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Der neueste Film von Paul Thomas Anderson war natürlich das absolute Monatshighlight, während auf dem heimischen Schirm neben etlichen österreichischen Filmen auch (gescheiterte) Oscar-Kandidaten zu sehen waren. Besonders hervorzuheben ist aber natürlich „Hmyz“, der letzte Film von Jan Svankmajer, der endlich nach vielen Jahren des Crowdfunding seine Premiere feierte.

Neuzugänge
Es ist angeblich die letzte filmische Darbietung von Daniel Day-Lewis, und diese liefert er noch dazu im ersten Film von Paul Thomas Anderson ab, den dieser außerhalb der USA (genau genommen, erstmals außerhalb der US-Westküste) dreht. Ein doppelbödiges, intelligentes und schließlich bitterböses Melodram  um einen selbstsüchtigen Modeschöpfer (Day-Lewis) im London der 1950er, der eine junge Kellnerin (Vicky Krieps) mit nach Hause bringt. Alma muss sich aber erst gegen die dominante Schwester (Lesley Manville) durchsetzen, und beginnt ihren eigenen Platz in dem patriarchalen Gebilde zu finden. Anderson lässt diese Liebesbeziehung mit vielerlei Obsessionen und Abhängigkeiten langsam aufblühen. So gesehen bedarf „Phantom Thread“ (2017) mehr Geduld, denn der verschroben-verwobene Pynchon-Liebesbrief „Inherent Vice“, und scheint damit auch ein noch lohnenswertere Film zu sein. In einer Karriere voller großartiger Filme, ist „Phantom Thread“ ein ebenso ruhiges wie eindringliches Werk, auf filmischer Höhe mit seinem epochalen „There Will Be Blood“.
Ursprünglich war „Manifesto“ (2015) eine Filminstallation, die aus zwölf Segmenten bestand, die auf verschiedenen Leinwänden simultan in einer Endlosschleife zu sehen war. Ein Konzept, welches ich unfassbar spannend finde, doch die lineare Spielfilmversion ist eine arrogante, selbstgerechte und äußerst nervige Angelegenheit. Nicht immer sollen museale Installationen den kuratierten Raum verlassen.
Die Geschichte um die Entführung von John Paul Getty III, während der 1970er-Jahre in Italien, wäre an und für sich eine interessante Geschichte. „All the Money in the World“ (2017) von Ridley Scott kam jedoch in den Medien-Fokus, als er den Skandalumwobenen Kevin Spacey aus dem Film schnitt und die Rolle mit Christopher Plummer (der dann auch noch eine Oscar-Nominierung als Best Supporting Actor erhielt) in neun Tagen nachdrehte. Plummer ist auch der interessanteste Aspekt, als JP Getty, der erste Milliardär der Welt. Scott erzählt die Saga um eine kurios verlaufende Entführung und die Hartherzigkeit des Milliardärs äußerst konfus, und schafft es nicht ein Zeitgefühl zu etablieren. Michelle Williams ist gut wie immer, als leidende und kämpfende Mutter, doch nicht nur sind es die Rhythmusschwierigkeiten die den Film schädigen, sondern auch Mark Wahlberg, der an der Seite von Plummer oder Williams regelrecht deplatziert wirkt.

Der neueste Film in der DC Animated Universe Reihe, ist auch einer der unterhaltsameren Arbeiten von Sam Liu. „Batman: Gotham by Gaslight“ (2018) entführt das Publikum in ein alternatives Comic Universum, in dem Gotham eine viktorianische Metropole ist, und folgerichtig sich auch mit Jack the Ripper auseinandersetzen muss. Für Erwachsene ein vergnügliches Spiel mit historischen Anleihen und darüber hinaus auch ein gelungener Animationsfilm, der für ein jugendliches Publikum genügend Action und Spannung bietet, auch wenn das Mysterium rund um den Ripper weit nicht so clever aufgebaut ist, wie gedacht.
Seit einigen Jahren haben es sich die Coen-Brüder zur Gewohnheit gemacht, Drehbücher zu verfassen und von anderen Filmemachern verfilmen zu lassen oder auch als Auftragsschreiber zu agieren (etwa bei „Bridge of Spies“). „Suburbicon“ (2017) zeigt deutlich die Coen-Spuren. Ein Mann (Matt Damon), der in einer perfekten Vorstadt im Amerika der 1950er einen Überfall inklusive Ermordung seiner Frau (Julianne Moore) arrangiert, nur um mit deren Zwillingsschwester (wieder Moore) weiter zu leben. Dass sein Sohn dies mit Misstrauen wahrnimmt, sorgt für die typische Coen-Dynamik, in der schließlich alles schief geht. Regisseur George Clooney mischt hier noch den wahren Fall einer afro-amerikanischen Familie, die von ihrer weißen Nachbarschaft terrorisiert wurde. Diese zwei Themen verbinden sich nie zu einem Ganzen und Clooney schafft es auch nicht, Humor oder Interesse an Damon und Moore (die überraschend langweilig bzw. gelangweilt agieren) heraus zu ziehen.
