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Nachdem es im Vormonat gar nie zu einem Kinobesuch kam, hat der August für gleich drei (zum Teil unerwartete) Besuche eines Lichtspielhauses gesorgt. Dabei stach vor allem Spike Lees neuester Streich „BlacKkKlansman“ hervor. Geprägt war das Monat von der einen oder anderen Entdeckung aber auch vielen Enttäuschungen im Heimkino und bei der „1001 Movies“-Liste. An der Serienfront konnte ich endlich die neueste Staffel von „Archer“ begutachten und brillierte Amy Adams im komplexen „Sharp Objects“.

Neuzugänge
Als vor zehn Jahren der erste „Mamma Mia!“-Film in die Kinos kam, schwang sich dieser im Schatten des „Dark Knight“-Hypes zu einem Blockbuster empor. Was die Musical-Adaption so amüsant machte, war der Spaß an der Sache. Es war kein sonderlich guter Film, doch sah man den Beteiligten den Spaß an der Sache an und es gab eine passende Balance aus Melodramatik und Humor. „Mamma Mia! Here We Go Again“ (2018) versinkt regelrecht in Trauer um den Tod von Hauptfigur Donna (Meryl Streep, die am Ende in einem Cameo auftaucht) und erzählt die geradezu obsessive Aufgabe ihrer Tochter (Amanda Seyfried) das Hotel in Betrieb zu nehmen, während in Rückblicken Lilly James als junge Donna die Hintergründe ihrer Ankunft auf der Insel durchspielen darf. Abgesehen von einer „Dancing Queen“-Sequenz ist die Fortsetzung bizarr-depressiv und in den lustigen Momenten einfach nur schlecht gespielt. Die Fortsetzung ist so schrecklich, wie man dereinst von Teil 1 behauptete.
Nachdem ich die ersten fünf Teile wieder oder auch erstmals gesehen hatte, war der Weg frei um „Mission: Impossible – Fallout“ (2018) zu sichten. Im Gegensatz zum etwas verworrenen fünften Teil, zeigt sich „Fallout“ trotz aller Winkelzüge und Komplotte als sehr geradliniger Action-Reißer, mit fantastischen Action-Sequenzen. Zudem scheint es, als habe Christopher McQuarrie die ersten fünf Teile hier als ständige Quelle der Referenz herangezogen. Viele Elemente erscheinen erneut hier aufzutauchen. Von ästhetischen Spielereien über Plot-Elemente. Die Krankheit moderner Blockbuster, weit über zwei Stunden dauern zu müssen, erfasst auch den sechsten M:I-Teil, doch ist es ein sehr unterhaltsamer aber keineswegs komplexer oder gar intelligenter Film.
Spike Lee hatte schon seit vielen vielen Jahren keinen derart einflussreichen und öffentlich debattierten Film in den Kinos, wie „BlacKkKlansman“ (2018). Die wütend und mit viel Leidenschaft erzählte Geschichte von Ron Stallworth (John David Washington), dem ersten schwarzen Polizisten in seinem County in Colorado, der per Zeitungsannonce investigativ beim Ku Klux Klan ermittelt, ist ein ebenso wichtiger, wie zeitgemäßer Film, obwohl er in den 1970ern spielt. Als Partner wider Willen agiert ein faszinierend zurückgenommener Adam Driver, der als „weiße Front“ für Stallworth agiert und als Jude doch eine eigene Identität vor den Klan-Mitgliedern verbergen muss. Lee zeigt Dialoge und Szenen die alles andere als subtil, aber dafür immens kraftvoll sind, etwa die Erzählung eines Lynchmordes Anfang des 20. Jahrhunderts, vorgetragen von niemand geringerem als Harry Belafonte. Zwischentöne sind hier nicht nötig, denn Lee hat Größeres im Sinn und er erreicht es auch. Ein Aufschrei von einem Film.

Nachdem ich die Teile 1 bis 4 nachgeholt hatte, war es nun an der Zeit Teil 5 „Mission: Impossible – Rogue Nation“ (2015) nachzuholen. Der zum Teil in Wien spielende Film zeigt Ethan Hunt im Kampf gegen ein mysteriöses Syndikat. Im Vergleich zum Rest der Reihe ein solider Action-Film mit so manch großartiger Stunt-Sequenz, aber inhaltlich äußerst eintönig. Neuzugang Rebecca Ferguson bringt derweil frischen Wind.
Nachdem Paul Schrader sich mit Filmen wie „The Canyons“ oder „Dog Eat Dog“ ein wenig in die exzentrische B-Movie-Ecke gedreht hatte, überrascht er mit einem nachdenklichen, sensiblen und intelligenten Drama rund um Glaubenskrisen. „First Reformed“ (2017) mit Ethan Hawke als Pfarrer einer kaum besuchten Touristen-Kirche, leidet am Verlust seines Sohnes und dem Ende seiner Ehe, und führt seine Arbeit routiniert aber Emotionslos durch. Ehe ein suizidaler Umweltaktivist und seine Frau (Amanda Seyfried) seinen Weg kreuzen. Scharder arbeitet mit von Bresson, Dreyer und Bergman entliehnen Bildern und lässt Stimmung über Inhalt obsiegen. Doch die intensive Darbietung von Ethan Hawke sorgt dafür, dass man sich nicht nur an den Bildern satt sieht, sondern auch dem inneren Leiden von Priester Toller teil hat.
