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Das Jahr geht zu Ende und das Kino wurde wieder nicht sonderlich oft aufgesucht. Die Übertragung des wunderbaren „No Man’s Land“ sowie die jüngste Star-Wars-Episode standen auf dem Plan. Ein großes Highlight im Dezember war die erneute Ansicht des mittlerweile 20 Jahre alten Klassikers „Trainspotting“, der die Hoffnung schürt, dass die bald startende Fortsetzung erneut so ein Ereignis wird.

Neuzugänge
Nach längerer Zeit schaffte ich es wieder, mir eine NT Live-Übertragung anzusehen. In diesem Fall „National Theatre Live: No Man’s Land“, nach dem Stück von Harold Pinter mit dem großartigen Duo Patrick Stewart und Ian McKellen in den Hauptrollen. Die beiden agieren in einer klaustrophobisch anmutenden Kulisse, sowohl als Weggefährten als auch als Widersacher. Die Wortduelle – zu denen sich Damien Molony und ein herrlicher Owen Teale gesellen – sind auf höchstem Niveau und Sean Mathias belässt die Darsteller in einem konzentrierten Setting, welches nur die Stärke der Darbietungen und des subtilen Textes (der von Alkoholismus über Macho-Gehabe bis zu Demenz reicht) unterstreicht.
Das Jahr wurde mit dem traditionellen Silvestergang ins Kino abgeschlossen und die Erwartungen an „Rogue One“ waren immens, nachdem der Neustart mit Episode VII zwar intellektuell nicht anspruchsvoll aber extrem unterhaltsam geriet. Der zwischen Episode III und IV angesiedelte neue Film von Gareth Edwards, erzählt auch eine interessante Geschichte von Rebellen (angeführt von Felicity Jones und Diego Luna), auf der Jagd nach den Plänen zu einer neuen Waffe namens Todesstern. Nostalgie und moderne Action vermischen sich zu einem technisch saubereren Spektakel, doch die fehlende Spannung macht diesen Star Wars-Film zu einem der merkwürdigsten und am wenigstens einnehmenden im Kanon.

Rogue One / http://www.joblo.com/newsimages1/felicity-jones-star-wars-rogue-one-jyn.jpg

Die auf Arte gezeigten Kurzfilme „Blood Manifesto“ (2016) und „Lupus“ (2016) sind beide sehr anschauliche Beispiele dafür, wie man eine Botschaft mit viel Stilwillen vermitteln kann. Die Botschaft geht bei beiden Filmen zwar ein wenig verloren, doch bleibt vor allem das Stilbewusstsein hängen.
Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“ wurde schon dutzende Male verfilmt, und in verschiedensten Formen. Arnaud des Pallières macht in seiner Version (2013) daraus einen Quasi-Robin-Hood mit Mads Mikkelsen als charismatischem Titelhelden. Doch das Geschehen versinkt in viel zu lang gezogenen Einstellungen und die Konsequenzen der Handlungen Kohlhaas‘ erreichen viel zu spät eine tödliche Konsequenz.
Der Fernseh-Zweiteiler „Lemminge“ (1979) von Michael Haneke, ist ein faszinierendes Zeugnis davon, wie der wohl wichtigste europäische Autorenfilmer der Gegenwart, bereits früh in seinem Schaffen mit Themen hantierte, die ihn später noch beschäftigten. Das Auseinanderklaffen der Lebensentwürfe der älteren Generation und der Jugend im Österreich der 1950er, welches zu einer Reihe von Selbstmorden führt, kann zu „Caché“ und „Das weiße Band“ weiter gedacht werden. In seinem Zweiteiler nimmt sich Haneke die Zeit, die Folgen der Handlungen aus dem ersten Teil „Arkadien“ Jahrzehnte später im zweiten Teil „Verletzungen“ deutlich zu werden. Die Einflüsse von Ingmar Bergman sind unübersehbar bei diesem nicht einfach zu konsumierenden Fernsehdoppel.
