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Das Monat der Superhelden. Neben dem Kampf zwischen Batman und Superman, stand auch der „Civil War“ unter den Avengers im Fokus, was natürlich auch eine Wiederbegegnung mit den ersten beiden „Captain America“-Filmen notwendig machte. Helden auf ihre eigene Art wurden in „Eddie the Eagle“ oder auch der Mini-Serie „The Night Manager“ präsentiert.

Neuzugänge
Oberflächlich betrachtet ist der britisch-amerikanisch-deutsche Sportlerfilm „Eddie the Eagle“ von Dexter Fletcher (den ich als Hauptdarsteller in „The Rachel Papers“ kannte) eine typische Underdog-Geschichte. Der Brite Eddie Edwards (fein naiv: Taron Egerton) träumt von Kindesbeinen an, von einer Karriere als Olympionike. Schließlich findet er Skispringen als Nische. Unter der Führung des versoffenen Ex-Springers Bronson Peary (unfassbar cool: Hugh Jackman) arbeitet sich Eddie zu den Olympischen Winterspielen und wird dort zum Publikumshelden wider Erwarten. Fletcher inszeniert dies in den schönsten nostalgischen Farben des 1980er-Kinos. Inhaltlich vorhersehbar und nicht sonderlich anspruchsvoll, aber sehr sympathisch und gewinnend.
Die Vorfreude auf „Batman v Superman: Dawn of Justice“ war ein wenig überschaubar. Zack Snyders „Man of Steel“ konnte mich nur bedingt überzeugen und die Fortsetzung – zugleich Auftakt der Justice League-Reihe – kämpft mit teilweise denselben Problemen wie „Man of Steel“. Superman ist weiterhin eine sehr traurige Quasi-Gott-Gestalt, geliebt und gehasst von den Menschen. Ben Affleck als Bruce Wayne/Batman hingegen, überrascht mit seiner zynisch und beinahe schon faschistoiden Rächergestalt, die mehr wie eine Naturgewalt, und weniger wie ein Mann mit einer Mission wirkt. In unserem Dialog vertiefen wir dies.
Im Kino endete das Monat für mich mit dem dritten Teil von „Captain America“. Obwohl der von Joe und Anthony Russo inszenierte Action-Reißer „Captain America: Civil War“ auch gut und gerne als dritter Teil der „Avengers“ funktioniert hätte. Nicht nur ist der Titelcharakter (Chris Evans) zu sehen, sondern auch noch Iron Man, Black Widow, War Machine, Ant-Man, Hawkeye, Vision und so weiter. Auch die Einführung der neuen Helden Black Panther (Chadwick Boseman) und Spider-Man (Tom Holland) funktioniert hervorragend. Weniger gelungen ist der Einbau bereits bekannter Helden wie Ant-Man, da hierfür das Wissen des Solo-Films mit Paul Rudd notwendig ist. Zudem erscheinen die großen Actionszenen viel zu lang. Innerhalb des Marvel-Kanons allerdings ein großartiges Werk, auf einer Ebene mit den Filmen von Joss Whedon. Unser Dialog befasst sich noch einmal umfassend mit dem Film.
Batman v Superman: Dawn of Justice / http://www.filmfutter.com/wp-content/uploads/2016/03/BvSBild2.jpg

In dem in Venedig mit dem Regiepreis ausgezeichneten Thriller „El Clan“ (2015) zeigt Pablo Trapero auf effektvolle Weise, die wahre Geschichte der Puccio-Familie, die mit Entführungen und Morden das Land in Aufregung versetzte. Trapero inszeniert dies, wie eine südamerikanische Version der großen US-Gangsterklassiker. Dabei lässt er auch sehr viel zeitgenössische Popmusik zur Auflockerung einfließen. Doch weshalb die Puccios überhaupt mit den Entführungen begannen, wird nur am Rande debattiert und nie ganz klar. Dieser fehlende Hintergrund hindert den Zuseher daran, sich auf das Geschehen einzulassen.
Nicolas Cage und Elijah Wood sind die Stars des Regie-Debuts der Brüder Alex und Benjamin Brewer. „The Trust“ (2016) zeigt sie als unmotivierte Polizisten des Las Vegas PD. Als sie während eines Einsatzes auf eine neue Droge stoßen, glauben sie damit das große Geschäft machen zu können. „The Trust“ arbeitet sich an den bekannten Momenten des Drogenkrimis ab und zeigt einen gut aufgelegten Wood sowie einen recht zurückhaltenden Cage. Die beiden Stars wären Grund genug, dass der Film besser sein sollte, doch am Ende bleibt viel Langeweile.
