Home

Das Jahresende gehört mittlerweile schon traditionell dem neuesten Star Wars-Abenteuer. Dass sich um den unterhaltsamen „The Last Jedi“ eine derartige Debatte im Internet entspinnen sollte, war mir nach Ansicht des Sci-Fi-Reißers keineswegs klar. Die Diskussionen rund um nachgeholte Werke wie jene von Kathryn Bigelow, Sally Potter, Asghar Farhadi oder Dee Rees erschienen mir jedoch sonnenklar. Viele starke Filme und auch Feiertagsbedingte erneute Sichtungen alter Werke. Ein Filmmonat wie ich es mag.

Neuzugänge
Kate Winslet und Idris Elba als Paar wider Willen, das nach einem Flugzeugabsturz in den Bergen verscht zu überleben. „The Mountain Between Us“ ist eine etwas eigenartige Mischung aus „Cast Away“ und Liebesmelodram. Die gesamte – unwahrscheinliche – Handlung, ist eine langsame Annäherung zweier Menschen, die man nur deshalb interessant findet, da zwei hervorragende Darsteller sie spielen. Das Drehbuch, basierend auf einem Roman, ist voller platter Dialoge und unwahrscheinlicher Szenarien. Elba macht aus seinen Szenen allerdings mehr als Kate Winslet, die etwas zu standardisierte Melodramatik zum Besten gibt.
Der zweiterfolgreichste Kinostart aller Zeiten in den USA, der längste aller „Star Wars“-Filme, und die große Bürde, den finalen Auftritt der verstorbenen Carrie Fisher zu zeigen. „Star Wars: Episode VIII – The Last Jedi“ musste natürlich sehr hohe Erwartungen erfüllen, und Rian Johnsons sehr kompetent umgesetztes Sci-Fi-Spektakel, kann viele Pluspunkte auf seiner Seite sammeln. Doch leidet der neueste „Star Wars“-Film an seiner Überlänge, erst im finalen Drittel gewinnt das Geschehen gehörig an Fahrt, und scheint sich auch nicht ganz im Klaren darüber zu sein, wie die eigene Mythologie funktioniert. So sind Rey und Kylo Ren plötzlich miteinander verbunden, kann Luke als Projektion auf fernen Planeten erscheinen und bemerkt der Anführer Snoke nicht, wenn ihm der Tod droht. Dennoch ist „The Last Jedi“ einer der richtig guten „Star Wars“-Filme, alleine schon da Johnson Spektakel und humorvolle Momente gut ausbalanciert, und den Darstellern neben reichlich albernen Dialogen auch intensive Momente bietet. Vor allem Mark Hamill bekommt als Luke Skywalker einen glänzenden Auftritt. Daneben verblassen die etwas eintönig wirkenden Darbietungen so talentierter Mimen wie Adam Driver, Daisy Ridley oder Oscar Isaac.
Im Rahmen einer Silvester-Überraschungspremiere gab es die Gelegenheit Martin McDonaghs bitterböse Komödie „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“ zu begutachten. Der exzellent gespielte Film (von Frances McDormand über Sam Rockwell und Woody Harrelson bis hin zu einem schönen Auftritt von Peter Dinklage) ergeht sich ein wenig zu oft in mit Flüchen durchzogenen Dialogen, findet aber eine großartige Balance zwischen grauenvoller Tragik (die Vergewaltigung und Mord an ihrer Tochter setzt Frances McDormand als nach Vergeltung suchende Mutter auf einen eigenwilligen Rachefeldzug) und wundervoller Komik (Sam Rockwells rassistischer Kleinstadt-Polizist ist herrlich anzusehen). Ein fantastischer Film zum Jahresausklang.

Reese Witherspoon als Tochter eines legendären Filmemachers, die eine Affäre mit einem jungen aufstrebenden Regisseur beginnt, der mit seinem Schauspieler-Bruder und seinem Drehbuch-Kumpel, im Gästehaus von Witherspoon wohnt. „Home Again“ (2017) wirkt wie ein aus der Zeit gefallener Versuch die Romantikkomödie neu zu beleben und scheitert aufgrund der Fülle an Klischees.
Der betont charmant und sonnig inszenierte „Gifted“ (2017) zeigt Chris Evans, dass er mehr ist als ein attraktiver Superhelden-Darsteller. Als Vormund für ein sieben Jahre altes Wunderkind (die Tochter seiner verstorbenen Schwester), zeigt er eine selten zu sehende Bandbreite, doch Webb verlässt sich nicht wirklich auf seine Geschichte, sondern füllt sie zu sehr mit „Feel-Good-Momenten“, und einer zu streng konzipierten Schwarz-Weiß-Malereie (die böse Mutter hat kaum einen Funken Gutes in sich).