„The Caveman’s Valentine“ (2001) von Kasi Lemmons, stand schon länger auf meiner To-Do-List. Samuel L. Jackson brilliert als obdachloses Musikgenie, welches den scheinbaren Selbstmord eines jungen Mannes aufklärt und dabei die feineren Gesellschaftsschichten New Yorks in Bedrängnis bringt. Die Traumsequenzen und Jacksons Spiel funktionieren, doch die Handlung um einen arroganten Kunstfotografen und seine Machenschaften gehört eher zu den langweiligeren Krimiplots.
Die österreichische Komödie „Die Werkstümer“ (2013) von Andreas Schmied, hätte ein intelligentes und lustiges Abbild der in der Krise befindlichen Industrie in der Obersteiermark geben können. Stattdessen dominiert Klamauk und ein langweiliger „Romantic Comedy“-Plot rund um Michael Ostrowski und Hilde Dalik. Der stets unterschätzte Holger Schober und Manuel Rubey sorgen hingegen für die Highlights.
Woody Allens neuestes Werk „Café Society“ (2016) erhielt teilweise frenetischen Jubel in der Presse und bei Online-Kritikern. Nach Ansicht des wunderschön gefilmten aber unsagbar langweiligen Nostalgie-Schinkens, frage ich ich, weshalb. Jesse Eisenberg ist ein guter Woody-Allen-Standin, der Karriere in Hollywood bei seinem Onkel (schön überdreht: Steve Carrell) machen will. Dabei verliebt er sich in die Sekretärin seines Onkels (bemüht aber schlicht fehlbesetzt: Kristen Stewart). Was folgt ist eine Mischung aus Insider-Gags, Romantikkomödie und Krimikomödie, mit Elementen und Handlungsteilen, wie sie in früheren Allen-Filmen schon viel besser zu sehen waren. Ein Film, in dem es schlicht um Nichts geht und der dementsprechend wenig zu bieten hat.
Der ohne jede Dialogzeile auskommende Animationsfilm „La tortue rogue“ (2016) des Belgiers Michael Dudok de Wit (mit Unterstützung des legendären japanischen Studio Ghibli) ist ein wunderschöner, aber auch sehr merkwürdiger Film. Ein Schiffbrüchiger landet auf einer einsamen Insel und „lernt dort eine riesige rote Schildkröte kennen“. Der Film zeigt wie der Mann eine Familie gründet, doch eigentlich ist da immer nur die Schildkröte. In Ermangelung einer besseren Interpretation scheint mir dies die animierte Version des „Swiss Army Man“ zu sein, allerdings mit weniger Witz
Der 80-Minüter „Der rote Halbmond“ (1919) von Alexander Korda, ist die heute noch existente Version des ursprünglich auf drei Filme ausgelegten ungarischen Monumentalfilms „Az Aranyember“. In der gekürzten deutschen Verleihversion sind die actiongeladenen Thrillerelemente (mit gar nicht mal so schlechten Verfolgungsjagden) und die Melodramelemente derart komprimiert, dass sie in der kurzen Spielzeit sich hauptsächlich in die Quere kommen. Man ahnt, mit der Hintergrundinformation, dass hier ein großes Werk vor einem liegt, doch in der Version die existiert, wirkt alles etwas unausgegoren.
Mit der Dramatisierung von drei Kurzgeschichten der kanadischen Literatin Alice Munroe, ist Pedro Almodóvar wieder ganz in seinem Element. In „Julieta“ (2016) zeigt er das Leben der Titelheldin in verschiedenen Zeitabschnitten – von den optimistisch wirkenden 1980ern bis hin in eine dunkle Gegenwart – in denen das Familienleben und die Suche nach der Tochter dominieren. Inhaltlich ist „Julieta“ im Grunde nur eine Vorlage, damit Almodóvar mit tollen Kostümen und Szenenbildern arbeiten kann. Nicht so wagemutig wie seine früheren Filme, aber ein beeindruckender Beweis dafür, dass der spanische Meister immer noch zu überzeugen weiß.
