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Der österreichische Film war dieses Monat das große Highlight. Neben der Vollendung von Michael Glawoggers letztem Film, unter dem Titel „Untitled“, war es vor allem Monja Arts Debüt „Siebzehn“, der für Begeisterung sorgen konnte. Der Schritt hin zum Streaming-Dienst mubi sorgte für die Entdeckung einiger spannender, und manch furchtbarer, europäischer Filme und im Serienfeld konnten die letzte Staffel von „Girls“, die Mini-Serie „Big Little Lies“ und „Thirteen Reasons Why“ überzeugen.

Neuzugänge
Der viel zu früh verstorbene Michael Glawogger hinterließ etwa acht Stunden Filmmaterial, welches Teil seines neuesten Projekts mit dem Titel „Untitled“ hätte werden sollen. Seine Langzeitkollaborateurin Monika Willi, montierte daraus einen etwa zweistündigen Nachruf auf Glawogger und einen Film, der so leider niemals zustande kommen wird. „Untitled“ ist voller Wehmut, da er erfüllt ist von dem Wissen, dass Glawogger während der Arbeit daran starb. Für sich genommen ist es aber auch ein spannender Einblick in verschiedene Lebenswelten, in Albanien, Guinea oder Liberia. Es bleibt ein Fragment und ein Versprechen.
Die Adaption des berühmten Anime „Ghost in the Shell“ war begleitet von viel Hype und Skepsis der Fans. Wirklich zufriedenstellen konnte der von Rupert Sanders wunderschön gemachte Sci-Fi-Film leider nicht. „Ghost in the Shell“ ist ein stellenweise faszinierender Film über die Identitätskrise eines Cyborgs, der auf den Spuren nach seiner Vergangenheit über eine Verschwörung stolpert. Scarlett Johansson ist als Heldin Major großartig, gerade da sie sehr zurückgenommen spielt. An ihrer Seite sind es vor allem Takeshi Kitano als ihr Vorgesetzter in der Sektion 9 und Pilou Asbaek als ihr zur Seite stehender Batou, die begeistern können. Sanders fehlt ein wenig die Finesse, um die nachdenklicheren Passagen interessanter zu gestalten, doch bleiben die Themen dennoch so stark, dass sie bestehen können. Ein zwischen Faszination und Enttäuschung stets pendelnder Film. Einer der interessanteren Blockbuster der jüngsten Zeit.
Monja Arts Spielfilmdebüt „Siebzehn“ war bereits vor der Wien-Premiere, die ich besuchen durfte, mit Preisen und sensationellen Kritiken überhäuft worden. Die Geschichte der begabten Schülerin Paula (Elisabeth Wabitsch), die sich in ihre Klassenkollegin Charlotte (Anaelle Dezsy) verliebt hat, aber zugleich eine Liebelei mit der extrovertierten Lilli (Alexandra Schmidt) beginnt, ist unterlegt von einem tollen Soundtrack, wunderschön fotografiert und zudem mit vielen überaus humorvollen Ansichten verfeinert. Jede Szene mit Lehrer Tangler (Christopher Schärf) sorgt für Heiterkeit, während die deprimierten und schmachtenden Blicke über die Tanzfläche im Jugendlokal Erinnerungen an die eigene Jugend aufleben lassen. Ein träumerischer und hervorragend gemachter Coming-of-Age-Film.

Der Kurzfilm „Speak Easy“ (1997) von Mirjam Unger – nach einem Drehbuch, das sie gemeinsam mit Martin Blumenau geschrieben hat – zeigt vor allem verschiedene Teenager, die über das Telefon (die Zeiten des Festnetzes und der Telefonzelle leben wieder auf) Gerüchte austauschen, Streiche spielen und im Jugendslang sich unterhalten. Ein unterhaltsames Zeitdokument.
In „Nelly“ (2015) ist ein junges Mädchen zu sehen, welches ein Auto durch eine verschneite Landschaft fährt. Am Rücksitz eine erwachsene Frau. In dem Kurzfilm wechselt die Perspektive in eine traumartige Realität. Wäre mir das Kind auch nur ein wenig sympathisch gewesen, hätte ich wohl auch besser aufgepasst, worum es in dem Film ging.
In Netflix‘ „The Discovery“ (2017) wird der Nachweis eines Lebens nach dem Tod erbracht. Robert Redford ist der an Frankenstein-hafte Wahnfiguren gemahnende Dr. Harbor, dessen Entdeckung zu einer Reihe von Selbstmorden führt. Auf einer Insel, isoliert vom Rest der Welt, arbeitet er weiter an seiner Entdeckung, als ihn sein entfremdeter Sohn (großartig: Jason Segel) dort eintrifft, und ihn konfrontieren will. Stattdessen gerät er immer tiefer in den Quasi-Kult, auch da er an eine junge Frau (Rooney Mara) gerät, die er vor dem Suizid rettet und in die Obhut seines Vaters schafft. Charlie McDowell, der zuvor mit „The One I Love“ mich begeistern konnte, verheddert sich hin und wieder in wissenschaftlich klingenden aber im Kern esoterischen Details, erschafft aber ein interessantes Szenario und füllt es mit spannenden Fragen und gut erdachten Charakteren.