Jackie Chan ist nicht mehr der Jüngste und so sehen auch manche Stunts in dem britisch-chinesischen Actionthriller „The Foreigner“ (2017) nicht immer geschmeidig aus, doch zeigt Chan, dass er es auch im gehobenen Action-Star-Alter immer noch besser drauf hat, denn andere gealterte Genre-Kollegen. In „The Foreigner“ kämpft er darum, die Mörder seiner Tochter (die bei einem Bombenanschlag umkam) zu erfahren. Dabei trifft er auf einen schmierigen Politiker (ebenfalls sehr sehenswert: Pierce Brosnan), der tiefer in diesen Anschlag verwickelt ist, als er zugeben will. Martin Campbell präsentiert sich in fantastischer Form, und auch wenn die Handlung an manchen Stellen ein wenig zu viel an Fahrt verliert, ist es das Charisma seiner Stars und die flotte Inszenierung, die den Film immer unterhaltsam gestalten.
Steven Soderbergh hatte seinen Rückzug vom Kino bekannt gegeben, doch war er mit Fernsehproduktionen (etwa dem famosen „The Knick“) immer noch präsent. Sein Comeback mit der Krimikomödie „Logan Lucky“ (2017) hätte kaum besser ausfallen können, auch wenn das Kinopublikum sich leider nicht blicken ließ. Channing Tatum und Adam Driver sind perfekt besetzt als das Brüderpaar Logan, welches einen Überfall auf eine Nascar-Rennstrecke plant und dazu die Hilfe der Bang-Brüder (darunter Daniel Craig als legendärer Safe-Knacker) benötigt. Soderbergh inszeniert dies mit dem Charme der Oceans-Filme und lässt in kleinen Details exakt jenes Muster durchklingen, welches bei den großen und glänzenden Oceans-Filmen auch passte. Waren es zuvor Millionen, geht es nun um einige Hunderttausend Dollar, und die Planung für den Coup ist voller kleiner aber feiner Unwägbarkeiten. Soderbergh (der ein Drehbuch von Debütantin Rebecca Blunt inszenierte – dabei handelt es sich um ein Pseudonym seiner Frau) lässt das Publikum immer nur Details wissen und damit auch ein wenig ins Leere laufen, was am Ende zu tollen Enthüllungen und Twists führt, aber bis dahin auch zu ein wenig Frustration führen kann.
Die Komödie „The Party“ (2017) von Sally Potter ist ein sehr Theaterhafter Reigen toller DarstellerInnen, die sich mit Leib und Seele in eine doppelbödige Komödie werfen, in der nicht nur die Beziehungen zwischen den Charakteren aufgearbeitet werden, sondern auch ein Gesellschaftsbild Großbritanniens, der Parteienlandschaft des UK und der westlichen kapitalistischen Gesellschaft („No money is clean!“). Timothy Spall und Patricia Clarkson sorgen für die darstellerischen Highlights, während Potter in strengem Schwarzweiß ihre Figuren in den Irrsinn treibt. Sehr sehenswert und kurzweilig.
Nach seinem Oscar-Triumph mit „Nader & Simin“ konnte sich Asghar Farhadi seine Projekte aussuchen. So kam es zu seinem Ausflug nach Frankreich mit „Le Passé“, und nun kehrt er mit „Forushande“ (2016) in den Iran zurück, um eine Adaption von Arthur Millers „Death of a Salesman“ mit einer privaten Tragödie (ein Erdbeben und ein Wohnungsumzug führen zu einem Überfall). Wer die iranischen Kunstszene nicht kennt (so wie ich), wird immer wieder vor Fragen stehen, die erst durch die Lektüre von zusätzlicher Literatur aufgeklärt werden. Das führt ein wenig dazu, dass man aus der Geschichte gerissen wird.
Jean-Pierre Melville, der Großmeister des französischen Noir, konnte mich mit seinem fast zweieinhalb Stunden langen „Le Deuxième Souffle“ (1966) nicht vollständig überzeugen. Die Spannung, die Melville aufbringt, kann er nicht über die gesamte Filmdauer aufrecht erhalten. Der Coup eines jüngst aus dem Gefängnis geflohenen Gangsters und das Nachspiel des Coups, folgen etlichen Genre-Konventionen und wirken in den Jahrzehnten nachdem der Film im Kino war, nun nicht mehr so begeisternd wie damals.
Die für Netflix produzierte Romanadaption „Mudbound“ (2017) von Dee Rees, war eine der am gespanntest erwarteten Filme des ausgehenden Jahres. Zwei aus dem Zweiten Weltkrieg in ihre Heimat zurückkehrenden jungen Männer (Garret Hedlund und Jason Mitchell) können sich im Amerika der ausgehenden 1940er nicht wirklich einfügen. Der Rassismus in den Südstaaten, das Unwissen der Menschen, die nicht im Krieg waren und auch die ökonomischen Zwänge, die Menschen auf den Farmen zu großen persönlichen Opfern zwangen, stehen im Zentrum von Rees‘ feinem Film.
Immer noch tauchen (Kurz-)Filme von Ed Wood auf, und in diesem Fall seine wohl erste kommerzielle Arbeit: „The Sun Was Setting“ (1951). Der 14-minütige TV-Kurzfilm um eine Frau, die nur noch sechs Monate zu leben hat und sich noch einen aufregenden Abend wünscht, ist viel melodramatischer, denn die von Wood bekannten Genre-Arbeiten. Die Dialoge sind aber klassische Wood-Kost, einzig der eingeschränkte Handlungsort hinderte ihn wohl daran, das Sujet weiter auszuarbeiten.