Der in Deutschland produzierte Rache-Softcore-Thriller „Sie tötete in Ekstase“ (1971) ist ein unterhaltsamer Beitrag zum Rache-Film, und spart dabei nicht mit billigen Bluteffekten, die sich mit ebenso billig wirkenden Softporno-Szenen ergänzen. Die Handlung einer Frau, die den Suizid ihres von einem Gremium für seine Forschung verdamten Mannes, rächen will, ist mit manch unterhaltsamen Moment versehen, doch plätschert das Geschehen ein wenig unaufgeregt vor sich hin. Von einer Nackt- oder Mordszene zur nächsten, die aber allesamt wenig hängen bleiben.
Mit Spannung wartete ich auf den zweiten Teil der Godzilla-Animations-Trilogie. Nachdem mir Teil 1 recht gut gefiel, ist Teil 2 „Gojira: kessen kido zoshoku toshi“ (2018) eine immense Enttäuschung. Die Charaktere sind weiterhin kaum auseinanderzuhalten und lassen sich auch kaum auf einzelne Eigenschaften einschränken. Die nach Jahrtausenden wieder besuchte Erde ist von einem mysteriösen Stamm weiter entwickelter Wesen/Menschen bevölkert, Godzilla ist ebenso noch der Alte und doch auch weiter entwickelt und irgendwie will man ihn besiegen…es ist ebenso undurchschaubar wie fade aufgebaut. Statt einer spannenden Handlung gibt es langweilige Dialoge, und das Finale bringt erst viel zu spät Schwung in den Film.
Endlich hole ich mit „Avengers: Infinity War“ (2018) den jüngsten Bombast-Teil des MCU nach, und ich fühle mich ausgelaugt. So viele Charaktere, deren Hintergründe ich im Grunde nur erahne, so viele Bedrohungen die mich kalt lassen. Es ist ein Best of aus vier oder fünf verschiedenen Filmen und hat kaum Zeit um eine eigene Handlung zu entwickeln, da sich „Infinity War“ vor allem damit beschäftigt die aufgenommenen Fäden von Phase One bis Three zu vereinen. Der dramatische Cliffhanger war mir zu aufgesetzt, aber als Opfer des Blockbuster-Kinos, werde ich wohl auch den nächsten Avengers-Film sichten.
In einer der neueren Ausgaben ist „Sommaren med Monika“ (1953) von Ingmar Bergman, in der 1001-Filme-Liste dabei, die man gesehen haben muss. In meiner Ausgabe fehlt die bitterböse Liebeskomödie zwar, doch sollte man sie sowohl als Bergman- als auch als Film-Liebhaber (schließt das überhaupt aus?) gesehen haben. Harriet Andersson und Lars Ekborg spielen ein junges Paar, welches der familiären und beruflichen Enge entkommen will. Doch als ihre „Flitterwochen“ zu Ende sind und sich das Paar um ein Kind kümmern muss, bricht langsam der Alltag und die Verantwortung in ihr Leben ein und die überbordende Liebe wird von der Routine eingeholt. Bergman trifft viele gute Punkte, auch wenn sein junges Paar wohl etwas zu plakativ von „Himmelhochjauchzend“ hinunter zum „zu Tode betrübt“ abstürzt.
Die wahre Geschichte von „Adrift“ (2018) ist faszinierend. Eine junge Amerikanerin und ihr britischer Freund sollen ein Boot über den Pazifik nach Kalifornien bringen, doch als sie in einen Sturm geraten, treiben sie ohne Motor und Segel auf dem Ozean. Shailene Woodley ist gut in der Rolle der vom Schicksal geprüften jungen Frau, doch ansonsten herrscht viel Routine. Ein typisches Überlebensdrama, welches einen Großteil seines Reizes aus der Tatsache zieht, dass es so oder ähnlich wirklich passiert ist.
Der in England gedrehte Zombie-Film „Patient Zero“ (2018) hätte schon 2016 ins Kino kommen sollen, doch wurde immer wieder verschoben und nun per VoD der Welt vorgesetzt. Stefan Ruzowitzkys Handschrift ist hier in keiner Sekunde zu erkennen. Von dem Oscar-gekrönten Filmemacher ist nichts zu sehen, stattdessen schleppt sich der Film um einen infizierten Mann (Matt Smith), der die Zombie-Sprache sprechen kann, und die Genre-immanente unvermeidliche Katastrophe am Ende dahin. Getragen von schlechten Special Effects, unsinnigen Handlungssträngen, aber immerhin mit bekannten Gesichtern (Natalie Dormer, Stanley Tucci) versehen, ist „Patient Zero“ ein Tiefpunkt in Ruzowitzkys Karriere.