Chris Evans ist hauptsächlich als Captain America bekannt. Sein Regiedebüt „Before We Go“ (2014) ist das genaue Gegenteil davon. Ein an die „Before“-Reihe erinnerndes romantisches Drama, in dem er den Ritter in der Not spielt, der auf eine Frau (Alice Eve) trifft, die den letzten Zug von New York nach Boston verpasst. Gemeinsam verbringen sie die Nacht in der Stadt, auf der Suche nach einer Möglichkeit, sie nach Boston zu bringen. Natürlich verlieben sie die beiden ineinander, was vor allem nach vielen Zufällen seinen Lauf nimmt. Evans‘ Film ist sympathisch gemeint, aber zu kitschig geraten und lässt sein Szenario unter einer Fülle von uninspirierten Entscheidungen versinken.
Als „Rimini“ (2008), das Spielfilmdebüt von Peter Jaitz, startete, konnte ich es kaum erwarten, den Film zu sehen. Im Kino schaffte ich es dennoch nicht und erst jetzt, nach beinahe zehn Jahren, fand ich endlich die Gelegenheit den Film zu sehen. Zwei Männer, beide mit ihren Lebenskrisen konfrontiert, und beide ihre Männlichkeit und Lebenssinn auf eigene Weise erfüllend, stehen im Zentrum von „Rimini“. Das Problem ist jedoch, dass Jaitz mehr an stilistischen Spielereien und weniger an der Handlung interessiert ist. So bleiben die Charaktere kalt und fremd.
Nachdem ich alle animierten DC-Filme gesehen habe, kann ich entspannt den neuesten Streich betrachten, ohne das Gefühl, so viel nachholen zu müssen. Vielleicht war ich deshalb während der Sichtung von „Teen Titans: The Judas Contract“ (2017) relativ gelassen, auch wenn mir die pubertären Irrungen und Wirrungen der Helden wie Robin relativ egal waren. Superhelden-Alltag im Stil eines Teenie-Films zwischen Romanze und Komödie. Für sich genommen ganz in Ordnung, wenngleich nicht meine erste Wahl in Sachen Animationsfilm.
Die großartige Sally Field ist die Hauptattraktion von „Hello, My Name is Doris“ (2016) von Michael Showalter. Als Doris ihre Mutter verliert, ist sie alleine und nach dem Besuch eines Selbsthilfeseminars fasst sie den Entschluss, den von ihr angehimmelten jungen Kollegen John (Max Greenfield) aufzureißen. Dank Field ist die vorhersehbare und klischeehafte Handlung sehenswert und auch sympathisch.
Als Dokumentarfilme hat Werner Herzog in den letzten Jahren imposante Werke abgeliefert, doch in Sachen Spielfilm läuft es für ihn seit einigen Jahren nicht mehr so gut. „Salt and Fire“ (2016) ist womöglich der bisherige Tiefpunkt. Veronica Ferres agiert als Professor einer UN-Delegation, die ein Unglück aufklären soll. Als sie und ihr Team entführt werden, beginnt ein ungewöhnlicher Austausch mit ihren Entführern (darunter ein groß aufspielender Michael Shannon als Anführer). Herzog packt Kritik an Umweltverschmutzung und gewissenlosem Kapitalismus in einen visuell gelungenen aber inhaltlich furchtbar missratenen Öko-Thriller. Dazu kommen die gestelzt klingenden Dialoge, und kaum überzeugende Darbietungen wie von Veronica Ferres.
Nachdem ich den Roman „American Pastoral“ von Philip Roth gelesen hatte, nahm ich natürlich die Gelegenheit wahr, die Adaption (2016) von Regie-Debütant Ewan McGregor zu sichten. McGregor geht auch auf Nummer sicher und will die Kraft des Textes und der Erzählung für sich sprechen lassen, doch er scheitert spektakulär an Roth. Hatten schon zuvor routinierte Filmemacher ihre Probleme mit der Prosa Roths (etwa Barry Levinson mit „The Humbling“), so verheddert sich McGregor nicht nur in den vielfältigen und komplexen Erzählsträngen, sondern leidet auch an so mancher Fehlbesetzung. Unter anderem McGregor selbst ist für die Rolle des „Swede“ einfach nicht die richtige Wahl. So ist der Film „American Pastoral“ ein gut gemeinter, aber leider misslungener Versuch die amerikanische Gesellschaft im Zerfall am Zerfall einer Familie zu illustrieren.
Die Dokumentation „De Palma“ (2015) von Noah Baumbach und Jake Paltrow ist unterhaltsam und informativ, aber unterscheidet sich in keinster Weise von anderen „Talking Heads“-Dokus. Wer Interesse an De Palmas-Filmschaffen hat, wird gut unterhalten. Dass im Anschluss darauf mit „Obsession“ (1976) einer der schwächeren Thriller von De Palma gesichtet wurde, passt da gut dazu. Ein „Vertigo“-Verschnitt mit inzestuöser Note, an dem höchstens der als Bösewicht glänzendem John Lithgow interessant ist.
