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Dieses Monat ging es nur ein einziges Mal ins Kino, doch dieser Besuch hatte es in sich. „mother!“ von Darren Aronofsky ist ein Film, der noch lange danach in einem weiter arbeitet und zu vielen Lesarten einlädt, auch wenn man dem Filmemacher nicht in sein Gedankenlabyrinth folgen will. Dagegen wollte ich immer tiefer ins Labyrinth von David Lynchs fantastischem „Twin Peaks: The Return“ folgen, und konnte mein Glück kaum glauben, wie sich Episode von Episode entblätterte. Hinzu kam die großartige neue Staffel von „Top of the Lake“. Gegen diese Konkurrenz hatten es die Heimkino-Filme relativ schwer, auch wenn so manches Highlight zu finden war.

Neuzugänge
Nach seiner Premiere beim Filmfestival in Venedig, war „mother!“ das Gesprächsthema der Feuilletonisten. Die von allerlei negativen Zuseherreaktionen und schwachem Einspielergebnis begleitete US-Premiere, machte aus Darren Aronofskys symbolisch überfrachtetem Genre-Mix einen nunmehr beinahe berüchtigten Film des Jahres. Jennifer Lawrence als Hausfrau und Javier Bardem als leidender Poet, sind das Zentrum, bis sie von uneingeladenem Besuch (herrlich: Ed Harris und Michelle Pfeiffer) überrascht werden. Aronofsky packt unfassbar viele Ideen in seinen Film, und lässt ihn deshalb auch völlig aus den Fugen geraten. Inwiefern die erste mit der zweiten Hälfte zusammenhängt, bleibt Aronofskys Geheimnis.

Der Horrorfilm „It Comes at Night“ (2017) kam mit viel Kritikerlob und dem Ruf, ein sparsamer und dafür umso erschreckenderer Trip in die Wälder zu sein. So stößt uns Regisseur Trey Edward Shults mitten in ein kaum erklärtes Szenario, in dem Menschen an einer unbekannten Krankheit sterben, oder vielleicht doch von Monstern im Wald gejagt und getötet werden oder vielleicht ist doch alles anders. Was eine Paranoia-Studie in einem Blockhaus im Wald (zwei Familien raufen sich dort fürs Überleben zusammen) hätte werden können, ist ein mit Fortdauer prätentiöser und vor allem langweiliger Mysteryfilm. Mysteriös rein der Attitüde wegen.
Die berühmten Lügengeschichten des Baron von Münchhausen, wurden niemals besser verfilmt denn in dem luxuriös ausgestatteten Hans-Albers-Starvehikel „Münchhausen“ (1943). Nach einem Drehbuch von Erich Kästner, werden die Geschichten zu einer mit viel Fabulierlust verwobenen Erzählung um Selbstbestimmung und persönlicher Freiheit verwoben. Mancher Erzählstrang erschlägt einen mit den Trickeffekten und hübschen Kostümen, doch ist dies die bislang beste Version der Geschichten des Lügenbaron.
Der britische Thriller „The Limehouse Golem“ (2016), basierend auf einem erfolgreichen Roman, bietet uns die Gelegenheit, den fantastischen Bill Nighy als Detective im viktorianischen England zu sehen. Eine Reihe grausamer Morde muss aufgeklärt werden, und im Zentrum steht die junge Lizzie (Olivia Cooke), deren Mann tot aufgefunden wurde. Juan Carlos Medina erweckt die Atmosphäre wunderbar zum Leben und Nighy und Cooke dürfen ihre Charaktere schön ausarbeiten. Der Twist ist weniger überraschend, denn beabsichtigt, fügt sich aber sehr schön in das Mord-Mysterium. Ein schön gemachter Genre-Film.
Ryan Reynolds als ordentlicher Bodyguard und Samuel L. Jackson als impulsiver Profikiller, bilden das seltsame Paar von „The Hitman’s Bodyguard“ (2017). Abgesehen von der tollen Chemie zwischen Reynolds und Jackson bietet diese Action-Komödie absolut gar nichts von Interesse. Die eine oder andere gelungene Szene zwischen den beiden kann das Interesse nur kurz aufrecht erhalten.
Haie! Damit ist schon alles gesagt. In „Empire of the Sharks“ (2017) verknüpft die Produktionsfirma The Asylum die in schlechten Horrorfilmen immer beliebten Haie mit dem Szenario aus „Waterworld“. Das könnte trashig-lustig sein, aber wird bei Weitem nicht ausgereizt. Der anfängliche Trash-Spaß verliert sich schnell.