Mit viel Vorfreude ging es zu „Driftwood“ (1997), einen der letzten Filme aus der Filmografie von James Spader, die mir noch fehlten. In diesem völlig missratenem „Misery“-Abklatsch, wird der namenlose Mann (Spader) an einem Strand angespült und von Sarah (in einer grauenhaften Darbietung: Anne Brochet) gerettet. Sie verarztet und pflegt ihn, doch schnell wird klar, dass sie ihn nicht mehr gehen lassen will. Spader versucht sein Bestes, doch dieses nur oberflächlich doppelbödige Melodram (der Schlusstwist ist geradezu eine Beleidigung für den Zuseher) ist eine weitere Verschwendung seines Talents.
Als einer der interessantesten Filmemacher Südamerikas gilt seit einigen Jahren Pablo Larraìn. Im selben Jahr als er Natalie Portman in „Jackie“ zeigte, arbeitete er sich auch an der Biografie von Pablo Neruda ab. In „Neruda“ (2016) zeigt er die Jagd der chilenischen Polizei (in Person von Gael Garcia Bernal) auf den Kommunisten Neruda ab. Dabei geht es weniger um biografische Genauigkeit und mehr um die Arbeit Nerudas und wie sie sich im Leben ausgewirkt hat. Nicht immer einfach zugänglich, aber voller intelligenter Kunstgriffe.
„The Pirates of Somalia“ (2017) von Bryan Buckley ist die Adaption des Sachbuch-Bestsellers von Jay Bahadur. Der kanadische Journalist flog auf eigene Faust nach Somalia, um die dortigen Umstände der Piraterie zu ergründen. In Buckleys Mischung aus Thriller und Buddy-Comedy (mit Evan Peters als Bahadur und Barkhad Abdi als Übersetzer) überwiegen leider zu oft die verspielten Elemente (Animations- und Traumsequenzen die humorvoll wirken sollen, aber dem Thema nicht gerecht werden). Al Pacino in einem Gastauftritt als (fiktiver) pensionierter Journalist Seymour Tolbin zeigt sich in viel besserer Spiellaune denn im zuletzt gesichteten „Hangman“.
Anlässlich des Kinostarts von „Detroit“, war es mal an der Zeit einige Werke von Kathryn Bigelow nachzuholen. Ihr Erstling „The Loveless“ (1981), gemeinsam mit Monty Montgomery, erzählt die recht simple Geschichte einer Motorradgang (darunter Willem Dafoe), die für Ärger in einer Kleinstadt sorgt. Die Ästhetik wirkte sehr an Kenneth Angers Filme angelehnt, doch wo Anger mit der Sexualisierung von Motorrad, Leder und Biker-Pose spielte, bleibt es bei Bigelow und Mongomery zu sehr an der Oberfläche.
Interessanter, wenngleich aufgrund der Western-Elemente mich nicht völlig überzeugend, war dann ihr Vampir-Thriller „Near Dark“ (1987), der vor allem mit den Darstellern des Familienclans (Lance Henriksen, Bill Paxton), dem sich der junge Cowboy (Adrian Pasdar) widerwillig anschließt, glänzt. Die Mischung aus blutigem Vampir-Horror, Neo-Western und Familiendrama funktioniert nicht immer, aber wenn Bigelow schließlich die einzelnen Vampire aufeinanderhetzt, dann sieht man einen Horrorthriller, den John Carpenter mit seinem „Vampires“ damals offenbar im Sinn hatte, aber nie ganz erreichen konnte.
Der Thriller „Blue Steel“ (1990) blieb vor allem aufgrund seiner weiblichen Perspektive in Erinnerung. Jamie Lee Curtis als junge Polizistin Megan Turner, die bei einem Einsatz einen Ladendieb erschießt und dessen Waffe dann in den Händen des zufällig anwesenden Wall Street Brokers Eugene Hunt (Ron Silver) landet, ist auf der Plot-Ebene einfach nur lächerlich. Ein erotischer Thriller (Megan und Eugene beginnen eine wirr verlaufende Affäre mit Mord und Totschlag), der besser als Horrorfilm funktioniert, und dennoch versucht, das Erfolgsmodell ähnlicher Filme (vor allem „Sea of Love“ mit Al Pacino und Ellen Barkin kommt in den Sinn) aus der weiblichen Sicht zu zeigen. Ein Film mit dem Bigelow erstmals zeigte, dass sie mehr als eine einfache Genre-Regisseurin ist, auch wenn dies bei „Blue Steel“ noch sehr unter der nicht gerade seriösen Oberfläche verborgen liegt.