Basierend auf einem Buch von Brian Selznick (der auch für das Kinderbuch „Hugo Cabret“ verantwortlich zeichnet) versucht sich Todd Haynes in „Wonderstruck“ (2017) an einer Geschichte von zwei Kindern, die in verschiedenen Zeiten leben, und doch auf wundersame Weise dieselben Erfahrungen teilen, ehe sie am Ende zueinander finden. Haynes und Kameramann Edward Lachman erschaffen wunderschöne Bilder, vor allem die Stummfilmpassagen sind großartig anzusehen, doch auf inhaltlicher Ebene wirken die Verknüpfungen zwischen den Zeitebenen oftmals ohne einen klaren Rhythmus und so zerstört Haynes das Interesse an der Reise der beiden tauben Kinder.
Als lose Fortsetzung zur Komödie „The Last Detail“ erhielt Richard Linklaters Romandapation „Last Flag Flying“ (2017) viel Aufmerksamkeit und so genannten Oscar Buzz. Dass der Dialoglastige Road-Movie um die Rückführung eines toten US-Soldaten in seinen Heimatort schließlich zu trocken für Preisverleihungen zu sein schien, raubt einem Publikum, welches wohl erst durch die Oscar-Aufmerksamkeit auf diesen Film gestoßen wäre, einen sehr herzlichen und humorvollen Film, in dem drei Veteranen einander die guten Szenen geradezu vorbereiten. Steve Carrell, Bryan Cranston und Laurence Fishburn sind als Trio derart gut, dass man oft das Gefühl bekommt, Linklater habe seine Kamera einfach stur auf die drei Männer gerichtet, wie sie über den Vietnam-Krieg, den Irak-Krieg, das Älterwerden oder auch einfach den Alltag sprechen und dabei eine alte Bindung wieder aufleben lassen. Darin liegt leider auch eine gewisse Schwäche, denn „Last Flag Flying“ scheint, trotz des früh festgelegten Ziels, ein wenig ziellos dahin zu treiben. Ein etwas strafferer Film, der nicht zwei Stunden anvisiert hätte, wäre wohl noch besser geworden.
„Fifty Shades Darker“ (2016) – Teil 2 der „Fifty Shades“-Trilogie – beginnt schon derart lachhaft, dass es danach für die restliche Dauer kaum mehr Hoffnung auf Besserung gibt. Untermalt von einem extra schmalzigen „The Scientist“-Cover folgen wir Anastasia Steele (Dakota Johnson) in ihrem neuen Job, nur um sie schließlich wieder in den Armen von Christian Grey (lockerer und freier als im ersten Teil: Jamie Dornan) landen zu sehen. Ob es an der Regie von James Foley (inklusive furchtbarer Musik-Auswahl) oder an der grottenschlechten Handlung (inklusive der lachhaften Dialoge) lag, es ist diesmal sogar noch eine Spur schlechter denn der erste Teil. Ein spezieller Kritikpunkt geht an einen Hubschrauberabsturz, der eine gefühlte 5-minütige Phase der Unsicherheit über das Schicksal von Christian beginnt und ebenso schnell beendet. Hochglanz-Blockbuster-Filmemacherei auf einem ganz niedrigen Niveau.
Die große Neuigkeit bei „The Cloverfield Paradox“ (2018), dem dritten Teil des lose verbundenen Cloverfield-Universums, war die ohne große Vorankündigung stattfindende Premiere auf Netflix nach dem Super Bowl. Ein Werbe-Coup der in keinerlei Relation zum schwachen und unzusammenhängenden Sci-Fi-B-Movie steht. Ein viel zu talentiertes Ensemble (Gugu Mbatha-Raw, Daniel Brühl, Chris O’Dowd, David Oyelowo, Zhang Ziyi, Elizabeth Debicki, John Ortiz) müht sich in einem „Wir sind in einem Parallel-Unviersum gefangen“-Szenario. Anleihen an „Event Horizon“ sind deutlich zu erkennen und dank „Cloverfield“ gibt es natürlich auch noch die obligate Monsterszene am Ende.
Knapp zweieinhalb Stunden nimmt Ruben Östlund in „The Square“ (2017) seinen Protagonisten Christian (fantastisch: Claes Bang) auseinander. Der charmante, gut aussehende und selbstsichere Museumskurator sieht sein Leben aus den Fugen geraten, als ihm sein Handy gestohlen wird. Auf der Suche nach den Dieben, bekommt er es nicht nur mit den Folgen seines eigenen Handelns zu tun, sondern muss sich auch in seinem Privat- und Berufsleben mit verschiedenen Aufgaben auseinandersetzen. Sei es ein One-Night-Stand mit einer US-Journalistin (amüsant und gut wie immer: Elisabeth Moss), oder die missglückte Werbekampagne für eine Ausstellung. Wirklich herausragend ist aber eine intensive Sequenz, in der ein Konzeptkünstler (Terry Notary) eine Performance bis zum Äußersten treibt. Östlund ist hier nicht weit von seinem hervorragenden „Turist“ entfernt, und zieht diese Themen noch eine Spur weiter. Ein ambitioniertes, großes und sehr lustiges Werk.