Der Dokumentar-Essay „Kulenkampffs Schuhe“ (2018) von Regina Schilling, ist ein sehr persönlicher Beitrag über ihre Beziehung zu ihrem Vater, aber auch zur Fernsehlandschaft in Nachkriegsdeutschland. Am Beispiel von Hans Joachim Kulenkampff, Hans Rosenthal und Peter Alexander, erklärt Schilling, wie sich Deutschland nicht nur der neuen Mode „Quiz“ hingab, sondern auch seine Nazi-Vergangenheit sowohl verleugnete als auch zugleich ganz offen vor sich hertrug. Das Schicksal ihres Vaters (eines Drogisten) spiegelt sich in den Schicksalen der drei Entertainer und auch einer Fernsehproduktion mit Horst Tappert als Drogist. Die Geheimnisse, die nach dem Tod dieser Männer aufgedeckt wurden, sind auch die Geheimnisse, die ihr Vater mit sich trug. Ebenso die Krankheiten. Ein sehr persönlicher und sehr intelligenter Essayfilm.
Die knapp vier Stunden lange Dokumentation „Sinatra: All or Nothing at All“ (2015) ist ein weiterer kompetenter und umfassender Blick auf ein Thema, wie ihn Vielarbeiter Alex Gibney mittlerweile gewohnt ist zu liefern. Wer die Karriere von Frank Sinatra interessant findet, wird in den vier Stunden mehr als genug Material geboten bekommen, um in dessen Leben und Werk einzutauchen. Gibney schreckt vor mancher (mittlerweile zum Allgemeingut gehörenden) negativen Facette Sinatras nicht zurück (etwa der Zeit der rassistischen Witze auf Kosten von Sammy Davis Jr.), doch insgesamt bleibt Gibney überraschend zahm.
Der mittlerweile sechste und hoffentlich letzte Teil der „Sharknado“-Saga, ist das wohl mit Abstand schwächste und unzusammenhängendste Werk der Reihe. In „The Last Sharknado: It’s About Time“ (2018) finden sich die Hauptcharaktere der vergangenen fünf Filme (angeführt natürlich von Ian Ziering als Finn) in einem merkwürdigen Zeitreise-Plot wieder und bekommen die Gelegenheit in kaum zusammenhängenden Zeitsprüngen zu agieren. Das ist weder trashig-lustig noch richtig peinlich um ungewollt lustig zu sein. Es ist einfach nur langweilig.
Die Quasi-Fortsetzung der „Ocean’s“-Trilogie mit einer weiblichen Riege von Meisterdieben, war von Beginn weg ein ebenso interessantes wie riskantes Projekt. „Ocean’s Eight“ (2018) versammelt ein fantastisches Ensemble (angeführt von Sandra Bullock und Cate Blanchett), und gibt diesem absolut gar nichts zu tun. Anstelle unterhaltsamer Charaktere spielen sie Typen ohne großen Wiedererkennungswert, die noch dazu wie Kopien der in der „Ocean’s“-Trilogie wirken. Gary Ross hat auch keinen wirklichen Stil, sondern hängt Szene an Szene, ohne große Fallhöhe oder Möglichkeit der Entfaltung. Man versinkt nicht in einem unterhaltsamen Heist-Film mit charmanten Charakteren, sondern überlegt ständig, weshalb bereits nach wenigen Minuten völlig die Luft raus ist. Ein misslungener Versuch.
Der ansehnliche und angenehm knapp gehaltene Dokumentarfilm „Maddman: The Steve Madden Story“ (2017) ist die Chronik eines faszinierenden Self-Made-Mannes, der sich aber durch teilweise Unbedarftheit und teilweise Gier nach Erfolg, schließlich in den Fängen von Jordan „Wolf of Wall Street“ Belfort und dann im Gefängnis wieder fand. Ein unterhaltsam aufgezogener Blick auf den American Dream in all seinen Facetten, auch wenn bei einem Mangel an Interesse für die Schuhbranche, wohl viele Details der Dokumentation ohne große Wirkung vorüber ziehen werden.
Filmemacherin Jennifer Fox sorgte für Aufsehen, da die Handlung von „The Tale“ (2018) auf ihren eigenen Erlebnissen basiert. Laura Dern ist großartig als die Mit-Vierzigerin Jennifer, die sich ihrer Vergangenheit stellt, nachdem ihre Mutter (Ellen Burstyn) eine Geschichte wieder entdeckt, in der sie ihr Verhältnis mit ihrer Reitlehrerin Mrs. G (ebenso famos: Elizabeth Debicki) und ihrem Lauf-Coach Bill (Jason Ritter) nacherzählt. Was sich jedoch schnell herausstellt ist, dass Jennifers Erinnerungen nicht nur lücken- sondern auch fehlerhaft sind, und dass sie sich selbst ein Leben lang belogen hat, als sie Liebe im Verhältnis mit den beiden Erwachsenen gesehen hat, obwohl sie als 13 Jahre altes Mädchen von zwei Erwachsenen missbraucht wurde. Fox zeigt Varianten, Lücken und neue Details, die den Erinnerungen hinzugefügt werden. Ein ebenso starker wie nachdenklicher Film über Missbrauch und die Verarbeitung von eben diesem.
