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Ins Kino kam ich trotz vieler anvisierter Besuche nur ein einziges Mal, und dieser Besuch hat sich dann doch bezahlt gemacht. „A Quiet Place“ ist trotz all seiner Unsinnigkeiten, eine der angenehmen Filmüberraschungen des Jahres. Intensiviert wurde vor allem die Aufgabe, die Filme der „1001 Project“-Liste voranzutreiben. Es geht langsam vorwärts.

Neuzugänge
Nachdem Jason Reitman mit zwei Filmen ein wenig aus der Spur des Kritiker-Lieblings geriet, scheint er mit dem ambitionierten „Tully“ (2018) wieder langsam zu alter Form zu finden. Veredelt durch eine großartige Leistung von Charlize Theron, als dreifache Mutter mit postnataler Depression, ist die Tragikomödie um eine überforderte Mutter und ihre Nacht-Nancy Tully (Mackenzie Davis) ein Beispiel für die Kunst Diablo Codys aus potentiell traurigen Geschichten lustige Situationen herauszuziehen. Reitmans Inszenierung ist leider zu zurückhaltend, was wohl mit den vorhergehenden Flops zusammenhängt. Während das Geschehen vor allem im dritten Akt ein wenig zu dröge dahinplätschert, ist es vor allem Theron, die immer wieder für Begeisterung sorgt. Zwar ist „Tully“ nicht ganz so gut wie die letzte Reitman-Theron-Arbeit „Young Adult“, dennoch ein guter und gelungener Film.
Zum zweiten Mal wendet sich Wes Anderson dem Animationsfilm zu. In „Isle of Dogs“ (2018) erzählt er von der futuristischen japanischen Stadt Megasaki, die nach einer die Hunde befallenen Krankheit, alle Hunde auf Trash Island verbannt. Nur der kleine Junge Atari – Mündel des bösen Bürgermeisters – macht sich auf, um seinen Leibwächterhund Spots zu finden. Die detailreiche Animation, der typische Wes-Anderson-Erzählstil (mit Rückblenden die nonchalant mit Titel und Ende erklärt werden) und die lustigen Dialoge, sorgen für sehr viel Kurzweil. Doch wie schon bei „Fantastic Mr. Fox“, gefällt mir Andersons Stil mit realen Darstellern dann doch etwas besser, und erlaubt mir eher mich emotional hinein zu versetzen.
Rein von der Oberfläche betrachtet, wirkt die Werbekampagne für das Melodram „On Chesil Beach“ (2017) wie ein Versuch die Magie von „Brooklyn“ einzufangen. Einerseits ist es passend, da Saoirse Ronan erneut im 1960er-Setting (Brooklyn war 1950er, aber wer ist schon so genau?) eine selbstbewusste junge Frau vor einer persönlichen Weggabelung darstellt. Basierend auf Ian McEwans Roman, ist dies aber leider alles sehr platt geraten. Das junge Paar, welches zum ersten Mal als Mann und Frau im Flitterwochenhotel am Strand „zusammen sein“ will, wird anfangs noch interessant, aber später viel zu aufgeblasen mit Rückblenden und dann Zeitsprüngen in die Zukunft dramaturgisch ausgefettet. Wie viel besser wäre dieser Film gewesen, hätte man sich rein auf die Ereignisse im Hotel und am Strand konzentriert, denn Ronan und Billy Howle bieten gute Performances und Regisseur Dominic Cooke fängt das zeitgenössische Panorama und Set-Design hübsch ein.
Die Dokumentation „The King“ (2017) von Eugene Jarecki (auch unter dem Alternativtitel „Promised Land“ zu finden) versucht eine gewagte These zu bebildern, und zwar dass der Aufstieg und Fall von Elvis Presley den Aufstieg und Fall der USA spiegeln würde. Dazu lässt Jarecki im alten Original-Rolls-Royce von Presley Promis zu Wort kommen (vor allem Ethan Hawke, während Mike Myers in einer eigens aufgenommen Sequenz das Highlight der Talking Heads gibt), doch manches wirkt zu beliebig. Black Lives Matter, der Irakkrieg und die Trump-Präsidentschaft werden in Gleichklang mit Elvis‘ Militärzeit und Vegas-Abstieg gebracht. Dabei lässt Jarecki zwar viel Material ineinander fließen, aber doch wirkt es unfokussiert und beliebig. Die schiere Menge an Material macht die Dokumentation aber doch sehenswert.

Im letzten „Sight & Sound“ gab es eine interessante Geschichte zu den Woodfall Films und ihren Einfluss auf die britische Filmindustrie Anfang der 1960er-Jahre. Ein Film der mir dabei ins Auge stach war „The Entertainer“ (1960). Basierend auf einem Theaterstück, zeigt Laurence Olivier eine seiner großartigsten Leistungen, als Vaudeville-Künstler Archie Rice, dessen Zeit vorbei ist, doch der mit aller Verbissenheit an vergangenem Ruhm festhalten will. Die vielen britischen Eigenheiten (die einem belesenen Kritiker auffallen und im „Sight & Sound“ auch angesprochen wurden), sozialpolitischen Beobachtungen und filmhistorischen Zusammenhänge, kamen nicht alle bei mir an. Was blieb, war ein etwas zu melodramatisches Psychogram, getragen von einer imposanten Darbietung eines der ganz Großen seiner Zunft.