Umut Dag konnte nach seinem erfolgreichen Debüt „Kuma“ mit „Risse im Beton“ (2014) sehr schnell einen Nachfolgefilm vorlegen. Dag bewegt sich erneut in der Migranten-Community Wiens (vor allem der türkisch geprägten). Er stellt die Lebensverläufe des gerade aus dem Gefängnis entlassenen Ertan (Murathan Muslu) und des aufsässigen Teenagers Mikail (Alechan Tagaev) gegenüber. Während Ertan versucht den Sünden seiner Vergangenheit zu entfliehen, stürzt Mikail immer tiefer in Drogenhandel und Kleinkriminalität. Die Stärke von Dags Film liegt vor allem in der stillen und umso kraftvolleren Darbietung von Murathan Muslu, auch wenn das Drehbuch zu viele Klischees aufeinander türmt.
Sein zweite Karriere als Schauspieler verläuft für Arnold Schwarzenegger zwar weniger erfolgreich, denn die erste Karriere vor seinem Ausflug in die Politik, doch überrascht Schwarzenegger mit zunehmendem Alter mit mutigen Rollen. In „Aftermath“ (2017) ist er ein Bauarbeiter mit ukrainischen Wurzeln. der die Ankunft seiner Frau und seiner Tochter erwartet. Doch einige tragische Verkettungen führen dazu, dass ein Fluglotse (Scott McNairy) zwei Flugzeuge in der Luft kollidieren lässt. Elliott Lester mag mit Thrillerelementen spielen, doch das Hauptthema ist Schuld und wie die Charaktere in diesem Film damit umgehen. Selbst als im finalen Akt doch noch Blut fließt, geschieht dies sehr kurz und gezielt und führt zu weiteren Fragen über den Umgang mit Schuld und Trauer. Dass sowohl Regisseur Lester als auch Hauptdarsteller Schwarzenegger dabei mit mehr guten Intentionen denn Können an die Arbeit gehen, schädigt den Gesamteindruck.
Im Zuge eines neuen Monsterfilm-Universums, entstand „Kong: Skull Island“ (2017) als Möglichkeit, um ihn künftig mit „Godzilla“ kämpfen zu lassen. So ist es Jordan Vogt-Roberts hoch anzurechnen, dass er einen quasi rein als Teaser für ein Monsterduell konzipierten Film, als visuell interessanten Reißer präsentiert. Sein Darstellerensemble ist von ausgewählter Qualität (Samuel L. Jackson, John C. Reilly, Brie Larson, John Goodman, Tom Hiddlestone) und einige Aufnahmen von Kong sind großartig, doch im Endeffekt ist die Handlung nur ein Vorwand und lässt jeglichen Charme vermissen.
Nach vielen Jahren der kreativen und kommerziellen Dürre, überraschte M. Night Shyamalan mit dem übernatürlichen Thriller „Split“ (2016), in dem James McAvoy einen schizophrenen Mann mit 23 Persönlichkeiten spielt. Doch eine 24. Persönlichkeit verbirgt sich in ihm und diese hat drei Frauen entführt. Shyamalan hat zwar immer noch einige furchtbare Dialoge und viel zu lange Sequenzen mit im Angebot, doch das spannende Geschehen, die fantastische Leistung von McAvoy und der famose finale Twist (mit der „Unbreakable“-Verbindung) sorgen für viel Spaß.
Josef Haders Kabarett-Programme hatten schon immer mehr von Theaterstücken. Sein einstündiger Monolog „Im Keller“ (1993) zeigt Hader als Erben von Qualtingers Herr Karl, während er im Keller mit einem imaginären Handwerker über Gott und die Welt schwadroniert. Dabei entlarvt er sich als jähzorniger und unsympathischer Spießbürger. Ein großartiges Programm mit vielen tollen Einsichten und Gags. Viel komplexer ist hingegen „Hader muss weg!“ (2006), in dem Hader mehrere Rollen spielt und dabei sich selbst relativ rasch aus dem Programm entfernen lässt. Beginnend mit einem Dialog mit einem Techniker, in dem er sich als scheinheiligen Pseudo-Künstler darstellt, geht er über und zeigt großes Theater, welches sich weit vom Kabarett entfernt.
Dank einer Probe-Woche bei mubi, bin ich in den Genuss der Kurzfilme von Walerian Borowczyk gekommen. Vor allem „Renaissance“ (1964) und „L’Encyclopedie de grand-maman en 13 volumes“ (1963) weckte Erinnerungen an die Arbeiten von Jan Svankmajer. Weniger beeindruckte mich „Le concert de Monsieur & Madame Kabal“ (1962). Der spartanisch wirkende „Le dictionnaire de Joachim“ (1965) ist derweil ein sehr verspielter Beitrag, in dem Assoziationen zu den einzelnen Buchstaben des Alphabets hergestellt werden.