Basierend auf dem sehr lesenswerten und intensiven Comic von Derf Backderf, ist „My Friend Dahmer“ (2017) eine leider etwas zu Texttreue Adaption geworden. Die Atmosphäre, die Backderf so genau und eindringlich in seinen Zeichnungen aufzubauen vermochte, wird hier leider kaum eingefangen. Ross Lynch ist gut als jugendlicher Serienmörder Jeffrey Dahmer, und es gibt eine Ahnung von späteren Untaten. Doch all jene, die noch nie von Dahmer gehört haben, werden sich erst zum Ende hin – bei Einblendung des Textes – wundern, wie eigenartig dieser junge Mann nun wirklich war.
Die romantische Komödie „The Shop Around the Corner“ (1940) von Ernst Lubitsch, ist ein Klassiker des Genres, und es ist von der ersten Sekunde an zu sehen, weshalb er die Zeit auch weiterhin überdauert hat. James Stewart als Mitarbeiter in einem Geschenkladen, und Margaret Sullivan als die neue Mitarbeiterin, die per Brieffreundschaft unbekannterweise sich ineinander verliebt haben, ist vorzüglich gespielt, toll inszeniert und gerade so weit vorhersehbar und altmodisch, als dass man sich charmant unterhalten fühlt. Doch trotz aller Qualitäten, konnte ich mich nicht so wirklich in dieses Szenario, welches zu sehr der Bühne verhaftet blieb (der Film wurde von einem Theaterstück adaptiert), hinein versetzen.
Kurt Mayers Dokumentarfilm „Erik(A) – Der Mann, der Weltmeisterin wurde“ (2005) behandelt den außergewöhnlichen Fall von Erik Schinegger, der als Erika Schinegger geboren und erzogen wurde. Als erfolgreiche Schifahrerin und Weltmeisterin, fuhr sich Schinegger in die Herzen der Fans und ihres Heimatortes. Mayer zeigt dies unaufgeregt und ohne die patriotisch aufgeladene Hysterie der sonst üblichen Sportberichterstattung. Viel mehr interessiert ihn, wie das Umfeld auf die Geschlechtsumwandlung reagierte und wie sich Geschlechter überhaupt definieren. Mayer verzichtet auf platte Emotionalisierung und setzt auf einen trockenen Zugang, in dem Weggefährten das Bild von Schinegger und seiner Familie abrunden. Ein interessanter und wichtiger Film.
Auf den ersten Blick wirkt „The Glass Castle“ (2017) ambitioniert und sympathisch. Die wahre Geschichte der Familie Walls, angeführt von Oberhaupt Rex (immer wieder vergessend, was subtiles Spiel bedeutet: Woody Harrelson), der abseits aller gesellschaftlicher Normen und Zwänge ein freies Leben führen will. Dass Rex‘ Alkoholismus und die Misshandlung seiner Familie einzig als Vorlage für ein „Was für ein kreativer Mensch“-Finale dienen, ließ in mir die Wut hochkochen. Rex‘ Witwe und Kinder mögen ihren Frieden mit ihm geschlossen haben, doch dies führt zu einer Verharmlosung der Taten dieses Mannes, die ein verzaubertes Gefühl hervorbringen soll. Der ähnlich gelagerte fiktive „Captain Fantastic“ verlor nie die Verantwortung seines Charakters aus den Augen, während die Menschen aus der wahren Geschichte „The Glass Castle“ schließlich wie Geiseln wirken, die dem Stockholm-Syndrom anheim gefallen sind.
Alle Jahre wieder ein neuer Film von Woody Allen. Wobei sich mittlerweile die berechtigte Frage stellt, wie lange Allen noch das Geld dafür erhält. „Wonder Wheel“ (2017) ist erneut ein wunderschön anzusehender, toll gespielter aber inhaltlich reichlich banaler und auffallend witzloser Film von Allen. Seit „Blue Jasmine“ (2013) scheint Allen auf Inspiration zu warten. Die Geschichte eines unglücklich verheirateten Paares auf Coney Island (Kate Winslet und Jim Belushi mit feinstem Over-Acting) und die Ankunft der Tochter aus seiner ersten Ehe (Juno Tempel), die von den Häschern des Mafia-Ehegatten gesucht wird, hätte viele Elemente klassischer Allen-Filme, doch dieser läuft auf Auto-Pilot. Zudem wirkt das Setting, als hätte er ursprünglich ein Theaterstück verfasst und kurzfristig zu einem Film umgemodelt.
Der Schweizer Fotograf Robert Frank erlangte durch seinen Bildband „The Americans“ Weltruhm. Dass er noch viel mehr geleistet hat, versucht Laura Israel in „Don’t Blink: Robert Frank“ (2015) darzulegen, doch jeder Besuch einer Robert-Frank-Retrospektive bringt mehr Licht ins ein Schaffen, denn der wohlmeinende aber schlicht zerfahren montierte Film von Israel.