Dagegen nahm sich die Netflix-Komödie „Ibiza“ (2018) wie ein schlechter Scherz aus. Drei Freundinnen fliegen nach Ibiza, um einen DJ aufzusuchen, um ihn für eine Agentur zu verpflichten…und es war mir bereits nach 15 Minuten völlig egal was hier passiert. Ein derart platter, unlustiger und regelrecht offensiv schlechter Film, der sich auch noch mit dem „Frauenpower“-Label brüstet um Sympathien zu sammeln, ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Sexistisch, unlustig, uninteressant.
Als Jordan Peele und Keegan Michael-Key mit ihrem Leinwanddebüt „Keanu“ (2016) auf den Leinwänden auftauchten, war das Interesse enorm. Nicht nur da die beiden ein Superstar-Comedy-Duo in den USA sind, sondern da auch noch das liebe Kätzchen Keanu eine Hauptrolle zu spielen schien. Um dieses dreht sich tatsächlich ein Großteil der leider völlig zerfahren inszenierten Action-Komödie, die vor allem von den beiden Stars lebt, die ohne Mühe für etliche tolle Szenen, Momente und Improvisationen sorgen. Als zusammenhängender Film funktioniert „Keanu“ leider weniger.
Colin Firth als Abenteurer Donald Crowhurst, der die Welt in seinem eigenen Boot umsegeln will, ist schon Grund genug um sich „The Mercy“ (2017) anzusehen. James Marsh inszeniert diese Umseglung als Abenteuer eines nicht ganz zu ergründenden Familienmannes, auf der Suche nach Geld und Ruhm. Doch die Familie die er zu Hause lässt (Rachel Weisz spielt seine Ehefrau) scheint sich selbst nicht ganz im Klaren über die Absichten ihres Vaters. Die Auflösung dieser ebenso kuriosen wie tragischen wahren Geschichte, wird von Marsh mit aller Nüchternheit ausgespielt, während die Szenen mit Firth alleine auf dem Boot schnell in Psychodrama-Modi landen. Kompetent, aber ein wenig zu nüchtern inszeniert.
Steven Soderberghs Horror-Thriller „Unsane“ (2018) sorgte für viel Aufsehen, da Soderbergh diesen komplett mit einem iPhone drehte. Claire Foy ist aber der wahre Star dieser Stalker-Geschichte, die zugleich auch eine Anklage gegen die Zustände im US-Gesundheitswesen ist, und die auch Menschen kalte Schauer über den Rücken jagen, die irgendwann einmal eine psychiatrische Einrichtung von innen gesehen haben. Die Inszenierung sorgt dafür, dass Soderbergh die Enge und Panik von Saywer (Foy), die gegen ihren Willen in einer Anstalt landet und dort plötzlich ihrem Stalker (Joshua Leonard) begegnet, perfekt transportiert. Leider sorgt dies auch dafür, dass Teile des Films ein wenig zu einem abgefilmten Theaterstück werden. Ein B-Movie der höchsten Güte, mit kleinen Schwächen und vielen Qualitäten, die diesen im Kino sträflich übersehenen Film, in Zukunft sicher als Genre-Perle einordnen lassen.
Die französische Adaption von Arthur Millers „The Crucible“ in Form von „Les Sorcières de Salem“ (1957) nimmt sich Zeit, um den Fanatismus in der Gemeinde von Salem adäquat darzustellen. Yves Montand als Farmer John, der sich zu einer Affäre mit der 16 Jahre alten Abigail (Mylène Demongeot) hinreißen lässt, ist hervorragend. An seiner Seite agiert Simone Signoret als dessen fromme Ehefrau Elizabeth, die sowohl die Demütigung des Ehebruchs, als auch die Anschuldigung der Hexerei über sich ergehen lassen muss. Adaptiert von Jean-Paul Sartre sind alle Charaktere durchzogen von fanatischer Frömmigkeit und zugleich Missgunst und Eifer gegenüber ihren Mitmenschen. Es ist fast unmöglich sich politische Zusammenhänge dieser Zeit ins Gedächtnis zu rufen. Mit beinahe 2,5 Stunden verfängt sich diese französische Adaption ein wenig zu sehr in den Dialogen, doch funktioniert dieser Film viel besser denn der wohl meinende und ebenso exzellent gespielte „The Crucible“ mit Daniel Day-Lewis.