Einen ordentlichen Stimmungswechsel brachte der auf Netflix präsentierte Animationsklassiker „Cinderella“ (1950). Inmitten einer veritablen Krise war Disney auf einen Erfolg angewiesen und die Bearbeitung des Märchens wurde ein großer Erfolg. Kommerziell und auch bei Kritikern (unter anderem gab es bei der ersten Berlinale einen Goldenen Bären). Die Animation der Menschen ist im Rückblick etwas leblos und auch die Songs, damals ein Erfolg, konnten mir keinerlei Nostalgie vermitteln. Einer jener Disney-Klassiker, die mir nichts geben.
Der von G.W. Pabst inszenierte „Die Liebe der Jeanne Ney“ (1927) hat eine derart vollgestopfte Handlung, rund um Diamantenraub, eine Liebesgeschichte und bolschewistische Umtriebe, dass es viel Aufmerksamkeit braucht, um allen Handlungssträngen auch folgen zu können. Viel spannender ist allerdings ohnehin die Machart. Wer Interesse an spannend inszenierten Stummfilmen hat, ist hier richtig.
Gurinder Chadhas Blick auf die Unabhängigkeit Indiens, und vor allem den schmerzhaften Prozess rund um die Loslösung von Pakistan, vermengt sie zu einem „Downton Abbey“-beeinflusstem Herrscher-und-ihre-Diener-Drama. „Viceroy’s House“ (2017) bietet Hugh Bonneville und Gillian Anderson als Lord und Lady Mountbatten großartige Rollen, und während Bonneville seine Routine aus „Downton Abbey“ ausspielen kann, ist es für Anderson eine schöne Abwechslung zu den Rollen, die sie sonst angeboten bekommt. Chadha verheddert sich ein wenig in den Liebes- und Politdramen, die das Empire, Indien und Pakistan symbolisieren sollen. Vor allem das von kitschiger Musik untermalte Happy End mindert ein wenig den Gesamteindruck, doch ist Chadhas persönliches Engagement an dieser Geschichte bis in die Endcredits hinein derart sichtbar, dass man auch dies verschmerzen kann.
Dokumentationen über die Geheimdienste und ihre Umtriebe stehen hoch im Kurs und Friedrich Moser konnte mit „A Good American“ (2016) einen interessanten Zugang zur Thematik finden. William Binney steht im Mittelpunkt der Erzählung rund um die vielen Projekte, die bei der NSA entwickelt werden. Vor allem die Verbindungen zum 9/11-Anschlag und wie er verhindert hätte werden können, hätten die Dienste sich nicht gegenseitig misstraut, wird zu einem wichtigen Bestandteil. Allerdings auch, wie skeptisch man im Angesicht der Überwachungssysteme sein soll.
Laura Poitras zeigte in „Citizenfour“, die Vorgänge rund um Edward Snowdens Leaks rund um die NSA. Julian Assange und WikiLeaks sind ein logischer nächster Schritt, und Poitras war zur Zeit als WikiLeaks Dokumente veröffentlichte, mit der Kamera ganz nah dran. „Risk“ (2016) beginnt als Heldengeschichte, wird bald zu einer – auch persönlich unterfütterten – Analyse von Assanges Persönlichkeit und die klandestine Form von WikiLeaks. Ein faszinierender Blick in das Leben eines widersprüchlichen Menschen.
Mehr oder weniger zeitgleich entstand der Kurzfilm „Project X“ (2016), in dem Poitras die inneren Vorgänge eines Gebäudes mittels NSA-Dokumente offenbart. Kurz und pointiert, aber auch nicht mehr als eine Fingerübung.
„Batman and Harley Quinn“ (2017) ist die neueste Arbeit aus dem DC Animated Movie Universe, und mit Abstand der schwächste Film. Batman, Nightwing und Harley Quinn (merkwürdig wie ineffektiv ihr Einsatz ist: Melissa Rauch) arbeiten zusammen, um einen bösen Plan von Poison Ivy zu verhindern. So einfach die Handlung, so sehr schweift der Film ab zu sinnlosen Tanz- und Gesangseinlagen und Furzwitzen. Ein Tiefpunkt.