Das Remake des Remakes. „The Magnificent Seven“ (2016) von Antoine Fuqua nimmt sich den Western von John Sturges zum Vorbild und weniger den Samuraiklassiker von Akira Kurosawa. Positiv anzumerken ist, dass sich Fuqua um ein divers besetztes Ensemble bemüht, doch die Hintergründe seiner Charaktere sind allesamt reichlich dünn. Die Darsteller markieren ihren Charakter durch Posen. Denzel Washington, Chris Pratt und Ethan Hawke hinterlassen dabei den stärksten Eindruck, und auch Peter Sarsgaard darf ein paar sardonische Momente als Bösewicht haben. Stilistisch bleibt aber nicht viel mehr haften.
In der griechischen Farce „Chevalier“ (2015) beginnt eine Gruppe Männer auf einem Yachttrip mit einem Spiel, in dem alles gewertet wird. Von körperlichen Merkmalen über Charaktereigenschaften bis hin dazu, wer am schnellsten zurückgerufen wird. Athina Rachel Tsangari hat sichtlichen Spaß daran, die Männer in ihren lächerlichen Machtspielchen zu beobachten und zu demontieren. Leider, wie schon bei „Attenberg“, bleibt sie zu sehr in ihrem ursprünglichen Szenario hängen und führt nichts weiter.
Jeff Nichols‘ „Loving“ (2016) ist der Beweis, wie feinfühlig der US-Amerikaner selbst kontroverste Themen handzuhaben weiß. Die im von diskriminierenden Gesetzen geprägten USA der 1950er, verbietet die Mischehe der Lovings (Joel Edgerton & Ruth Negga), doch sie gehen durch die Instanzen und sorgen für ein bahnbrechendes Gerichtsurteil. Nichols zeigt dies zurückhaltend, beinahe zu zurückhaltend, denn hin und wieder möchte man sich aufregen und ärgern, doch auch die Lovings nehmen die Wendungen des Schicksals mit Ruhe und konzentrieren sich auf ihr privates Glück.
„For the Love of Spock“ (2016) von Adam Nimoy, zeigt den großartigen Leonard Nimoy und seine Karriere sowie sein Leben. Sein Sohn Adam spart nicht die familiären Turbulenzen und privaten Höhen und Tiefen aus. Im Zentrum steht aber natürlich der Künstler Leonard Nimoy und während es dabei für Fans nur wenig Neues zu entdecken gibt, ist es ein herzliches und vor allem mitfühlendes Portrait.
Der in London lebende österreichische Filmemacher Fritz Urschitz erzählt in „Where I Belong“ (2015) von in England lebenden geflohnen österreichischen Juden und ihrem Dasein im Nachkriegsengland. Was theoretisch eine scharfsinnige Analyse über Identität in Zeiten der Flucht hätte sein können, driftet ab in ein unfassbar langweiliges Melodram über eine junge Frau (Natalie Press), die sich in den falschen Mann (Johannes Krisch) verliebt.
Das emotionale Zentrum von „Dreiviertelmond“ (2011) ist Elmar Wepper als grantelnder Münchner Taxifahrer Hartmut. Als ein 6-Jahre altes türkisches Mädchen plötzlich ohne Aufsicht auf der Straße steht (die Mutter ist auf einem Arbeitsauftrag unterwegs, die Großmutter liegt im Krankenhaus im Koma), kümmert sich der unverhofft dazu kommende Hartmut um das Mädchen. Seine harte (und leicht rassistische) Schale blättert natürlich ab und es zeigt sich ein weicher Kern. Die Saulus-zum-Paulus-Handlung ist wenig originell, doch Wepper bietet eine fantastische Darbietung und Regisseur Christian Zübert lässt sich nicht zu allzu kitschigen Momenten hinreißen.