Was war die Werbung für „Hereditary“ (2018) nicht enthusiastisch. Das Debüt von Ari Aster wurde als „scariest Horror film“ der letzten Jahre gelobt und Toni Collette als mögliche Oscar-Kandidatin gehandelt. Geboten wird jedoch ein im Realismus des Trauerprozesses geerdetes Drama, in dem Collette tatsächlich fantastisch agiert, während Gabriel Byrne die stark gespielte aber undankbare Rolle des nüchternen und starken Mannes zu geben hat. Ausgerechnet der Horror-Aspekt von „Hereditary“ bleibt jedoch weniger interessant. Etliche Genre-Klischees werden aufgeboten, und auch jüngere Genre-Hits meint man hier zu erkennen (wie die ebenso gelobten „The Witch“ oder „It Comes at Night“). Wenn „Hereditary“ sich aber, vor allem in Person der immer guten Ann Dowd, als „Rosemary’s Baby“-Abklatsch entpuppt, dann bleibt im Grunde nur das gute Gefühl, zuvor einem starken Drama rund um den Verlust von Familienmitgliedern und dem langsamen Zerfall der Familie die zurückgeblieben ist, zuzusehen.
„Billionaire Boys Club“ (2018) ist womöglich der letzte Hollywood-Studio-Film mit Kevin Spacey. Seitdem sein Privatleben nicht mehr von den Bösewichten, die er so gut gespielt hat, zu unterscheiden ist, sind auch die Filme mit ihm nur noch unter diesem Filter zu sehen. Die Billig-Variante von „Wolf of Wall Street“ (mit Ansel Elgort und Taron Edgerton als junge 80er-Yuppies mit Drang nach viel Geld) zeigt vor allem, dass Spacey einfach ein fantastischer Schauspieler ist, und er Filme dominiert, in denen er nur größere Nebenrollen hat, doch ebenso zeigt sich, dass man keine Sekunde mit all diesen Figuren verbringen will. Wo Scorsese aus dem Exzess von Jordan Belforts Leben ein absurdes und geradezu perverses Vergnügen zog, ist „Billionaire Boys Club“ einfach nur öde und vorhersehbar.
Der Kurzfilm „J’ai tué femme“ (2017) ist eine satirische Auseinandersetzung mit einem Paar in der Krise, welches beim Versuch ihr Auto loszuwerden, auf etliche Menschen stößt, die offenbar noch viel tiefer in der Seelenkrise stecken, denn sie selbst. Der eine oder andere Moment ist geglückt, doch großteils ging der Film ohne Spuren zu hinterlassen an mir vorüber.

The 1001 Project
Die Filme von James Benning haben mich bislang nicht berührt. Sein Trailer für die Viennale war noch das prominenteste Beispiel seiner Arbeit für mich. Der Essayfilm „Deseret“ (1995) erzählt die Geschichte des Mormonenstaates Utah anhand ausgewählter Texte und schön abgefilmter Naturszenen. Ein schlichter und schöner Film, dem ich aber wenig abgewinnen konnte, da mir einfach der Zugang zur Geschichte von Utah fehlte, was mir sowohl die gesprochenen Texte als auch die Bilder fern erscheinen ließen.
Moshen Makhmalbaf zeigt in „Safar e Ghandehar“ (2001) die Reise einer Frau (Ike Ogut) durch Afghanistan, um ihre Schwester zu retten. Es ist ein Blick auf die Kultur der Taliban, aber auch des patriachalen Islam, durch die Augen einer selbstbewussten Frau. Makhmalbaf zeigt absurd wirkende Traditionen (ein Arzt der Frauen behandelt, indem er mit männlichen Angehörigen über sie spricht) und ebenso den harten durch Minen geprägten Alltag. Ein eindringlicher Film.
Abbas Kiarostami wird vor allem für seine Darstellung völlig banaler und Plot-loser Szenen gefeiert. In „Bad ma ra khahad bord“ (1999) lässt er einen urbanen Ingenieur in ein kleines ländliches Kaff kommen, wo er sich um eine im Sterben liegende Verwandte zu kümmern hat. Immer wieder blitzen wunderschöne Momente durch, doch meist mäandert der Film dahin, wunderschön gefilmt und von beeindruckender Ruhe, doch auch von ebenso beeindruckend lähmender Handlungslosigkeit.
Der durch persönliche Erlebnisse inspirierte Anti-Kriegsfilm „Kippur“ (2000) von Amos Gitai ist eine elegische Meditation über den Irrsinn des Krieges. Soldaten sprechen hin und wieder über den Einsatz und die Folgen, doch im Grunde werden sie in Kampfsituationen geworfen und versuchen nur im Chaos zu überleben. Gitai lässt diese Einsicht recht lange auf das Publikum einwirken, und im Gegensatz zu Filmen wie „The Thin Red Line“ fehlt „Kippur“ diese in die Tiefe gehende Dimension, um noch besser zu funktionieren.