Colin Trevorrows „The Book of Henry“ (2016) wurde zu einem gerade gefürchteten Film, als die miserablen Kritiken und die schlechten Einspielergebnisse dafür sorgten, dass Trevorrow seinen Job als „Star Wars“-Regisseur verlor. Die Ambition kann diesem Drama nicht abgesprochen werden. Das Wunderkind Henry (Jacob Tremblay) kümmert sich um seine Familie (inklusive Bruder und Mutter), doch als er im Sterben liegt, fällt die Aufgabe den bösen Nachbarn (Dean Norris), der seine Tochter quält, seiner Mutter (Naomi Watts) zu. Irgendwie versucht Trevorrow die vielen finsteren Themen (Kindesmissbrauch, Mordkomplotte, Kindstod) mit der Aura eines zuckersüßen Kinderfilms zu verbinden, was jedoch fatal fehlschlägt.
David Lowery springt zwischen Indie- und Mainstreamfilmen hin und her, und es scheint ihm sehr gut zu bekommen. Während er für Disney finanziell erfolgreiche Realversionen alter Klassiker auflegt, nimmt er in seiner Freizeit offenbar die brach liegende kreative Energie und kreiert Wunderwerke wie „A Ghost Story“ (2017). Ein junges Paar in Texas führt eine glückliche Beziehung, bis er (Casey Affleck) bei einem Autounfall stirbt und als Geist (mit Bettlaken, im besten Kinderfilmstil!) unsichtbarer Weise ins Haus zurückkehrt und ihr (Rooney Mara) dabei zusieht, wie sie versucht ihr Leben neu zu ordnen. Filme rund um den Verlust eines geliebten Menschen und noch dazu mit Geistern, die zurückkehren, sind nicht neu, doch noch selten wurde es so sensibel und kreativ intelligent aufbereitet wie bei Lowery, der die Trauer aus Sicht des stummen Geistes zeigt. Dabei springt er auch von Geisterfilm, zu Sci-Fi-Allegorie zu Melodram und zurück.
Der überraschend verstorbene Hans Hurch, wird im jüngsten Trailer zur Viennale geehrt. „Hans“ (2017) von Abel Ferrara ist eine etwas zu schwülstige und mit zu offensichtlichen Bildern überladene Liebeserklärung an den langjährigen Leiter der Viennale.
Der Dokumentarfilm „The Happy Film“ (2016) von Stefan Sagmeister nahm sich das ambitionierte Ziel, das Glück an sich zu definieren. Sagmeister trifft sich dabei mit vielen Künstlern und Intellektuellen und liefert damit auch ein wenig einen etwas zu eng abgesteckten Raum, in dem er seine Frage nach dem Glück diskutiert. So ganz von dem Vorwurf, sich rein mit „First World Problems“ zu beschäftigen, wird er damit nicht los.
Als IMAX-Erfahrung kreiert, ist Terrence Malicks „Voyage of Time: Life’s Journey“ (2016) eine wunderschöne visuelle Erfahrung, in der er die Gedankengänge aus „The Tree of Life“ weiter verfolgt und zu einer ganz und gar sinnlichen Erfahrung ausbaut. Die Voice Over von Cate Blanchett irritiert dabei leider, da sich Malick wieder einmal mit seinem Mutterkomplex beschäftigt.
Arnold Schwarzenegger als bester Profikiller der Welt und eine Reihe an aufstrebenden Killern, die ihn töten wollen. Dabei begleitet werden sie von einer Kameracrew. Die Reality-TV-Idee ist nicht neu und wird in „Killing Gunther“ (2017) auch nur sporadisch mit Verve umgesetzt. Stattdessen wartet man 70 quälend lange Minuten, bis Schwarzenegger mit all seinem Charisma und viel Gusto versucht, das Unterfangen in den letzten ca. 20 Minuten zu retten. Hoffnungslos.
Zwei Motorsport-Dokumentarfilme ergaben ein perfektes Nachmittagsprogramm. In „Williams“ (2017) wird die Geschichte des Formel 1-Rennstalls nacherzählt, passend zum 40-Jahr-Jubiläum. Dass Frank Williams im Mittelpunkt steht ist klar, doch auch die Blickpunkte seiner Frau Ginny (per Tonbandaufnahmen und (schwach) nachgestellten Szenen) und seiner Tochter Claire, bringen viele interessante Details zum Vorschein. Trotz seiner knapp 100 Minuten lässt die Dokumentation sehr viele (Erfolgs-)Geschichten aus. Weshalb zum Beispiel wird die erfolgreiche Damon Hill/Jacques Villeneuve-Zeit ignoriert? Auch bittere Momente werden teilweise gestrichen, wie der tödliche Unfall von Ayrton Senna oder der Abstieg des Rennstalls ab Ende der 1990er-Jahre.