Viel Langeweile kennzeichnete auch die „Snabba Cash“-Trilogie (2010/2012/2013) die drei Handlungen erzählt, wobei der mittlerweile in Hollywood angekommene Joel Kinnaman als Möchtegern-Geschäftsmann, der zum Drogendealer wird, im Zentrum steht. Während Teil 1 noch davon profitiert, dass man der Entwicklung der Figuren hin zu ihrem unrühmlichen Ende beiwohnen kann, sind die Teile 2 und 3 reines Actionkino, in welchem die persönlichen Abgründe eher wie Karikaturen amerikanischer Genre-Vorbilder wirken.
Peter Payer porträtiert in „Am Ende des Tages“ (2011) den erfolgreichen Politiker Robert (Simon Schwarz), der mit seiner schwangeren Freundin Katharina (Anna Unterberger) ein romantisches Wochenende am Land verbringen will. Auf dem Weg dorthin treffen sie auf Roberts alten Schulfreund (Nicholas Ofczarek). Es entspinnt sich ein Psycho-Thriller rund um vergrabene Geheimnisse und alte Bündnisse. Schwarz und Ofczarek spielen herausragend und Payer gelingt es auch, in manchen Momenten eine Verbindung zur österreichischen Gesellschaft herzustellen. Doch oftmals bleiben die Dialoge zu papieren und die Handlung zu wenig ausgearbeitet.
Gerhard Hauptmanns „Die Ratten“ (1955) ist eines jener Theaterstücke, die ich in der Schule lesen musste und dennoch hängen blieb. Die Filmversion von Robert Siodmak macht daraus ein Melodram, ohne große Höhen und Tiefen.
Starbesetzt, adaptiert nach einem Erfolgsroman und inszeniert von einem heimischen Starregisseur. Die Coming-of-Age-Komödie „Wie man leben soll“ (2011) hatte alle Zutaten für einen großen Kinohit. Stattdessen ist die Sketchshow rund um das Studentenleben von Charlie Kolostrum (Axel Ranisch) angefüllt mit seichten Klischees und nur wenigen wirklich interessanten Einsichten. Einzig Bibiane Zeller als Charlies Tante und Josef Hader und Maria Hofstätter als Swinger-Ehepaar, die Interesse an Charlie haben, stechen aus dem unlustigen Tohuwabohu heraus. Schalko inszeniert im nervösen „Sendung ohne Namen“-Stil, was erst recht von der Handlung ablenkt, doch da die einzelnen Szenen kaum eine Verbindung zur Handlung aufbauen, ist das wohl auch kein Schaden.
Basierend auf dem Erfolgsroman von Timu Vermes ist „Er ist wieder da“ (2015) zunächst eine recht exakte Adaption, doch Regisseur David Wnendt fügt schon bald Szenen ein, die mit Passanten improvisiert wurden und der Komödie um einen plötzlich wieder zum Leben erweckten Adolf Hitler (überraschend effektiv: Oliver Masucci) eine bitterböse Note verleihen. Der nur leicht unter der Oberfläche schwelende Rassismus und das rechte Gedankengut, treten deutlich zutage. Auch wenn der zweistündige Film seine Polit- und Medien-Satire-Aspekte nicht wie erhofft ausarbeitet, eine sehr gut gemachte Arbeit.
Monty Python-Legende Terry Jones inszenierte mit „Absolutely Anything“ (2015) eine Sci-Fi-Komödie, die Anklänge an „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ und „Bruce Almighty“ hat. Doch der durch ein außerirdisches Gremium, die überprüft ob die Erde würdig ist zu überleben, mit absoluter Macht ausgestattete Simon Pegg, ist höchstens für ein paar Schmunzler gut. Was ein irrwitziges Abenteuer hätte sein können, wird so zu einer recht lahmen Nummer, in der auch die Ex-Monty Python-Mitglieder als Außerirdische oder Robin Williams als Dennis the Dog nicht für größeren Unterhaltungswert sorgen können.
