem Jahr 1915 zu sehen waren. Ob „Work“, „His New Job“ oder „Shanghaied“. Sie zeigten alle Chaplin in guter Form, aber keine großen Überraschungen in inszenatorischer Sicht. Seine Parodie „A Burlesque on Carmen“ hingegen, zeigt Chaplin mit dem Anspruch, ein wenig mehr zu machen, als nur eine witzige Geschichte zu erzählen. Hier ist schon einiges von dem späteren Langfilmregisseur zu erkennen.
Ein anderer Schwerpunkt, war mit Animationskurzfilmen gespickt. „La petite casserole d’Anatole“ (2014) ist ein sympathischer Film über den kleinen Anatole und den Topf, den er stets mit sich hinterherschleppt. Ein liebevoller, aber auch etwas simpler Blick auf Ausgrenzung. Viel komplexer gestaltete sich „Carapace“ (2015) von der belgischen Filmemacherin Flora Molinié behandelt das Schicksal von Lili und ihrem Freund. Beide haben Lust auf Sex, doch ihr Körper weigert sich. Ein viel zu oft tabuisiertes Thema, sensibel und auch mit Humor behandelt. Dieses hohe Niveau kann „Blind Vaysha“ (2016) nicht ganz halten, doch der von Theodore Ushev inszenierte Film, ist auf seine eigene Art und Weise wie Vaysha mit einem Auge in die Vergangenheit und dem anderen in die Zukunft sehen kann.
Superheldenfilme sind mittlerweile geradezu eine Bank, wenn es um das Einspielergebnis geht. Währenddessen gibt es immer noch Projekte, die geradezu verflucht wirken. Etwa „Wonder Woman“, die seit Jahren auf eine Neufassung wartet, und wer die Pilotfolge aus dem Jahr 2011, zu einer nie produzierten Serie sieht, bekommt eine Ahnung davon, wie schwer sich Kreative tun, Comic-Figuren zu ansehnlichen Charakteren umzugestalten. In der von David E. Kelley produzierten und geschriebenen Version, ist Wonder Woman eine Wiedergängerin der 1970er-Serie, nur mit schlechteren Witzen und schwächeren Darstellerinnen. Eine Katastrophe die völlig zurecht nie weiter produziert wurde.
Mit viel Jubel wurde „Deadpool“ (2016) empfangen. Kritiker und Fans waren begeistert von Ryan Reynolds‘ mitreißender Performance und einem Super-Anti-Helden, der sein loses Mundwerk nicht halten kann. Darin liegt aber auch schon das Problem des von Tim Miller stellenweise unterhaltsam inszenierten Action-Reißers. Deadpool ist ein pubertärer Maulheld im Körper eines erwachsenen Superhelden. Reynolds macht aus der Rolle eine fantastische One-Man-Show, doch der Rest des Films ergeht sich in Budget-Meta-Humor und platten Scherzen. Dass die Handlung großteils den gewohnten Genre-Konventionen nacheifert, passt da ins Bild des Möchtegern-Unkonventionellen.