Die Netflix-Eigenproduktion „A Christmas Prince“ (2017) versucht alles in seiner Macht stehende, um ein verzaubertes Weihnachtsmärchen zu sein. Bei dem Versuch eine tapsige angehende Journalistin (Rose McIver) bei ihrem ersten Auftrag – ein Bericht über den jungen Thronfolger des fiktiven Königreichs Aldovia – als hässliches Entlein welches zum Schwan wird zu zeigen, vergaloppiert sich das kreative Team in seinen Anleihen an anderen Märchen. Von „Plötzlich Prinzessin“ bis zu „Cinderella“ wird jede „magische“ Einstellung geklaut und jede Unwahrscheinlichkeit in Kauf genommen. Die Dialoge, die Sets, die Darbietungen – alles wirkt wie die schlampige Kopie eines ohnehin schon ausgelutschten Klischees. Beinahe so schlecht, dass es schon wieder lustig ist.
Der U-Boot-Thriller „K-19: The Widowmaker“ (2002) ist ein recht kurioser Eintrag in der Filmografie von Kathryn Bigelow. Ein Hohelied auf den Wagemut sowjetischer Soldaten, die nach einer Havarie ihr Atom-U-Boot und sich selbst zu retten versuchen, und dies inmitten der Wirren des Kalten Krieges, wo jede Aktion eine tödliche Reaktion bedeuten kann. Harrison Ford und Liam Neeson arbeiten sich mit schlechten Akzenten durch einen ansehnlichen Thriller, der sich etwas zu viel Zeit nimmt, um die typischen Klaustrophobie-Klischees der U-Boot-Filme durchzuarbeiten.
Mit viel Spannung wurde Bigelows neueste Arbeit „Detroit“ (2017) erwartet. Ihre Dramatisierung der über mehrere Tage andauernden Aufstände in Detroit 1967, mit Fokus auf die Erstürmung des Hotels Algier zeigt Bigelow und Drehbuchautor Mark Boal in Höchstform, doch die episodische Erzählweise führt dazu, dass man keinem der Charaktere wirklich eine eigene Persönlichkeit zugesteht. Sie sind alle Symbole für auch heute noch zu thematisierende Probleme. Der grassierende Rassismus und Polizeigewalt werden von Bigelow drastisch dargestellt, doch bleibt die Geschichte hinter den Aufständen in Detroit ein wenig zu sehr, hinter der offensichtlichen Botschaft des Films verborgen.
Emma Stone als Bobbie Jean King und Steve Carrell als Bobby Briggs. Zumindest die King war mir als große Tennisspielerin ein Begriff und auch als Kämpferin für die Gleichstellung der Frauen. In „Battle of the Sexes“ (2017) zeigen Valerie Faris und Jonathan Dayton auf humorvolle, aber auch etwas zu eindimensionale Fernsehfilmweise, wie sie gegen die Widerstände einer chauvinistischen Organisation die WTA ins Leben rief und zugleich den selbst stilisierten Chauvinisten Bobby Briggs in einem Schaukampf besiegt. Carrell darf Briggs die Facetten eines traurigen Clowns verleihen, während Stone die mit ihrer Sexualität hadernde King kompetent bietet.
Der Streamingdienst mubi präsentierte zwei der fünf Filme, die das Produktionsstudio Nikkatsu im Rahmen seines „Roman Porno Reboot Project“ in Auftrag gab. „Wet Woman in the Wind“ (2016) und „Anchiporuno“ (2016) sind sowohl Softcore-Sexfilme mit viel Nacktheit, als auch Statements zur Rolle der Frau im Pornofilm und in der Gesellschaft. Dabei zeigt sich der erste Film als der nachvollziehbarere Film, mit einer rudimentären Handlung, während „Anchiporuno“ in wunderschönen Bildwelten untergeht, und seine Meta-Ebene(n) ins Extrem treibt, wodurch der Film mehr wie eine Museumsinstallation und weniger wie ein Spielfilm wirkt.
Es mag an der oberflächlichen Art und Weise der Werbekampagne gelegen haben, aber Sandra Bullocks Oscar-gekrönter Auftritt in dem Feel-Good-Melodram „The Blind Side“ (2009) sprach mich trotz seines Football-Inhalts ganz und gar nicht an. Die Weihnachtsfeiertage sorgten dafür, dass ich diesen Film nun doch endlich einmal zu Gesicht bekam. Bullock ist auch tatsächlich hervorragend als Südstaaten-Löwenmutter, die den einsam zwischen Schule und Schlafplatz tingelnden Michael Oher bei sich und ihrer Familie aufnimmt. „The Blind Side“ ist vor allem ein Plädoyer für Güte, auch wenn John Lee Hancock diese wahre Geschichte äußerst manipulativ einsetzt und auch die Darstellung von Mike Oher als Forrest Gump-artigen tumben Tor ist eher problematisch geraten.