Nachdem überraschend ein dritter Teil der „Bill & Ted“-Reihe angekündigt wurde, war es mal an der Zeit, die legendäre 80er-Komödie mit Keanu Reeves und Alex Winter „Bill & Ted’s Excellent Adventure“ (1989) einmal anzusehen. Es ist ein herrlich naiver und unverhohlen klamaukiger Spaß, in dem Reeves und Winter als beste Kumpel auf der Suche nach einem Weg sind, um ihre Geschichtsprüfung zu bestehen und ihre Band fortzuführen. Dabei führt sie eine Telefonzelle durch die Zeit und sie landen bei Aristoteles, Billy the Kid oder auch Abraham Lincoln. Viel Sinn ergibt das nicht und manche Gags machen mit 12 Jahren sicher mehr Spaß denn mit 35, aber das herzliche Gemüt entschädigt dafür.
Das einerseits auf Deutsch (und mit einigen englischen Dialogen) und andererseits auf Englisch gedrehte „Abenteuer in Wien“ (1952) bzw. „Stolen Identity“ (1953) ist ein faszinierendes österreichisch-amerikanisches Co-Produkt, welches den Erfolg von „Der Dritte Mann“ versucht zu replizieren. Ein unschuldig des Mordes verdächtigter Taxifahrer ohne Papier, ein vom Krieg noch immer zerstörtes Wien und viele amerikanische Irrungen und Wirrungen. Spannend ist das alles trotz der offensichtlichen Genre-Anleihen nicht, aber als filmhistorisches Zeugnis ist das sehr unterhaltsam.
Als Ruth Beckermanns „Die Geträumten“ (2016) in die Kinos kam, wollte ich ihn unbedingt sehen. Leider wie so oft, hatte ich keine Zeit und so lange lief der Film dann doch nicht. Nun konnte ich dank der DVD das Doku-Drama rund um die ereignisreiche und tragische Liebesbeziehung zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan nachholen. Beckermann zeigt Anja Plaschg und Laurence Rupp dabei, wie sie die Briefe der beiden Poeten, in Mikrofone, wie für die Aufnahmen zu einem Hörspiel, einsprechen. Dazwischen sind Szenen von Plaschg und Rupp zu sehen, wie sie sich in Pausen näher kommen. Dies ist alles so direkt und schnörkellos inszeniert, dass man gar nicht lange darüber nachdenkt, was nun real und was Inszenierung ist. Ein sehr schöner, zuweilen etwas spröder und ohne das Vorwissen zum Werk der beiden Literaten wohl auch nicht ganz so leicht zugänglicher Film.
Basierend auf einer Theateradaption (die auch in den Film eingewoben wird) von Michel Houellebecqs Bestseller „Unterwerfung“ (2018), sieht man Edgar Selge in der Hauptrolle, aber auch als Selge, der über das Stück sinniert. Das hätte unterhaltsam und spannend werden können, doch lenkt den Blick nur darauf, wie gut der Monolog auf der Bühne zu sein scheint.
Seit „Battlestar Galactica“ ist Katee Sackhoff ein Genre-Liebling, doch auch sie konnte nichts daran ändern, dass der Low-Budget-Erstling von Hasraf Dulull ein sehr vorhersehbares und langweiliges Stück Sci-Fi-Kino geworden ist. „2036 Origin Unknown“ (2018) vermischt etliche Story-Elemente aus „2001“, „Moon“ und diversen „Mars“-Filmen ohne etwas eigenes hinzuzufügen.
Basierend auf den Enthüllungen rund um Helmut Zillks Spionagetätigkeit in der Tschechoslowakei, baut Franz Novotny eine launige Agenten-Komödie um die Entzauberung eines der beliebtesten Politiker Österreichs. „Deckname Holec“ (2016) wirkt auffällig ohne große Ambition und scheint keine großen Geheimnisse mehr verbreiten zu wollen, sondern suhlt sich im hübschen Set-Design und der Doppelzüngigkeit österreichischer Politik.
Angekündigt als erster animierter Spielfilm von arte, erzählt „Un homme est mort“ (2018) von Olivier Cossu in mitfühlenden und betont wütendem Tonfall vom Streik in Brest 1950, wobei ein Arbeiter zu Tode kam. Es ist sowohl ein Plädoyer für die Kraft der Arbeiter im Angesicht der kapitalistischen Ausbeutung, aber technisch eher limitiert und von nicht sonderlich interessant gezeichneten Charakteren besetzt.
In „Avril et le monde truqué“ (2015) gab es die großen wissenschaftlichen Durchbrüche eines Einsteins und seiner Zeitgenossen nicht, und die Welt verharrt in einer Steam Punk Dystopie. Das Setting ist wunderschön, doch die Abenteuer von Avril, ihrem sprechenden Kater Darwin und ihrer Suche nach den festgenommenen Eltern, sind mir viel zu kindlich geraten. Die „erwachsene“ Handlung um technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, ist interessant, verblasst aber neben den betont kindischen Gags um erste Küsse und den sprechenden Kater.