Éric Rohmer hat mit „Conte d’hiver“ (1992) den zweiten Teil seiner Jahreszeiten-Reihe vorgelegt, und mit diesem schaffte er es in die „1001“-Liste. Die zu Deutsch „Wintermärchen“ betitelte Geschichte um eine Sommeraffäre, die aufgrund eines Missgeschicks beim Adressaustausch im Nichts verläuft, ist voller toller Dialoge und sehr ehrlich wirkender Situationen, in denen Liebesglück mit Verantwortung ausbalanciert wird. Das aus der Affäre geborene Kind steht in der Mitte, und wird auch als Druckmittel eingesetzt. Rohmer hat eine wenig romantische Romanze entworfen, die trotz scheinbaren Happy Ends eine bittere Note versprüht.
Nach Lina Wertmüller ist es nun Agnieszka Holland mit „Hitlerjunge Salomon“ (1990), die dem Holocaust-„Genre“ einen ganz eigenen Dreh hinzufügt. Beide Filme sind heute aber leider so gut wie vergessen, was mich ein wenig irritiert und es mag Zufall sein, dass es sich dabei um Kriegsfilme von Frauen handelt, in denen Männer mit leidlich sympathischem Charakter durch den Krieg wuseln und um ihr Überleben – fern jeder Moral – kämpfen. Dabei basiert Hollands deutsch-polnische Produktion auf einer wahren Geschichte und hat in Marco Hofschneider einen tollen Hauptdarsteller. Der Wechsel von Deutschland zu Polen, von Stalinist zu Hitlerjunge, ist an sich schon irrwitzig, und Holland zeigt dies als Kampf um Identität und Überleben. Am Ende steht nur ein scheinbares Happy End, getragen von den Selbstzweifeln Salomons.
Die argentinische Gangster-Komödie „Nueve reinas“ (2000) ist grundsätzlich nichts anderes, was man nicht schon in „Paper Moon“ oder „The Grifters“ gesehen hätte, doch Regisseur Fabián Bielinsky zeigt nicht nur ein interessantes Duo beim Versuch eine seltene (oder doch nicht?) Briefmarke zu verkaufen (oder doch nicht?) und verbindet dies mit den wirtschaftlichen Zuständen in Argentinien. Eine kluge und flotte Komödie mit doppeltem und dreifachem Boden, der einzig ein wenig zum Verhängnis wird, dass man derartige Szenarien schon so oft zu sehen bekam.
Mike Leigh ist einer der ganz Großen des britischen Films und endlich habe ich sein mehrfach Oscar-nominiertes Meisterwerk „Secrets & Lies“ (1996) zu sehen bekommen. Die alleinstehende und unglückliche Fabriksarbeiterin Cynthia (Brenda Blethyn) wird von ihrer einst zur Adoption freigegebenen farbigen Tochter Hortense (Marianne Jean-Baptiste) kontaktiert, was ihre kleine Welt noch mehr in Unordnung bringt. Es ist der zentrale Konflikt in einem an spannenden Themen und Charakteren (Timothy Spall als Maurice ist fantastisch!) reichen Film. Voller trauriger und lustiger Momente, zeigt Leigh eine Familie im Kampf mit sich selbst und wie sie dabei trotz eines Schuss‘ Melodramatik ganz so wie wir alle sind.

Re-Visited
Nach Teil 1 holte ich auch die Teile 2 bis 4 der „Mission: Impossible“-Reihe nach. Dabei erweckt Teil 2 (2000) die schlimmsten Erinnerungen, da ich diesen einst im Judenburger Kino etwa zwei Dutzend Mal vorführen musste. Ein überdrehter und aufgeblasener Action-Reißer in dem John Woos Stil schlicht nicht zum Tonfall der Reihe zu passen scheint. Teil 3 (2006) von J. J. Abrams war ein Versuch, die Filmreihe vor dem Aus zu bewahren und schaffte dies auf künstlerischer Ebene auch. Finanziell der schwächste Beitrag der Filmreihe, kehrte Abrams den Stunt-Extravaganzen von Woo den Rücken und zeigte mehr einen kühlen Thriller (mit einem tollen Philip Seymour Hoffman in der Rolle als Bösewicht), in dem dann merkwürdigerweise nichts hervorsticht. Solide und besser gemacht als Teil 2, aber doch auch einfach nur fade im Endeffekt. Teil 4 mit dem Zusatztitel „Ghost Protocol“ (2011) ist gemeinsam mit Teil 1 der unterhaltsamste Film bislang. Brad Bird der bis dahin Animationsfilme drehte, hat sichtlichen Spaß mit dem Material und lässt ein wenig Augenzwinker-Humor einfließen. Ethan Hunt (Tom Cruise) muss wieder einmal „in den Untergrund“ gehen, um die Welt zu retten. Dabei stechen Stunts wie jener am Burj Khalifa Hochhaus heraus. So macht Action-Kino Spaß.
2001 startete mit „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ der Erfolgslauf der Potter-Filme. Bei der erneuten Ansicht ist der knapp 2 1/2 Stunden lange Film beinahe zu sehr an ein kindliches Publikum gerichtet, und hat auch eine merkwürdig weihnachtliche Atmosphäre. Top-Mimen wie Alan Rickman oder Maggie Smith zeigen hier bereits, was sie in den folgenden Filmen noch alles zeigen werden, doch hier stehen sie noch im Schatten von Robbie Coltranes Haggrid und einer allzu kindlich-süßlichen Stimmung.