In der Landkrimi-Reihe wurden vier neue Filme präsentiert. Den Auftakt vollführten Harald Sicheritz (Regie) und Felix Mitterer (Buch) mit dem in Tirol angesiedelten „Sommernachtsmord“ (2016). Katharina Straßer darf dabei als handfeste Ermittlern am Land ermitteln, doch ihr Verhalten im Fall eines Frauenmordes ist derart unrealistisch und überzogen – wie auch die Klischees zur einfältigen Bevölkerung und sinistren Städtern – dass man beinahe von einer Parodie sprechen will. Der in Salzburg angesiedelte „Drachenjungfrau“ (2016) unter der Regie von Catalina Molina, zeigt Manuel Rubey in souveräner Form ebenfalls bei der Heimkehr aufs Land. Sein Fall wird dabei mit Jugenderinnerungen gegengeschnitten. Das macht einen nachdenklicheren Film, aber die Spannung geht mit der Zeit verloren. Überraschend effektiv (und wohl bislang auch am besten in der gesamten Reihe) war der Südtiroler Beitrag „Endabrechnung“ (2016) von Umut Dag. Robert Palfrader ist exzellent als von einem früheren Fall gezeichneter Polizist, den eine öffentliche Hinrichtung an einem Banker zurück in den Beruf zieht. „Endabrechnung“ zeigt früh den Täter und konzentriert sich mehr auf die Milieubedingten Umstände für das Verhalten aller Charaktere. Zwar gerät der Fall auch hier stellenweise viel zu sehr in den Hintergrund, doch ist das Leben der Charaktere sehr interessant aufbereitet.
Ein Flug über den Atlantik hat den Vorteil, dass man sich bei seinem In-Seat-Monitor ein Entertainment-Programm ansehen kann. Bei mir waren es drei Spielfilme, die ich im Kino nicht sah. Zunächst „Independence Day: Resurgence“ (2016). Die Fortsetzung zu Roland-Emmerichs-Blockbuster bietet im Grunde denselben Film noch einmal, nur mit größeren Raumschiffen und weniger interessanten Dialogen. „The Legend of Tarzan“ (2016) ist die großteils recht gelungene Neuauflage der klassischen Abenteuergeschichte, diesmal mit Alexander Skarsgaard als Titelheld, der in den Dschungel zurück muss, um Vorwürfe von Sklaverei im belgisch regierten Kongo zu untersuchen. Dort wütet der von Christoph Walz dargestellte Bösewicht. Samuel L. Jackson darf für die humorvollen Momente sorgen, während der Rest des Abenteuerstreifens ein wenig zu ernst wirkt und das Finale in schlecht gemachtem CGI-Bombast untergeht. Wirklich schlecht gemachtes CGI konnte dann aber in „Pan“ (2015) bestaunt werden. Die Vorgeschichte zu Peter Pan, bietet mit einem herrlich überdrehten Hugh Jackman einen guten Bösewicht, aber der Rest der knapp zwei Stunden ist mit sinnlos aneinander gereihter Action vollgestopft, die auch noch dazu schlecht aussieht.
Der überraschende Tod von Carrie Fisher, hat nicht nur Star Wars-Fans geschockt, sondern hat auch dazu geführt, dass viele Bewunderer ihrer Post-Star-Wars-Arbeit vortraten und aufzeigten, was sie alles schuf. Darunter fällt die One-Woman-Show „Wishful Drinking“ (2010) in dem sie ihre eigene Biografie satirisch aufarbeitet. Fishers böser Sinn für Humor ist ansteckend und das Programm herrlich anzusehen.
Weihnachten ist die Zeit der großen Fernsehspecials. Der ORF brachte in diesem Jahr den aufwändig gestalteten Zweiteiler „Das Sacher – In bester Gesellschaft“ (2016), der vorgeblich die Geschichte des berühmten Hotels erzählt, doch während Ursula Strauss als Anna Sacher ein paar Momente Zigarre-paffend zu sehen ist, geht es eigentlich um zwei Paare und ihre amourösen Verwicklungen die sich über Jahrzehnte dehnen. Teil 1 kann noch ein wenig das Interesse aufrecht erhalten – vor allem da das Hotel noch mehr im Mittelpunkt steht – aber Teil 2 zerfällt völlig. Robert Dornhelms Inszenierung und Rodica Doehnerts Drehbuch scheinen nie wirklich zu wissen, was sie wirklich erzählen wollen.