Nach ihrer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit an „Clouds of Sils Maria“, übernahm Kristen Stewart in Olivier Assayas‘ schwer zu kategorisierender Mischung aus Geistergeschichte und erotischem Thriller die Hauptrolle. In „Personal Shopper“ (2016) trägt sie das Geschehen, und überzeugt mit ihrer nur selten ihre zurückgenommene Mimik durchbrechenden Performance. Assayas lässt Stewarts Maureen den Tod ihres Bruders betrauern und zugleich ihre (sexuell ambivalente) Identität im Verhältnis zu ihrer biestigen Chefin (Nora von Waldstätten) neu definieren. Stewarts Darbietung als Medium und als von ihrer Arbeit gelangweilter Personal Shopperin, ist der Hauptanziehungspunkt, während Assayas sichtlich seinen Spaß mit dem Material hat, dieses aber nie wirklich interessant vertieft.
Der Dokumentarfilm „The High Cost of Cheap Gas“ (2016) ist ein engagierter Blick auf die Arbeiten der großen Öl- und Gas-Konzerne wie Shell, und wie sie – in Südafrika und den USA – die Umwelt durch ihre Arbeit gefährden. Leider ist der knapp einstündige Film nicht sonderlich interessant gestaltet und verlässt sich rein auf die Kraft seiner Botschaft.
Mit „Maigret’s Night at the Crossroads“ (2017) ist Rowan Atkinson mittlerweile bereits zum dritten mal als Pariser Kommissar Maigret zu sehen. Unter der Regie von Sarah Harding ist das Geschehen mittlerweile auch interessanter gestaltet und eine Reihe von guten Nebendarstellern – wobei Tom Wlaschiha heraussticht – sorgt dafür, dass der Fernsehkrimi etwas unterhaltsamer gerät, denn die vorangegangenen Arbeiten.
Der Kurzfilm „Sarah Winchester, Opéra fantome“ (2016) von Bertrand Bonello zeigt anhand einer Ballett-Performance das Leben des Winchester-Clans und konzentriert sich auf die Erbin des Waffen-Magnaten. Überraschenderweise funktioniert diese Kombination aus historischen Fakten in Text-Form und Tanz (der immer wieder für Diskussionen über den Tanz unterbrochen wird) großartig.
Mike Mills überzeugte mich schon vor ein paar Jahren mit „Beginners“, einer Filmversion zum späten Coming-Out seines Vaters. In „20th Century Women“ (2016) steht nun seine Mutter im Zentrum. Annette Bening brilliert mit einer derart natürlich wirkenden Darbietung als freigeistige Alleinerzieherin in Kalifornien, dass man sich nur ungläubig die Augen reibt, weshalb sie nicht für etliche Preise nominiert wurde. Mills lässt aber nicht nur Bening brillieren, sondern bietet auch Greta Gerwig, Elle Fanning und Billy Crudup genügend Material. Als Film über verschiedene Frauen- und Männer-Entwürfe Ende der 1970er, lässt Mills sich auch immer wieder in Vergangenheit und Zukunftsausflügen dazu verleiten, den Film derart leichtgewichtig zu gestalten, dass man sich nie wirklich sicher sein kann, was die Intentionen der Charakter sind und in welcher Beziehung sie künftig noch zueinander stehen werden. Im Grunde beschreibt Mills so auch die Flüchtigkeit von Freundschaft.
Azazel Jacobs zeigte mit „Momma’s Man“ seinen Stil, der perfekt in die Indie-Szene der USA passt. Doch sein aufwändiger gestalteter Nachfolger „Terri“ (2011), um einen Schüler der Probleme mit dem Alltag hat, weiß abgesehen von ein paar visuellen Spielereien (Terri erscheint im Pyjama in der Schule) und feinen Dialogen (vor allem die Gespräche mit John C. Reilly als Schulpsychologen sind toll) nicht zu überzeugen und langweilt auf Dauer.
Marion Cotillard war in den vergangenen Monaten schwer beschäftigt, mit Arbeiten in verschiedensten Ländern und von verschiedenster Ausrichtung. In „Mal de pierres“ (2016) ist sie diesmal ganz im Zentrum eines Nachkriegsmelodrams, in dem sie als emotional instabile Frau von ihrer genervten Familie mit einem spanischen Wanderarbeiter verheiratet wird. Die lieblose Ehe führt dazu, dass sie schließlich zusammenbricht und in einem Schweizer Sanatorium landet, wo sie auf einen schwer kranken Soldaten (Louis Garrel) trifft und sich in ihn verliebt. Das geradlinig gemachte Melodram von Nicole Garcia, leidet darunter, dass die von Cotillard dargestellte Frau sehr unsympathisch wirkt und am Ende schließlich mit einem unterhaltsamen aber völlig an den Haaren herbei gezogenem Twist auch noch ihre geistige Gesundheit völlig infrage gestellt wird.