Etwas gelungener ist da hingegen Roger Donaldsons „McLaren“ (2016). Bruce McLaren ist in famosen Archivaufnahmen zu bewundern, und Donaldson schreckt auch nicht vor technischen Details zurück. Man wünscht sich, dass er noch mehr in die Ingenieurskunst McLarens eingetaucht wäre, doch auch so, ist dies eine sehr unterhaltsame Erzählung aus der Motorsport- und Formel 1-Historie.
Basierend auf einem russischen Roman, zeigt „Lady Macbeth“ (2016) keine alternative Sichtweise auf Shakespeares berühmtes Stück, impliziert allerdings bereits mit dem Titel, welche Richtung die Geschichte einschlägt und wer der Katalysator sein wird. William Oldroyds wunderschöne Geschichte über Lust, Unterdrückung und Gewalt, ist auch dank der zentralen Leistung von Florence Pugh auch eine Geschichte rund um die Selbstbestimmung einer jungen Frau. Dass sie dabei vor Mord nicht zurückschreckt, um ihr Schicksal in die Hand zu nehmen, ist bei Oldroyd eine logische Konsequenz.

Re-Visited
Sofia Coppola hat in den letzten Jahren immer wieder viel Kritik für ihre Arbeiten einstecken müssen. Ein Vorwurf, der sich im Rückblick kaum halten lässt. So ist etwa ihre zuckrig-oberflächliche Biografie „Marie Antoinette“ (2006) genau das, was die Person Marie Antoinettes (Kirsten Dunst) für Coppola ausmachte: ein zwischen Oberflächlichkeit, Überforderung und Einsamkeit pendelndes Mädchen auf der Suche nach seinem Platz im Leben. Ausgestattet mit viel zu viel Geld und Freizeit (weil auch ihr Ehemann Louis – Jason Schwatzman – wenig Interesse an ihr zeigt) wird sie zur Ausgabenkönigin und schließlich auch zum Hassobjekt der Hungernden, von deren Intentionen scheinbar keiner am Hof etwas bemerkt. So wirkt auch „The Bling Ring“ (2013) wie eine Studie zu Einsamkeit und Wohlstandsverwahrlosung. Der Anspruch ist etwas geringer geraten, denn bei „Marie Antoinette“, aber die Jugendlichen auf Promi-Raubzug bieten für Coppola den perfekten Hintergrund ihre Themen abzuarbeiten. Ihr bislang erfolgreichster und bekanntester Film bleibt aber eine andere Studie von Einsamkeit: „Lost in Translation“ (2003). Bill Murray und Scarlett Johansson bieten eine zart aufkeimende Freund- und Liebschaft, die von Coppola vor einem – den beiden Menschen – exotisch-fremdem Hintergrund entspinnt. Nicht nur sind sie sich ihrer Gefühle nicht im Klaren, sondern scheinen auch in den fremden Straßen, Beschriftungen und Bildern unterzugehen. Ein zarter, humorvoller und wunderschöner Film.
Einer der enttäuschendsten Filme von Ed Wood ist „Night of the Ghouls“ (1959). Da er in seinem Buch „Hollywood Rat Race“, welches ich kürzlich las, ausführlich über die Produktion seiner Filme sprach, kann man „Night of the Ghouls“ mit neuem Interesse betrachten, doch inhaltlich wie technisch ist das ein ganz schwaches Werk von Wood, auch bei erneuter Betrachtung.
Der früh verstorbene Florian Flicker feierte seinen größten kommerziellen und Kritiker-Erfolg mit dem Kammerspiel „Der Überfall“ (2000). Roland Düringer als Möchtegern-Bankräuber, Joachim Bißmeier als Schneider und Josef Hader als spießiger Kleinbürger, finden sich in einer seltsamen Geiselnahme wieder, die vor allem die Geheimnisse der drei unsicheren Männer offenbart. Ein Genuss, in seiner technischen und inhaltlichen Konzentration.