Der vor einigen Monaten verstorbene Milos Forman hat der Welt eine Reihe faszinierender Filme hinterlassen, darunter seine in der CSSR entstandene Gesellschaftskomödie „Horí, má panenko“ (1967). Der im Film im Zentrum stehende Feuerwehrball ist ein kleines Panoptikum großer und kleiner menschlicher und bürokratischer Dramen. Die satirische Kritik am Kommunismus mag heute nicht mehr ganz beim Publikum landen, doch ist das Chaos so universell dargestellt, dass es bei jeder Sichtung neu ausgelegt werden kann. Ein kleiner herzhaft komischer Film.
Der früh verstorbene Florian Flicker konnte national und international mit seinem Low Budget Sci-Fi-Film „Halbe Welt“ (1993) für Aufsehen sorgen. Bei Flicker ist das Sonnenlicht derart toxisch, dass Menschen nicht mehr hinaus können. Mit simplen Licht- und Farbeffekten und einfachen Locations erzählt Flicker von einer düsteren Welt. Einen wirklichen Plot zeigt er nicht, doch das ist hier auch eher im Hintergrund, stattdessen kann man sich an Cyberpunk-Atmosphäre sattsehen.
Damals im Kino, war ich von „Die Hölle“ (2017) angetan, und auch bei der zweiten Sichtung zu Hause, bin ich von der düsteren Atmosphäre und dem betont brutalen Plot begeistert, doch die Logiklöcher schlagen stärker zu Buche denn beim ersten Mal. Es ist wirklich ein großer Vorteil, dass knapp 90 Minuten vorüber gehen, denn viel länger würde die etwas dünne Geschichte nicht halten. Unterhaltsam ist es allerdings immer noch.
Tom Hanks macht es in den letzten Jahren den Awards-Juroren nicht leicht. In Filmen wie „Sully“ (2016) lässt er alles so einfach aussehen. Das sympathische und überraschend kurzweilige Porträt von Charles „Sully“ Sullenberger mit dem „Miracle on the Hudson“ im Zentrum, ist einer jener Filme von Clint Eastwood, in denen ganz deutlich zu spüren ist, wie viel Respekt Eastwood nicht nur vor den prominenten Personen der Geschichte, sondern auch vor den unbesungenen Helden (Küstenwache, Taucher, Fluglotsen) hat, die ihren Teil zur Rettung des Flugzeugs mit seinen 155 Menschen an Bord hatten. Nicht immer die feine Klinge, aber grundsympathisch und schlicht großartig in der Hauptrolle gespielt.
Ein guter Darsteller? Ein Akteur der in der Lage ist, nicht so imposantes Material zu einem neuen Level zu erheben? Dann passt Denzel Washington auf jeden Fall in diese Kategorie (das tut er ohnehin). Als vermeintlicher Held „Whip“ Whitaker, rettet er in „Flight“ (2012) einen außer Kontrolle geratenen Jet vor der Katastrophe und dem Totalabsturz, doch im Zentrum steht sein Alkoholismus, der ihn nun endgültig einholt. Washington ist beeindruckend und bietet eine seiner besten Leistungen. Zerbrechlich und aggressiv, nachdenklich und Gedankenlos. Es ist schlicht faszinierend ihm zuzusehen, und er wird unterstützt von ausgewählten Könnern wie Don Cheadle, Bruce Greenwood oder John „Scene Stealing“ Goodman. Die knapp 140 Minuten Laufzeit, aufgefettet mit einer völlig belanglosen Romanze mit einer Ex-Drogensüchtigen (gut aber verheizt: Kelly Reilly), reißen diesen in einer kompakteren Form viel besseren Film schließlich runter. Als „Denzel Washington Show“ ist „Flight “ aber ein Genuss.
In meiner Erinnerung war in der Austin Powers-Trilogie der zweite Teil immer der beste Film. Doch bei erneuter Ansicht von Teil 1 „Austin Powers: International Man of Mystery“ (1997), sind all die Gags schon zu sehen, die in Teil 2 etwas platter ausgewalzt werden. Teil 1 mit dem Superagenten und seinem Erzfeind Dr. Evil (beide gespielt von Mike Myers) aus den 1960ern in die 1990er versetzt, ist der cleverere und besser durchdachte Film.
Nachdem mich „Ocean’s Eight“ derart enttäuscht hat, war es wieder an die Zeit die davor spielende Trilogie zu sichten, mit der Steven Soderbergh dem Mainstream-Kino Stil einimpfte. „Ocean’s Eleven“ (2001) ist der beste und am feinsten durchdachte und durchkomponierte Teil der Trilogie, in welchem nicht nur die Crew auf großartige Weise zusammengefunden wird, sondern der Einbruch in den Casino-Tresor spannend dargeboten wird. Hinzu kommen Andy Garcia als hervorragender Bösewicht und das gut ausbalancierte Team, welches genügend Möglichkeiten bietet, um mitzufiebern.