Richard Gere ist seit einigen Jahren auf dem Weg sich die Reputation als Schauspieler zu erwerben, der immer von der Oscar Academy übersehen wurde. Nachdem er bereits in „Arbitrage“ hervorragend agierte, kann seine Leistung als Fixer (die Berufsbezeichnung ist ebenso vage wie seine Handlungen im Film) Norman Oppenheimer in Joseph Cedars ambitioniertem Psychogram „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“ (2016). Norman versucht durch die Bekanntschaft mit dem stellvertretenden Handelsminister von Israel Micha Eshel (Lior Ashkenazi) ein verworrenes Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen. Wichtiger denn die Details der Geschäfte, sind aber Normans Schwindeleien und Ausschmückungen. Gere spielt ihn als hyper-freundlichen und immer verfügbaren Geschäftsmann, der offenbar auf der Straße lebt und keine wirklichen Verbindungen hat oder Grenzen kennt. Die Pointe von Cedars Film ist bereits nach wenigen Minuten zu sehen, doch Geres Darstellung ist derart gelungen, dass man dennoch die zwei Stunden lang gefesselt bleibt.
Die Netflix-Produktion „A Futile and Stupid Gesture“ (2018) ist zu gleichen Teilen Biografie und Parodie auf eine Biografie. Das Leben von Doug Kenney – Schöpfer des National Lampoon Magazins – wird als eine Abfolge ebenso unterhaltsamer wie komischer Anekdoten präsentiert. Vor allem Martin Mull als gealterter Kenney in der Erzählerrolle, macht sehr viel Spaß. Am effektivsten ist David Wains Anti-Biopic, wenn Will Forte (als junger Kenney) und Domnhall Gleeson (als sein Freund und Geschäftspartner Henry Beard) sich gegenseitig anstacheln. Die unterschiedlichen Charaktere und ihre Spielarten, machen aus einem guten Film, einen tollen, der allerdings im dritten Akt zu allzu bekannten Formalismen zurückfindet.
Angeregt durch das Biopic „A Futile and Stupid Gesture“, wagte ich mich erstmals an Harold Ramis‘ „Caddyshack“ (1980). Der erste National Lampoon-Film und die erfolgreichste Komödie aller Zeiten, zum Zeitpunkt seines Erscheinens. Der inhaltlich über alle Maßen schießende Film (Rodney Dangerfield als Prolo-Golfer, Chevy Chase als in den Wolken schwebender Golfer, Bill Murray als wirrer Platzwart und dann auch noch ein Plot zu einer Caddy-Lizenz) wird nur Kraft der Energie seiner Darsteller zusammengehalten. Je nach Gusto ist das also ein wilder Comedy-Reigen, oder eine Gag-Revue mit Hit-and-Miss-Potential. Mich konnte es nicht einnehmen.
Als Abschluss der „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“-Trilogie fungiert die wilde Musikkomödie „Hotel Rock’n’Roll“ (2016). Der früh verstorbene Michael Glawogger erarbeitete das Drehbuch mit Hauptdarsteller Michael Ostrowski, der hier an der Seite von Helmut Köpping sein Regie-Debüt feierte. Das schräge Personal (Georg Friedrich ist wieder einmal in Topform als zugedröhnter Kleingangster) sorgt für viel Aufregung und noch mehr Spaß, auch wenn die Handlung – wie auch schon in den ersten beiden Teilen – kaum der Rede wert ist, und die visuelle Brillanz von Glawoggers Regie hier nicht erreicht wird. Ein sehr unterhaltsamer und gekonnter Abschluss im Gedenken an Michael Glawogger.
Es gibt einige Filme von Alfred Hitchcock die ich noch nicht gesehen habe. Dazu zählt „Number Seventeen“ (1932), eine Theateradaption die in der ersten Hälfte in einem verlassen wirkenden Haus spielt, in dem sich einige Gangster nach einem Überfall einfinden. So zumindest die Kurzfassung eines reichlich konfus erzählten Krimis mit einigen amüsanten Momenten. Hitchcock selbst fand das Werk nicht gelungen. Ich verstehe ihn.
Bille August inszeniert Max von Sydow in „Pelle Erobreren“ (1987). Die Literaturadaption gewann den Oscar als „Bester fremdsprachiger Film“ und sorgte für eine Oscar-Nominierung für die lebende Legende Max von Sydow. Es ist einer dieser essentiellen 1980er-Filme, in denen das große historische Epos mit noch mehr Wertschätzung betrachtet wurde, denn in jeder anderen Dekade davor oder danach. So lässt sich auch erklären, weshalb Bille August mit diesem sauber inszenierten aber sehr eintönig wirkenden Film, der vor allem vom Set-Design und von Sydows Darbietung lebt, derart einschlagen konnte. Das noch dazu in einem Jahr, in dem Pedro Almodóvar mit „Mujeres al borde de un ataque de nervös“ einen modernen Klassiker inszenierte.