„The Naked City“ (1948) von Jules Dasein ist einer der ersten Film Noir, die mit Quasi-Dokumentarischem Blick, der Erzählung einen Grad von Realismus verlieh. Die Handlung um den mysteriösen Mord an einer jungen Frau, nutzt Dasein vor allem, um Genre-typische Szenen zu einer Beobachtung über die Stadt auszuweiten. Der Plot mag keinerlei großartige Neuerungen bieten (schon damals nicht), aber die fantastische Kameraarbeit, der tolle Schnitt und die dichte Inszenierung, entschädigen für ein etwas dünnes Drehbuch.
Die Collage „The Great Flood“ (2012) von Bill Morrison ist eine mit ungeschliffenem Archivmaterial zusammengestellte Meditation über die Überschwemmungen in den USA im Jahr 1927. Unterlegt mit einem mitreißendem, aber teilweise auch leicht irritierend die Aufmerksamkeit rein auf sich ziehenden jazzigen Score, versinkt man in den Filmschnipseln, und taucht doch immer wieder daraus hervor. Ein perfekter Film, um sich weiter mit der Materie auseinander zu setzen.
Der Horror-Western „Dead 7“ (2016) hätte nach allen Regeln der Wahrscheinlichkeit, eine unglaublich lustige Angelegenheit werden sollen. Angelehnt an „The Magnificent Seven“, sind sieben schräge Western-Helden unterwegs, um Zombies zu töten. Der Clou an dem Film, ist die Besetzung mit Ex-Boyband-Stars der 1990er. Darunter drei Backstreet Boys und zwei N’SYNC-Sänger. Vor allem Joey Fatone (N’SYNC) darf als versoffener Whisky Joe sich austoben. Ansonsten nimmt sich der Film – nach einer Story von Nick Carter (der auch die Hauptrolle spielt) – viel zu ernst und verspielt sein großartiges Trash-Potential.
Das extrem langsam und ruhig sich aufbauende Drama „Die Frau des Polizisten“ (2013) ist in Kapitel unterteilt, die teilweise nur eine Einstellung lang andauern und diese entweder zu offensichtlich mit dem Plot einer gewalttätigen Beziehung oder aber überhaupt nicht verbinden. Grönings Stil erzielt zu Beginn noch kurioses Interesse, doch bei fast zweieinhalb Stunden Laufzeit, erscheinen dann die endgültig zu sehenden Gewaltakte des Ehemanns gegen die Frau und ihr verzweifeltes Handeln am Ende, ein wenig aufgesetzt und kalkuliert.
400 Jahre Shakespeare und ich begann mit einer frei zugänglichen Aufzeichnung von „King Lear“ (2008) mit Ian McKellen in der Titelrolle. Fürs Fernsehen (oder Kino) wurde das Stück ein wenig adaptiert, doch im Grunde handelt es sich um die Aufzeichnung eines eher konservativ inszenierten Lear. McKellen glänzt und die Handlung ist natürlich in ihrer Intensität vorhanden, doch fehlte ein frischer Zugang. Solch einen Lear hat man bereits oft gesehen.
Ian McKellen in „Richard III“ (1995) hingegen, war so noch nie zu sehen. Basierend auf einem Stück von Richard Eyre, der Shakespeares Drama in ein fiktives England um 1930 herum transferierte, ist Richard ein faschistischer Tyrann, der für den Griff nach der Macht, zu allen Mitteln bereit ist. Die modernisierte Fassung und das Zusammenspiel mit den klassischen Dialogen, funktioniert hervorragend. Das Setting ist klug gewählt und McKellen brilliert als Richard, während in Nebenrollen Annette Benning, Nigel Hawthorne, Jim Broadbent oder Robert Downey Jr. glänzen dürfen.
Die pompöse Verfilmung von „Richard III“ (1955) durch Laurence Olivier, ist hingegen sehr klassischer Shakespeare, wie er zu damaligen Zeiten produziert wurde. Olivier brilliert als Richard, auch wenn andere Shakespeare-Rollen ihm besser ständen. Die schöne Kameraarbeit und die imposante Schlachtszene, entschädigen ein wenig, für das etwas zu konservativ inszenierte Stück.
Der Animationsfilm „La testa tra le nuvole“ (2013) von Roberto Catani ist die Preisgekrönte Geschichte eines Buben, der sich in einen Tagtraum hinein fantasiert. Hübsch animiert, aber sowohl inhaltlich als auch von der Technik nicht ganz mein Geschmack.