„Ocean’s Twelve“ (2004) ist jener Teil, den Steven Soderbergh am meisten schätzt, und das ist von einer Filmemacher-Perspektive auch klar, da er sich hier abseits der Genre-Konventionen austoben konnte. Der klare Bruch mit dem eleganten aber auch Stromlinienförmigen Plot des extrem guten ersten Teils, versuchte Soderbergh mit einer vom europäischen Krimi inspirierten Form entgegen zu treten, und brachte nicht nur den großartigen Vincent Cassel mit ins Spiel als Meisterdieb Night Fox, sondern auch wunderschöne Locations, und einen Sinn für Stil, der ähnlich aber doch gänzlich anders war, wie jener aus Teil 1. Die viel zu verworrene Handlung war aber dann doch eine zu große Hypothek.
Im finalen Teil „Ocean’s Thirteen“ (2007) trat schließlich Al Pacino als großer Gegenspieler auf – Vincent Benedict (Andy Garcia) hat sich mittlerweile zum Mitverschwörer entwickelt – und Soderbergh zeigt einen Film, der scheinbar vom 1970er-Kino inspiriert scheint, und doch an den ersten Teil klar und deutlich anknüpft. Die Handlung hat einige Schwächen und übertriebene Twists, doch macht Teil 3 auf eine direktere Art mehr Spaß denn Teil 2 wenngleich er keineswegs denselben Wagemut wie Teil 2 vorweisen kann. An den fantastischen ersten Teil kommt keine der beiden Fortsetzungen ran.

Serien-Überblick
„Archer“ ist zurück! Es gibt im Serien-Universum für mich keine schönere Nachricht. In der 9. Staffel „Archer – Danger Island“ (2018) steigen wir erneut in eine Koma-Fantasie ein, während Ex-Agent Sterling Archer offenbar noch immer im Krankenbett liegt. Nach der sehr melancholischen 8. Staffel „Dreamland“, ist „Danger Island“ der extremst mögliche Gegensatz. Ein knallbunter Rückgriff auf die 1940er, mit Filmvorbildern wie „Casablanca“ oder „Only Angels Have Wings“, und einer die Fan-Gemeinde völlig entzweienden Handlung. Die Charaktere sind re-bootet und haben nur noch die grundlegenden Dynamiken mit ihren Ursprungs-Charakteren gemein. In der ersten Ansicht der Staffel gefiel mir vor allem die leicht zerfahrene erste Hälfte (vier Episoden) der Staffel, während der am Ende im Dschungel stattfindende Showdown ein wenig überhastet wirkte, und so manche Story-Finesse vermissen ließ. Das Ende ist aber so überraschend wie bizarr und lässt für die 10. und offenbar finale Staffel ein wahnwitziges Ende der Archer-Saga erwarten. Ein Eindruck bleibt aber seit „Dreamland“: Serien-Schöpfer Adam Reed mag ein wenig die Lust verloren haben, aber die neu adaptierte Anthologie-Form ist eine willkommene Erfrischungskur, die auch ein wenig nach dem Motto „Anything Goes“ funktioniert. Das mag Ur-Fans enttäuschen, die sich Spionage-Action erhoffen, doch gerade der Mut sich völlig neu zu orientieren imponiert mir immer wieder.
Dass ich Staffel 9 im Anschluss gleich noch einmal gesichtet habe, zeigt nur, wie sehr ich diese Serie schätze, und auch schwächere Episoden genießen kann.
Spin-off-Serien sind immer eine gefährliche Sache, doch „The Good Fight“ zeigt schon in Staffel 1 (2017) weshalb sich diese Abspaltung der zu Ende gegangenen Hit-Serie „The Good Wife“ sehr wohl einen Platz in der Fernsehlandschaft verdient hat. Christine Baranski führt ihre Rolle als liberale Anwältin Diane Lockhart fort, die aufgrund eines Investment-Skandals plötzlich ohne Erspartes mehr da steht und ihren geplanten Ruhestand nicht genießen kann. Stattdessen heuert sie bei der afro-amerikanischen Kanzlei Reddick, Boseman & Kolstad an. Unter der Führung von Adrian Boseman (eine fantastische Rolle für Delroy Lindo) zeigt sich „The Good Fight“ vor allem als Analyse eines Amerika unter der Führung Donald Trumps. Die Auswirkungen des rechtsgerichtete und fremdenfeindlichen Klimas in einer Anwaltsserie, erinnert – auch aufgrund so manch exzentrischen Charakters (Carrie Preston als verschrobene aber durchtriebene Anwältin) – ein wenig an die besten Zeiten von „Boston Legal“. Dass zudem die durch „Game of Thrones“ bekannt gewordene Rose Leslie als Maia Rindell (Tochter der Familie, die für einen Madoff-artigen Finanzskandal verantwortlich ist) ihr Können zeigen darf, macht aus Staffel 1 eine unterhaltsame aber nicht zu schwermütige Serie.