Nachdem kürzlich das erste Foto des „Hellboy“-Reboots auftauchte, musste ich unbedingt wieder die beiden Filme von Guillermo Del Toro sichten. „Hellboy“ (2004) ist ein sympathischer Blödsinn mit ganz viel Spaß an der Sache, was vor allem an Ron Perlmans Darbietung in der Titelrolle und Del Toros offensichtlicher Sympathie für die Charaktere liegt. Doch die Geschichte um Nazi-Umtriebe und Rasputin ist voller Löcher und lässt sich kaum ernst nehmen, was bei über zwei Stunden Laufzeit einen gehörigen Makel darstellt. Die Fortsetzung „Hellboy II: The Golden Army“ (2008) zeigt eine ordentliche Qualitätssteigerung und ein gesteigertes Selbstbewusstsein in der Darstellung von Hellboy und seinen Gefährten (vor allem Doug Jones als amphibischer Agent Abe glänzt und hat herzzerreißend komische Szenen mit Hellboy). Die Handlung rund um eine Goldene Armee und die Macht über diese ist zwar wieder nicht sonderlich logisch geraten, doch Del Toro schafft es, die Widersprüche in dem höllischen Helden auszuarbeiten, der einerseits von der Öffentlichkeit geliebt und gefürchtet wird. Sein Schicksal, als Zerstörer der Welt, deutet auf einen großartigen finalen Teil einer Trilogie hin, die leider niemals zustande kam.

Serien-Überblick
Nach dem überraschenden Finale der 2. Staffel, war mir nicht ganz klar, in welche Richtung Staffel 3 (2017) von „Peaky Blinders“ hätte sich entwickeln sollen. Dass sich der Clan plötzlich mit der katholischen Kirche (in Form eines besonders korrupten und widerlichen Pfarrers: Paddy Considine) und russischen Exilanten herum schlagen muss, kam sehr überraschend. Der Tod von Tommy Shelbys Frau, die bei einem Attentatsversuch auf ihn, zwischen die Fronten geriet, sorgte erst recht für jenes Drama, welches in Gangsterepen einfach erwartet wird. Wirklich besonders war aber wieder einmal der Auftritt von Tom Hardy als jüdischem Gangster, der sich selbst „The Rabbi“ nennt. Eine Schauspiel-Masterclass, wie allerdings auch von Considine oder Cillian Murphy.
DAS Serien-Ereignis des beginnenden 21. Jahrhunderts! David Lynch und Mark Frost kehren zurück nach „Twin Peaks“. Ein Comeback von dem man gar nicht mehr glaubte, dass es je stattfinden würde, und dessen Erfolgsaussichten auch nie sonderlich klar erschienen. Fans der klassischen Serie, die vor allem den absurden Humor der 1. Staffel mochten, sahen sich aber in der 3. Staffel (2017) – auch unter „The Return“ bekannt – mit 18 sehr langsam voranschreitenden Episoden konfrontiert, die so gut wie keinen Fan Service boten und auch den absurden Humor an überraschenden Orten präsentierten. Gespickt mit Darstellern der Original-Serie, Stars des „Fire Walk With Me“-Films (der zur „Entschlüsselung“ der vielen Geheimnisse der 3. Staffel unerlässlich wurde) und „Gast“-Stars (von Naomi Watts über Tim Roth bis hin zu einem Sekundenauftritt von Monica Bellucci als sie selbst) bevölkern die vielen Schauplätze, und liefern am Ende ein überraschend vielschichtiges und zusammenhängendes Serien-Universum, welches eine gruselige, spannende und düstere Vision eines Kampfes Gut gegen Böse (nicht zuletzt selbst in Cooper – ein exzellenter Kyle MacLachlan in einer grandiosen Doppel/Dreifach/Vierfach-Rolle). Es mag mehr eine Serie sein, die von „Eraserhead“ über „Lost Highway“ bis zu „Inland Empire“ reicht und „Twin Peaks“ am Rande streift, doch der Lohn der manchmal sehr Arbeitsintensiven und anstrengenden 18 Episoden ist unermesslich.
Staffel 2 (2016) von „The Affair“ erweitert seine Handlungsstränge und zeigt auch endlich die Blickwinkel von Helen (Mauren Tierney) und Cole (Joshua Jackson), während Noah (Dominic West) und Alison (Ruth Wilson) ihr vorgeblich glückliches Leben als Paar beginnen. Die in Staffel 1 immer wieder über der Handlung schwebende Mordermittlung wird hier intensiviert und führt immer tiefer in die familiären Geheimnisse von Ruth und Cole, zeigt aber auch die vielen Schichten von Ruth und rührt an Fragen der Treue und Aufrichtigkeit innerhalb einer Beziehung, die auf einer Lüge (Affäre) aufgebaut ist. Die Erweiterung auf 12 Episoden führt zu einigen Wiederholungen und zu lang gedehnten Entwicklungen, um die Staffeldauer zu erreichen. Der Mix aus Melodram und Thriller funktioniert aber weiterhin gut.