Michael Fassbender versuchte im Vorjahr mit „Assassin’s Creed“ seine eigene Actionfilm-Franchise zu starten und scheiterte kolossal. Ebenfalls bizarr missraten wirkt die Romandadaption „The Snowman“ (2017) von Tomas Alfredson, basierend auf Buch Nr. 7 aus der Harry Hole-Reihe von Jo Nesbo. Fassbender ist der Klischee-Super-Cop mit Alkoholproblemen und sozialen Phobien, der auf der Suche nach einem Serienkiller, der sich selbst „The Snowman“ nennt, aus seiner Apathie geweckt werden muss. Alfredsons Film ist ein merkwürdig langatmiger Thriller, der niemals in die Gänge kommt, sondern bereits mit der Eingangssequenz (ein kleiner Junge muss den Suizid seiner Mutter mitansehen) unfassbar platt geraten ist. Hinzu kommen offenbar in der Post-Production völlig verhunzte Sequenzen, wie etwa die Begegnung zwischen Val Kilmer (der offenbar miserabel synchronisiert wurde) und Toby Jones auf einem Berg, an dem eine zerstückelte Leiche gefunden wurde. All dies untermalt von Walkie-Talkie-Gesprächen die völlig unnatürlich wirken. „The Snowman“ ist eher ein Beispiel für einen ambitionierten aber in keiner Sekunde überzeugenden Prestige-Film.
Der Film Noir-Klassiker „Raw Deal“ (1948) konnte meine Laune hingegen wieder heben. Anthony Mann zeigt die Geschichte von Joe (Dennis O’Keefe), der aus dem Gefängnis ausbricht und Rache an seinem einstigen Partner nehmen will (Raymond Burr). Im Zentrum steht aber das Liebes-Dreieck zwischen Joe, seiner Gespielin Pat (Claire Trevor) und der naiven Ann (Marsha Hunt). Mann lässt immer wieder diese Konstellation in brenzligen Situationen Gewissensentscheidungen treffen und dabei nähert sich Joe immer mehr der gutherzigen Ann. Ein wunderschön gefilmter Noir, dessen Handlung und Dialoge klassischer Pulp sind, und dies mit Lust auskostet.
Dank meines wiederaufgenommenen Mubi-Accounts kam ich in den Genuss einiger Kurzfilme des US-Filmemachers Jay Rosenblatt. „Nine Lives (The Eternal Moment of Now)“ (2001) als Meditation über den Traum einer Katze ist einfach herzlich, so wie auch sein Essay „I Used to be a Filmmaker“ (2003) über seine Tochter und die Freuden der Vaterschaft. Ambitioniert und ergreifend ist Rosenblatts Auseinandersetzung mit dem frühen Tod seines Bruders in „Phantom Limb“ (2005). Als sogenannte „Message“-Filme kann man die weniger effektiven „Prayer“ (2002) und „Afraid So“ (2006) ansehen, die beide ein wenig zu sehr unter ihren großen Ideen verschüttet werden.
Marie Kreutzers Stadtkomödie „Die Notlüge“ (2017), nach einem Drehbuch von Pia Hierzegger, ist ein Film, der perfekt auf sein TV-Feiertagspublikum abgestimmt scheint. Eine Patchworkfamilie, die der im Unklaren gelassene Oma nicht aufregen will, und deshalb von Scheidung und neuen Partnern nicht erzählt, sondern heile Familie vorspielt. Das ist zwar vorhersehbar, aber von Kreutzer kompetent umgesetzt und ihr Ensemble spielt routiniert (vor allem Josef Hader und Hierzegger können derartige Rollen mittlerweile im Schlaf spielen), während Andreas Kiendl positiv heraussticht.
Die Lebensgeschichte der Kärntnerin Inge Sargent, die den Shan-Prinz Sao Kya Seng heiratete und damit hautnah das Ende dessen Reiches miterlebte, wäre eine Möglichkeit, um eine Art „Der letzte Kaiser“ aus weiblicher Sicht aufzuziehen. Sabine Derflinger jedoch, nach einem Drehbuch von Rupert Henning, versinkt in „Dämmerung über Burma“ (2015) in Melodramatik und exotischen Kitschbildern. Maria Ehrich spielt die Hauptfigur angemessen im Rahmen der Erzählung, auch wenn dies zu einer geradezu unkritischen Heldenverehrung führt.
Wie im Vorjahr, bekam Robert Dornhelm den Auftrag für den ORF (und in diesem Fall auch die Fernsehsender der koproduzierenden Länder Ungarn, Tschechien und Slowakei) einen weihnachtlichen Historienschinken zu produzieren. Der Zweiteiler „Maria Theresia“ (2017) mit Marie-Louise Stockinger in der Titelrolle, ist unfassbar banal und oberflächlich geraten. Ein Boulevard-Stück über Eifersüchteleien und vermeintlich komische Anzüglichkeiten.

Re-Visited
Da mit „The Sun Was Setting“ ein neuer Wood-Film bei mir ankam, mussten natürlich auch wieder ältere Filme von dem Großmeister des schlechten Films gesichtet werden. Der Noir-Versuch „Jail Bait“ (1954) fasziniert immer wieder, vor allem durch den wirren Einsatz einer Vaudeville-Blackface-Nummer, die überhaupt nicht zum Rest des Films passt. Sein persönlichtes Werk „Glen or Glenda“ (1953) gefällt mir derweil von Mal zu Mal immer besser. Ein eigenwilliges Dokument, das viel mutiger und kompromissloser ist, denn man Wood oft zugestehen will. Das macht keinen guten Film, aber es ist auf jede Fall sehenswert.