Richard III / http://www.mckellen.com/images/r3/ban-04.jpg

The 1001 Project
Der französische Animationsfilm „La Planéte Sauvage“ (1974) von René Laloux erzählt von den Draags, die sich Menschenähnliche Oms als Haustiere halten. Als die Oms beginnen, über ihr Schicksal selbst zu bestimmen, beginnt kein Kampf wie in Sci-Fi-Filmen, sondern eine Meditation über den Sinn von Leben, Freiheit und Toleranz. Lalouxs Animation kann oft ein wenig von der Handlung ablenken, aber die Botschaft vermittelt er auf ebenso intelligente wie ansehnliche Weise.
La Planète Sauvage / https://farfromthesilverscreen.files.wordpress.com/2011/11/fantasticplanet71.jpg?w=1197

Re-Visited
Das Regie-Debüt von Karl Markovics ist auch bei der zweiten Ansicht, ein extrem starker, komplexer und stilbewusster Film. In „Atmen“ (2011) ist Thomas Schubert der wegen Todschlag einsitzende Jugendliche, der bei der Wiener Bestattung einen Neustart versucht, nachdem ihm das Zusammensein mit den Lebenden unwirklich erscheint. Die Abgestumpftheit und das leichte Auftauen mit den Kollegen, wird von Schubert großartig gespielt und Markovics bietet herrliche Momente. Mancher Aspekt, wie die ihn aussetzende Mutter, sind ein wenig zu Klischeehaft. Hier scheint sein Nachfolgefilm „Superwelt“ ein wenig gelungener. Jammern auf hohem Niveau.
Die Kombination Brad Pitt und Regisseur Andrew Dominik gehört zu den spannenderen der US-Filmszene. Mit dem Gangsterfilm „Killing Them Softly“ (2012) kreierte Dominik eine Reminiszenz an 70er-Jahre-Werke, die im New Orleans der Gegenwart angesiedelt ist. Der Obama-McCain-Wahlkampf wird prominent ins Bild gerückt, während zwei Kleinkriminelle (Ben Mendelsohn und Scott McNairy) eine illegale Pokerrunde überfallen. Die Gangsterszene (vertreten wie eine Unternehmergruppe durch ihren Sprecher: Richard Jenkins) holt sich einen starken Mann (Brad Pitt). Gemeinsam mit seinem versoffenen Kollegen Mickey (herrlich: James Gandolfini) soll er die Verantwortlichen beseitigen. Was wie ein geradliniger Gangsterfilm klingt, ist bei Dominik eine Parabel auf die US-Gesellschaft. Manchmal zu oberflächlich und offensichtlich, aber mit sehr viel Stilbewusstsein und großartigen Darstellern.
Es gibt wenige Filme, die so zeitlos sind, wie „Pulp Fiction“ (1994). Quentin Tarantinos famoser Episodenfilm, ist auch bei der x-ten Ansicht, ein ebenso intensiver wie humorvoller Thriller. Ein Film der eine ganze Generation und auch eine ganze Filmära prägte und heute immer noch fasziniert.
Als Kind war Wolfgang Reithermans „The Jungle Book“ (1967) Pflichtprogramm. Die Distanz zur Kindheit, hat dem Film aber auch ein wenig von seinem Reiz geraubt. Die Songs sind immer noch großartig, aber viele Szenen führen ein wenig zu lang ins Nirgendwo. Heute noch ist das ein charmanter Kinderfilm, aber es gibt Disney-Arbeiten, die besser alterten. Wir haben uns im Dialog darüber geäußert.
Die Welt feiert den 400. Geburtstag von William Shakespeare und fragt sich zugleich, ob der Mann wirklich der Autor eben jener Stücke war. Roland Emmerichs sehr unterhaltsamer, aber in typischer Emmerich-Form zu platt aufgetragener Verschwörungs-Kostüm-Thriller „Anonymous“ (2011) geht der Frage nach, wer der Autor der Shakespeare-Stücke wirklich war. Hier ist es Edmward De Vere (großartig: Rhys Ifans) und Shakespeare ist ein Analphabet, der den Ruhm liebt. Unterhaltsam, aber mit zu wenig Tiefgang.