Der Netflix-Horrorfilm „The Ritual“ (2017) versammelt eine Gruppe britischer Männer, die im Andenken an einen ermordeten Freund, den Kungsleden in Schweden abmarschieren wollen. Auf ihrem Weg geraten sie in ein mysteriöses Verwirrspiel, welches Tote fordert. Das ist alles allerdings so langweilig und langatmig inszeniert, dass die finale Enthüllung des Rituals schlicht nicht mehr interessiert.
Oskar Werner als Wolfgang Amadeus Mozart. Ein Traum wird wahr! In Karl Hartls Melodram „Mozart“ (1955) ist es die Spiellaune eines jungen Oskar Werner, die das Interesse an dem ansonsten sehr konservativ inszeniertem Biopic hochhalten. Hartl ist mehr an (gelungenen) Set-Designs und Kostümen interessiert, und lässt einige bekannte Mozart-Stücke über die Leinwand laufen, doch ein wirklicher Einblick in das Leben oder Wesen Mozarts ist dieser Film nicht.
Der Österreicher Gerhard Benedikt Friedl galt als Querdenker und stilsicherer Dokumentarist. Sein 30-minütiger Kurz-Essay „Knittelfeld – Stadt ohne Geschichte“ (1997) beschreibt die Geschichte der Familie Prinz, und wie sie sinnbildlich für den Ort Knittelfeld in der Obersteiermark steht. Ein Industrieort, der langsam zu Grunde geht, und dessen Geschichte vor allem durch die mal banalen und mal grauenvollen Taten dieser Familie geprägt wird. Stadtlegende und chronikale Historie, die sich in ruhigen Kameraschwenks und einem trockenen Off-Erzähler vermengen. Der knapp 70 Minuten lange „Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?“ (2004) ist in seiner Ambition noch viel weiter reichend. Ein Porträt der deutschen Industrie- und Kapitalgesellschaft, mit minimaler Aufregung (im Stil von „Knittelfeld“) aufgezeigt und fein verwoben über ein Jahrhundert. Friedls Stil mag nicht jedem Zuseher zusagen, doch ist sein Blick auf komplexe Zusammenhänge beeindruckend.
Der Dokumentarfilm „Free Lunch Society“ (2017) behandelt eine interessante Thematik, diese jedoch in einer derart konservativen und wenig packenden Art und Weise, dass man sich in einer überlangen Fernsehreportage wähnt.
Paul Poets „Empire Me“ (2011) zeigt verschiedene Formen der Micro-Nation, wie etwa „Sealand“ oder verschiedene sehr esoterisch angehauchte Konzepte. Leider versinkt Poet gerade in den esoterischen Micro-Nationen und lässt den Elan den er noch zu Beginn zeigte völlig versiegen.
Helmut Qualtinger glänzt in der Roman-Adaption „Kurzer Prozeß“ (1967) als grantiger Bezirksinspektor Pokorny, und bietet einen Prototypen des österreichischen Kriminal-Beamten, der später in den frühen Kottan-Episoden und natürlich in den Brenner-Filmen auftaucht. Kehlmann inszenierte den Film fürs Fernsehen und diese bildliche Enge merkt man auch, doch passt sie auch zu der Enge in den Dörfern, die zu sehen sind.
„1. April 2000“ (1952) muss der lustigste und gleichzeitig platteste Propagandafilm aller Zeiten sein. Ein im Auftrag der österreichischen Regierung entstandenes Plädoyer für die Unabhängigkeit des Staats Österreich in Form einer Sci-Fi-Nummernrevue, in welcher die historischen Verdienste (von Mozart über Sisi bis zur Türkenbelagerung)  als Argumente aufgezählt werden. Star-besetzte Nostalgie ohne formalen Anspruch, aber mit einigen für die Zeit beeindruckenden Effekten und einer herzlichen Naivität.
Der Oscar-Kandidat „Call Me by Your Name“ (2017) von Luca Guadagnino nimmt sich sehr viel Zeit, um seine in den 1980ern angesiedelte Romanze zwischen dem Teenager Elio (Timothée Chalamet) und dem Doktoranden Oliver (Armie Hammer) zu erzählen. Die heißen Sommertage und ihr gedehnter Rhythmus, geben auch der aufkeimenden Liebe der beiden Männer ihren Rhythmus. Guadagnino zeigt allem Unsicherheiten, Gesten und langsame Annäherungen im Zentrum. Auch wenn mir vor allem die Musik-Auswahl sauer aufstieß, bleiben großartige Darsteller (Michael Stuhlbarg glänzt neben den beiden Hauptdarstellern als Elios Vater), eine sensibel erzählte Geschichte und eine flirrend heiße Atmosphäre, von einem beeindruckenden Film.