Viel früher als erwartet, gab es eine zweite Sichtung von „A Ghost Story“ (2017). Der sensible und auch stellenweise verworrene Geisterfilm von David Lowery, ist bei zweiter Ansicht noch viel sensibler und auch nachdenklicher, denn beim ersten Mal. Vor allem die Zeitsprünge sorgen für Gesprächsstoff und lassen so manch anstrengende Passage im ersten Akt vergessen machen.
Immer wieder einen Blick wert ist die legendäre „The Hound of the Baskervilles“ (1959)-Verfilmung der Hammer-Studios unter Regie von Terence Fisher. Peter Cushing ist ein sehr klassischer Sherlock Holmes, während Christopher Lee ein wenig ungewohnt in der Rolle des romantischen Helden und potentiellen Opfers Baskervilles zu sehen ist. Neben der klassischen Detektiv-Geschichte sind es natürlich die rasante Inszenierung und wunderschönen Farben und Kostüme, die diesen Film heute noch frisch und sehenswert machen.
Anlässlich eines Specials im Filmcasino, kam es zu einem unerwarteten Wiedersehen mit den vier Batman-Filmen von Tim Burton und Joel Schumacher. „Batman“ (1989) von Tim Burton, ist immer noch beeindruckend in seiner faszinierend plastischen Darstellung des dezidiert dunklen und Comic-haften Gotham City (und ist dabei weit weg vom Realismus eines Christopher Nolan). Der erste Film von Burton gehört zwar eindeutig Jack Nicholson und seinem verspielt-psychopathischen Joker, doch Michael Keaton bringt zu seiner Batman-Darbietung eine Verletzlichkeit, die sich vor allem in seinem zerrissenen Bruce Wayne zeigt.
Der im Filmcasino gesichtete „Batman Returns“ (1992) ist noch mehr in den Welten Burtons verhaftet, denn Teil 1, und zeigt auch einen ruchloseren Batman, wie man ihn in den allerersten Comic-Heften sehen konnte, in dem er auch schon mal Bösewichte tötete ohne mit der Wimper zu zucken. Natürlich sind auch hier der Pinguin (Danny DeVito) und Catwoman (Michelle Pfeiffer) in ihren bizarren Bösewicht-Auftritten, die heimlichen Stars (Christopher Walken als fieser Industrie-Boss ist die Krönung des Bösewichts-Triumvirats), doch zeigt Burton diesmal einen noch dunkleren Batman, der in seiner unmöglichen Liebe zu Catwoman sich selbst erforscht. Beinahe noch eine Spur besser, denn Teil 1.
Dann kam Joel Schumacher. Er lieferte sowohl mit „Batman Forever“ (1995) als auch mit „Batman & Robin“ (1997) derart überdrehte, bunte und geradezu lachhaft unlogische Filme, dass man sich zunächst noch mit gutem Willen von den knalligen Farben und den völlig outrierenden Darstellern (Carrey und Jones in „Forever“) betäuben lässt, während in „Batman & Robin“ es so gut wie keinerlei Grund gibt, sich das noch einmal anzusehen. Wären beide Filme bewusst gemachte Remakes der 1960er-Serie gewesen, dann wären dies Camp-Meisterwerke. Doch geschah dies alles ohne jede Intention.
Kathryn Bigelows „Strange Days“ (1995) war jener Film, mit dem sie mir erstmals als wirklich ernstzunehmende Filmemacherin auffiel. Weit weg von jeder Genre-Zuschreibung, ist ihr Endzeit-Thriller sowohl (zu) verworrener Film Noir, als auch eine Studie über Voyeurismus im Kino. Mehr ein VR-Peeping-Tom-Update und weniger ein geradliniger Thriller, bietet Bigelow trotz einiger Logiklöcher, spannende Unterhaltung, die nicht nur großartig aussieht, sondern mit Ralph Fiennes als Dealer und Angela Bassett als knallharter Heroin glänzt.
Im Rahmen seiner Neu-Erfindung als Comedy-Star, war „Meet the Parents“ (2000) wohl der größte Hit für Robert De Niro. Als erzkonservativer Schwiegervater und CIA-Profiler im Ruhestand, ist De Niro auch fantastisch anzusehen. Sein Duell mit Möchtegern-Schwiegersohn Ben Stiller sorgt für veil Unterhaltung und Lacher, auch wenn die Ausführung von Jay Roach oftmals an eine ausgedehnte Sitcom-Episode denken lässt. Zudem sind die Frauen hier kaum mehr als Stichwortgeberinnen. In „Meet the Fockers“ (2004) werden viele Gags erneut aufgetischt, und es liegt vor allem an den großartig aufspielenden Dustin Hoffman und Barbra Streisand als Stillers Eltern, die einen an und für sich sehr enttäuschenden Film, zumindest immer wieder mal mit sehr amüsanten Momenten versorgen.