Es dauerte drei Jahre, doch nun ist die 2. Staffel (2018) der sehr amüsanten arte-Agentenserie „Au service de la France“ zu sehen. Nachdem im ersten Teil aus einer Bürokomödie langsam aber deutlich eine Agentenparodie mit durchaus ernsten Handlungssträngen wurde, ist die 2. Staffel vor allem vom Kalten Krieg und der Unabhängigkeit Algeriens durchzogen. General de Gaulle ist immer gut für einen Witz, wenngleich ein Vorwissen in französischer, afrikanischer oder gar kanadischer politischer Historie von Vorteil ist. Hugo Becker ist als Doppelagent, im Auftrag das Geheimnis seines Elternhauses zu enthüllen, so charismatisch und charmant wie in Staffel 1, doch verschiebt sich hier der Fokus doch schon deutlich hin zum Ensemble, und die vielen verschiedenen Konflikte.
Die Mini-Serie „Sharp Objects“ (2018) basiert auf einem Roman der seit „Gone Girl“ sehr gefragten Gillian Flynn. Diese hat auch mitgeschrieben und produziert, unter der Führung von Showrunnerin Marti Noxon. Jean-Marc Vallée führte bei allen acht Episoden Regie, die vor allem von zwei Dingen geprägt sind: der schwülen Atmosphäre des US-Südens und der gepeinigten Aura von Hauptdarstellerin Amy Adams. Als Lokalreporterin wird sie in ihre einstige Heimatstadt Wind Gap geschickt, um über das Verschwinden zweier Teenies zu berichten, die schon bald tot aufgefunden werden. Dabei sieht sie sich auch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, vor allem mit ihrer abwesenden und doch stets dominanten Mutter (großartig: Patricia Clarkson).
Die acht Episoden entblättern sich langsam und scheinen der schwülen Hitze des Südens entsprechend ihren Rhythmus gefunden zu haben. So kommen dann auch die finalen Enthüllungen entsprechend schnell, aber nicht ganz überraschend. Am Ende ist es aber keine typische Thrillerserie, mit der Frage nach dem „Wer?“ sondern ein Familiendrama, in welchem die Gründe für das Trauma einer Kindheit aufgearbeitet wird.
Nach seinen Kinohits und Flops ist Sacha Baron Cohen mit einer neuen Satire-Serie zurück in dem Medium, welches wie seine natürlich Heimat wirkt. „Who Is America?“ (2018) ist eine bitterböse und stellenweise extrem komische Abrechnung mit der Spaltung der Vereinigten Staaten. Cohen schlüpft in verschiedene Rollen, in denen er Prominente interviewt und Menschen von der Straße zu Anti-Terror-Trainings lockt, um sie dort mit den Mitteln ihres Hasses der Lächerlichkeit Preis zu geben. Dies funktioniert nicht immer, denn Cohen läuft bei einigen seiner Interviews geradezu gegen eine Wand, auch erscheint es manchmal, dass er mit seiner neuen Serie – die angeblich nur diese eine Staffel beinhalten soll – einem ohnehin schon seinem Standpunkt zugewandten Publikum predigt. Doch er schafft doch immer wieder überraschende Momente. Vor allem seine Figur des einstigen Mossad-Agenten Erran Morad sorgt immer wieder für Überraschungen, wie eine Kampagne für Waffen für 3-jährige, oder aber auch das Abschlussinterview in seiner Rolle als italienischer Designer Gio mit O.J. Simpson. Vieles funktioniert nicht, aber die Interviews und Clips die funktionieren, treffen tief in den Kern einer hasserfüllten Gesellschaft, die auch vor Mord an Andersdenkenden nicht zurückschreckt.
Mit viel Vorfreude wurde die 1. Staffel (2018) der neuen Netflix-Serie „Disenchantment“ von Matt Groening erwartet. Der Schöpfer der Simpsons und Futurama, hat sich mit seinen Animations-Blockbustern natürlich die Latte hoch gelegt, weshalb die in einer Fantasy-Mittelalter-Welt spielende Serie um die aufmüpfige Prinzessin Teabeanie, ihren Dämon Lucie und den Elf Elfo ein wenig zahm daher kommt. Es ist, im besten Sinne, angenehm unterhaltsamer Spaß, der aber weit nicht die Intensität anderer aktueller Animations-Hits wie „Archer“ oder „Rick & Morty“ erreicht. Stattdessen zeigt Groening die Ruhe und Gelassenheit eines mittlerweile doch schon etwas älteren Mannes, der offenbar Freude an der Erstellung eines alternativen Universums für seine Figuren hat. Denn die Figuren sehen und klingen alle so aus, wie bei den Simpsons, und das war schon eine Auffälligkeit bei Futurama. Groening hat sich bei seinen 10 Episoden zudem für einen großen Handlungsbogen entschieden, was auch zu manch überraschendem Serien-„Tod“ führt. Auch wenn es nicht unter den Klassikern des Genres landen wird, bin ich doch gespannt auf die Fortsetzung.

Das monatliche Update bietet einen knappen Überblick über alle Filme, die ich im Laufe eines Monats gesichtet habe. Darunter fallen Werke aus den hier publizierten Listen sowie Kino-Neustarts und Filme die ich nach längerer Zeit wieder einmal sichte. Im Update werden diese in verschiedene Kategorien unterteilt.

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