Julieta / http://www.kino.de/wp-content/gallery/julieta-2016/julieta-10-rcm0x1920u.jpg

Re-Visited
Nächstes Jahr startet die Fortsetzung zum Kultfilm „Trainspotting“ (1996). Umso mehr ein Grund, sich wieder einmal diesen einflussreichen (Anti-)Drogenfilm näher anzusehen. 20 Jahre später haben sich einige Sichtweisen verändert und gewisse Szenen erträgt man etwas schwerer als früher (etwa den Tod des Kleinkindes), aber die Energie, der Einfallsreichtum, die tollen Darsteller (speziell Ewan McGregor und Robert Carlyle) und die vielen großartigen Zitate, bleiben bestehen. Ein Film, der die Zeit auch offenbar deshalb unbeschadet übersteht, da sich Boyle niemals zu einer Wertung hinreißen lässt. Die Charaktere existieren und sie agieren wie es ihrem moralischen Kompass zusagt. Nicht mehr und nicht weniger zeigt Boyle. Fantastisch!

Trainspotting / https://ravinrhys.files.wordpress.com/2014/06/chippys.jpg

Serien-Überblick
In Vorbereitung auf unseren New-York-Urlaub, war die Idee sich wieder einmal „Sex and the City“ anzusehen, gar nicht mal so weit hergeholt. Staffel 1 (1998) der einstmals so einflussreichen Serie, zeigt noch die vielen ungeschliffenen Ecken und Kanten. Die Charaktere sind noch nicht völlig ausgearbeitet, die Schauplätze wechseln noch oftmals und die Episodenanzahl ist geringer als in späteren Staffeln. Doch der Grundkonflikt zwischen Carrie (Sarah Jessica Parker) und Mr. Big ist bereits gelegt und es überrascht, dass nach der 1. Staffel, daran noch so lange festgehalten werden konnte.
Die ersten Staffeln der „Gilmore Girls“ habe ich mit Interesse beobachtet, doch irgendwann schwand mein Interesse, was vor allem mit meiner Abneigung für die Entwicklung von Rory Gilmore (Alexis Bledel) zusammenhing. In dem fast zehn Jahre nach dem Serienfinale nachgeschickten Revival „Gilmore Girls: A Year in the Life“ (2016) nimmt Serienschöpferin Amy Sherman-Palladino die Fäden wieder auf, und zeigt wo Lorelei (Lauren Graham), ihre Tochter Rory, ihre Mutter (Kelly Bishop) und die anderen Charaktere sich nunmehr im Leben befinden. Das in vier etwa 90 Minuten lange Filme geteilte Serienspecial, zeigt in den ersten beiden Episoden ebenso viel Fanservice wie auch wirklich gut gemachte Neuentwicklungen. Doch spätestens mit den Musicalnummern, dem ständigen Liebes-Hin-und-Her von Rory und dem unvermeidlichen Hochzeits-Finale, nimmt die Mini-Serie dieselbe Entwicklung wie die Serie. Was zu Beginn charmant war, wird mit der Zeit nervig und arrogant.