Eines der wenigen wirklich guten Elemente an „Suicide Squad“ von David Ayer war, dass er Will Smith für die Rolle des Killers Deadshot gewinnen konnte. In der DC Animated Movies Variante, spricht ihn Christian Slater, der das mit aller Routine erledigt, aber es fehlt die verspielte Eleganz von Smith bzw. einem Darsteller, der diese Variante hätte weiterführen können. Gegenüber einem Debakel wie „Batman and Harley Quinn“ ist Sam Lius „Suicide Squad: Hell to Pay“ (2018) zwar ein kleiner Fortschritt, doch auf derart minimalem Niveau, dass sich die Mühe des Sehens kaum lohnt. Pseudo-„erwachsene“ Gewalt verbunden mit pseudo-cooler Animation.
Viel besser hingegen gelang Sam Liu, gemeinsam mit Jake Castorena, die Adaption einer der berühmtesten Storylines der DC Geschichte. „The Death of Superman“ (2018) ist nach anfänglichen Schwierigkeiten, und mit einer nicht gerade famosen Animation gesegnet, ein adäquat umgesetzter Animationsfilm, mit toller Voice Work von Hollywood-Stars wie Rosario Dawson, Rebecca Romijn oder Nathan Fillion. Auch wenn versucht wird Supermans Tod als etwas Epochales darzustellen, bleibt natürlich das Wissen darüber, dass es im nächsten Film schon zur Wiedergeburt kommen wird.
Liliana Cavanis „Il portiere di notte“ (1974) hat zwei Dinge geschafft. Dank einer Criterion Edition, gelang es, in den Pantheon der Filmliebhaber aufzusteigen und Charlotte Rampling feierte mit diesem Film ihren Durchbruch. Der angeblich unsagbar skandalöse Film um die sadomasochistische Beziehung zwischen einem KZ-Wärters (Dirk Bogarde) und einer Gefangenen, die ihre Beziehung im Wien der 1950er wieder aufnehmen, ist vor allem: Langweilig. Die angebliche skandalöse Zur-Schau-Stellung von Opfern der Nazi-Diktatur folgt vor allem der Logik der Nazi-Sploitation-Filme und gibt sich betont seriös und geschmackvoll, während Geschmacklosigkeiten präsentiert werden. Das hat Pier Paolo Pasolini viel besser dargestellt.
Der algerische Kurzfilm „Kindil“ (2006) erzählt von einer jungen Mutter, die am Strand ins Wasser geht, und nach einem Missverständnis von einem Mob junger und alter Männer gelyncht wird. Keiner will danach etwas gesehen haben, auch keiner der am Strand anwesenden Personen. Damien Ounouri und seine Autorin/Hauptdarstellerin Adila Bendimerad drehen diese Geschichte um den Status von Frauen im arabischen Raum, zu einer mythologischen Racheerzählung. Selbstbewusst und ohne falsche Scheu vor den übernatürlichen Elementen. Ein sehr interessanter Zugang zu dem Thema.
Fatih Akins Komödien konnten mich bislang selten begeistern. Selbst sein sommerlicher Feel-Good-Film „Im Juli“ verfing bei mir nicht. „Soul Kitchen“ (2009), mit seinem lieb gemeinten Porträt Hamburger Lebenswelten, war nach gut 30 Minuten unten durch. Das lag eventuell an zu überzeichneten Charakteren wie dem egomanischen Koch (Birol Ünel) oder den viel zu platt inszenierten Liebesgeschichten und Intrigen. Während Aken-Routinier Adam Bousdoukos sich die Rolle des „Soul Kitchen“-Wirts auf den Leib geschrieben hat, sind die Entwicklungen in der Handlung (mitten drin, Moritz Bleibtreu als krimineller Bruder) einfach unglaubwürdig, vor allem in ihrer Präsentation. Vielleicht sind Akins Humor und mein Humor aber auch einfach nicht auf einer Wellenlänge.
Heutzutage treten Christina Ricci und John Cusack meist nur mehr in VoD-Filmen auf. So wie etwa in dem Mystery-Thriller „Distorted“ (2018), in dem Ricci eine von Visionen heimgesuchte Frau spielt. Dass es sich dabei wohl eher nicht um eine psychische Störung handelt, ist schnell klar und Cusack als mysteriöser Hacker bestätigt alle Verschwörungstheorien. Dennoch rutscht „Distorted“ schnell in reichlich alberne Thriller-Gefilde ab, in denen Charaktere von einem Schnitt zum nächsten plötzlich über einzigartige Fähigkeiten verfügen, ohne vorherige Erklärung. Diese beiden Schauspieler haben sich besseres Material verdient.
Der Zombie-Thriller „Busanhaeng“ (2016) konnte in seiner südkoreanischen Heimat einen wahren Hype entfachen. Der etwas überlange (zwei Stunden sind für einen Zombie-Film doch etwas optimistisch angesetzt) Film ist ein selbstbewusster und spannend inszenierter Film, der ein x-Mal durchgespieltes Szenario (der plötzliche Ausbruch einer Zombie-Epidemie) durch das Setting in einem Zug auf dem Weg nach Busan, gut umsetzt. Dass die Hauptfigur (ein egozentrischer Finanzhai) sich schließlich für seine Tochter verändern muss, ist eine schöne dramatische Volte, wenngleich nicht sonderlich überraschend.