Mangelnder Tiefgang kann Lisandro Alonsos „Jauja“ (2014) mit Sicherheit nicht unterstellt werden. Die hypnotischen Abenteuer in der argentinischen Pampa, sind Handlungsarm, aber voller Symbolik und Amtosphäre. Viggo Mortensen verleiht dem Film nicht nur Star-Qualitäten sondern auch eine charismatische Präsenz.
Als Vorbereitung auf den neuesten „Captain America“, sah ich mir sowohl den ersten Teil „The First Avenger“ (2011) von Joe Johnston und die Fortsetzung „The Winter Soldier“ (2014) von Joe und Anthony Russo an. Teil 1 ist ein herrlich altmodischer B-Movie, der seine Retro-Formel mit Stolz vor sich herträgt, doch sobald Captain America (Chris Evans) endgültig im Kostüm steckt und Jagd auf Red Skull (Hugo Weaving) macht, beginnt das Geschehen in eben dieser Formelhaftigkeit zu versinken. Charmant aber zu leichtgewichtig. „The Winter Soldier“ hingegen versucht mit aktuellen politischen Fragen mehr Gewicht zu erlangen. Überwachung, Infiltration und Spionage sind die Themen, weshalb die Rolle des Bösewichts mit Robert Redford gut gewählt wurde. Dennoch ist auch „The Winter Soldier“ im Endeffekt nur ein vorgeblich komplexer Film, der sich dann doch über das Duell zwischen Cap und seinem Jugendfreund Bucky (Sebastian Stan) definiert.
In diesem Monat feierte Al Pacino seinen 75. Geburtstag. Gemeinsam mit Shakespeares 400. Geburtstag, war die Sichtung von „Looking for Richard“ (1995) geradezu zwingend notwendig. Pacino schafft es in seinem etwas unkonventionellen Stil, dem Stück ein wenig auf den Grund zu gehen und es zu vermitteln, während er gleichzeitig das Stück inszeniert. Pacino ist in Hochform und sein Zugang ist erfrischend und interessant. Die beste Form der Shakerspeare-Werbung und -Vermittlung.
Killing Them Softly / http://thetalkiespodcast.com/wp-content/uploads/2012/12/Killing-Them-Softly-Brad-Pitt.jpg

Serien-Überblick
Die zweite Staffel der Netflix-Serie „Daredevil“ (2016) schafft es, in Sachen Spannung und Action seinen Vorgänger zu übertrumpfen. Man ist mitten im Kampfgetümmel, wenn auch Elektra und der Punisher (herrlich: Jon Bernthal) mit auftreten. Währenddessen scheint sich die legale Seite von Matt Murdochs (Matthew Fox) Leben in Luft aufzulösen. Sein Leben als Daredevil gewinnt die Oberhand und so setzt die 2. Staffel nicht nur auf grandiose Actionszenen (vor allem mit dem Punisher), sondern etabliert eine Bedrohungslage für die 3. Staffel, in der auch der Kingpin (Vincent D’Onofrio) wieder mit im Spiel sein wird. Aufregend gemachte Serienunterhaltung.
Viel zu lange habe ich auf das Finale von „Mad Men“ gewartet. Staffel 7.2 (2015), die Fortsetzung der ersten Hälfte der letzten Staffel, zeigt Roger Sterling, Don Draper, Peggy Olson und Co., auf ihrem Weg in eine neue Firmenstruktur. Doch kaum beim einstigen Erzfeind McCann angekommen, zerbröckelt dieses Leben. Joan (Christina Hendricks) stößt an eine unsichtbare Grenze, gezogen von Sexismus, während Roger sein Lebenswerk zerstört sieht und Don auf einen Selbstfindungstrip nach Kalifornien fährt. Einzig Peggy findet Frieden im neuen beruflichen Umfeld. Insgesamt ein schönes Finale, welches so gut wie alle losen Enden zu einem befriedigenden Ende führt und auch die Reise von Don Draper (faszinierend wie immer: Jon Hamm) an einen Punkt führt, an dem dem Zuseher auch genügend Freiraum bleibt, um eigene Schlüsse zu seinem Schicksal zu ziehen.