Der Stummfilm „Das alte Gesetz“ (1923) von Ewald André Dupont zeigt aus traditionell-jüdischer Sicht, wie der Sohn eines Rabbis sich dem allzu weltlichen Schauspiel-Gewerbe anschließt und dort nach holprigen Anfängen schließlich Erfolge feiert. Nur um an Ende zwischen seiner Herkunft und dem neuen Leben hin und her gerissen zu sein. Sowohl der Blick auf die traditionelle jüdische Gemeinde, als auch auf das Theater sind packend und mit viel Liebe zum Detail, doch der Konflikt zwischen diesen beiden Welten wird stellenweise zu langatmig ausgewalzt. Ein starker Beitrag aus der Stummfilmzeit, dem aber ein paar Kürzungen gut getan hätten.
Das Regiedebüt von Katharina Mückstein feierte große Kritikererfolge. „Talea“ (2013) zeigt auf ruhige Weise, wie die 14 Jahre alte Jasmin (Sophie Stockinger) ihre aus dem Gefängnis entlassene Mutter (Nina Proll) aufsucht und mit ihr eine Beziehung herstellen will. Die Beziehung hat mehr von einem Schwestern-Verhältnis und Mückstein zeigt die Konflikte die sich aus dieser Rollenverteilung ergeben. Die geradezu obligate Disco-Szene (als Zitat an die Filme von Barbara Albert und Jessica Hausner) und der langsame Rhythmus konnten mich aber nicht für diese Geschichte einnehmen.
„Ein Augenblick Freiheit“ (2008) basiert auf den wahren Geschichten mehrerer Flüchtender aus dem Mittleren Osten. Arash T. Riahi verknüpft diese zu drei Gruppen, deren unterschiedliche Fortschritte und Rückschläge bei der Suche nach einem neuen Aufenthaltsort und Asyl mit viel Humor erzählt werden. Ein lobenswerter Film.
Es ist der letzte Film des tschechischen Großmeisters des surrealen Humors: Jan Svankmajer. „Hmyz“ (2018) wurde zum Teil durch Crowdfunding finanziert (ich habe auch einige Euro beigetragen) und basiert auf einem Theaterstück der Gebrüder Capek. Svankmajer verbindet das Theaterstück mit einer Probe zu einer Aufführung des Stücks und mit einem Quasi-Making-of, in dem Svankmajer die Entstehung des Filmes dokumentiert. Es ist sicher nicht sein stärkstes Werk und die Meta-Ebene mag vor allem ein jüngeres Publikum nicht sonderlich anziehend finden, doch ist „Hmyz“ voller wunderbarer surrealer Momente und Humors, gekrönt durch betont schlechtes Schauspiel und handgemachter Effekte. Ein feiner Abschied vom Kino für Svankmajer.

Re-Visited
2006 kam Oliver Stones Heldenepos „World Trade Center“ (2006) in die Kinos, und während ich damals nur enttäuscht war, so fielen mir bei der erneuten Ansicht die inszenatorischen Schwächen viel stärker auf. Während Michael Pena und Nicolas Cage ihre limitierten Rollen als verschüttete Port Authority Polizisten versuchen mit Leben zu erfüllen, sind alle anderen Darsteller – selbst Maggie Gyllenhaal und Maria Bello als zu Hause wartende Ehefrauen – offenbar überfordert von der Schwere des Materials. Dabei ist Stones Film ein dramaturgisches Leichtgewicht.
Manuel Rubey feierte mit „Falco – Verdammt wir leben noch!“ (2008) seinen Durchbruch in der heimischen Filmszene. Das ist umso beeindruckender, als da seine Darbietung mehr eine gekonnte Imitation von Hans „Falco“ Hölzel war, und Thomas Roths Biopic kaum wirklich eigene Ambitionen abseits ausgetretener Genre-Pfade entwickelt. Der Eindruck, den ich einst im Kino gewinnen konnte, verfestigte sich bei der erneuten Ansicht.
Die erneute Ansicht des belgisch-französischen Dramas „Deux jours, une nuit“ (2014) der Dardenne-Brüder, ist nicht nur deshalb gelungen, da er mit einer Oscar-nominierten glänzenden Performance von Marion Cotillard als von gesundheitlichen Problemen und Jobverlust gepeinigter Frau auftrumpft, sondern auf unaufgeregte Weise eine Analyse zu den Funktionsweisen des Kapitalismus erstellt. 90 mitreißende Minuten, gerade da sie so zurückhaltend inszeniert wurden.
In meiner Erinnerung war „Das Experiment“ (2001) von Oliver Hirschbiegel ein grandioser Psycho-Thriller, der das deutsche Kino in neue Sphären katapultierte. Bei der neuerlichen Ansicht, gut 15 Jahre nach meinem letzten Kontakt mit der Dramatisierung des Stanford Prison Experiments, schmerzen jedoch die Pseudo-Coolness, der grauenvolle Score und die völlig sinnfrei eingebaute Liebesgeschichte. Hirschbiegel folgt mehr der Logik des Horrorfilms, und als solcher ist „Das Experiment“ auch sehr gelungen, doch fehlt die analytische Tiefe, die gerade ein auf dem Stanford Prison Experiment basierendes Werk haben sollte.