Vor der Dokumentation „I Am Not Your Negro“ (2016) von Raoul Peck, war mir der Afro-Amerikanische Autor James Baldwin nicht bekannt. Nun weiß ich dafür umso mehr, dass er als Teil der Bürgerrechtsbewegung eine prominente Stimme war und dass er daran scheiterte, ein Buch über drei seiner Freunde (Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King) zu verfassen. Baldwin wird in interessanten Archivclips gezeigt und sein unvollendeter Text dient als Vorlage für diesen essayistischen Film. Dennoch bleibt ganz ohne Vorkenntnis einzig ein hübsch anzusehender Beitrag zur Bürgerrechtsbewegung in den USA und nicht mehr.
Die Aussicht auf Natalie Portman und Lily-Rose Depp als Geschwisterpaar in „Planetarium“ (2016), war für mich genug, um mit Vorfreude den Viennale-Beitrag aus dem Vorjahr zu sichten. Als Medien arbeiten die Geschwister in Frankreich. Séancen, Filmaufnahmen für Stummfilme, und schließlich der aufkommende Antisemitismus stehen im Zentrum eines völlig zerfahrenen Plots, in dem nichts wirklich hängen bleibt. Selbst Portman und Depp können  mit guten Darbietungen nicht gegen die kaum vertieften Subplots anspielen. So bleibt von der interessanten Idee wenig übrig.
Adam Leon konnte mit seinem sympathischen Indiefilm „Tramps“ (2016) viel Lob einheimsen. Danny (Callum Turner) und Ellie (Grace Van Patten) verlieben sich, während sie an einem Tag quer durch New York versuchen, einen kriminellen Deal im Auftrag einiger zwielichtiger Gestalten durchzuführen. Leon verquickt die „Before“-Mechanismen mit einer Krimikomödie. Das ist hübsch anzusehen und sympathisch, aber man vergisst den nicht gerade tiefgründigen Film schon sehr bald.
Der Kriegs- und Spionagereißer „Mil-jeong“ (2016) von Kim Jee-woon beeindruckt durch seine vielen Handlungsstränge und doppelten Böden, und bietet dem koreanischen Publikum auch noch eine ordentliche Dosis an Patriotismus, in der Geschichte rund um die japanische Besetzung Koreas. Dass dabei manche Handlungsstränge nicht wirklich weiter verfolgt werden, oder eher verwirrend, denn komplex wirken, führt dazu, dass man immer wieder die knapp 140 Minuten als überlang empfindet. Doch die Actionszenen sind fantastisch inszeniert, die Spannung wird meist hoch gehalten und Hauptdarsteller Song Kang-ho sorgen dafür, dass man immer wieder begeistert mitfiebert.
Der dadaistische Kurzfilm „Symphonie diagonale“ (1924) von Viking Eggeling versucht rein anhand von Animationen Musik zu erzeugen, ohne Tonspur. Ein frühes Beispiel für den Avantgardefilm, der so gut funktioniert, je nachdem wie weit man dazu bereit ist, sich darauf einzulassen.
Der Spanier Jaime Rosales konnte Ende der 2000er, in seinem Heimatland Kritiker- und Publikumserfolg verbuchen. Dies hat ihn wohl dazu verleitet, sein Filmexperiment „Tiro en la cabeza“ (2008) zu drehen. Ein Film, in dem bis zu den letzten Minuten – in denen auch die „Handlung“ klarer wird – nichts passiert und auch kein Dialog zu vernehmen ist. Umgebungsgeräusche überdecken Gespräche und sorgen so für eine höchstmögliche Frustration beim Zuseher. Ein spannendes Gedankenspiel, welches als Kurzfilm sicher hervorragend funktioniert hätte. Als Spielfilm wechselt man von Langeweile hin zu Frust und Ärger.
Mit der Adaption des Romans „Fingersmith“ unter dem Titel „Ah-ga-ssi“ (2016) fasziniert Chan-wook Park erneut mit einem erotisch aufgeladenen Thriller, der – wie auch „Mil-jeong“ – zu Zeiten der japanischen Besetzung Koreas spielt. Eine Trickdiebin wird von einem falschen Fürst in das Haus einer reichen Lady geschleust. Doch Park lässt den in drei Teilen aufgesplitteten Thriller in wunderschönen Sets sich entblättern und zeigt immer wieder Begegnungen aus verschiedenen Blickwinkeln, mit verschiedenen Bedeutungen die Vorgänge in dem Haus. Ein kunstvoll versponnener Intrigen-Thriller mit tollen Kostümen, Sets und noch besseren Darbietungen.
Französische Komödien sind in den letzten Jahren allesamt mit dem Herzen am rechten Fleck, aber zugleich unglaublich vorhersehbar und auf diese Art und Weise auch entsprechend langweilig. „Bienvenue à Marly-Gomont“ (2016) passt perfekt in diese Reihe von Filmen. Der aus Zaire stammende Seyolo Zankoto (Marc Zinga) will nach seinem Medizinabschluss als Arzt in Frankreich arbeiten. Gemeinsam mit seiner Familie landet er im nordfranzösischen Nest Marly-Gomont. Natürlich gewinnt Dr. Zankoto mit der Zeit das Vertrauen der latent rassistischen Dorfbevölkerung. Basierend auf einer wahren Geschichte, ist diese Komödie so nett wie auch harmlos.