Nachdem ich Staffel 2 von „Westworld“ nach wenigen Folgen aufgab, wuchs der Wunsch sich doch einmal die Fortsetzung zum Ursprungsfilm anzusehen. Während der Ur-„Westworld“ zumindest ein paar amüsante und spannende Momente beinahltete, ist „Futureworld“ (1976) ein prominent besetzter (Peter Fonda, Blythe Danner) aber unsagbar langweiliger Sci-Fi-Film, wie er in den 1970ern nun einmal enstand. Die Ästhetik erinnert teilweise mehr an ein hippes Musikvideo, und die Handlung ist kaum der Rede wert. Yul Brynner kehrt zumindest in Archivaufnahmen und einem bizarren Cameo-Auftritt zurück.
Nach Ansicht des italienischen Rennfilms „Formula 1 – Nell’Inferno del Grand Prix“ (1970) von Guido Malatesta (unter dem Künstlernamen James Reed) weiß man erst recht wieder Werke wie „Rush“ oder „Grand Prix“ zu schätzen. Malatestas Italo-Version von Frankenheimers „Grand Prix“, ist eine auf einfache Notizen herunter gebrochene Geschichte einer Rivalität zwischen dem alten und arroganten Ken Stark (ob da Jim Clark Namenspate war?) und dem aus der Moto GP beförderten Italienier Gianluca Valli. Dass so nebenbei Graham Hill sich für ein paar Cameo-Auftritte hergibt, veredelt den Film nicht, sondern zeigt erst recht die budgetären und inhaltlichen Beschränkungen auf. In seiner plumpen Art beinahe schon wieder lustig.

The 1001 Project
Bislang kannte ich keinen Film von Preston Sturges, doch meine Erwartungen waren hoch. Umso enttäuschter war ich von der rasant beginnenden Screwball-Komödie „The Palm Beach Story“ (1942). Während der Beginn noch die Erwartungen auf den Kopf stellt und in rasanter Abfolge bereits den ganzen Film vorweg nimmt, hält zwar das Tempo an, doch das stört auch auf eigenartige Weise den Film. Denn so gewinnt man nie wirklich ein Gefühl für die Charaktere, die zu sehr Screwball-Klischees bleiben.
Howard Hawks ist einer der legendärsten Filmemacher, von dem ich schon eine Handvoll Filme gesehen habe, aber es immer noch so viel zu entdecken gibt. Zum Beispiel das Flieger-Melodram „Only Angels Have Wings“ (1939). Cary Grant ist grandios als Fluglinien-Chef Geoff Carter mitten im südamerikanischen(?) Nirgendwo, um eine kleine Schar verrückter Flieger zusammenzuhalten, und die Aufträge zu erledigen. Hawks unterlegt dies mit einer angedeuteten Liebesgeschichte (in Form von Jean Arthur als Schiffspassagierin Bonnie Lee) und einer Eifersuchts-Rache-Handlung (mit Rita Hayworth als Carters Ex und Richard Barthlemess als einstigem Piloten, der wieder zurückkehrt), doch im Kern ist dies ein Film um Piloten, ihre Leidenschaft und die Todesgefahr, der sie sich immer wieder aussetzen. Nicht ganz frei von Sentimentalitäten (gerade wenn diese versucht werden auszublenden, aber äußerst einnehmend und technisch hochwertig. Ein geradliniges und unterhaltsames Macho-Melodram.
Versuch Nummer 2 den großen Preston Sturges kennenzulernen, in Form von „The Lady Eve“ (1941). Darin begeistert vor allem Barbara Stanwyck als mit allen Wassern gewaschene Trickbetrügerin, die sich den reichen Charles (Henry Fonda) angelt. Die Handlung ist voller doppelter Böden und schreckt auch vor einer absolut unglaubwürdigen Wendung nicht zurück, in der Charles nach dem ersten Bruch mit Jean, diese an anderer Stelle nicht wiedererkannt und sich erneut in die Person verliebt. Etwas zugänglicher für mich denn „The Palm Beach Story“, aber noch immer warte ich darauf von Sturges‘ überwältigt zu werden. Stattdessen schmunzel ich hie und da und lasse die Filme an mir vorüber ziehen.
Ohne je einen Film mit Ginger Rogers und Fred Astaire gesehen zu haben, wusste ich schon seit Jahren ganz genau wer diese beiden Heroen des Tanz- und Gesangsfilms der frühen Hollywood-Ära waren. In Mark Sandrichs „Top Hat“ (1935) war es nun endlich so weit und es kam so, wie es mir erwartet hatte. Astaire und Rogers lernen sich per klassischem Meet-Cute kennen, die Handlung ist ein einziger Vorwand um die beiden in herrlichen Tanz-Choreografien und „Cheek to Cheek“ tanzen zu lassen. Worum es in diesem Film schlussendlich ging, ist eigentlich völlig nebensächlich. Es ist mehr ein sinnliches Erlebnis, denn eine Plot-getriebene intellektuelle Herausforderung.