Staffel 2 (2006) von „Doctor Who“ sieht das Debüt des schottischen Schauspielers David Tennant in der Titelrolle. Vom ersten Moment an, gewinnt er mit seinem Charme das Publikum und versorgt den Doctor mit mehr verspieltem Humor denn Ecclestone. Vor allem die Chemie zu Rose (Billie Piper) funktioniert vom ersten Moment weg. Dennoch sind die Episoden von wechselhafter Qualität und es bleibt mehr die tolle Chemie zwischen den Darstellern hängen und weniger die Handlungen.
In der 3. Staffel (2007) wechselt die Companion von Rose, an welche ich mich mittlerweile schon sehr gewöhnt hatte, zur Medizinstudentin Martha, die nach dieser Staffel jedoch bereits wieder verschwindet. So gibt es auch nur wenig Zeit, um ihren Charakter wirklich eingehend kennen zu lernen, da „Doctor Who“ auch die Angewohnheit hat, die Hintergründe seiner Charaktere über viele Staffeln hinweg auszuarbeiten. Dabei ist Staffel 3 vollgepackt mit wunderbaren Episoden, in denen vom Zeitreiseparadoxon (die wunderbare Episode „Blink“ mit Carey Mulligan als Gaststar) über eine Invasion Englands mittels Premierminister Saxon viele Möglichkeiten bestehen, um David Tennant in Hochform zu sehen. Tennant ist mit viel Charme und oft auch mit ebenso viel Aggression und Wut am Werk, und bietet viele Facetten, die den Doctor ausmachen. Bei Tennant wirkt der Doctor zugänglicher und auch sympathischer denn in Ecclestones Darbietung.
Nachdem „Top of the Lake“ einen derart großen Erfolg für Jane Campion und Hauptdarstellerin Elisabeth Moss darstellte, war eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit. Staffel 2 (2017) unter dem Titel „China Girl“ versetzt Robin Griffin (Moss) wieder nach Sydney, wo sie noch immer an den Ereignissen in Neuseeland zu kämpfen hat. Gemeinsam mit ihrer zugeteilten Partnerin Miranda Hilmarson (Gwendoline Christie) soll sie den Mord an einer asiatischen Prostituierten aufklären. Campion nutzt die sechs Episoden, um die inneren Widersprüche von Robin zu erkunden, die auch erstmals ihre zur Adoption frei gegebene Tochter Mary (Alice Englert) kennenlernt. Deren Eltern (Ewen Leslie & Nicole Kidman) wissen nicht mehr mit ihrer Adoptivtochter umzugehen, sehen aber auch Robins Involvierung in das Leben Marys mit Sorge. Dass die Handlungsstränge in bester Film Noir-Manier natürlich zusammenhängen, lässt Campion mit viel Liebe zu den Charakteren nicht zu Klischeehaft ausfallen. Dass bei „China Girl“ die Auflösung beinahe noch dunkler und niederschmetternder denn in der 1. Staffel ausfällt, ist auch eine weitere Stärke dieser großartigen Serie, getragen von einer wie immer fantastischen Elisabeth Moss.
Nachdem Staffel 3 von „BoJack Horseman“ in wildesten emotionalen Hochs und Tiefs eintauchte, wirkt Staffel 4 (2017) geradezu handzahm. BoJack wird mit seiner vermeintlichen Tochter und seiner dementen Mutter konfrontiert, während sein einstiges Umfeld versucht, neue Ziele zu erreichen. Dianes Ehe mit einem plötzlich als Gouverneur kandidierenden Mr. Peanutbutter steht auf der Kippe, Princess Caroline wünscht sich ein Kind und Todd stolpert eher zufällig von einer großartigen Möglichkeit in die nächste. Darin liegt ein großes Problem der 4. Staffel. Nicht nur, dass die 3. Staffel derart dich gepackt mit exzellenten Episoden war, und auch in ihren großen Handlungsbögen funktionierte, ist die 4. Staffel auch in ihren Einzelepisoden schwächer. Die Handlungsbögen in Staffel 4 funktionieren, doch haben sie selten die emotionale Tiefe, wie jene im Jahr zuvor und die Einzelepisoden bestehen für sich auch nur selten. Eine Staffel, die wie ein Rückschritt wirkt.

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

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