Das Debut der englischen Filmemacherin Joanna Hogg erzählt von Anna (Kathryn Worth), die vor einer unglücklichen Beziehung zu einem Urlaub in die Toskana flieht. Dort kommt sie bei Freunden unter, doch während sie zu den Freunden Mitte 40 kaum ein Verhältnis aufzubauen versteht, versteht sie sich gut mit den jungen Erwachsenen (darunter Tom Hiddlestone in einer seiner ersten Rollen). „Unrelated“ (2007) ist ein ruhig beobachteter Film über die Schwierigkeit von Beziehungen über gewisse Alters- und Anstandsgrenzen hinweg und über die emotionalen Krisen. Ein wenig erinnerte es mich an die Filme von Mike Leigh.

The 1001 Project
Leo McCareys Screwball-Comedy „The Awful Truth“ (1937) war der Film, der Cary Grants Leinwandpersönlichkeit definierte. Sein Zusammenspiel mit Irene Dunne ist hervorragend und der angeblich von Tag zu Tag improvisierte Film um eine Trennung, die doch nur dazu führt, dass das Ex-Ehepaar mehr und mehr Zeit miteinander verbringt, ist so von seiner Energie getrieben, dass die Handlung mit der Zeit völlig in den Hintergrund drängt. Ein Paradebeispiel für die wunderbar gelungenen US-Komödien der 1930er.
Die Marx-Brothers waren nie meine Favoriten, doch immer wieder überraschen mich vor allem die tollen Sprüche von Groucho Marx. In „A Night at the Opera“ (1935) von Sam Wood, ist es natürlich wieder der famose Groucho, der für die besten Gags sorgt. Wood liefert mit der Szene in der viel zu kleinen aber völlig überfüllten Schiffskabine ein Highlight des frühen US-Comedy-Kinos, doch abseits davon gibt es viel zu viele langatmige Gesangsszenen und auch zu viele recht unzusammenhängende Slapstick-Einlagen, die der kaum vorhandenen Handlung so etwas wie einen Zusammenhang bescheren sollen.
Erstmals fiel mir der Charakter des Boudu auf, als die moderne Version mit Gerard Depardieu in den Kinos anlief. Auch wenn ich diese Version nicht sah, so wusste ich, dass ich irgendwann einmal Jean Renoirs Adaption des Theaterstücks „Boudu sauvé des eaux“ (1932) sehen musste. Michel Simon ist herrlich in der Titelrolle, doch konnte mich der vorgebliche Charme des Grobians, der in das bourgeoise Leben seiner Lebensretter aufrüttelt, nicht wirklich fesseln.
Angeblich inspirierte René Clairs „A Nous la Liberté“ (1931) Charlie Chaplin zu seinem Meisterwerk „Modern Times“. Die Parallelen sind auch wirklich auffällig, wenngleich Clair in seiner musikalischen Komödie nicht nur den tristen Fabriksalltag im Blick hat, sondern schon zuvor seine beiden Helden im Gefängnis beobachtet. „A Nous la Liberté“ ist deshalb zugleich eine Kapitalismus-kritische Komödie und romantische Befreiungsgeschichte, an deren Ende die beiden Helden beinahe wieder dort stehen, wo sie begonnen haben.
Catherine Breillat hat mit ihrem expliziten „Romance“ einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen. So sehr, dass ich mich kaum an einen anderen ihrer Filme zu wagen getraue. „À ma soeur!“ (2001) schien aber wie gemacht, für eine Sichtung. Zwei Teenie-Schwestern (die eine 15 und attraktiv, die andere 12 und übergewichtig und von der älteren Schwester stets gehänselt) im Urlaub, geraten immer wieder in Diskussionen und Streit rund um die Themen Liebe, Beziehung und Sex. Breillat zeigt, dass ihre Sympathien bei der 12 Jahre alten Anais liegen, doch lässt sie in einem schockierenden Finale auch diese nicht ungeschoren davon kommen. Wie bei Breillat beinahe üblich, bleiben am Ende explizite sexuelle Darstellungen, Ausbrüche der Gewalt und interessante Dialoge.
Louis Malle konnte mit „Au Revoir les Enfants“ (1987) dereinst die Festival-Szene begeistern und sowohl Kritikerpreise als auch Publikumszuspruch einheimsen. Inmitten des Zweiten Weltkrieges, wird durch die Augen der Schulkinder das Leiden der Menschen und die Grausamkeit des Holocausts erzählt. Womöglich liegt es daran, dass ich kein großer Kriegsfilm-Fan bin, doch Malle konnte bei mir zwar Respekt für seine kraftvolle und sensible Arbeit auslösen, doch erkannte ich nicht das wundersame Meisterwerk, als welches es gepriesen wurde und wird.