Der zweite Howard Hawks-Film in diesem Monat, ist eine Hemingway-Adaption, die sich wie eine platte „Casablanca“-Imitation ausnimmt. Doch „To Have and Have Not“ (1944) ist vor allem positiver und der Zukunft seiner Charaktere sicherer. Bogart ist auf Martinique gestrandet, während Nazi-Deutschland Frankreich überrannt hat. Als er auf die junge Amerikanerin „Slim“ (Lauren Bacall) trifft, gerät er immer mehr in den Strudel von Widerstand und Liebeswirren. Die Handlung dreht sich amüsanter weise immer mehr in wilden Pirouetten um mögliche Intrigen und kehrt doch immer wieder zu großartigen Nebendarstellern wie Walter Brennan als Bogarts Kumpel und Assistent zurück. Doch die spürbare Nähe zu „Casablanca“ war für mich ein kleines Minus.
Ebenfalls auf einer Arbeit von Ernest Hemingway basiert Robert Siodmaks böser und bissiger Film Noir „The Killers“ (1946) mit Burt Lancaster als Mordopfer „The Swede“. Ein Versicherungsagent versucht die Hintergründe seiner bizarren Ermordung aufzuklären und gerät in einen Strudel von vergebenen Chancen, Glücksspiel und natürlich einer Femme Fatale (Ava Gardner). Wer eine Handvoll dieser Film Noir-Werke gesehen hat, kann natürlich schon ahnen, wie sich Siodmaks Adaption entwickeln wird, doch er macht dies mit so viel Stil, dass man auch über gewisse Klischees hinwegblickt und in der Atmosphäre versinkt.
Basierend auf dem „Fliegenden Holländer“, präsentierte Albert Lewin mit vielen literarischen Zitaten und geschliffenen Dialogen, das Melodram „Pandora and the Flying Dutchman“ (1951). James Mason als Hendrick van der Zee und Ava Gardner als Pandora sind das tragische Liebespaar, deren Schicksal in Lewins wunderschönem Technicolor-Spektakel nachgezeichnet wird, bis hin zum Tod Hand in Hand. Die Schönheit und Geschliffenheit obsiegt aber über den Inhalt, der mich nie wirklich fesseln konnte.
Etwas Zeit bis ich gefesselt war, verging in Anthony Manns straffem Western „The Naked Spur“ (1953), in dem James Stewart (mitten in seiner Western-Phase mit Mann) einen Kopfgeldjäger spielt, der mit der Belohnung für die Ergreifung eines Mörders, sich eine Farm kaufen will. Seine Sehnsüchte werden durch Janet Leigh erweckt, die aber nur im Auftrag des Mörders Zwietracht säen soll. Weniger an spektakulären Shoot Outs, sondern mehr an der Psychologie der Situation interessiert, benötigt Mann ein wenig, um das Publikum zu fesseln, doch was als Standard-Western beginnt, entwickelt sich zu einem interessanten und eigenwilligen Genre-Beitrag.
Ein weiterer Beitrag mit James Mason und diesmal ist er fantastisch. In Nicholas Rays „Bigger than Life“ (1956) ist er die Personifizierung der dunklen Seite des amerikanischen Traums. Als Schullehrer mit Frau und Kind, scheint er ein glückliches, wenngleich nicht luxuriöses Leben zu führen. Eine Operation und eine Behandlung mit Steroiden später, ist er süchtig nach den Tabletten und gerät langsam außer Kontrolle. Unter seinen Anfällen von manischer Freude und Raserei, zerbricht langsam die Familie. Ray kreierte einen Film, den heute jemand wie Todd Haynes machen würde, nur eben schon vor gut 60 Jahren. Eine gnadenlose Zustandsbeschreibung der Nachkriegsgesellschaft und ihrer unausgesprochenen Probleme, noch dazu darstellerisch und technisch auf hohem Niveau.
Als Cody Jarrett verliert James Cagney in „White Heat“ (1949) kaum Zeit, um zu zeigen wie rücksichtslos er vorgeht. Es besteht kein Zweifel daran, dass Jarrett ein psychotischer Gangster ist, der getrieben von Migräne-Anfällen und einem tief sitzenden Mutterkomplex, Raubmorde begeht und kein Gewissen zu kennen scheint. Das ist von Raoul Walsh toll inszeniert und von Cagney unterhaltsam gespielt, doch wirkt „White Heat“ dann dennoch ein wenig „nur“ wie ein weiterer guter Gangsterfilm der 1940er.

Re-Visited
Nachdem Wes Anderson mit „Isle of Dogs“ sich erneut dem Animationsfilm zuwandte, war ein erneuter Blick auf seine Roald Dahl-Adaption „Fantastic Mr. Fox“ (2009) nötig. Die zu Grunde liegende Geschichte ist mir nicht bekannt, und auch scheint mir Anderson einige Modernisierungen vorgenommen zu haben, um einerseits seinem Inszenierungsstil zu entsprechen und ein modernes Publikum einzubinden. Doch erinnerte mich dies beinahe zu sehr an „Over the Hedge“. Natürlich ist Andersons Film mit viel mehr Detailliebe versehen, und George Clooney als smoother und Pläne ausheckender Mr. Fox ein Casting-Coup, doch zu den Favoriten aus seinem Oeuvre zählt auch dieser Animationsfilm von Anderson nicht.