Die Adaption eines Erfolgsromans von Stephen King ist immer eine heikle Angelegenheit. Irgendwie schaffen es die Serienmacher, die schlimmsten Facetten seiner Romane in den Vordergrund zu rücken. „11.22.63“ (2016) mit James Franco als Englischlehrer, der in die Zeit zurückreist, um die Ermordung von John F. Kennedy zu stoppen, macht keine großen Fehler. Jedoch werden unnötige Änderungen vorgenommen, wie etwa ein zusätzlicher Charakter, der im Grunde nur für neue Unruhe sorgt, ohne zu der Geschichte viel beizutragen. Franco ist überzeugend, die auf acht Episoden ausgelegte Mini-Serie wird in flottem Tempo erzählt, doch am Ende steht einfach ein enttäuschendes Ende, wie auch schon im Roman von Stephen King. Unterhaltsam, spannend, aber am Ende doch unbefriedigend.
Die Macher von „American Horror Story“ haben sich versammelt, und mit „American Crime Story“ eine neue Serie erschaffen. In Staffel 1 – „The People v. O.J. Simpson“ (2016) – wird einer der meist diskutierten Kriminalfälle der US-Geschichte durchgenommen. In Starbesetzung wird in zehn Episoden der Mord, die Ermittlungen, der Prozess, die Situation der Geschworenen aber auch der Medienzirkus unter die Lupe genommen. Ryan Murphy inszenierte die meisten Episoden und es ist überraschend mitreißend und amüsant, diese Auseinandersetzung der Rassenthematik inmitten eines Mordprozesses zu sehen. Unverkennbar echot hier die #BlackLivesMatter-Bewegung auch hinein. Darstellerisch glänzt vor allem Sarah Paulson als Staatsanwältin Marcia Clark und sie stiehlt Stars wie John Travolta (als Robert Shapiro) oder Cuba Gooding Jr. (als O.J. Simpson) die Show.
Die Science-Fiction-Serie „The Expanse“ zeigt eine Zukunft, in der sich die Menschheit in drei Lager aufgeteilt hat. Die Erdbewohner, die Mars-Bewohner und die im „Belt“ arbeitende Bevölkerung. Die 1. Staffel (2015) braucht ganze vier Episoden um endlich in Schwung zu kommen und die drei Haupthandlungsstränge zu verbinden. Vor allem Thomas Jane als Polizist, auf der Suche nach der Tochter eines einflussreichen Mannes, sticht heraus, während andere Nebencharaktere sehr lange benötigen, um einen Eindruck zu hinterlassen. Am Ende hat sich „The Expanse“ als unterhaltsame Genre-Kost etabliert, mit überraschend guten Effekten.
Ich habe mir etwas Zeit gelassen, um die 2. Staffel (2014) von „Ray Donovan“ zu sichten, was wohl auch damit zu tun hat, dass zwar das Ensemble (rund um die Stars Liev Schreiber und Jon Voight) glänzt, aber die Handlung um die Rückkehr des Patriarchen in den Donovan-Clan im Rückblick ein wenig schal wirkte. Auch Staffel 2 hat einige Momente, die einfach zu dick aufgetragen wirken. Doch Schreiber als Hollywood-Fixer Ray Donovan und Jon Voight als sein krimineller Vater, sind die treibenden Kräfte, die der Handlung immer wieder neue Wendungen aufzwingen. Nebenhandlungen um die Brüder Bunchy (Dash Mihok) und Terry (der großartige Eddie Marsan) oder Rays Frau und Kinder, fetten die Staffel ordentlich auf, doch gibt es zu viele übertrieben dramatische Momente.
Basierend auf einem Roman von John le Carré, inszenierte Susanne Bier die sechsteilige Mini-Serie „The Night Manager“ (2016). Es ist vor allem das Duell zweier in Hochform aufspielender Stars. Tom Hiddlestone ist der ehemalige britische Soldat Jonathan Pine, der vom MI 6 – in Person von Andrea Burr (hervorragend: Olivia Colman) – angeworben wird, um das Netzwerk des Waffenhändlers Richard Roper (ein fabelhafter Bösewicht: Hugh Laurie) zu unterwandern. Pine verschafft sich Zutritt zum inneren Kreis Ropers, inklusive dem Trinkfreudigen Corkie (auch toll in Form: Tom Hollander) und Ropers Frau (Elizabeth Debicki). In manchen Episoden führen die Handlungsstränge ein wenig zu ausladend in die persönlichen Verstrickungen von Pine und Roper, doch Susanne Bier weiß immer die Spannungsschraube anzudrehen. Womöglich ist es auch ein großer Vorteil gewesen, dass „The Night Manager“ nicht zu le Carrés bekanntesten Romanen zählt, denn so fällt auch viel Druck weg. Hiddlestone und Laurie glänzen, und auch wenn manch Wendung ein wenig „billig“ und wie aus einem 08/15-Agententhriller entnommen wirkt, ist „The Night Manager“ ein Highlight des jungen Serien-Jahres.