Re-Visited
Nach der erstmaligen Sichtung von „Rimini“, war es wieder einmal an der Zeit, den großartigen Kurzfilm „Von bis“ (2004) von Peter Jaitz zu betrachten. Überraschend prominent besetzt (mit damals recht unbekannten Akteuren wie Michael Fuith oder Ursula Strauss) zeigt Jaitz in poetisch anmutenden Bildern, die verschiedenen Lebensphasen einer Familie, und der Dynamiken innerhalb des Familienverbunds. In der knappen Viertelstunde gelingt es Jaitz drei Generationen einer Familie eindrücklich nachzuerzählen.
„Josef Hader – Privat“ (1994) gehört zu den erfolgreichsten Kabarettprogrammen Österreichs. In seiner typischen Art monologisiert Hader über sein/das Leben und vermischt Fakten mit hintersinniger Fiktion. Die Entwicklung von Haders Texten ist – wenn man seine Programme chronologisch betrachtet – deutlich zu sehen und sorgt für viel Spaß, auch bei erneuter Sichtung.
Nach Ansicht von Monja Arts Spielfilmdebüt war mir wieder nach Lukas Moodyssons Erfolgsfilm „Fucking Amal“ (1998). Auch wenn die Quasi-Dogma-Ästhetik aus heutiger Sicht nicht immer attraktiv wirkt, ist die Geschichte von Agnes (Rebecka Liljeberg) die unglücklich in ihre Klassenkollegin Elin (Alexandra Dahlström) verliebt ist, frisch wie eh und je. Natürlich sind viele Klischees von „Teenage Angst“ zu sehen, doch präsentiert Moodysson diese unterhaltsam und authentisch.
Nostalgie führt doch immer wieder zu amüsanten erneuten Sichtungen. „Les aventures de Rabbi Jacob“ (1973)  ist mein Lieblingsfilm mit Louis de Funés und er ist fantastisch als rassistischer Monsieur Buntspecht, der auf dem Weg zur Hochzeit seiner Tochter in ein internationales Attentats-Komplott gerät und durch eine Verwechslung mit dem aus New York anreisenden Rabbi Jacob, auch noch zu einem besseren Menschen wird. Natürlich handelt es sich hier nicht um ein Meisterwerk, doch de Funés ist großartig, das Drehbuch hat das Herz am rechten Fleck und es ist derart kurzweilig inszeniert, dass er auch nach über 40 Jahren nichts von seiner Frische verloren hat.
Die Patricia Highsmith-Adaption „The Two Faces of January“ (2014) von Hossein Amini wurde von Publikum und Kritikern im Kino sehr negativ aufgenommen. Doch auch wie im Kino konnte mich bei erneuter Heimsichtung der ruhig inszenierte Thriller überzeugen. Die Besetzung (Oscar Isaac, Viggo Mortensen und Kirsten Dunst) ist sehr gut und Amini lässt den Thriller-Plot in aller Ruhe sich entfalten. Ein gut gemachter Krimi mit guten Darstellern und feinen Locations.

Serien-Überblick
Die belgische Serie „Beau Séjour“ beginnt mit dem innovativen Twist, dass die junge Kato (Lynn Van Royen) sich selbst tot im Bad eines demnächst eröffnenden Hotels findet. So macht sie sich auf die Suche nach dem Mörder und entdeckt, dass einzelne Personen (etwa ihr Vater oder der örtliche Polizist) sie sehen können. In Staffel 1 (2016) der überaus erfolgreichen Serie dauert es aber einige Zeit, bis sich so etwas wie Dynamik in den Ermittlungen entwickelt. Zum Guten wie zum Schlechten, sind der Ort und die vielen kleinen Geheimnisse für die Macher interessanter. Das hat natürlich seinen Reiz, aber nach der x-ten persönlichen Enthüllung, wäre es nicht schlecht, den Hauptplot voran zu treiben.
In „Big Little Lies“ (2017) stehen die Leben von besser begüterten Frauen im Mittelpunkt, die im malerischen Monterey ihren Reichtum genießen und ihre Kinder nicht nur verhätscheln sondern auch als Waffen gegen die Eltern einsetzen. David E. Kelleys Romandadaption – unter der Regie von Jean-Marc Vallée – zeigt in sieben Episoden, wie der Vorwurf eines tätlichen Übergriffs unter Volksschulkindern, zu einem sich langsam immer höher schraubenden Orkan der Vorwürfe und schließlich auch Gewalt wird, die sich auf überraschende Weise entlädt. Edel besetzt (Reese Witherspoon, Nicole Kidman, Shailene Woodley, Zoe Kravitz, Adam Scott, Alexander Skarsgard), großartig inszeniert und mit genügend Intelligenz verfasst, sodass man nicht in „Desperate Housewives“-Ebenen landet, ist diese Mini-Serie – der eventuell noch eine weitere Staffel folgen könnte – ein frühes Serien-Highlight des Jahres, vor allem auch aufgrund der tollen Leistungen der drei Hauptdarstellerinnen.