Serien-Überblick
Die aus acht Folgen bestehende Mini-Serie „Manhunt: Unabomber“ (2017) bearbeitet die Jagd auf den Unabomber Ted Kaczynski (hier großartig gespielt vom stets unterschätzten Paul Bettany). Aus der Sicht des Forensikexperten Jim Fitzgerald (Sam Worthington) sind die vielen über die Jahre erfolgten Untersuchungen zu sehen, und es ist auch für das Publikum entsprechend frustrierend, die vielen Sackgassen miterleben zu müssen. So ist die Serie auch dann am effektivsten, wenn sie sich auf Kaczynski konzentriert. Die acht Folgen sind allerdings derart straff inszeniert, dass man dennoch schnell hängen bleibt.
Britische Serien haben die Angewohnheit nur eine Handvoll Episoden pro Staffel zu präsentieren. So auch die herrliche 1. Staffel (2018) von „Derry Girls“. Die von Lisa McGee ins Leben gerufene Serie um vier Schülerinnen im nordirischen Londonderry (oder Derry, je nachdem auf welcher Seite man sich sieht), und den dort zurückgelassenen englischen Schüler James, ist eine herrliche Mischung aus typischem Sitcom-Humor und den Beobachtungen zum politischen Alltag im vom Nordirland-Konflikt zerrissenen Land im Jahr 1994. Ein Geheimtipp der sich ein großes Publikum verdient hat.
Die Dokumentar-Serie „Dirty Money“ (2018) ist ein lose zusammenhängendes Stück Investigativ-Film, angeführt vom prominenten Star der Reihe Alex Gibney. Die Themen sind dabei weitreichend. Ob der Dieselskandal, Donald Trumps Geschäfte oder die Ahornsirup-Mafia in Kanada. Immer wieder werden die Machenschaften skrupelloser Geschäftsmänner (meist wirklich Männer) beschrieben. Nicht jeder Film kann das Niveau von Gibneys Eingangsfilm zum Dieselskandal halten, aber es ist immer wieder interessant und teilweise auch erschreckend, mit welchen Methoden die Kapitalgesellschaft sich ihren Gewinn sichert und wie wenig Gewissensbisse all diese Menschen zu haben scheinen.
Die Animationsserie „Archer“ hat es in kurzer Zeit geschafft, sich in meine „All-Time-Best“-Liste hinein zu arbeiten. Die erneute Ansicht von Staffel 1 (2009) zeigt wieder, welche Wandlung einige Charaktere durchmachten (vor allem Pam oder auch Ray Gillette), wie einige Figuren bereits für Running Gags vorbereitet wurden (Barry oder der noch stumme Dr. Krieger) und so manche Regie-Entscheidung geändert wurde (die Untersicht, die nur in Staffel 1 vorkommt). Ein Genuss, immer wieder. Staffel 2 (2010) hat das wohl stärkste Finale jeder „Archer“-Staffel. Die Suche nach seinem Vater und schließlich die tragische Liaison mit der russischen Spionin Katja, welche von Cyborg-Barry ermordet wird, ist ein Fixpunkt dieser Serie. Zudem werden auch hier wieder Running Gags etabliert, die im Laufe späterer Staffeln zumindest am Rande immer wieder zu sehen sind. Etwa Archers Tattoos (Dickey und Seamus) oder sein Kampf gegen Brustkrebs. Eine feine Steigerung zu einer ohnehin schon starken 1. Staffel.
Eine neue Serie aus dem „Star Trek“-Universum! Die Vorfreude konnte kaum größer sein, und so war die Ernüchterung ebenso entsprechend hoch, als die ersten Episoden der 1. Staffel von „Star Trek: Disovery“ (2017) auf Netflix zu sehen waren. Der sehr dunkle Ton in der Erzählung und das Fehlen eines wirklichen Sympathieträgers, machten es zu Beginn schwer, sich in das Abenteuer, welches zehn Jahre vor Kirk und Spock spielt, einzulassen. Erst Folge 5 („Choose Your Pain“), in der Captain Lorca (fein die vielen Facetten seines Charakters auslotend: Jason Isaacs) in eine klingonische Zelle geworfen wird und dort den später noch wichtigen Ash Tyler (Shazad Latif) kennenlernt und auf Harry Mudd (famos: Rainn Wilson) trifft, sorgt für erstes richtiges Star Trek-Feeling. Von da weg, ist man gewillt den „Spore Drive“ näher an sich heranzulassen, und auch den Krieg zwischen der Föderation und den Klingonen (mit neuem Design) etwas interessierter zu verfolgen. In der 1. Staffel von „Discovery“ dominieren Furcht, Verrat und Paranoia. Ein ungewohnter Beginn für eine „Star Trek“-Serie, die solche Gefühlswelten meist erst später erkundet.
Von der ersten Episode an jedoch ein Gewinn ist Sonequa Martin-Green als Michael Burnham. Ihre Darbietung sorgt für einen Zwiespalt beim Publikum, den auch der Charakter selbst erst für sich lösen muss. Die charismatische Martin-Green begnügt sich auch nicht mit einfachen Lösungen, und fügt sich hervorragend in das Star Trek-Universum ein, auch wenn sie nicht immer die große Sympathieträgerin ist, die man sich zu Beginn so sehr erhofft.