Pedro Almodóvars Frühwerk „Laberinto de pasiones“ (1982) hatte mein Interesse, allein aufgrund des Rufs, den sein Frühwerk besitzt. Wild, ungestüm und alle Fesseln des Franco-Regimes brechend. So beginnt denn auch das Handlungsgerüst, welches sich um eine Nymphomanin (die von ihrem Vater vergewaltigt wird, der sie für seine Frau hält), einen schwulen Terroristen und viele sexuelle Irrungen und Wirrungen, sich zu entfalten. Nach einer unterhaltsamen ersten halben Stunde, beginnt aber die Skurrilität der Charaktere an Reiz zu verlieren. „Laberinto de pasiones“ ist ungestüm aber auch ungeschliffen. "Die Fremde" Wohnung Aslan - KŸche : Umay verbrennt ihren Pa§. Sibel Kekilli (Umay Aslan) und Alimila Bagriacik (Halyme Aslan). Regie: Feo Aladag Standfotos: Sa. 26. Juli 2008. Drehtag Nr. 10 - Berlin Foto Copyright: © PATRICIA SEVILLA CIORDIA 2008 [ Berlin, Germany - Tel. +49 1705958150 ] [ Web. http://pscfoto.net - Email. pics@pscfoto.net ]

The 1001 Project
Der Polit-Thriller „Z“ (1969) von Costa-Gavras ist ein leuchtendes Beispiel für einen engagierten und zugleich einnehmenden Film, der sich nicht auf seiner Botschaft ausruht, sondern mit innovativen Mitteln, den Zuseher in die komplexe Geschichte miteinbezieht. Ein liberaler Politiker (Yves Montand) wird in den aufgeheizten Wirren eines nicht näher genannten (aber eindeutig als Griechenland zu erkennenden) Landes, niedergeschlagen, und stirbt an den Folgen. Der ermittelnde Richter (Jean-Louis Trintignant) deckt unter mühsamer Kleinarbeit ein Komplott der Militärs auf. Costa-Gavras lässt die griechische Militärdiktatur entsprechend unsympathisch und totalitär erscheinen. Ein mitreißender Thriller, der politische Radikalisierung und Tagesaktualität derart für sich einnimmt, dass man das gebotene Szenario auch ohne Probleme noch heute durchspielen kann. Ein Beispiel für einen zeitlosen Film.
Peter Greenaway hat einen derart eigenwilligen Stil, dass man seine Filme ohne große Probleme wieder erkennt. Wovon sie handeln ist derweil schwerer auszumachen. Bei „The Pillow Book“ (1996) ist mir auch nach Tagen noch nicht wirklich klar, was Greenaway hier erzählen wollte. Stilistisch ist die Geschichte einer jungen Frau, auf deren Körper Männer ihre Geschichten verewigen wunderschön. Doch die Suche der Frau nach der perfekten Kombination von Kalligraph und Liebhaber, langweilt auf Dauer. Auch wenn mit Ewan McGregor ein engagierter Darsteller die Szene betritt und Vivian Wu in der Hauptrolle brilliert, so bleibt hauptsächlich der eindrucksvolle Stil hängen und kaum etwas von der Geschichte.
Carlos Sauras „Cria Cuervos“ (1976) ist eine sehr persönliche Abrechnung mit der Franco-Diktatur, durch die Augen dreier Kinder, die ihre Eltern verloren haben. Bei ihrer Tante und der stummen Großmutter versuchen sie ein neues Leben aufzubauen. Doch unter den gestrengen Augen ihrer Tante scheint die Kindheit verloren. Mit etwas mehr Hintergrundwissen zur Franco-Ära hätte ich wohl mehr mit „Cria Cuervos“ anfangen können, doch so war es vor allem ein elegisches Stück, über den Verlust kindlicher Unschuld.

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Re-Visited
Vor 30 Jahren feierte mit Howard Deutchs „Pretty in Pink“ (1986) seine Premiere. Es war vor allem die Bestätigung für die großartige Arbeit von „The Breakfast Club“-Schöpfer John Hughes. Auch hier zeichnete er für das Drehbuch verantwortlich und Molly Ringwald als kreative, aber aus einfachen Verhältnissen stammende Andie und Andrew McCarthy als wohlhabend lebender Blaine, sind ein herrliches Liebespaar. Hughes fettete die Geschichte um eine „unmögliche Liebe“ im Highschool-Umfeld vor allem mit unterhaltsamen Charakteren auf. So durfte Jon Cryer als unglücklich in Andie verliebter Duckie eine überzogene Comedy-Glanzleistung abliefern, während James Spader als arroganter Schleimbolzen voll und ganz in seinem Element ist. Ein wenig angestaubt, aber immer noch charmant, sympathisch und unterhaltsam.