Mittlerweile ist die Sitcom „Grace and Frankie“ in der 3. Staffel (2017) angekommen. Was wie eine etwas zu konstruierte Möglichkeit, ein älteres Publikum an Netflix zu binden, wirkte, hat ein Selbstbewusstsein entwickelt, welches über das „Unsere Männer sind schwul, wir Frauen müssen nun zusammenleben“-Szenario hinausreicht. Jane Fonda und Lily Tomlin waren bereits in den Staffeln zuvor großartig, doch mittlerweile sind ihre Charaktere wirklich völlig ausgearbeitet und es gibt die Möglichkeit, dramatischere Handlungsstränge durchzuspielen. So dreht sich diesmal viel vor allem um Frankies Gesundheit und ihren möglichen Umzug mit Jacob (cool wie immer: Ernie Hudson). Martin Sheen und Sam Waterston erben die etwas weniger komplexen Handlungen und dürfen sich mehr in Sitcom-Routinen ergötzen.
Eine gelungene Piratenserie scheint beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst starbesetzte Werke wie jene mit John Malkovich oder Fernsehfilme wie „Die Schatzinsel“ mit Tobias Moretti, konnten das Publikum kaum überzeugen. „Black Sails“ scheint jedoch genau den richtigen Ton für das Serien-interessierte Publikum zu treffen. Weit weg von Komik der „Pirates of the Caribbean“-Franchise, zeigt sich Staffel 1 (2014) als blutiges Unterfangen. Angeführt von Toby Stephens als Captain Flint, entpuppt sich die Serie als Vorgeschichte zu „Die Schatzinsel“ und lässt Long John Silver hier als jungen und verschlagenen Seemann auftreten, der eher zufällig zu den Piraten stößt. Viel Action, viele Intrigen und viel karibisches Flair. Zumindest Staffel 1 konnte überzeugen.
Die bei arte als aus sechs Teilen bestehende Mini-Serie „Ku’damm 56“ (2016), stößt im ersten Moment den Zuseher aufgrund der geradezu übermächtigen Fünfzigerjahrekitsch ab. Familie Schöllack betreibt ein Tanzstudio, und während die Mutter (Claudia Michelsen) ein strenges Regiment führt, sind ihre drei Töchter (Sonja Gerhardt, Maria Ehrich, Emilia Schüle) alle mit dem Zwiespalt zwischen Nachkriegs-Moral und „neumodischen Einflüssen“ wie Rock’N’Roll oder sexueller Freizügigkeit konfrontiert. Annette Hess lässt die drei Frauen zwar so gut wie alle Klischees durchlaufen (schwuler Ehemann, Nazi-Verbrechen, Hausfrauen-Langeweile), doch ist dies toll inszeniert und auch hervorragend gespielt (auch Sabin Tambrea als Industriellensohn brilliert).
Die 6. Staffel (2017) von „Girls“, war auch gleichzeitig das große Finale und es setzte offenbar noch einmal sämtliche kreativen Energien bei Lena Dunham und ihrem Team frei. Sehr schnell präsentiert Dunham die Schwangerschaft, mit der sich Hannah konfrontiert sieht, was auch die Beziehung zu ihren Freundinnen und Freunden neu definiert. „Girls“ lässt alle wichtigen Charaktere noch einmal neue Entwicklungen durchlaufen und die Egozentrik ihrer Jugend langsam hinter sich lassend, nur um neue egozentrische Ideen und Ansichten zu entwickeln. So zeigt sich nach sechs Staffeln, dass Lena Dunham vor allem eine Serie erschuf, die wie ein Coming-of-Age-Projekt für 20-Jährige funktioniert.
Apropos Coming-of-Age. Die 1. Staffel (2017) der Netflix-Serie „Thirteen Reasons Why“, eine Adaption des gleichnamigen Jugendromans, beschreibt anhand des Selbstmordes der High-School-Schülerin Hannah (Katherine Langford), wie die pubertäre Hölle das Leben der SchülerInnen definiert. 13 Kassetten dienen als Erzählung ihres Weges hin zum Suizid und sind gleichzeitig der Grund, weshalb die SchülerInnen in helle Aufregung versetzt werden, denn Hannah hat auch etliche kriminelle Handlungen beobachtet und dokumentiert. Zu Beginn der Serie irritiert noch das sehr zähe Erzähltempo, doch sehr bald wird dieses erhöht und je weiter Clay (Dylan Minnette) voranschreitet, desto intensiver werden die Verletzungen die Hannah erdulden mussten und desto tiefer verstrickt sich Clay in einem persönlichen Rachefeldzug. Das Ende der 1. Staffel liefert genügend Hinweise auf eine dramatische 2. Staffel, auch wenn genau genommen die Bänder an ihrem Ende angekommen sind und alle „Schuldigen“ enttarnt wurden.

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

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