Pünktlich zum Kinostart des zweiten Teils von „Jurassic World“, präsentierte arte die restaurierte Version von „The Lost World“ (1925). Basierend auf der Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle, hat „The Lost World“ viele großartige Stop-Motion-Effekte aus der Frühzeit des Kinos zu bieten, doch ansonsten bleibt wenig, auch bei wiederholter Ansicht, hängen.
Nur wenige Tage nach Erstansicht, folgte auch schon die zweite Sichtung von „Unsane“ (2018). Bei der zweiten Sichtung konnte ich mich mehr von der Inszenierung lösen und ein wenig mehr auf die Geschichte konzentrieren, die dann doch erhebliche Logiklöcher aufweist, nichtsdestotrotz großartig unterhält.
Ein Nachmittag mit einem Film mit Bud Spencer und Terence Hill ist immer ein Genuss, oder zumindest meistens. Wenn es sich dabei um einen ihrer größten Hits und besten Filme handelt, dann erst recht. „…più forte ragazzi!“ (1972), mit dem deutschen Titel „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“, war der erste Schritt weg vom Italo-Western, den so langsam die Kraft verließ. Als Piloten Plata und Salut, machen sie den südamerikanischen Dschungel und die Flughäfen unsicher. Der Titelsong der Oliver Onions gehört natürlich zum Standardrepertoire und die deutschen Synchrondialoge sind die besten, die für einen Spencer/Hill-Film geschrieben wurden. Ein Genuss, der von so mancher Story-Unebenheit kaum gemindert wird.
Es lag wohl an „Deckname Holec“ und der unausgesprochenen irrwitzigen Situation, dass ein Journalist als Spion tätig war, dass ich wieder einmal „Confessions of a Dangerous Mind“ (2002) ansehen musste. George Clooneys unterhaltsames Regie-Debüt, welches schon in die Richtung weist, die er mit „Good Night and Good Luck.“ vollenden sollte, lebt vor allem von Sam Rockwells Oscar-würdiger Darbietung als Chuck Barris, der in einer Autobiografie behauptete neben seiner Tätigkeit als TV-Produzent auch als Killer für die CIA gearbeitet zu haben. Clooney macht daraus eine Satire auf Trash-TV und Gewalt-Lust, und somit einen Ur-amerikanischen Film. Barris ist es nicht genug, nur berühmt zu sein, sondern er lebt auch noch tiefer liegende Instinkte aus, und will dafür ebenso belohnt werden. Die Welten um ihn herum lässt Clooney langsam in sich zusammenstürzen, wie auch Barris‘ Karriere sich dem Zenit und dann langsamen Abstieg näherte.
Besser als ich ihn in Erinnerung hatte, gestaltete sich „Taking Woodstock“ (2009) von Ang Lee. Die auf den Erinnerungen von Elliot Tiber basierende Erzählung über die skurrile Entstehung des Woodstock-Festivals, ist von Lee mit sehr viel Witz und Charme inszeniert, auch wenn er zu sehr in „Sixties“-Klischees eintaucht (wie dem für die Handlung schlicht irrelevanten Acid-Trip von Elliot (Demetri Martin). Eine positive Überraschung bei der erneuten Ansicht.
Nach der Ansicht eines Fernsehbeitrags zum Leben von Sammy Davis Jr., war es wieder mal an der Zeit die HBO-Produktion „The Rat Pack“ (1998) zu sichten. Angeführt von Ray Liotta als passablen Frank Sinatra, spielen vor allem Joe Mantegna und Don Cheadle als Dean Martin und Sammy Davis Jr., den Rest an die Wand. Ein akzeptables Fernseh-Biopic über das berühmt-berüchtigte Rat Pack, welches auch interne Probleme und Zwistigkeiten nicht auslässt, und vor allem bei den beiden Darstellern begeistern kann.

Serien-Überblick
Die britische Mini-Serie „Trump: An American Dream“ (2018) ist eine angenehm unaufgeregte Hagiographie von den Anfängen Donald Trumps bis hin zum Correspondent Dinner, bei welchem er von Barack Obama vor den Augen der Weltöffentlichkeit der Lächerlichkeit Preis gegeben wurde (in meinen Augen zurecht, nachdem Trump über Monate als Sprachrohr der „Birther“-Gemeinde diente). Einige Punkte wurden bereits aufgearbeitet und können als bekannt vorausgesetzt werden, andere Teilbereiche seines Lebens können an anderer Stelle (etwa bei John Oliver in mehreren Segmenten) betrachtet werden. Zu sehen ist der Aufstieg eines Schaumschlägers, mit unbändigem Geschäftstrieb. Eines Geschäftsmannes, der sich immer auf das Geld, aber niemals auf die Unterstützung seines Vaters stützen konnte. Eine Entertainment-Ikone, die nun nicht nur symbolisch für den Aufstieg der populistischen Rechten dient. Frustrierend und erhellend zugleich.