Das Opus Magnum von Terrence Malick. „The Tree of Life“ (2011) hat von seiner Kraft nichts verloren, doch während ich im Kino und bei der ersten Wiederbegegnung von Malicks Vision der Evolution fasziniert war, so berührten mich diesmal vor allem die familiären Zerwürfnisse. Jessica Chastain wird Marien-gleich in Szene gesetzt und überhöht, während Brad Pitt eine vielfach unterschätzte großartige Darbietung als verbitterter, gestrenger Patriach liefert. Doch natürlich gehört viel Lob auch Jungdarsteller Tye Sheridan. Im Kern ist Malicks Epos vor allem eine Familiengeschichte, die von Verlust und Betrug handelt. Überwältigend und berührend.
Nachdem ich von „Spotlight“ so begeistert war, musste ich mir einfach wieder einmal „All the President’s Men“ (1976) von Alan J. Pakula ansehen. Pakulas Oscar-gekrönte Regie verschränkt die journalistischen Ermittlungen von Woodward und Bernstein (in ihren Rollen versinkend: Robert Redford und Dustin Hoffman) unter den gestrengen Augen von Bill Bradlee (Oscar: Jason Robards), mit den Mitteln des Paranoia-Thrillers. Hal Holbrook glänzt in seiner im Schatten spielenden Rolle des Informanten „Deep Throat“ und Pakula weiß die Schwierigkeiten des Journalisten-Alltags geschickt in Szene zu setzen. Doch dabei gerät der Film auch öfter ins Stolpern. So viele Namen und Daten werden umher geworfen, dass es ohne genau Kenntnis der Materie kaum möglich ist, sich in den Watergate-Skandal zu vertiefen.
Das selten geglückte Experiment des Euro-Puddings. Ein italienischer Bestseller, unter der Regie eines Franzosen (Jean-Jacques Annaud) und unter der Produktionsherrschaft des Deutschen Bernd Eichinger. „Der Name der Rose“ (1986) dürfte gar nicht funktionieren. Zu vertrackt ist der Roman des kürzlich verstorbenen Umberto Eco und zu viele philosophische Fragen werden darin aufgeworfen, doch Annaud schafft es, daraus einen packenden Mittelalter-Krimi zu kreieren, der auch einige Fragen zu Glaube und Fanatismus aufwirft. Hervorragend besetzt (Sean Connery gibt eine seiner besten Darbietungen, wenngleich F. Murray Abraham ein wenig zu sehr outriert) und mit tollen Szenenbildern umgesetzt, hat sich der Film ebenso zu einem Klassiker gemausert wie das Buch.
„Shame“ (2011) ist im Grunde genommen ein Film in der Tradition großer Suchtdramen wie „The Lost Weekend“. Deshalb überrascht es auch nicht, dass Michael Fassbender als Zentrum der Handlung zu einer Höchstleistung aufblüht, die von den Oscar-Juroren leider noch nicht einmal mit einer Nominierung bedacht wurde. McQueens Inszenierung neigt aber dazu, die Sucht-Klischees ein wenig zu sehr auszureizen und vor allem der finale „Abstieg“ in eine Orgiennacht, gerät stellenweise gar etwas ärgerlich. Wobei sich bei der erneuten Ansicht, dieser Ärger etwas mehr in Grenzen hält, denn beim damaligen Kinobesuch.
Nach Ansicht des Horrordoppels „Anatomie“, war es auch wieder mal an der Zeit, den im Grunde völlig schematischen, aber dennoch beeindruckend unterhaltsamen Backwood-Slasher „Wrong Turn“ (2003) zu betrachten. Rob Schmidt verliert nur wenige Minuten, bis er schließlich seine jungen Protagonisten im Wald stranden und von den inzestuös entstellten Kannibalen töten lässt. Kurzweilig und dem Impuls vieler moderner Horrorfilme, sich in Überlänge zu ergehen, entgehend.
30 Jahre ist Tony Scotts Militär-Huldigung „Top Gun“ (1986) mittlerweile. Heute wirkt die 1980er-Nostalgie geradezu unschuldig und naiv, angesichts der Taten in dem Film. Die Kameraarbeit fasziniert heute noch, doch auf Plotebene sind es die homoerotischen Untertöne, die den Machern offenbar kaum bewusst waren, und die heute für viel Unterhaltung sorgen. In unserem Dialog, haben wir uns ausführlicher mit „Top Gun“ beschäftigt.