Die 4-teilige Mini-Serie „Grand Prix Driver“ (2018) bietet einen interessanten Blick in die Pre-Season 2017 von McLaren Honda. Der umfangreiche Zugang, den die Filmemacher erhielten – mit einem besonderen Fokus auf Stoffel Vandoorne, welcher als neuer Star aufgebaut wird – zeugt davon, dass die neue Führungsriege bei McLaren (Zak Brown erinnerte mich sehr an Ray Winstone) von einem erfolgreichen Jahr 2017 ausging. Stattdessen ist bereits nach der Motorenlieferung von Honda klar, dass es ein bitteres Jahr werden würde. Der Bruch mit Honda wird sehr schnell klar, nachdem die ersten beiden Saisonen bereits ein Desaster darstellten. So klar es auch ist, dass es hier Werbung für McLaren sein soll, und die Honda-Seite leider nicht zu Wort kommt, so eindeutig erkennt man allerdings auch, wie knapp die McLaren-Verantwortlichen kalkulierten. So viel auch hier fehlen mag, so viel ist bereits zu erkennen, wenn es um McLaren und seine tragische Verbindung mit Honda von 2015-2017 geht.
Die Netflix-Serie „Altered Carbon“ ist sehr hübsch gemachter Cyberpunk, mit deutlichen Anleihen bei „Blade Runner“. Joel Kinnaman spielt Tak, der in der Haut (dem Sleeve) des einstigen Polizisten Ryker wieder ins Leben zurückgeholt wird. Die skeptische Polizistin Ortega (Martha Higadera) überwacht jeden seiner Schritte, ehe – natürlich – alle beide in ein großes Mysterium rund um den Mord am Meth (ein wohlhabender Mann) Bancroft (James Purefoy) verwickelt werden. „Altered Carbon“ ist in seiner 1. Staffel (2018) ein hübsch anzusehender, mit viel Blut, Action und nackter Haut verzierter Sci-Fi-Reißer, der nie wirklich viel Sinn ergibt. Zudem ermüdet das geradezu krampfhafte Spiel mit den Sleeves, Double-Sleeves und dazu gehörigen Rückblenden schließlich auch den geduldigsten Zuseher.
Alle Winter wieder, erfreut die BBC das internationale Publikum während des Winters mit den Ansichten der Karibik. In der 7. Staffel (2018) von „Death in Paradise“ übernimmt der eher Teddybär-artig wirkende Jack Mooney (Ardal O’Hanlon) von Humphrey Goodman (der in dieser Rolle aufblühende Kris Marshall) und ermittelt fortan auf St. Martin. An seiner Seite glänzt in dieser Staffel vor allem Joséphine Jobert als DS Florence Cassel. Es wirkt, als würde sie sich auch langsam mit den englischen Dialogen langsam wohler fühlen. Meine anfängliche Skepsis gegenüber dem Darsteller-Wechsel verflog sehr schnell, denn der Schauplatz ist immer wieder wunderbar anzusehen, und die Krimi-Handlungen sind weiterhin unterhaltsam und O’Hanlon verleiht seinem DI Mooney nicht nur Gerissenheit und Witz, sondern auch ein wenig Aggressivität, die manchmal zum Vorschein kommt. Die Vorfreude auf Staffel 8 ist jedenfalls gegeben.
In den USA hat sich die von Dan Fogelman kreierte Serie „This Is Us“ zu einem wahren Phänomen entwickelt. Staffel 1 (2017) der Geschichte der Familie Pearson erhebt vor allem Familienvater Jack (Milo Ventimiglia) oftmals geradezu auf ein Podest, nur um ihn zum Ende hin doch von dort zu stoßen. Aus der Sicht der drei Kinder der Pearsons blickt man immer wieder auf die Vergangenheit, und wie alle an ihren Punkten im Leben gelandet sind. Fogelman schafft es überraschend mühelos ein Dutzend verschiedener Charaktere und mehrere Zeitebenen miteinander zu verbinden und zu einem Porträt einer Familie zu verbinden. Die konservativen Familienwerte sind dabei nicht von der Hand zu weisen, doch ist das auch immer mit einer Herzensgüte präsentiert, dass man dennoch diese Reise(n) mitgehen will. Darstellerisch eröffnen sich hier jedenfalls ebenso neue Welten. Sterling K. Brown feiert hier seinen Durchbruch, während Mandy Moore plötzlich als ernstzunehmende Darstellerin zu sehen ist und der zuvor erwähnte Milo Ventimiglia legt hier den Grundstein für eine Karriere, die sich nicht länger an seinen Jugendrollen á la „Gilmore Girls“ messen muss. Besonders erfreut war ich auch von den Darbietungen von Chris Sullivan, der mir bereits in „The Knick“ positiv auffiel.

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

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