Über Jahre ging die absurd komische Animationsserie „Happy Tree Friends“ an mir vorüber. Die auf Netflix verfügbare 1. Staffel (1999) zeigt die Stärken und Schwächen des Konzepts. Süß animierte Tierchen, die in brutalst möglicher Weise zu Tode kommen. Unfassbar komisch, aber nach einer Weil hat sich der Gag abgenutzt, denn der Verzicht auf jegliche Handlung, raubt den süßen Tierchen jede Möglichkeit der Entwicklung. So bleiben einige großartige Gags, die aber schon nach einer Staffel langsam ihren Reiz verlieren.
Paul Giamatti als mächtiger Staatsanwalt auf der Jagd nach korrupten Finanzmogulen und Damian Lewis als Bobby Axelrod, einer eben dieser korrupten Finanz- und Investment-Haie. „Billions“ (2016) ist das Duell zweier fantastischer Schauspieler, die jede Möglichkeit die Dialoge zu zelebrieren auch nutzen, während auf Handlungsebene wenig überraschendes passiert. Der Machtkampf zwischen den beiden Männern, die auch mit abwechselnden innerfamiliären Allianzen verbunden sind, sind mal gut geschrieben, mal auch wieder derat vor Klischees triefend, dass nur die beiden Stars über derartige Passagen hinweg retten können.
In der 2. Staffel (2016) von „Better Call Saul“ geht der langsame Abstieg (oder Aufstieg?) von Jimmy McGill (Bob Odenkirk) unvermindert weiter. Sein Engagement bei einer angesehenen Kanzlei wird durch seinen persönlichen Zugang zum geschriebenen Recht immer wieder auf die Probe gestellt, und in der betont ruhigen Inszenierung, dreht sich die Eskalationsschraube eher unvermittelt immer weiter an. Am Ende steht ein Konflikt zwischen Jimmy und seinem idealisierten Bruder Chuck. Während Mike immer tiefer in die Belange der Mafia gerät und auch hier die Weichen für die Entwicklungen in „Breaking Bad“ gestellt werden. Manche Episode wirkt wenig interessant, aber im Gesamtbild der Staffel, zeigt sich, dass die Macher alles ganz genau platziert haben. Die weitere Entwicklung bleibt spannend.
Langsam geht es in die Zielgerade für Lena Dunham und „Girls“. Sie selbst kündigte mit Staffel 6 das Ende an, weshalb bereits die 5. Staffel (2016) ein wenig wie eine Vorbereitung auf diesen Abschied wirkt. Ein Problem mit dem sich die Serie auseinandersetzen muss, ist die immer mehr ins Karikaturhafte ausschlagende Ausarbeitung der Charaktere. Kaum ein Abenteuer wirkt noch, als ob es echten Menschen zustoßen könnte, sondern mehr wie eine Ansammlung von (gut geschriebenen) Sitcom-Handlungen. Damit war wohl zu rechnen, da die Figuren nicht stillstehen können und dürfen, doch Shoshannas Abenteuer in Japan oder Marnies Musik-Karriere, sind schon sehr weit von dem Realismus entfernt, den Dunham zu Beginn der Serie etablierte.
Die Anwaltsserie „How to Get Away with Murder“ ist vor allem die Möglichkeit für Viola Davis, ihre Qualitäten zu zeigen. In Staffel 1 (2014) steht zunächst die Etablierung der verschiedenen Charaktere im Zentrum, ehe man mitten in ein mysteriöses Mordkomplott geworfen wird. Gerade dieses und auch die separat verhandelten Fälle, sind nicht ganz so interessant, wie erhofft. Wir haben dies im Dialog näher besprochen.
Mad Men / http://esq.h-cdn.co/assets/15/21/1600x800/landscape-1431968643-a18dca11-b4eb-7f89-70b8-fed127b34e4d-mm-714-jm-0624-0587.jpg

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

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