Ebenfalls im Rahmen des Charlie-Chaplin-Kurzfilmschwerpunkts von Arte war auch „Police“ (1916) zu sehen. Diesen hatte ich bereits vor einiger Zeit gesichtet, und auch innerhalb des diesmal zusammengestellten Programms ist Chaplin als aus dem Gefängnis entlassenen und in Freiheit wieder mit kriminellen Elementen zusammenkrachende Tramp sehr komisch. Doch dauert der Film ein wenig zu lange und fehlen stellenweise die zündenden Ideen.
Nur wenige Monate, nachdem „Star Wars: Episode VII – The Force Awakens“ (2015) die Kinowelt eroberte, wurde zu Hause erneut überprüft, ob die Qualität beibehalten wurde. Tatsächlich fallen die von J.J. Abrams gewählten Story-Elemente, die aus den ersten Filmen entnommen wurden, heute noch ein wenig stärker auf, doch stört das nicht, denn es überwiegt die Freude über das tolle Zusammenspiel von Daisey Ridley und John Boyega. Auch gewinnt Adam Drivers Performance als Kylo Ren weiter an Gewicht. Daneben verblassen die Schwachstellen der stellenweise schwachen Handlung (Star Killer, die First Order).
Wer heute die Songs von Simon & Garfunkel hört, denkt wohl zwangsweise an „The Graduate“ (1967). Nach einigen Jahren war die Wiederentdeckung dieses US-Klassikers, eine Überraschung. Denn die Affäre zwischen Mrs. Robinson (Anne Bancroft) und dem jungen Benjamin (Dustin Hoffman) ist viel erotischer, denn in meiner Erinnerung. Zudem sind die Versuche Bens, die Hochzeit Elaines (Katherine Ross) aufzuhalten heute wohl schon ein Fall für das Anti-Stalking-Gesetz. Das bittere Schlussbild, lässt viele Interpretationen offen, und gehört zu den großen Stärken von Mike Nichols fantastischer und zurecht Oscar-gekrönter Inszenierung.
Jessica Hausner hatte bei mir nach dem missglückten Horrorfilm „Hotel“ einen schlechten Stand, doch nach „Amour Fou“ und bereits zuvor nach „Lourdes“ (2009) war jegliche Skepsis verschwunden. Auch bei der erneuten Ansicht, fasziniert Hausners Gespür für das Ensemble und ihre teils kritische, teils satirische Sicht auf den Wallfahrtsort. Dennoch lässt sie die Sinn- und Heilsuche ihrer Charaktere nicht aus den Augen und macht sich auch nicht lächerlich darüber, sondern behandelt diese mit viel Feingefühl. Auch wenn gewisse Längen und etwas ungelenk gesetzte Dialoge sich einschleichen, ein interessanter und sehenswerter Film. In unserem Dialog gibt es mehr darüber.
Steven Soderberghs „Haywire“ (2011) ist der Beweis dafür, dass ein Actionfilm, keine hirnlose Angelegenheit sein muss. Der manche Zuseher als zu klinisch abstoßende Stil, ist eine Punktgenau gesetzte Inszenierung, in der Gina Carano als Regierungskillerin Mallory Kane zwischen die Fronten gerät. Nach einem missglückten Einsatz, soll sie liquidiert werden, doch sie setzt zum Rachefeldzug an. Eine in ihrer Konzeption an Filme der 1970er erinnernd, hätte ein etwas geschliffeneres Drehbuch der Sache wohl gut getan. So bleibt auch bei der erneuten Ansicht, ein starker Actionfilm, mit einer noch stärkeren Hauptdarstellerin.