Am 24. Dezember gehört ein Film wie „The Muppet Christmas Carol“ (1992) einfach dazu. Die wohl beste Adaption des Dickens-Klassikers und mein liebster Muppets-Film. Michael Caine ist ein großartiger Scrooge und Regisseur Brian Henson lockert das Geschehen nicht nur für Kinder sehr schön auf, indem er die von seinem Vater kreierten Figuren für Slapstick einsetzt, während vor allem Gonzo als Dickens und Rizzo die Ratte auch in etlichen lustigen Dialogen zu sehen sind.
Die Weihnachtsfeiertage sind eine Zeit, in der man auch alte und liebgewonnene Filme sich erneut zu Gemüte führt. „While You Were Sleeping“ (1995) ist dabei schon so etwas wie ein persönlicher Weihnachtsklassiker. Ein liebenswertes Märchen mit traumhaft aufspielenden Stars (Sandra Bullock und Bill Pullman), das in keiner Realität auch nur annähernd realitätsnah gerät, aber dafür umso mehr unterhält und begeistert.
Ein Film der im Jahr zuvor dafür sorgte, dass Sandra Bullock zu einem internationalen Star wurde, war der großartige Actionreißer „Speed“ (1994) von Jan de Bont. Man sieht dem Film zwar schon ein wenig die Spuren der Zeit an, doch auch nach über 20 Jahren ist de Bonts Actionspektakel genauso spannend, mitreißend und über alle Maßen alle Register des Genres auskostend (vor allem Dennis Hopper hält sich in seiner Darbietung keine Sekunde lang zurück), wie zu seiner Premiere. Keanu Reeves ist heute jedoch in Filmen wie „John Wick“ ein noch besserer Actionheld denn damals.
Das auf wahren Ereignissen basierende Drama „Silkwood“ (1983) unter der Regie von Mike Nichols, benötigt etwas mehr Geduld als die zuvor genannten Filme. Nichols bietet seinen Charakteren – Meryl Streep als Karen Silkwood, Kurt Russell als ihr Freund und Cher als ihre beste Freundin – viel Raum und lässt die Arbeitsrechtliche Handlung (die Arbeits- und Gesundheitsbedingungen in einer Plutonium-Aufbereitungsanlage) langsam die Oberhand sowohl über das Geschehen als auch über das Innenleben seiner Charaktere gewinnen. Ein ruhiger und konzentrierter Film, der aber auch viel Geduld braucht.
Weshalb ich die grottenschlechte Komödie „Did You Hear About the Morgans?“ (2009) nun zum mittlerweile dritten Mal gesehen habe, kann ich beim besten Willen nicht rational erklären. Die Mischung aus Feiertagslangeweile und der eigenen Unfähigkeit sich etwas Anspruchsvolleres ansehen zu wollen, spielen wohl immer wieder mit hinein. Denn man muss dieser Komödie um ein New Yorker Paar in der Krise, welches einen Mord beobachtet und im Zeugenschutz in Wyoming landet, schon lassen: Es gibt viel zu lachen, selbst wenn das nicht immer gewollt ist. Hugh Grant und Sarah Jessica Parker in den Hauptrollen wirken immer so, als ob sie selbst nicht glauben könnten, wo sie nun gelandet seien, aber das macht vor allem bei Grant einen Teil des Reizes seiner Darbietung aus.
David Finchers „Panic Room“ (2002) trägt den Titel, der schwächste Film von Fincher zu sein. Zwar gefiel mir „Panic Room“ immer schon besser als der eine oder andere Film aus seinem Oeuvre (etwa „The Curious Case of Benjamin Button), aber eine erneute Sichtung blieb lange aus. Dass der großteils in einem luxuriösen Stadthaus spielende Thriller um einen nächtlichen Einbruch hervorragend gealtert ist, war dann auch die erste und schönste Erkenntnis. Effektiv inszeniert (etliche unglaubwürdige Momente übersieht man generös) und toll gespielt, hat „Panic Room“ etwas überraschend befriedigendes. Ein straffer und unterhaltsamer Thriller.
Der erste Kinoausflug der X-Akten ist hingegen nicht gut gealtert. „The X Files“ (1998) wirkt wie eine unnötig aufgeblasene Sonderepisode aus der Serie, und hat daher auch nur wenig Unterhaltsames zu bieten. Für Akte X-Fans ist natürlich auch hier genügend Material vorhanden, um sich in den Film zu verbeißen, doch vom imposant inszenierten Bombenanschlag mal abgesehen, sollte man sich doch eher den Serienstaffeln widmen und zumindest den ersten Film einfach ignorieren.

Serien-Überblick
Die zweite Staffel von „Rick and Morty“ (2015) ist auch bei erneuter Ansicht um einiges mutiger und komplexer, denn die abgedreht-komische 1. Staffel. Was sich die Serienmacher hier alles haben einfallen lassen (vor allem die „Purge“-Episode und das Staffelfinale sind großartig) ist kaum in einer anderen Animationsserie in dieser Dichte zu finden. Die Vorfreude auf Staffel 3 ist wieder gestiegen.