Mit viel Medien-Fanfaren wurde die neue HBO-Prestige-Serie „Westworld“ präsentiert. In einer nicht näher beschriebenen Zukunft können Vergnügungssüchtige in dem Park „Westworld“ ihre Cowboy- und Indianer-Fantasien umsetzen. Jonathan Nolan und Lisa Joy interessieren sich in Staffel 1 (2016) vor allem für die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Menschen und der so genannten Hosts. Dabei sind sie vor allem damit beschäftigt, falsche Fährten zu legen und ein geradezu labyrinthisches Storygewirr aufzubauen, in dem jeder Charakter seinen eigenen Pfad beschreitet. Unterschiedliche Zeitebenen, Vermengung von Traum und Realität und geht der Frage nach Identität nach. Das edel ausgewählte Ensemble (Thandie Newton, Evan Rachel Wood, Jeffrey Wright, Ed Harris, Anthony Hopkins) agiert auf sehr hohem Niveau, doch sie müssen hin und wieder die Schwächen des zu sehr in seine Selbstreferentialität verliebte Drehbuch überspielen.
Mittlerweile hat sich „South Park“ einen Ruf als satirisches Dokument seiner Zeit erworben. Tatsächlich ist Staffel 20 (2016) in dieser Hinsicht ein enormer Schritt in diese Richtung. Nachdem schon zuvor auf eine 10-Episoden-Struktur mit langer Story-Arc gewechselt wurde, ist diese Staffel mit der US-Präsidentschaftswahl und den Konsequenzen des Online-Trollings noch viel mehr ein Beweis dafür, dass die Macher von „South Park“ mittlerweile lange über den simplen Ekel- und Schockhumor hinausgewachsen sind. Auch wenn bei all den tollen Botschaften, manchmal die Episoden nicht gerade vor starken Charaktermomenten oder interessanten Handlungen strotzen.
Die 1. Staffel (2016) der von Daisy Goodwin erschaffenen Serie „Victoria“ folgt der jungen Königin (Jenna Coleman) bei der Besteigung des Throns und ihren ersten Gehversuchen im politischen Terrain. Hinzu kommen Hof-interne Intrigen und natürlich die Ehe mit Prinz Albert (Tom Hughes). „Victoria“ wirkt wie eine weniger durchdachte und glamouröse Version von „The Crown“. Unterhaltsam, melodramatisch, aber auch weniger anspruchsvoll.
Nachdem im Vorjahr „Ash vs. Evil Dead“ derart überraschend unterhaltsam geriet, war Staffel 2 (2016) nur logisch. Bruce Campbell ist wieder in Topform, doch es dauert diesmal ein wenig, bis sich die Staffel zu einer wirklich klaren Handlung durchringen kann. Viele Gastauftritte und Nebenhandlungen lassen die ohnehin schon sehr rudimentäre Handlung noch mehr zerspringen. Doch zum Ende (inklusive einer Zeitreise in die 1980er) hin, gelingt es erneut, das Niveau auf jenes von Staffel 1 zu heben. Kurzweilig, blutig und sehr lustig.
In Staffel 2 (2010) der ORF-Erfolgsserie „Schnell ermittelt“, wird der Cliffhanger aus Staffel 1 (das Kidnapping durch den Serienmörder Peter Feiler und dessen Flucht) zum Hauptpunkt der Erzählung. Die einzelnen Fälle dienen oft einzig dazu, um ein wenig Ablenkung von der Jagd nach Peter Feiler zu bieten. Dies bietet Ursula Strauss und dem Ensemble genügend Möglichkeiten um die Höhen und Tiefen ihrer Charaktere auszuloten, doch mit der Zeit wünscht man sich schlicht ein wenig mehr simple „Ein-Fall“-Krimi-Unterhaltung.
Die nostalgische Mini-Serie „Gilmore Girls: A Year in the Life“ führte hauptsächlich dazu, dass die Original-Serie wieder einmal ausgegraben wurde. Staffel 1 (2000) der „Gilmore Girls“ ist auch heute noch überraschend frisch und unterhaltsam, was vor allem an der Spielfreude und den feinen Dialogen liegt. Weniger gelungen ist im Rückblick die Handhabung der diversen Liebesmelodramen im Leben von Lorelai und Rory.

Westworld / http://digitalspyuk.cdnds.net/16/47/768x512/gallery-1479812422-anthony-hopkins-as-dr-robert-ford-jeffrey-wright-as-bernard-lowe-cre.jpg

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

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