The Tree of Life / http://lotuspocusfocus.com/wp-content/uploads/2014/10/tree-of-life-.jpg

Serien-Überblick
Nicht einmal zwei Monate nachdem ich „Making a Murderer“ (2015) zum ersten Mal sah, kam es zu einer erneuten, intensiveren Ansicht. Um die vielen Merkwürdigkeiten im Laufe der Ermittlungen und des Prozesses wissend, konnte ich mich mehr auf die offenen Fragen um die Täterschaft konzentrieren. Der Doku-Serie geht es zwar in ersterer Linie um ein Porträt einer fehlgeleiteten Justiz, doch auch nach zweiter Ansicht und Lektüre nicht präsentierten (belastenden) Materials, scheint mit Steven Avery offenbar doch ein Mörder verurteilt worden zu sein. Unter welch merkwürdigen Umständen auch immer.
Die 5. Staffel (2016) der überraschend unterhaltsamen wie auch erfolgreichen Krimi-Serie „Death in Paradise“ zeigt Kris Marshall erneut DI Humphrey Goodman. Während Ben Miller zu Beginn der Serie den unangepassten Briten spielte, ist Marshalls Figur bereits auf der Karibik-Insel angekommen und gefällt sich in seinem neuen Leben. Diese Entspanntheit prägt auch die Serie seit der Übernahme der Hauptrolle durch Marshall. Nachdem auch Sara Martins die Serie mit Ende der 4. Staffel verließ, ist mit Joséphine Jobert als neuer Assistentin erneut eine geglückte Rochade gelungen. Die Fälle ähneln sich im Verlauf der 5 Staffeln allesamt, doch der Charme liegt auch eher in der Inselatmosphäre und dem Zusammenspiel der einzelnen Charaktere. Und genau dies funktioniert noch immer hervorragend.
Die dreiteilige Mini-Serie „The Politican’s Husband“ (2013) unter der Regie von Simon Cellan Jones, zeigt Emily Watson und David Tennant als Karriere-orientiertes Politiker-Ehepaar, welches seine Schlagrichtung verändert sieht, als Aiden Hoynes‘ (Tennant) Versuch eines Putsches gegen den Premierminister fehlschlägt. Seine Frau Freya (Watson) sieht sich plötzlich in der Ministerposition, was Aiden nur schwer verdaut. Das ansprechende Szenario gerät jedoch auf Abwege, spätestens wenn Aiden seine Frau vergewaltigt. Zwei engagierte Darsteller, eine fehlgeleitete Inszenierung, macht eine leider nur in einzelnen Aspekten sehenswerte Mini-Serie.
Ich kenne Rowan Atkinson hauptsächlich als stummen (zumindest meistens) Mr. Bean, doch schon in der kurzlebigen Serie „Inspector Fowler“ oder auch in Kurzauftritten in britischen Kinofilmen, war zu sehen, dass Atkinson mehr ist, als Bean. Die legendäre von Richard Curtis und Atkinson entwickelte Serie „Blackadder“ (1. Staffel: The Black Adder) ist eine durch und durch britische Angelegenheit. Mittelalterhistorie, verbunden mit eingestreuten Shakespeare-Dialogen und Pseudo-Ernsthaftigkeit, was die Lords und Ladies und die Monarchie generell angeht. Die 1. Staffel (1983) beeindruckt durch Außenaufnahmen und viele sehr gute und böse Gags, doch schwankt die Qualität sichtlich zwischen den Episoden. Die 1. Staffel ist dann doch mehr ein Versprechen denn eine durchgehend gelungene Komödie.
In der 2. Staffel (1986) begibt sich Blackadder – nunmehr unter Ägide von Richard Curtis & Ben Elton, Rowan Atkinson konzentrierte sich auf die Hauptrolle – in die Zeit von Königin Elisabeth I. (Miranda Richardson). Womöglich hatte das Team mehr Zeit zur Ausarbeitung der Drehbücher, oder es lag daran, dass sich „Blackadder“ in der 2. Staffel nicht mehr so häufig zu Außendrehs begab, aber die Qualität der Witze und der Handlungen ist viel höher und wird durchgehend gehalten. Mit Stephen Fry und Hugh Laurie sind auch starke Darsteller in Nebenrollen zu finden, während Atkinson den Spielsüchtigen Adels-Nichtsnutz hervorragend gibt.
Blackadder / http://www.throng.co.nz/files/u4208/blackadder2.jpg

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

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