Die zweite Staffel von „Berlin Station“ (2017) behandelt mit dem Aufstieg der PfD (eine nicht gerade subtile Anlehnung an die AfD) vor allem den in Deutschland grassierenden Rechtspopulismus (und Extremismus), wobei sich die Serienmacher immer ein wenig zu sehr in absurde Agenten-Verwicklungen verstricken. Waffenlieferungen (Thomas Kretschmann als Neo-Nazi und PfD-Unterstützer plant gleich mal einen Anschlag mitten in Berlin) mit Unterstützung durch CIA-V-Männer (Richard Armitage führt seine „engagierter Agent“-Darbietung aus Staffel 1 fort), was aber natürlich nur der Ausgangspunkt für eine von verschiedenen Wendungen durchzogene Staffel ist, die vor allem von der Aktualität profitiert. Ashley Judd als neue Stations-Leiterin und gute Darbietungen von Richard Jenkins (als Ex-Leiter mit Pensionsschock), Leland Orser (der vor allem seinen Sohn als Problem sieht) und vor allem Rhys Ifans, sorgen für Kurzweil.
Die Macher von „South Park“ versprechen von Jahr zu Jahr immer wieder eine Staffel ohne Politik oder auch ohne Lacher. Man kann hier natürlich nur von Irreführung sprechen, denn die Serie von Matt Stone und Trey Parker hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem animierten Zeitdokument entwickelt (eine Rolle, die einst meine geliebten „Simpsons“ inne hatten), wo Politik ganz selbstverständlich eine für die Handlung wichtige Rolle spielt. Die Lacher sind in Staffel 21 (2017) zunächst wirklich rar gesät, was einzig durch Cartmans On-Off-Beziehung zu Heidi aufgelockert wird. Im Verlauf der Staffel zeigen sich Stone und Parker aber von ihrer wirklich bitterbösen Seite und lassen zumindest den nordamerikanischen Kontinent ins Chaos stürzen. Ihre letzte Hoffnung sind nunmehr, die Whites(!).
Die 6. Staffel von „Doctor Who“ (2010) ist die komplexeste Staffel der bisher gesichteten. Matt Smith muss hier als Doktor mit seiner eigenen Sterblichkeit umgehen, und auch die ihn begleitenden Charaktere sehen sich mit Verlust, Parallelwelten und alternativen Lebensrealitäten konfrontiert. Alles typischer Doctor Who-Stoff, doch der zu Beginn der Staffel gezeigte Tod des Doktors (er wird von River ermordet) führt zu einer Reihe von ineinander verwobenen Handlungssträngen, die sich im Finale dann leider nur unzureichend auflösen lassen, so sehr hat man ein Labyrinth aufgebaut. Smith darf so wie David Tennant vor ihm, neue Facetten zeigen, und bleibt dabei der jugendlich verspielte Time Lord, der auch immer wieder aus Lust und Laune heraus in der Zeit herum springt. Karen Gillan als Amy Pond und Arthur Darvill als Rory sind auch mehr gefordert, was vor allem bei Darvill zu einigen herzzerreißenden Momenten führt. Karen Gillan ist charmant und amüsant wie schon zuvor. Ein fantastisches Team, welches für einen Moment auseinanderzufallen drohte.
Apropos Matt Smith. Der steht in der zweiten Staffel (2017) der Netflix-Hitserie „The Crown“ überraschend oft im Zentrum des Geschehens. Seine tolle Darbietung als Prinz Philip sorgt für einige interessante Wendungen in der Geschichte der Regentschaft von Queen Elizabeth II., die erneut großartig von Claire Foy dargeboten wird. Peter Morgan, ein ausgewiesener Meister des kleinen Dramas auf großer politischer Bühne, gelingt es immer wieder Ereignisse zu verdichten und (vor allem für ein nicht-britisches Publikum) aufzubereiten, dass man nicht nur gebannt zusieht, sondern auch die politischen Folgen versteht. Schwächen zeigt die Serie in der kaum variierten Darstellung von Prinzessin Margaret (Vanessa Kirby), die im Grunde immer nur dann interessant wird, wenn spannende Nebenfiguren, wie der von Matthew Goode geradezu unwiderstehlich dargestellte Anthony Armstrong-Jones, sowie im Finale, bei der reichlich konfus dargestellten „Profumo“-Affäre, die auch am Ende noch immer nicht ganz klar wird, und wie eine Ausrede zur tieferen Beleuchtung der Eheprobleme von Elizabeth und Philip dient.
Notiz an mich: Wenn eine Serie nach zwei Episoden keine zumindest leichte Begeisterung auslöst, dann ist es auch okay, eine Serie einfach mal abzubrechen. Die 1. Staffel (2017) der Netflix-Serie „The Punisher“ hätte ich gut und gerne liegen lassen können. Ein nur anfänglich interessanter Versuch, aus einer komplizierten Figur einen spannenden Charakter zu bauen, der dann mit Fortdauer auch noch wie ein schlecht verkleidetes Selbstjustiz-Plädoyer wirkt. So gut mir Jon Bernthal in seinen Auftritten als Punisher in „DareDevil“ gefiel, so wenig mochte ich diese Serie.

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s