Staffel 2 (2016) von „Chef’s Table“ zeigt sich mit derselben schon in Staffel 1 erprobten Formel, die auf Anhieb so gut funktionierte. Nicht nur geht es in dieser Serie um Interessante Köche und Köchinnen, sondern vor allem um Lebensweisen, -ansichten und -entwürfe, die schließlich zu den Lokalen und Gerichten führten, die man präsentiert bekommt. Highlight der 2. Staffel war dabei der indische Koch Gaggan, der mit seinem nach ihm benannten Restaurant in Bangkok zum besten und meistgefeierten Chef Asiens wurde.
Staffel 3 (2017) beginnt mit einer besonderen Episode und porträtiert die buddhistische Nonne Jeong Kwan, und ihren Zugang zu Kulinarik. Auffällig an der dritten Staffel ist vor allem, welche extremen Gegensätze porträtiert werden. Neben der in sich ruhenden Jeong Kwan, sind die von sich selbst berauschten Tim Raue und Vladimir Mukhin ebenso Teil der Staffel. Der Abschluss mit dem peruanischen Chef Virgilio Martínez erinnert dann wieder an das Porträt des argentinischen Meisterkoch Francis Mallmann.
Netflix sorgt hin und wieder für wirklich große Überraschungen. Die Talk-Show „My Next Guest Needs No Introduction with David Letterman“ (2018) konnte tatsächlich wieder mal ein interessantes und überraschendes Format gefunden werden. Der legendäre, aber auch mit viel Schimpf und Schande von seiner Show verabschiedete David Letterman, plaudert eine knappe Stunde mit prominenten Gästen und führt in ausgewählten Zwischensegmenten noch in einzelne Bereiche ihres Privatlebens. Die Gästeliste ist gut ausgewählt und zeigt nach einem bestechend guten Beginn mit Barack Obama, den charmanten George Clooney hin zum vorläufigen Höhepunkt mit Malala Yousafzai. Dagegen konnten mich die Gespräche mit Jay-Z und auch mit Tina Fey weniger begeistern, während der Abschluss mit Howard Stern ein wahrer Triumph des Talk-Show-Humors darstellt. Flapsig, thematisch kaum gebunden und von der Aura Lettermans getragen, der sichtlich die Unverbindlichkeit der Show genießt. Das als Bonus freigeschaltete Interview von Jerry Seinfeld mit David Letterman, ist auch tatsächlich das: ein Bonus, welchen man gerne annimmt und genießt.
Die in drei Teilen präsentierte britische Mini-Serie „A Very English Scandal“ (2018) – unter der Regie von Stephen Frears, der das geringe Fernsehbudget mit vielen Nahaufnahmen kaschiert, und damit auch die Nähe zu den Charakteren betont, mit denen man sich ein wenig wie in Komplizenschaft verhält – ist ein absolutes Highlight des Fernsehjahres. Hugh Grant (mit einer Performance die nach Karriere-Highlight schreit) als Vorsitzender und Hoffnungsträger der Liberal Party, kann im England der 1960er, in dem Homosexualität noch unter Strafe steht, seine wahren Gelüste nur heimlich ausleben. Als er auf den Stalljungen Norman (ebenso großartig: Ben Whishaw) trifft, beginnt eine ebenso intensive wie leidenschaftliche Affäre. Deren Ende, ist vor allem mit Thorpes Ambitionen auf das Amt des Premierministers verbunden, und führt alle Beteiligten in eine bizarre Abwärtsspirale, bis hin zu einem Mordkomplott. Es sind die beiden Hauptdarsteller, die der Mini-Serie ihren Glanz verleihen, doch es ist auch ausgesprochen viel Witz in diesem Skandal vorhanden und Frears sorgt dafür, dass das Publikum mitfühlt und auch unterhalten wird.
Die britische Sitcom „Spaced“ – Staffel 1 im Jahr 1999 und Staffel 2 im Jahr 2001 erschienen – ist vor allem ein sehr sympathischer Beweis dafür, wie einflussreich die Hollywood-Kultur im Rest der Welt ist. Die Handlung dreht sich um Comic-Zeichner Tim (Simon Pegg) und Autorin Daisy (Jessica Stevenson), die vorgeben ein Paar zu sein, um eine günstige Wohnung zu ergattern. Was folgt, sind viele nachgestellte Hollywood-Szenarien, inmitten der sehr britisch-kleinbürgerlichen Welt. Das ist vor allem in Staffel 1 noch ein wenig gewöhnungsbedürftig, doch scheint es, dass das Autoren- und Star-Duo gemeinsam mit Regisseur Edgar Wright in Staffel 2 seinen Rhythmus gefunden zu haben schien. Kaum ein Moment der nicht zum Lachen anregte, und für Unterhaltung sorgte. Ein Anfangs nicht ganz leicht zugängliches, aber dafür später umso unterhaltsameres Sitcom-Kleinod.

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

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